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Tuscany

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Sonntag, 13. Januar 2013, 22:02

Erfahrungsbericht Citroen C-Zero | Cambio

Moin,

ich wollte mal einen kleinen Bericht über Cambio schreiben, und dafür mal ein etwas ausgefalleneres Auto vorstellen.

Cambio ist in vielen Städten vertreten, das Konzept finde ich gut und das Angebot ersetzt ein Auto in der Innenstadt. Der große Unterschied zu DriveNow, Car2Go, etc.: Die Autos haben eine feste Station. Man bucht einen Wagen und holt dieses Fahrzeug an der Station ab, und stellt es dort auch wieder zurück. One-Way Mieten sind nicht möglich, Parkplatz suche entfällt dafür jedoch. Was besonders in der Innenstadt ein Segen ist. Zur Verfügung stehen Kleinstwagen, Kombis, Transporter und E-Mobile. Mehr dazu findet man auf der Homepage. Ich will ja jetzt auch keine Werbung für Cambio schreiben, sondern einen kleinen Erfahrungsbericht.

Diesesmal wollte ich aber mal was anderes fahren, als einen Fiesta mit dem Dieselmotor aus einem Transit. Darum testete ich den Citroen C-Zero



Buchung:
Die Buchung geht fix. Entweder Online über das Kundenportal, oder über die iOS / Android App. Station auswählen, Fahrzeug wählen, Datum/Uhrzeit wählen und verfügbare Fahrzeuge, oder alternativen bei nicht Verfügbarkeit, werden angegeben. Für Verbrennungsmotoren reichen diese angaben bereits für die Buchung. Wer E-Mobil fahren möchte, muss sich seine Reichweite kaufen. Also kurz die Fahrt abschätzen und benötigte Kilometer buchen. Bis zu 60km sind pro Miete mit dem E-Mobil möglich. Es kommt eine Bestätigung per E-Mail, fertig.

Abholung:


Wie immer, ganz einfach. Das Auto hat einen Bordcomputer. Also RFID-Kundenkarte an die Windschutzscheibe halten, Fahrzeug entriegelt sich. Im Handschuhfach am kleinen Modul die Kundenpin eingeben und der Schlüssel, sowie die Wegfahrsperre wird freigegeben. Fahrzeug auf Schäden überprüfen, schon kann's los gehen. - Moment - wir fahren diesmal elektrisch. Also noch schnell das Kabel von der Ladestation abklemmen und einpacken. Jetzt geht's los :-)

Fahren:

Und dann wirds bei einem E-Mobil auch schon lustig. Schlüssel umdrehen, es piept und blinkt. Und nun? Es tut sich nichts? Nochmal Schlüssel umdrehen. Es tut sich immernoch nichts, außer das alles piept. Aber Moment: Da steht Ready in der Instrumententafel AHAAAA. Der Gerät ist Fahrbereit :-D
Also Wählhebel auf D stellen (das Auto hat ja kein Getriebe), Handbremse lösen, Fuß von der Bremse und .... suuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuum er rollt los :116:

Zwischendurch noch ein paar Daten:
Es ist ein Heckmotor mit Heckantrieb. Die Batterien sind im Unterboden
47kw mit 180Nm Drehmoment
1100kg leergewicht
Länge: 3475 mm
Breite: 1475 mm
Höhe: 1610 mm
Radstand: 2550 mm

Ein echt witziges Gefühl. Komplett ohne Geräusch (in der Anleitung vom Fahrzeug wird auch noch einmal darauf hingewiesen, dass man auf Fußgänger besonders acht geben soll, da man nicht gehört wird) und mit doch sehenswerter Beschleunigung geht es los. Wohl gemerkt, das Auto hat lediglich 47kW, aber das Drehmoment steht direkt zur Verfügung. Das macht einfach Spaß!! An der Ampel wird jeder bis 40km/h stehen gelassen :117: Bis konventionelle Verbrenner die Kupplung anliegen haben und aus den unteren Drehzahlen raus sind, ist man schon längst weg :-) Später wird es natürlich was träger, aber so ein E-Flitzer ist ja auch für die Stadt gedacht. Jeder sollte es einfach mal ausprobieren. Elektrisch fahren macht Spaß.

Das Fahrzeug

Die Verarbeitung ist gut, Punkt. Es klappert nichts und rattert nichts. Für einen kleinwagen, verglichen mit Polo, Corsa, Fiesta ist es echt gut.



Radio ist drin, Die Sitze sind bequem auf Kurzstrecken, die Knöpfe haben eine gute Haptik. Passt.

Auf der Rückbank sieht es etwas anders aus, die ist schmal, dünn gepolstert und auch etwas waklig. 4 Personen passen jedoch rein und haben auch "Platz".
Der Kofferraum ist jedoch ein Witz:



Der Motorkonfiguration nach, ist der C-Zero ja ein 911er. Das bedeutet aber dass der Kofferraum darunter leidet. Sollte jedoch mehr Platz benötigt werden, lässt sich die Rückbank geteilt umlegen und man hat einen ebenen Ladeboden. Für die Einkäufe in der Stadt völlig ausreichend, verglichen mit dem Kofferraum eines Fiestas und dessen extrem tiefe/hohe Ladekante sogar etwas angenehmer.

Das Fahrwerk ist auch völlig okay. Klar, die schmalen Reifen und die Höhe des Autos lassen keine Performance-Wunder werwarten. Aber da der Schwerpunkt durch die Batterien sehr tief liegt, braucht man am Ausgang eines Kreisels keine Angst zu haben, dass die Karre umkippt ;-) Vom Komfort auch völlig in Ordnung. Fällt nicht aus der Reihe im Vergleich zu Corsa, Polo, Fiesta, ...

Also, Motor - gut, Inneraum - gut, Rückbank - okay, Kofferraum - klein aber gut, Fahrwerk - gut

Ende gut - alles gut?

Das größte Problem am C-Zero jedoch: die Batterie. Die Restreichtweite von unserem voll(!) geladenen C-Zero betrug bei Abholung 90km. Moment: sagt Citroen nicht irgendetwas von 150km Reichweite? In der Tat, jedoch nur bei entsprechender Außentemperatur. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann die Batterie nur zu 60% geladen werden, was 90km macht. Okay, wir fahren ja nur 60km, reicht also aus. Aber ich erwähnte bereits, es herrschten Temperaturen um den Gefrierpunkt. Also war die Blechkiste auch innen, um den Gefrierpunkt. Ich stellte die Heizung an - und die Restreichweite sprang von 90km auf 68km 8| Also wieder ausgestellt und gefroren während der Fahrt. Ich will ja nicht liegenbleiben ;-) Später hab ich dann gelesen, dass die Heizung 5kW zieht, da voll elektrisch. Die 5kW entsprechen etwa der Leistung die benötigt wird, 50km/h zu halten ;-) Um es Vorwegzunehmen: Das Auto steht wieder an seiner Station, mit einer Restreichweite von 20km nach einer 60km fahrt. Jedoch hab ich mir Handschuhe angezogen.

Abgabe

Wieder angekommen muss das Auto natürlich wieder an die Ladestation. Also beiliegende Kundenkarte vom Stromanbieter/Ladestation rausholen und somit die Steckdose an der Ladestation freischalten, Stecker vorne und hinten rein, warten, Batterie wird geladen. Fertig. Sehr einfach.

Fazit

Das Auto macht Spaß und ich werde auch noch einmal in Zukunft E-Mobil fahren. Es ist lustig mit einem Summen vollgas ... vollVOLT ... zu geben :-) Die Reichweite reicht für Einkäufe und kleine Shopping touren aus. Aber mehr als 60km sind nicht drin. Nicht nur weil es Cambio nicht gestattet. Die Akkus geben derzeit auch nicht mehr her. Das Fahrzeug selbst ist auch okay, verglichen mit den Diesel Fiestas welche zur Verfügung stehen sogaer besser, sodass mein Fazit für den C-Zero positiv ausfällt. Allerdings nur aus einem einzigen Grund, womit ich auch den Bericht abschließen möchte:

Ich kann dieses Auto für einen Tag und bis zu 60km Mieten, und muss es nicht zu einem Preis von 29.700€ 8| kaufen.
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Montag, 14. Januar 2013, 01:59

danke für deinen Bericht,
den ich für mich so zusammengefasst habe: Das Prinzip an sich überzeugt durch diverse Vorteile wie nahezu drehzahlunabhängiges Drehmoment und lautloses Fahren, hat aber noch Umsetzungsprobleme gerade bei der Reichweite.

noch ein paar Anmekrungen und Gedanken:

Zitat

Das größte Problem am C-Zero jedoch: die Batterie. Die Restreichtweite von unserem voll(!) geladenen C-Zero betrug bei Abholung 90km. Moment: sagt Citroen nicht irgendetwas von 150km Reichweite? In der Tat, jedoch nur bei entsprechender Außentemperatur. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kann die Batterie nur zu 60% geladen werden, was 90km macht.
In die Reichweiteanzeige sollte auch das vorherige Fahrverhalten miteinfließen. Ich weiß aber nicht, ob beim C-Zero das Fahrprofil beim längeren Abstellen gelöscht wird.
Der Twizy berechnet die Reichweite jedenfalls nach glaub ich den letzten 150 km und nach dem Laden ist für die Reichweigenanzeige entscheidend, wie man davor gefahren ist. Aussagen zur Reichweite lassen sich aber scheinbar nicht so ohne weiteres Übertragen, wie die Winterproblematik erkennen lässt. Den Twizyakku kann man nahezu temperaturabhängig laden, d.h. es geht nahezu das gleiche rein. Die Abweichung der geladenen Energie zwischen 20 °C und -5 °C beträgt meiner Erfahrung nach etwa 10%. Mit sinkender Temperatur sinken aber sowohl die abrufbare Leistung als auch die abrufbare Energie: Man läd zwar die gleiche Strommenge rein, die Beschleunigung und die Reichweite sinken aber.
Ich habe im Internet auch gefunden, dass beim C-Zero die Ladeenergie bei niedrigen Temperaturen stark abzunehmen scheint. Einen Beleg dafür konnte ich dafür aber leider nicht finden, da ich kein japanisch kann.
http://www.gs-yuasa.com/us/technic/vol5/pdf/05_1_021.pdf
Dort sieht man aber, dass zusätzlich auch noch die schon beschriebenen Effekte beim Twizy eintreten.
"Fig 3 Discharge characteristics [...] under various temperatures", dort sieht man, dass die Spannung der Akkus bei niedrigen Temperaturen schneller abnimmt und insgesamt weniger elektrische Ladung abgerufen werden kann.

Zitat

Ich stellte die Heizung an - und die Restreichweite sprang von 90km auf 68km 8| Also wieder ausgestellt und gefroren während der Fahrt. Ich will ja nicht liegenbleiben ;-)
Beim Renault Fluence gibt es eine Taste in der Klimaanlage, mit der man das Auto beim folgenden Ladevorgang auf die eingestellte Temperatur heizen oder kühlen kann. So wird der Strom für eine Vorklimatisierung des Fahrzeugs noch dem Stromnetz und nicht dem Akku entnommen. Eine spontane Suche förderte nicht zutage, dass das beim c-zero auch möglich wäre. schade
Da Elektrofahrzeuge vergleichsmäßig wenig Abwärme erzeugen, muss für das Heizen extra Energie aufgewendet werden, die bei Verbrennungsfahrzeugen einfach dem Kühlwasserkreislauf abgezweigt werden kann.

PS: Ich bin die Kiste auch schonmal gefahren. hier ein Video von der Beschleunigung: Citroen C-Zero 0-100 km/h

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Montag, 14. Januar 2013, 07:25

Wie die Restreichweite exakt berechnet wird, weiß ich nicht. Hat jedoch zum Ende gut gepasst. 90km Start - 25km Ende - 61km gefahren.
Die letzten 10km dann auch mal mit ein mehr vollstrom Beschleunigungen und Heizung ;-)

Beim I-Miev ist dies beim neuen Modell möglich. Es gibt eine zusätzliche Fernbedienung zum Schlüssel, ähnlich derer für eine Standheizung, welche dann Klima und Heizung reguliert, und dabei die Energie aus der Steckdose und nicht aus der Batterie zieht. Der C-Zero hatte so etwas nicht.

Das schlimmste jedoch: Der Preis. Wie kann man nur???? Klar, Pionierarbeit muss bezahlt werden, aber gleich so viel? Eine Batterie-Miete wie bei Renault wäre für den Kunden sicherer und auch günstiger. Und für 29,700€, ohne Luxus, bekommt man einen um weiten besser ausgestatteten Golf TDI Bluemotion, und man muss sein keine sorgen um die Reichweite machen.
Dieses Auto ist erst der Anfang. So können sich Elektroautos nicht auf den Straßen breit machen.
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