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Xperience

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Samstag, 3. September 2016, 01:36

Ford Focus ST 2.0 Ecoboost | AVIS Dresden Flughafen

Kompakter UnruheSTifter



Daten zur Anmietung

Ford Focus ST (5 Türer) 2.0 Ecoboost
Vermieter: avis
Station: Dresden Flughafen
gebuchte Klasse: CDMR (Gruppe B)
erhaltene Klasse: CDMR
Erstzulassung: 30.05.2016
Kilometerstand Anfang: 6003 km
Kilometerstand Ende: 7360 km
gefahrene Kilometer: 1357 km
Mietdauer: 7 Tage


Technische Daten

Leistung: 184 kW/250 PS bei 5500 U/min
Drehmoment: 360 Nm bei 2000-4500 U/min
Hubraum: 1999 cm³
Zylinder: 4/Reihe
Vmax: 248 km/h
0-100 km/h: 6,5 sek.
Leergewicht: 1437 kg
Bereifung: Goodyear Eagle F1, 235/40 R 18 Y
NEFZ-Verbrauch: 6,8 Liter/100 km
Testverbrauch: 10,3 Liter/100 km
Grundpreis: 29.400 €
Bruttolistenpreis: 33.295 €

Ausstattung (abweichend zur Serie "ST")

● Metallic-Lackierung "Indic-Blau Metallic"
Leder-Sport-Paket (2-Zonen-Klimaautomatik, Teilledersitze)
● Easy-Driver-Paket I (Active City Stop, Parkpilot hinten)
● Winter-Paket (Frontscheibe, Lenkrad, Vordersitze beheizbar)
Multifunktionale Xenon-Scheinwerfer (mit Kurvenfunktion)
● Seitenscheiben, dunkel getönt


Anmietung? Wohl eher Abenteuer.

Die Anmietung war diesmal ein Kapitel für sich. Im Parkhaus gab es vermieterübergreifend nicht viel Reizvolles, was in mein Beuteschema (schnell, kompakt, geil) passte. Mit Ausnahme dieses blauen Focus ST, dessen Farbe allein schon Sehnsüchte weckt. Mir zumindest, ich Farbenfetischist. Da der Focus ST in der niederpreisigen Gruppe B läuft, buche ich also entsprechend diese Klasse. Und muss nach getätigter Buchung vor Ort dann erst einmal warten, da bei avis die Uhren offenbar eben etwas langsamer laufen (2 Stunden Vorlaufzeit, wohlgemerkt). So ganz wie bei anderen Vermietern läuft es sowieso nicht, da das gewünschte Modell eben nur eines unter vielen unerwünschten Modellen ist. Ganz erfreut war man offenbar nicht, dass es denn der heißblütige Focus ST mit 250 PS sein sollte, auch wenn er wie viele andere Fahrzeuge aus dem Schieber der Gruppe B gekrochen kam. Der Focus ST, das wurde mir hoch und heilig gesagt, wäre gewissermaßen ein Selection-Modell - auf die Frage, wie ich dieses Modell denn nun gezielt buchen könnte, wenn es denn nicht mit der Gruppe B klappen sollte. Einerseits kann ich den Vermieter schon verstehen: Der Focus ST ist ein recht seltenes Sportmodell. Andererseits kann ich sie wiederum nicht verstehen: Er läuft (auch laut Schlüsselanhänger) in Gruppe B und bietet bis auf den Motor (kein Diesel) praktisch nichts. Ein dahergelaufener Kunde wäre gar erbost über derartige Ignoranz. Kein Navi. Kein Diesel. Keine Automatik. Und dabei war die Rate trotz ADAC und Cashback gar nicht mal rekordverdächtig, meine Schmerzgrenze war hier bereits erreicht. Leichtes Unverständnis meinerseits über eine derartige Abwehrhaltung.

Das Ende vom Lied, trotz aller Scheinheiligkeit und "Können wir eigentlich nicht machen" bzw. "Musst du wissen": Ich habe ihn bekommen! Für mich war es gewissermaßen eine neue Erfahrung im doppelten Sinne. Aber nur das Fahrzeug war positiv...




Biedermann und Brandstifer


Man nehme einen Ford Focus, verpasse ihm Seitenschweller, eine sportliche Frontschürze, rote ST-Logos an Front und Heck, einen fetzigen Dachkantenspoiler, Diffusor und Mittelrohrauspuff - fertig das Sportmodell diesseits des vorwitzigen RS. Das Facelift Anfang 2015 hat dem Ford Focus ST sichtlich gut getan. Dies gilt insbesondere für das Interieur des 4,36 Meter langen und 1,82 Meter breiten Kompakten, das nun - von einigen teils unbeschrifteten Tasten befreit - deutlich entschlackter wirkt. Auch bei der gefühlten Qualität hat sich zumindest etwas getan, auch wenn es immer noch bei viel Hartplastik, Softlack und aufgeschäumten Kunststoff bleibt. Es sieht so nüchtern aus wie in jedem anderen Focus ab Modelljahr 2015. Wären da allerdings nicht die drei Zusatzinstrumente über der Mittelkonsole, die in sportlicher Tradtion Motordaten wie Motoröltemperatur, Ladedruck und Öldruck an das interessierte Auge vermitteln. Ganz unnütz sind diese Informationen freilich nicht, doch reizt ihre dominante Unterbringung zur riskanten Ablenkung. Dabei fordert der Focus ST bisweilen die volle Aufmerksamkeit, wie sich später im Fahreindruck herausstellen wird. Beim mittelmäßigen Platzangebot gleicht der ST verständlicherweise seinen zivilen Geschwistern, bei der dürftigen Übersichtlichkeit ebenso.









Weitere ST-Insignien sind auf dem griffigen Sportlederlenkrad sowie den packenden Recaro-Sportsitzen zu entdecken, deren einzige Kritik der zu hohen Einbaulage gilt. Beleibtere Figuren werden sich von den schraubstockartigen Haltekräften der prächtigen Sitzwangen sehr in die Enge gezwängt fühlen, doch unsereins - mit etwas weniger Wohlspeck und fahrspaßeinschränkender Körpermasse ausstaffiert - hält es ungeniert einige Stunden hinter dem Volant aus, ohne Wehklagen äußern zu müssen. So nimmt man gern Platz, erfasst die sportlich motivierte Alupedalerie und den silbrig verzierten Schalthebel - und drückt letztlich voller Entschlossenheit auf den Power-Knopf.


Ecoboost? Weniger Eco, mehr Boost.

Man könnte ihn natürlich auch einfach Ford Focus 2.0 Ecoboost nennen. Das geht. Aber es wäre unnötig langweilig. Mit 250 PS und 360 Nm hat er sich das Prädikat "Sport Technology" wahrlich verdient - ein VW Golf GTI hat hier selbst in seiner Performance-Ausführung das Nachsehen. Mit kernigem Klang macht der Motor dank Sound-Symposer auf sich aufmerksam. Es scheint, als wollte man ihm die raue Art des fünfzylindrigen Vorgängers eintrichtern. Auf rotzende Auspuffspielereien verzichtete man - hier bleibt bei einem bassigen Blues. So zeigt sich der Focus ST akustisch gelassen und nie zu aufdringlich. Dabei stehen bei ihm nach kürzester Zeit immerhin bis zu 261 km/h auf dem Digitaltacho, wenn man fleißig alle sechs Gänge der leicht hakeligen Sechsgangbox sortiert und mit Drehbegeisterung lechzend auf Sechsdreiviertel gejubelt hat. Ein Automatikgetriebe ist nicht verfügbar - aber auch nicht zwingend nötig. In der Längsrichtung kann der heißgemachte Focus durchaus überzeugen, so mancher Mitspieler wird zum Zuschauer seiner Performance degradiert. Für Fahrspaß auf der Autobahn ist dank reichlich "Boost" gesorgt. Da der Motor auch unter 2000 U/min kein Mauerblümchen ist und für einen kräftig aufgeladenen Turbomotor beinahe beängstigend direkt auf jeden noch so kleinen Gaspedalstoß anspricht, ist für Fahrspaß auch im Alltag gesorgt.




Der Kurvenmagnet



Das gilt umso mehr dann, wenn sich ein paar Kurven zwischen die Geraden mogeln. Oder anders gesagt: Wenn Geraden nichts weiter sind, als die kürzeste Verbindung zweier Kurven. Dann wird man Zeuge der feinnervigen Servolenkung, die ausgesprochen direkt arbeitet und rückmelderisch Auskunft über die Fahrbahn preisgibt. Leider zählen dazu auch die Antriebseinflüsse, die im Überfluss vorhanden sind und den vorderradangetriebenen Focus ST bei unachtsamer Behandlung des Gaspedals nicht ganz spurtreu hin- und herwerfen. Mal eben in der Kurve saftig herausbeschleunigen? Nicht im ST. Zwar ist eine elektronische Differentialsperre namens Torque Vectoring Control (eTVC) vorhanden, doch ihr Effekt ist in Bezug auf die Traktion vernichtend gering. Demnach gilt es, die maximal 1,55 bar Ladedruck gefühlvoll abzurufen. Dann wetzt der Focus zielgenau und neutral dank der grippigen 18"-Räder durch jede noch so enge Kurve. Und überrascht bei Lastwechseln mit einem lebendigen Heck. Ja, der Focus ST ist sehr unterhaltsam. Man sollte genau wissen, was man tut, wenn man die dreistufige Stabilitätskontrolle in den Ruhemodus schickt. Damit ist er so etwas Ähnliches wie ein Fiesta ST für Erwachsene - immer noch ein kleiner Rebell, aber bei fehlender Motivation des Fahrers gesetzt und unaufgeregt. Zwar gibt sich der Focus ST laut Ford als "unvergleichbar" - unnahbar möchte man fast sagen -, doch wenn es einen Konkurrenten gibt, dann ist es der VW Golf GTI. Im Gegensatz zum Kölner Sportgerät benötigt der Evergreen aus Wolfsburg wenig Fahrtalent. Das stürmische Verhalten des Focus ST ist Fluch und Segen zugleich: Da ein wenig tückisch und immer mit Bedacht zu führen, auf der anderen Seite einfach nur ein höllischer Spaß, dem der Golf GTI einfach nicht das Wasser reichen kann. Einzig eine ordentliche Vorderachssperre wäre sehr wünschenswert. Und wenn man dann noch näher an der Straße sitzen dürfte, wäre das Fahrerlebnis perfekt. Bei der Fahrwerksabstimmung hat Ford einen guten Kompromiss gefunden, die auf Kosten sporadischen Hoppelns die Seitenneigung auf ein Minimum reduziert. Das sprichwörtliche Brett jettet durch die Landschaft. Gnadenlos hart ist der ST nicht, eine Sänfte aber genauso wenig. Etwas mehr Biss würde man den serienmäßigen Bremsen zutrauen, die so auch im normalen Focus zu finden sind. Auf der Landstraße genügen ihre Verzögerungswerte völlig, die Dosierbarkeit stellt keinerlei Herausforderung dar. Problematischer wird es bei Vollbremsung aus hoher Geschwindigkeit, wenn der Focus tänzelnd über die Fahrspur gleitet. Aber das ist wohl Teil der Show.



Bei aller Freude darf der gern mal zweistellige Verbrauch dann allerdings nicht in schockierende Abwehrhaltung münden. Viel Eco steckt nicht im Ecoboost, der VW-Motor spart gut und gerne einen Liter. Auch bei sehr schonender Fahrweise - völlig realitätsfremd angesichts der stetig lauernden Leistung - ist eine Fünf vor dem Komma ein akrobatischer Akt, der sehr viel Disziplin erfordert. Da der humane 1,5-Liter Ecoboost nicht sehr viel sparsamer ausfällt, ist das Prädikat "Saufziege" beim leistungswuchernden ST dann allerdings dennoch unangebracht. Für ausreichend Reichweite sorgt der 62 Liter fassende Tank - beim GTI müssen 50 Liter genügen. Bei Köln gegen Wolfsburg steht es also letztlich unentschieden.





Vernünftige Unvernunft

Recht vernünftig geht es auch beim Kaufpreis weiter. Mit Ford-Aktionspreis startet der sportliche Focus bei 25.990 €. Allerdings ist die Serienausstattung nicht gerade üppig. Da aber jedes Gramm zählt - nicht nur beim Verbrauch, sondern auch auf der Waage - freut man sich über den Verzicht unwesentlicher Kleinigkeiten, so dass am Ende noch akzeptable 1437 kg zu nennen sind. Aus diesem Grund hat Ford allerdings auch auf eine richtige Differentialsperre verzichtet. Das wiederum muss man den Kölnern beinahe schon wieder übel nehmen...

Wer den Ford Focus der dritten Generation allgemein mag, wird den ST lieben. Es wurde letztlich nicht mehr angetastet, als es unbedingt sein muss. Trotz der sicht- und fühlbaren Nähe zum Öko-Focus mit 1,0-Liter Dreizylinder Ecoboost gibt sich der ST deutlich motivierter, sobald man in ihm Platz nehmen durfte. Es keimt zweifellos der Gedanke auf, dass der ingeniöse RS mit seinem ausgeklügelten Allradantrieb und weiteren 100 PS die Vorstufe zum Paradies sein muss.




Pro

+ sehr direkte Lenkung
+ spritziger Turbomotor
+ sportliche Fahrleistung
+ geringe Seitenneigung
+ packende Sportsitze
+ ausreichendes Platzangebot
+ akzeptables Xenon-Kurvenlicht
+ moderater Basispreis


Contra

- mäßige Material- und Verarbeitungsqualität
- etwas zu hohe Sitzposition
- stark eingeschränkte Traktion
- leicht hakelige Handschaltung
- etwas unübersichtliche Karosserie
- Bedienschwächen

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Samstag, 3. September 2016, 19:23

Ich kann deinem Bericht nur zustimmen.
Er fährt sich halt "dreckiger" als der Wolfsburger Konkurrent.
Ich würde etwas mehr Spurtreue wünschen denn wenn man ihm die Sporen gibt tanzt er auch durch die Gegend.
Der Kofferraum ist deutlich größer als beim Golf.

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Sonntag, 4. September 2016, 09:08

Sehr guter, prägnanter Bericht.
Auch ich kann mich der Meinung zum Fahrverhalten nur anschließen, sehr treffend beschrieben.
Gerade das ist, was den Reiz des ST ausmacht. Im Regen ist der Wagen wirklich absolut biestig, jedoch ist er in der Trockenheit für etwas erfahrenere Fahrer sehr gut zu kontrollieren. Klar, man muss wissen was man macht und eine starke Hand beweisen, aber unsicher habe ich mich nie gefühlt, der ST ist einfach ungleich spektakulärer und spaßiger zu fahren als ein GTI.

Mit der Federung kann ich nicht ganz zustimmen, bei mir war sie extrem hart. So hart, dass ich den ST eigentlich für nahezu untauglich als Alltagswagen halte, außer wenn man ihn nur täglich 5-10 km fährt, und sonst nur auf der Landstraße um Spaß zu haben.
Eventuell war auch was bei meinem Exemplar nicht in Ordnung, aber sonst hat das Fahrwerk eben sehr gut funktioniert.
Beste Mieten seit 2011:
Audi TT 2.0 TFSI quattro, Audi A6 2.0 TDI, Audi A6 3.0 TDI quattro, BMW 330d, 335d Coupé, 335ix, 430dx (GC), 530dx, 535dx, 640d Coupé, 740dx, 760Li, BMW Z4 35is, Jaguar F-Type Cabrio, VW Golf GTI

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Sonntag, 4. September 2016, 20:09

Sehr guter, prägnanter Bericht.

Vielen Dank! :60:

Auch ich kann mich der Meinung zum Fahrverhalten nur anschließen, sehr treffend beschrieben.
Gerade das ist, was den Reiz des ST ausmacht. Im Regen ist der Wagen wirklich absolut biestig, jedoch ist er in der Trockenheit für etwas erfahrenere Fahrer sehr gut zu kontrollieren. Klar, man muss wissen was man macht und eine starke Hand beweisen, aber unsicher habe ich mich nie gefühlt, der ST ist einfach ungleich spektakulärer und spaßiger zu fahren als ein GTI.

Ich hatte mal das Vergnügen auf leicht feuchter Strecke. Da kann man sich auch ohne elektronisches Fangnetz ziemlich weit herauswagen, aber dann schnappt das Biest doch irgendwann zu. Es folgt dann zuerst leichtes Untersteuern und ehe man sich besinnt, lupft das Heck heraus. Das braucht man starke Nerven. Ähnlich hat es sich schon beim Fiesta 1.0 Ecoboost (140 PS) verhalten, der ebenfalls deutlich anspruchsvoller zu fahren ist als ein VW Golf GTI oder Audi TT. Bei den Fahrzeugen aus dem VAG-Konzern kann man eigentlich nichts falsch machen - wenn es soweit ist, untersteuern sie unisono absolut sozialverträglich. Die Kölner andererseits verleiten zu viel Blödsinn...

Mit der Federung kann ich nicht ganz zustimmen, bei mir war sie extrem hart. So hart, dass ich den ST eigentlich für nahezu untauglich als Alltagswagen halte, außer wenn man ihn nur täglich 5-10 km fährt, und sonst nur auf der Landstraße um Spaß zu haben.
Eventuell war auch was bei meinem Exemplar nicht in Ordnung, aber sonst hat das Fahrwerk eben sehr gut funktioniert.

Bei der Beschreibung der Federung habe ich mich gewissermaßen auch schwer getan. Anfangs fand ich sie auch zu hart und das wäre für mich auch nichts für den Alltag. Andererseits geht es durchaus noch härter - und mit der Zeit fand ich es dann auch gar nicht mehr so hart. In erster Linie habe ich Hoppeln festgestellt, welches jedoch nicht gleich sämtliche Zahnfüllungen aus den Löchern puhlt. Aber das ist der Preis für die gute Straßenlage. Ich habe da z.B. eine Linkskurve in meiner Umgebung, in der praktisch jedes Fahrzeug stark wippt - beim Focus ST war das wirklich dezent. Letztlich konnte ich mich mit dem straffen Fahrwerk durchaus anfreunden. Noch mehr loben muss ich jedoch die ultradirekte Lenkung, die jeden Richtungswunsch schnell umsetzt. Die Mittellage ist dabei angenehm indirekt ausgelegt, so dass der Focus ST trotz allem nicht hektisch und nervös wirkt. Der hohe Grad an Rückmeldung ebbt erst bei glatter Fahrbahn ab - aber das ist ja fast überall so.

Damit man sich einen Eindruck vom Sound machen klang, hier ein Sound-Check im Stand:

https://youtu.be/7mUcnia3jaQ

Auf Soundspielereien hat man komplett verzichtet - crackeln, rotzen und ploppen macht er nicht. Dafür klingt der Motor ab 3000 U/min bei Volllast durchaus angenehm sonor, während man ihn andererseits auch angenehm ruhig bewegen kann. Ein spezieller Sportmodus oder eine Klappensteuerung ist nicht vorhanden. Ich finde, der Sound-Symposer macht einen ganz guten Job. Allgemein klingen die Ecoboost-Motoren im Focus meines Erachtens nicht übel.

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