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Uberto

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Montag, 8. Oktober 2012, 16:06

Jaguar XF 2.2D | Europcar München Flughafen



Farbe:
Indigio Blue metallic
EZ: 8/2012
km-Stand: 3.384km (Abgabe)
gefahrene Strecke: 731km
Nutzungsprofil: 20% Stadt / 40% BAB (150-200km/h) / 40% Überland
Verbrauch: 6,9l/100km (errechnet)
Leistung: 200PS
Drehmoment: 450Nm
Hubraum: 2,2l Turbodiesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung
0-100km/h: 8,5s
Vmax: 223km/h

LP (Testwagen): 56.440€

Ausstattung:
- zweifarbige Volllederausstattung
- Einparkhilfe vorn und hinten sowie Rückfahrkamera
- 7" Navigationssystem inkl. Bluetooth Freisprecheinrichtung
- 18" LMF Lyra
- elektrische Sitzverstellung inkl. Memory
- beheizte Windschutzscheibe
etc.


Karosserie / Innenraum:
Nach dem missglückten Erfolg von Jaguar in der Mittelklasse mit dem X-Type, versucht Jaguar sich nun nicht weiter zu verzetteln und überarbeitete erst kürzlich die kleinste Baureihe den XF gründlich. Der XF ist in der oberen Mittelklasse beheimatet und muss sich hier mit harter, deutscher Konkurrenz à la Audi A6, BMW 5er oder der Mercedes E-Klasse messen lassen.
Rein äußerlich wirkt der Jaguar sehr eigenständig mit einer schönen Mischung aus klassischen Jaguar Stilelementen wie etwa dem Chrom-Gitterkühlergrill und einer schön aggressiven Frontpartie mit böse dreinblickenden Scheinwerfern. Das Heck ist sehr bullig und weit hoch gezogen, während die Seitenlinie eine klassische Limousine mit stark abfallendem Dach zeigt. Der Innenraum gibt sich britisch edel mit beiger Lederausstattung und einem Mix aus Edelholz, Aluminium und Klavierlack. Alle Materialien fühlen sich sehr gut und hochwertig an, was dem Klassenstandard vollkommen entspricht.
Die Verarbeitung ist ebenfalls auf hohem Niveau, so gab es weder Klapper- noch Knistergeräusche und alle Spaltmaße waren bestens. Etwas gewöhnungsbedürftig war das braune Leder auf Lenkrad und Amaturenbrett, was jedoch jeder Kunde individuell anpassen kann.
Das vordere Gestühl ist angenehm bequem, bietet jedoch auf dem glatten Leder wenig Seitenhalt. Im Fond geht es angenehm luftig zu und auch erwachsene Mitfahrer haben ausreichend Beinfreiheit, was jedoch nicht immer auf die Kopffreiheit zu trifft. Wer über 1,8m ist stößt fast am Dachhimmel im Fond an, was ein bequemes Reisen merklich einschränkt. Der Kofferraum ist sehr tief und ausreichend groß für Reisegepäck, jedoch gilt es eine hohe Ladekante erst einmal zu überwinden.
Ein weiteres Jaguar-Merkmal im Innenraum ist das elektrisch ausfahrende Aluminium-Automatikwählrad. Insgesamt ist der Innenraum aufgeräumt und gibt keine Rätsel auf, ganz im Gegensatz zur Multimediaeinheit des Touchscreen-Monitors. Mittels des Monitors werden die meisten Funktionen bedient. Leider auch die Sitzheizung, was der Verkehrssicherheit nicht sonderlich dienlich ist, wenn der Fahrer diese bedienen will und wesentlich vom Verkehrsgeschehen abgelenkt ist. Ob dies für die Klientel über 60Jahren nicht vielleicht zu umständlich ist ... ?!
Das Display selbst ist angenehm groß und die Darstellung ist hochauflösend. Bei der Kartenansicht gibt es allerdings kaum Farbe und zudem ist der Prozessor des Systems arg langsam. So braucht es teilweise 4-5s ehe ein Befehl auch tatsächlich umgesetzt wird!
Die Koppelung des Telefons mit dem System klappt nach einer gewissen Zeit problemlos und die Sprachqualität der Freisprecheinrichtung ist sehr gut.




Motor / Getriebe:
Im XF 2.2D verrichtet ein 200PS leistender Dieselmotor seine Arbeit und steht so in starker Konkurrenz zu Audi A6 2.0TDI, BMW 520d oder dem Mercedes E220CDI. Auffällig beim Jaguar ist, dass er sehr ruhig läuft. Das Triebwerk gibt kaum wahrnehmbare Vibrationen ab und bleibt selbst nach dem Kaltstart akustisch im Hintergrund.
Besondere stärke dieses Triebwerks ist das ruhige dahin gleiten. Ein ausdrehen macht der Motor zwar, aber sonderlich kraftvoll ist er dabei leider nicht. Zudem weist der Motor ein extrem stark ausgeprägtes Turboloch auf, was zu einer heiklen Überraschung werden kann, wenn der Fahrer aus dem Stand flott vor einem entgegenkommenden Fahrzeug abbiegen will. Denn nach dem starken Tritt aufs Gaspedal passiert nämlich fast 2s rein gar nichts!! Erst dann legt der Motor verschlafen los und reißt dann ab 2.000U/min kraftvoll an. Unter 1.800U/min passiert einfach rein gar nichts und unter 1.500U/min läuft der Motor extrem dröhnend und vibrierend.
Richtig wohl fühlt sich der Motor im Drehzahlbereich von 1.800 - 3.500U/min. Hier bietet er ausreichend Kraft und läuft am angenehmsten. Über 3.500U/min bricht der Motor merklich leistungstechnisch ein und dreht dann zunehmend gequält aus.
Gekoppelt ist der Motor im XF an eine 8-Stufen Automatik, die leider nur im komfortablen Modus gut mit dem XF harmoniert. Sie schaltet sehr weich, aber eben auch mit einer gewissen Gemächlichkeit. Schnelle Reaktionszeiten sind ihr vollkommen fremd und frühzeitiges hochschalten beherrscht sie auch nicht so recht. So bleibt ein insgesamt unharmonisches Bild, welches mit der Konkurrenz in seiner Ausgefeiltheit nicht mithalten kann.
Der Verbrauch ist hier ebenfalls ein weiteres Indiz dafür, dass bei Motor und Getriebe noch Optimierungsbedarf besteht. Im gemischten Alltagsbetrieb verbrauchte der recht schwere XF ausreichend gute 6,9 l/100km, was jedoch knapp 1l über dem Wert der Konkurrenz liegt.



Fahreigenschaften:
Von einer Business-Limousine wie dem Jaguar XF wird natürlich ein sehr ausgewogenes und vor allem langstreckentaugliches Fahrwerk erwartet. Diese Erwartungen kann der XF voll und ganz erfüllen. Die Federelemente sprechen wunderbar sanft auf Bodenunebenheiten jeder Art an und halten unschöne Stöße von den Insassen fern. Erst mehrere aufeinander folgende, kurze Erschütterungen lassen die Vorderachse etwas zittern und bringen so eine Unruhe in den Fahrgastraum.
Auf der Autobahn ist der XF dann in seinem Element und begeistert hier mit wunderbarer Ruhe, perfektem Geradeauslauf und geringen Windgeräuschen. Selbst Querfugen in schnell durchfahrenen Autobahnkurven bringen das Fahrwerk nicht aus der Ruhe seines Seins.
Ist dem Fahrer mal nach einer Brise Sport und er lässt es forcierter auf der Landstraße angehen, so stellt sich auch hier der Brite der Aufgabe mit Bravour. Im Grenzbereich schiebt der XF sanft und mit deutlicher Ankündigung über die Vorderräder, was vom fein abgestimmten ESP auch schnell erkannt und gebannt wird. Die Lenkung des XF ist sehr leichtgängig, was in der Stadt und auf der Autobahn angenehm ist, bei sportlicher Fahrweise jedoch etwas an Rückmeldung vermissen lässt.



Fazit:
Mit dem XF ist Jaguar eine komfortable Reiselimousine gelungen, die äußerlich auffällt und zu begeistern weiß. Nur leider ist die Motor-Getriebe Kombination beim 2.2D nicht sonderlich ausgereift. So verbraucht der Motor einen guten Schluck zu viel Kraftstoff, die Automatik ist deutlich zu träge und der Motor besitzt ein nicht akzeptables Turboloch!
Im Vergleich zur etablierten, deutschen Konkurrenz sieht der Jaguar leider nicht so recht Land, aber für Individualisten ist er sicherlich eine Überlegung wert.

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Paddi

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Montag, 8. Oktober 2012, 16:11

Danke für den Bericht, aber hat der Jaguar nicht "nur" 190 PS? Oder hast du ihn chippen lassen??
Jemand hat mir mal gesagt, die Zeit würde uns wie ein Raubtier ein Leben lang verfolgen. Ich möchte viel lieber glauben, dass die Zeit unser Gefährte ist, der uns auf unserer Reise begleitet und uns daran erinnert, jeden Moment zu genießen, denn er wird nicht wiederkommen. Was wir hinterlassen ist nicht so wichtig wie die Art, wie wir gelebt haben. Denn letztlich [...] sind wir alle nur sterblich.”
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Uberto

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Montag, 8. Oktober 2012, 16:14

Hier noch ein paar hübsche Fotos zum XF







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Montag, 8. Oktober 2012, 16:15

Danke für den Bericht, aber hat der Jaguar nicht "nur" 190 PS? Oder hast du ihn chippen lassen??
Du wirst lachen, aber ich hatte auch 190PS im Kopf. Auf der Homepage stehn aber 200PS 8|
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Montag, 8. Oktober 2012, 17:02

Ich persönlich finde das Außendesign des Jaguar XF wirklich sehr frisch und ansprechend, aber Intuivität des Touch-Screens sieht wirklich anders aus, wenn man mal zu Ford guckt, sieht man den deutlichen Fortschritt des myFord Touch Systems, auf den ersten Blick ist alles Übersichtlich und wenn man dann Zeit und Lust hat, kann man z.B. bei der Klimasteuerung oder Audioeinstellung in untergeordneten Menüs wirklich alles bis ins Detail umstellen.

Zum Vergleich:



Ich dachte übrigens auch, der 2,2D hätte lediglich 190PS, aber anscheinend gibt es seit 10/2012 (lt. Wikipedia) einen überarbeiteten Motor mit 200PS.

Ansonsten bleibt auf alle Fälle zu sagen ein schöner Erfahrungsbericht und auf den Bildern hast du die "Must Sees" des Jaguars wie die Scheinwerfer und den Grill schön in Szene gesetzt. Die gefallen mir wirklich sehr gut :118: .

Uberto

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Montag, 8. Oktober 2012, 17:17

Also ich denke tatsächlich, dass der von mir gefahrene Motor "nur" 190PS hatte und scheinbar nun überarbeitet wurde. Somit sollte der Wagen zum MJ13 wohl 200PS haben. Ob auch das Drehmoment des Motors angehoben wurde, kann ich leider nicht ersehen aktuell.
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Montag, 8. Oktober 2012, 20:50

Die objektive herangehensweise, mit der du deine berichte schreibst, ist bewundernswert.
Wieder mal eine hervorragende Analyse

Mein eindruck vom XF 2.2D: sowohl die antriebtstechnik als auch bedienungselemente im Innenraum erscheinen nicht konsequent durchdacht, aber der XF macht einfach mehr her. Das Design aussen ist um um groessenordnungen eleganter und eindrucksvoller als das eines A6 oder das einer E-Klasse. Ausserdem fahren solche Autos alle paar Minuten vorbei, ein Jaguar ist was besonderes. Das Fahrzeug hat auch mit dem kleinen Diesel einen unheimlichen Charme, trotz seiner Kritikpunkt.
hallo

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