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Segler

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  • »Segler« ist der Autor dieses Themas

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Sonntag, 12. April 2015, 16:30

Nissan Qashqai | Europcar

Hallo! Nachdem ich nun schon zahlreiche Erfahrungsberichte gelesen habe, dachte ich mir, dass ich ja auch einmal einen beisteuern könnte.

Nissan Qashqai Tekna 1.2l DIG-T 85 kW (115 PS)

Vermieter: Europcar
Gebuchte Klasse: IDMR
Erhaltene Klasse: IFMR
Gefahrene Strecke: 1050 km
Nutzungsprofil: 80% Autobahn (teilweise Stau), 10% Landstraße, 10% Stadt
Verbrauch: 8 l/100km (errechnet)
Farbe: Dark Metallic Grey

Die Anmietung:

Ich miete bereits seit geraumer Zeit bei verschiedenen Anbietern, jedoch war dies meine erste Anmietung bei Europcar. Die Buchung auf der Internetseite erfolgte – wer hätte es gedacht ;-) – nach dem gleichen Schema, wie bei den anderen Vermietern. Bei der Abholung wurde mir mitgeteilt, dass es ein Upgrade gäbe. Statt eines erhofften Passat oder Mondeo gab es nun einen Nissan Qashqai. Ich wusste nicht so recht, ob ich mich freuen sollte, da diese rollenden Schrankwände aka „SUV“ nicht unbedingt dafür bekannt sind, sparsam mit Treibstoff umzugehen. Letztlich dachte ich mir aber: Egal, Versuch macht klug und nach kurzem Kartenroulette und der Unterschrift auf dem Mietvertrag wurde er auch schon vorgefahren. Insgesamt erschien mir der Anmietvorgang kühler und unpersönlicher als beispielsweise bei Sixt, wobei das natürlich auch einfach nur am RSA gelegen haben könnte. Nichtsdestotrotz war ich zufrieden.

Optik:

Die Wagen war in einem schlichten, wenig aufdringlichen Grauton gehalten, welcher dennoch schick wirkte und eine gewisse Eleganz mit sich brachte. Besonders im Vergleich zum Vorgänger fällt auf, dass Nissan hier großen Wert auf einen sportlichen Auftritt gelegt hat. Die Dachlinie wirkt flacher, die Scheinwerfer und das Tagfahrlicht schnittiger und das Fahrzeug insgesamt noch einmal „maskuliner“. Die Chromeinfassungen der Nebelscheinwerfer, die größere Spange um das Nissan-Logo und die abgedunkelten Seitenscheiben verstärkten diesen Eindruck noch. Insgesamt wirkte alles solide verarbeitet, wobei ich teilweise das Gefühl hatte, dass die einzelnen Spaltmaße nicht überall gleich waren.

Im Innenraum bot sich ein ähnliches Bild. Silberne Akzente und Klavierlack hier und da, Lederbestuhlung, Ambientebeleuchtung und ähnliches wirkten sehr angenehm und schafften eine Wohlfühlatmosphäre. Als merkwürdig empfand ich jedoch, dass die Verarbeitungsqualität der einzelnen Knöpfe untereinander doch sehr verschieden wirkte. Teilweise fassten sie sich sehr hochwertig an und hatten einen knackigen Druckpunkt, andere (wie z.B. die für die Sitzheizung) wirkten jedoch sehr billig und verleiteten dazu noch einmal visuell zu überprüfen, ob man sie auch wirklich ordentlich bedient hat. Sehr gut gefallen hat mir das große Panorama-Dach, wobei ich mich entweder einfach nur zu dumm angestellt habe oder es wirklich nicht möglich ist, es per Knopfdruck automatisch öffnen/schließen zu lassen. Ich musste die ganze Zeit den Finger auf dem Schalter lassen, was äußerst störend war.

Damit wären wir auch schon bei der Bedienung. Der Tempomat ließ sich am Lenkrad (de-) aktivieren, was soweit auch gut funktionierte. Der Touchscreen für Radio und Navigation ließ sich im Stand ebenso gut bedienen, während der Fahrt war es jedoch kaum möglich. Hier präferiere ich die Steuerung über einen Drehschalter wie bei Audi oder BMW oder über Spracheingaben, da ich meinen Blick ungern lange von der Straße abwende. Ansonsten war alles dort, wo man es vermutet und es gab keinen Anlass zur Kritik.

Das Fahrverhalten war gutmütig und meines Erachtens deutlich besser als in der A-Klasse, welche ich kürzlich bewegte (auch wenn die beiden kaum vergleichbar sind). Es saß sich sehr bequem und auch das Fahrwerk war komfortabel abgestimmt. Kurven wurden souverän genommen und die Bremsen konnten mich 2x stark von ihrer Qualität überzeugen. Leider hat die Leistung des Motors und das Getriebe den sonst sehr positiven Eindruck sehr geschmälert. Überholvorgänge verliefen schleppend langsam und in den Kasseler Bergen mühte sich der Motor bergauf – selbst beim runterschalten in den 5. Gang – damit ab, die Geschwindigkeit zu halten. Dies wäre noch zu verschmerzen gewesen, da ich ja dennoch gut vorangekommen bin. Die Krönung setzte dem ganzen jedoch das Getriebe auf, welches beim Anfahren im Stau plötzlich meinte, mich nicht mehr in den 1. oder 2. Gang schalten zu lassen. Erst nach mehreren Versuchen und wiederholtem durchtreten der Kupplung klappte es wieder und ich konnte losfahren. Der Schreck hier saß tief und ich war froh, dass dies bei der gesamten Anmietung nur ein einziges Mal vorgekommen ist. Nach einer kurzen Recherche im Internet stellte ich fest, dass das eine bekannte Krankheit des Qashqais zu sein scheint. Traurig, wird so doch das gesamte Fahrzeug abgewertet.

Sonstiges:

Gut gefallen haben mir die (LED)-Scheinwerfer. Insbesondere durch die sehr hohe Farbtemperatur hatte ich den Eindruck, nicht so schnell zu ermüden. Auch der schlüssellose Zugang sagte mir sehr zu und entsprach doch eher dem, was ich aus Oberklassefahrzeugen kannte. Beim Einparken waren die 4 Kameras inklusive Vogelperspektive wirklich hilfreich. Der Einparkassistent hat leider nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe. Hier stand ich oftmals viel zu weit vom Bordstein entfernt und musste dann am Ende doch wieder herausfahren und manuell einparken. Der Totwinkelassistent arbeitete tadellos, der Spurverlassenswarner ebenso. Letzterer war in Baustellen jedoch ab und zu überfordert und machte hier recht häufig auf sich aufmerksam. Den Notbremsassistenten musste ich glücklicherweise nicht ausprobieren, wobei dieser bei zu schneller Annäherung an den Vordermann auch vorbildlich warnte. Der Kofferraum war etwas sehr klein und reicht meiner Meinung nach nur für eine Urlaubsreise mit 2 Personen und durchschnittlichem Gepäck. Da es mit dieser Generation keinen Qashqai+2 mehr gibt, sollten Familien doch eher zu einer größeren Klasse oder gleich zu einem Kombi greifen. Ach ja, eins noch: Es wird aber wohl Nissans Geheimnis bleiben, warum nur der Fahrersitz elektrisch einstellbar ist, der Beifahrersitz hingegen nicht...

Fazit: Fazit: Ein schönes Fahrzeug, welches ich so jederzeit wieder mitnehmen würde und für welches ich eine absolute Mietempfehlung aussprechen kann, wenn nicht allzu viel Gepäck mitgenommen werden soll. Der Verbrauch war – entgegen meiner Vermutung – wirklich gut und viele kleine Details wissen zu überzeugen und bieten Komfort, den ich von Nissan und generell von einem solchen Fahrzeug nicht erwartet hätte. :118:

Nun natürlich noch ein paar Bilder, damit ihr euch selbst einen Eindruck verschaffen könnt. Ich habe leider etwas wenig Innenraumaufnahmen gemacht, aber das wichtigste sollte ja sichtbar sein.


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Sonntag, 12. April 2015, 19:53

So grausig den Qashqai (JEDES Mal musss ich die Schreibweise googeln) anfangs fand, er gefällt mir immer besser.
Gerade mit dem Facelift. Würde ich einem Tiguan wohl vorziehen.
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Sonntag, 12. April 2015, 20:00

Ich hatte ja den alten Quatschkopf schon. Bis auf den Verbrauch und den Knöpfewust des veraltete Infotainments, war ich - abgesehen vom äußeren - schon von dem überrascht.

Da die neuen Motoren deutlich sparsamer geworden sein sollen, das Design von außen sich mMn sehr zum positiven geändert hat und auch der Innenraum deutlich hochwertiger geworden sein scheint würde ich mich freuen diesen mal wieder zu fahren.

Zumal der alte ja bei den orangenen als non-Allrad in CDMR lief und da mMn eine gute Alternative ist.
:209: Wer am Fahren keinen Spaß hat, der sollte es lieber bleiben lassen :D :203:

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Sonntag, 12. April 2015, 22:02

*verschoben
detzi
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Sonntag, 12. April 2015, 22:18

Danke für den Bericht. Den Quatschkopp bin ich vor ziemlich genau 2 Jahren auchmal gefahren (Mit UpgradeVoucher) und habe es nicht bereut. Ein vollkommen emotionsloses, aber gutes, ausreichendes Auto. Quasi der Golf unter den Compakt SUVs. :122:
War damals noch der 130PS Diesel.
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:202: :203: :208: :205:

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