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Sonntag, 3. April 2016, 18:28

Opel Insignia Sports Tourer | 1.6 CDTI ecoFLEX, Europcar Dresden City

Der Opel Insignia oder wie ich merkte, wie schnell die Zeit vergeht

Als ich das erste Mal den Fernsehspot für das neue Opel Modell den Insignia sah, fand ich das Auto recht aufregend. Zur Erinnerung:

.

Opel brachte den Nachfolger des Vectra C bzw. des Signums im Jahre 2008 mitten in der großen Krise heraus und ich hatte das Gefühl, dass sie damit endlich mal wieder ein Modell auf den Markt werfen, was etwas innovativer wirkt. Daher hatte ich schon länger den Wunsch mal einen Insignia zu fahren und zu testen, wie sich Opel mittlerweile so in der Mittelklasse macht.

Die Gelegenheit ergab sich zu Ostern, als ich mein kostenloses Privilegewochenende gebucht hatte. Geben sollte es einen Astra und auf Nachfrage wurde mir ein Insignia Sports Tourer gegen einen geringen Aufpreis angeboten. Da es sich obendrein noch um einen Diesel handelte, sagte ich spontan ja.

Die Übergabe erfolgte wie ich es von Europcar mittlerweile gewohnt bin persönlich durch den RSA, der zuvor fix den Vertrag zurecht gemacht hatte. An der Station DD City (eine 24 h Station) war ich erstmals, der Parkplatz befindet sich direkt vor der Station, er war recht gut gefüllt, FWMR in Form von zwei Audi A4 (einmal neu, einmal alt) war allerdings die höchste Klasse die vertreten war (zumindest soweit ich das überblicken konnte).

Der Opel Insignia reihte sich dazwischen ein - da stand er dann also vor mir, das 2013 überarbeitete Modell:



Die Front ist mit der großen breit gezogenen Zierleiste ausgehend vom Opelblitz immer noch in gewisser Weise imposant, aber wenn man sich den Wagen genauer anschaut, wirkt er mittlerweile doch etwas altbacken.





Die nackten Daten sagten folgendes:

Modell: Opel Insignia Sports Tourer
Motor: 1.6 CDTI ecoFLEX
Getriebe: manuell
Nennleistung: 100 kw (136 PS)
Erstzulassung: 13.10.15
Laufleistung: 23.021 km
Reifen: M+S bis 210 km/h
Vorschäden: einige Kratzer (insbesondere am Heck) und eine Art Brandfleck oder ähnliches im Fußraum vorn auf der Fahrerseite ?!

Setzt man sich dann ins Auto, bietet sich einem folgendes Bild:







In Textform: Das äußere Bild setzt sich im Inneren fort. Es ist absolut aufgeräumt, übersichtlich und die Bedienbarkeit ist klar. Die Bedienung des Navis bzw. des Mediasystems erfolgt hauptsächlich via Touchscreen. In dem Modell war ein sehr großer Screen verbaut, insbesondere wenn man bedenkt, dass die letzte Modellpflege 2013 war. Dieser lies sich auch gut ablesen. Beim Navi hatten wir einmal etwas Probleme in der Menüführung, aber im großen und ganzen lies es sich gut bedienen und rechnete recht flott. Ich bin trotzdem der Meinung, dass die Bedienung über Touchscreen nicht unbedingt das Wahre ist. Ich finde sie wie sie bei z.B. bei Audi und BMW praktiziert wird einfach besser und auch sicherer. Mal abgesehen davon, dass man dann nicht ständig Fingerabdrücke wegwischen muss.

Das mit den Fingerabdrücken setzt sich bei der Temperaturregelung fort:



Mal abgesehen davon, dass ich eine Weile brauchte um herauszufinden, dass man länger drücken muss, damit sich etwas verstellt, ist der Bereich sehr schnell ebenfalls voller unschöner Abdrücke. Klar sieht es ganz schick aus, aber unpraktisch ist es aus meiner Sicht trotzdem.
Der Rest der Mittelkonsole ist irgendwie - mir fällt erneut kein andere Wort ein: altbacken. Wie gesagt - aufgeräumt, große Knöpfe, aber diese komische leicht gummierte Plastikoberfläche ist nicht meins. Es ist bei allen Opelmodellen, die ich bisher gefahren, bzw. bei denen ich mitgefahren bin so. Es wirkt auf mich irgendwie nicht wertig, obwohl ich an der Verarbeitung grundsätzlich nix auszusetzen hatte. Genauso ist es am Multifunktionslenkrad. Der Druckpunkt bei allen Tasten war in Ordnung, man hat intuitiv die Bedienung der einzelnen Elemente durchschaut, aber irgendwie kam bei mir bei den Tasten keine Freude auf. Wie gesagt - alles gut verarbeitet und gut zu bedienen, aber der Funke sprang einfach nicht über. Schick hingegen wirkte auf mich das Design des unteren Teils der Mittelkonsole:



Diese Farbgestaltung zog sich dann als Linie von den vorderen Türen quer durchs Cockpit und wusste mir damit zu gefallen:



Einmal gestartet, kam der Insignia gut vom Fleck. Also zumindest für einen 1.6 l Motor mit lediglich 136 PS. Warum Opel seine Kombis allerdings Sports Tourer nennt, erschließt sich zumindest nach einer Fahrt mit diesem Fahrzeug nicht. Aber er beschleunigt gut, Dieseltypisch erst im etwas höheren Drehzahlbereich und selbst die 200 km/h sind erstaunlich schnell erreicht. So schnell bin ich aber kaum damit gefahren, schon des Verbrauchs wegen, aber die Fahrt von Dresden nach Naumburg verlief zügig und sehr angenehm. Auf der Autobahn sind wir meist um die 160/170 gefahren, dabei war das Innengeräusch auch angenehm, das Fahrzeug lag gut auf der Straße.

An diese Stelle kurz etwas zur Ausstattung. Die war relativ umfangreich für ein Mittelklassemodell, welches wie gesagt aus dem Jahr 2013 stammt. Totwinkelwarner auf beiden Seiten (funktionierten i.d.R. ganz gut), Rückfahrkamera (funktionierte sehr gut), Tempomat (ich habe ACC vermisst), Parkpiepser von allen möglichen Seiten, ich meine Sportsitze, jedenfalls mit sehr gutem Seitenhalt, obwohl ich mir vorstellen kann, dass eine etwas kräftigere Person als ich (1,80 m; 79 kg) die Sitze als zu schmal empfinden könnte. Aber Apropos Parkpiepser. Das war das nervigste, was ich jemals in diesem Bereich erlebt habe. Stand man in einer normalen Parklücke, egal ob nebeneinander beim Supermarkt oder hintereinander wie vor der Haustür ging ein so lauter und penetranter Alarm los sobald man den Motor startete, dass mein erster Griff immer zum Knopf war, der das Grauen ausschaltete. Der Piepser sprang sogar schon an, wenn ich langsam bei uns aus der Straße heraus fuhr, die sehr schmal ist, wenn auf beiden Seiten geparkt wird, obwohl vor mir und hinter mir nichts war und er sich nur am Seitenabstand störte. Hier hätte ich mir ein dezenteres Geräusch gewünscht, evtl. so wie das das Gurtwarners, ich war jedenfalls manchmal recht aggressiv deshalb.

Wie gesagt, verlief die Fahrt auf der Autobahn und auch auf der Landstraße sehr angenehm, da das Fahrgeräusch sehr niedrig war und der Wagen gut in den Kurven lag. Einmal angekommen, lies sich das Fahrzeug dann dank der Rückfahrkamera auch in schmale Lücken gut einparken. Was etwas störte war die elektronische Handbremse. Ich hätte mir hier einen Knopf gewünscht, in welchem auch ein kleines Lämpchen verbaut ist und mir daher eine Rückmeldung gibt, ob die Handbremse aktiviert bin - vielleicht bin ich aber auch zu oft Passat gefahren zuletzt. So musste man warten, bis Die Rückmeldung auf dem Infodisplay hinter dem Lenkrad erschien.

Dort konnte man sich außerdem einige weitere Infos anzeigen lassen:











Während der Fahrt übermittelt außerdem auch das Navi aktuelle Anweisungen auf dieses Display, wie man das auch von anderen Herstellern kennt.

Insgesamt habe ich das Fahrzeug knapp 430 km bewegt. Zusammenfassend kann man sagen, dass es eine angenehme Fahrt war - absolut, aber wie schon gesagt, der Funke sprang auf mich nicht über. Das Konzept überzeugt mich einfach nicht. Zum einen einigermaßen schick anmutende Elemente, dann aber wieder dieses komische Plastikgemisch. Zum hinteren Teil des Fahrzeugs ist außerdem noch zu sagen, dass die Beinfreiheit für die Größe des Fahrzeugs erstaunlich gering ist



und die Heckklappe sich nur sehr schwer zuziehen lässt, wenn man nicht von außen an die Klappe fassen möchte, was ja aus Schmutzgründen nicht immer so angenehm ist. Etwas ausgeglichen wurde das durch des elektronisch gesteuerte "festzurren" sobald genug Kontakt da war. Trotzdem stelle ich mir das für ältere oder schwächere Personen eher unangenehm vor.

Vielleicht ist Opel auch einfach nicht meine Marke oder vielleicht ist dieser Insignia auch auf eine andere Zielgruppe ausgerichtet. Bezeichnend war, wie ich während des österlichen Grillens im Familienkreis zwei Rentner, die sich unbeobachtet fühlten, beobachtete, die um den kompletten Wagen (der vor der Einfahrt stand) schlichen und genau begutachteten. Gut möglich, dass das Fahrzeug für diese Generation gedacht ist, gerade die großen, klar beschrifteten Knöpfe sprechen zumindest dafür - ich hingegen freu mich hier drauf:



Abschließend noch ein paar Eindrücke vom Naumburger Dom - ein wirklich empfehlenswertes Ausflugsziel, wenn man sich für solche Baudenkmale interessiert, bei welchen der Wandel zwischen zwei Zeitaltern (hier Spätromantik zur Frühgotik) am realen Beispiel zu erleben ist. Die Darstellung des Leidensweges Jesus' war dann außerdem noch ganz "passend" zur Osterzeit ;) :
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Sonntag, 3. April 2016, 21:07

Danke für den Bericht.

Ich durfte neulich die etwas stärker motorisierte Variante fahren (2.0 CDTI).

Den Innenraum und die Bedienung habe ich für mich insgesamt als 'angenehm unauffällig' verbucht, bis auf die total unnützen Touch-Felder für die Temperatur-Regelung - das sollte man mit 'echten' Tasten oder zur Not über den normalen Touchscreen lösen. In der vorhandenen Form hat das immer Aufmerksamkeit geklaut, weil man nie sicher war ob/wann das System die Berührung in eine Änderung umgesetzt hat.

Die Heckklappe ist ziemlich unförmig und schwer mit diesen (wohl dem Design geschuldeten) Ausläufern auf der Seite. Das elektrische Verschließen bei 'Klappe fast unten' sieht für mich wie eine Notlösung aus.

Mit der Zielgruppe könntest Du Recht haben - dazu würde auch die überfürsorgliche Versorgung mit Informationen im Display passen. Ich sage nur 'Regensensor aktiv'...

Die Federung war mir teilweise deutlich zu weich - starkes Nachwippen bin ich eigentlich nur bei Ami-Kisten gewohnt.

Ansonsten stimme ich Dir den den meisten Punkten zu - vor allem bei den Parkpiepsern ;)

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Dienstag, 5. April 2016, 00:10

Was ich noch vergessen hatte - Sitz- und Lenkradheizung waren ebenfalls verbaut.
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Mittwoch, 6. April 2016, 19:25

Sports Tourer heisst ja nicht, dass das Auto sportlich ist, sondern lediglich, dass man nicht wirklich einen Kombi erwarten sollte :P
Dies ist nicht das Forum, wo man kostenlos Hinweise erhält, wie man kostenlos ECMR an jeder beliebigen Station bucht und ohne Aufpreis XDAR erhält.

Sachdienliche Hinweise, wo es dieses Forum gibt, dürfen jederzeit hier gepostet werden.

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Mittwoch, 6. April 2016, 19:44

Danke für den Bericht.

Den Innenraum und die Bedienung habe ich für mich insgesamt als 'angenehm unauffällig' verbucht, bis auf die total unnützen Touch-Felder für die Temperatur-Regelung - das sollte man mit 'echten' Tasten oder zur Not über den normalen Touchscreen lösen. In der vorhandenen Form hat das immer Aufmerksamkeit geklaut, weil man nie sicher war ob/wann das System die Berührung in eine Änderung umgesetzt hat.

Ansonsten stimme ich Dir den den meisten Punkten zu - vor allem bei den Parkpiepsern ;)


Diese zwei Punkte hatten mich vor wenigen Wochen auch bald in den Wahnsinn getrieben. Ob die Ingenieure die Temperaturregelung jemals selbst im Echtbetrieb genutzt haben?
Hat nun auch ein schwarzes Kärtchen - Privilege Elite VIP. Das Ende der Welt kann jetzt kommen :106:

J.S.

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Mittwoch, 6. April 2016, 21:41

Diese zwei Punkte hatten mich vor wenigen Wochen auch bald in den Wahnsinn getrieben. Ob die Ingenieure die Temperaturregelung jemals selbst im Echtbetrieb genutzt haben?
Nix Ingenieure, die Designer sind da die Übeltäter! :cursing:

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Donnerstag, 7. April 2016, 20:14

Obwohl ich ja manchmal eher traurig darüber bin, wieviel eine Studie oft einbüßt, wenn die Ingenieure erst mal am Werk waren, aber hier wäre ein kritischer Einwand hilfreich gewesen. Das ist tatächlich nicht auf Praxistauglichkeit geprüft worden. Ich habe es auch bisher in keinem anderen Opel gesehen und denke auch, dass das nicht im neuen Insignia sein wird.

Und der Parkpiepser wäre für mich ein Ausschlusskriterium bei einer Kaufentscheidung gewesen. Bin noch nie auf Grund eines Assistenten in einem Auto so aggressiv geworden.
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