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Brumm

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Mittwoch, 1. Juni 2016, 00:50

VW Golf VII GTI Clubsport | Europcar Frankfurt Flughafen

Fahrzeug: VW Golf VII GTI Clubsport
Klasse: DSAV
Gefahrene Kilometer: 1300 km
Leistungsdaten: 4 Zylinder Turbo mit 195 KW/265 PS und 213 kW/290 PS im Overboost
Getriebe: Automatik, DSG 6-Gang mit Launch-Control
Reifen: Sommerreifen, Pirelli Pzero - 225/35 R 19
Fahrleistungen:
0–100 km/h: 5,9 Sek
0–200 km/h: 21,9 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 256 km/h (GPS 250 km/h)
Verbrauch: 12 Liter (Unter Volllast 16–20 Liter), Super Plus 98 (min. 95)



Anmietung
Ursprünglich hatte ich bereits ein Fahrzeug gemietet, das nach 2 Tagen aber Probleme mit dem Motor hatte und ich am Flughafen Frankfurt tauschen musste. Vor Ort angekommen wurden mir 2 Fahrzeuge angeboten, ein Audi Q7 und ein Golf GTI. Da mich keines der beiden Fahrzeuge ansprach, SUVs aber nicht mein Fall sind, entschied ich mich für den GTI.

Erster Eindruck
Am Fahrzeug angekommen viel mir auf, dass dies kein normaler GTI ist, sondern ein Clubsport! Die Optik ist für einen Golf imposant, große Felgen, Spoiler vorne und hinten, schwarzes Dach und verchromte Endrohre.
Innen geht es so weiter, enge Recaro Halbschalen-Sitze und ein abgeflachtes Alcantara Lenkrad mit Positionsanzeige, sollen das Clubsport Image auch optisch vermitteln. Mit der weißen Außenfarbe sind die schwarzen Spoilerelemente auffälliger, dezenter wirkt der Wagen in schwarz. Nachdem man Platz genommen hat ist der erste Reflex den Sitz niedriger zu stellen, da man gefühlt viel zu hoch sitzt, was sich nicht sehr sportlich anfühlt. Leider merkt man dann das der Sitz schon ganz unten ist, das ist schade.

Also dann den Motor gestartet und das DSG auf D gestellt, ein manuelles Schaltgetriebe hätte mir besser gefallen, aber mit DSG kann man bei Kurvenfahrten wenigstens beide Hände am Lenkrad lassen. Erstmal ganz entspannt losfahren und den Motor auf Betriebstemperatur bringen. Fährt man normal fährt er sich wie ein normaler Golf. Nachdem der Motor warm war habe ich einfach mal Vollgas gegeben und ab da wusste ich das es ist kein normaler Golf. :)
Die Räder kann man bis zum 3. Gang zum Durchdrehen bringen, der Motor hängt für einen Turbo sehr gut am Gas und der Sound klingt nicht künstlich und macht richtig Laune. Und was macht das Fahrwerk? Schnell in die nächste Kurve rein und auch hier eine positive Überraschung, der Wagen wankt nicht, bleibt neutral und vermittelt das der Grenzbereich noch weit entfernt ist. Ich war sehr positiv überrascht und hätte nicht gedacht, das ich mal einen Golf mit so hohem Spaßfaktor fahren würde. Nett, was die Jungs von VW da auf die Beine gestellt haben.

Ausstattung
Der Wagen fühlt sich von der Ausstattung her sehr komplett an. Großes Navi, Schiebedach, ACC, Rückfahrkamera, Soundsystem, Xenon sind so die wichtigsten Features die mir aufgefallen sind, ich habe nichts vermisst.
Als Performance Extras hat er die Halbschalen-Sitze, die nur leider zu hoch sind, dafür aber sehr eng und in Kurven einen sehr guten Halt bieten. Dazu kommt noch die Adaptive Fahrwerksregelung DCC, inklusive Tieferlegung um 15 mm und sportlicher Fahrwerksabstimmung. Leider sind nicht die Michelin Cup 2 Semis drauf, was bei einem Mietwagen auch verständlich ist, da der Grip im Nassen nicht optimal ist. Man hat auch die Möglichkeit den Fahrmodus von Eco bis Sport zu wechseln, kann aber auch ein komplett individuelles Programm erstellen.

Motor
Der Motor ist ein alter Bekannter aus dem VAG Konzern, der EA888 der auch im Golf R, S3 und SEAT Leon Cupra zum Einsatz kommt. Allerdings leistet er im Clubsport nur 265 PS, per Overboost ab dem 3. Gang, 290 PS für 10 Sekunden, wenn man das Kick-down nutzt. Er hat aber schon mit den 265 PS Traktionsprobleme wenn man aus dem Stand beschleunigt.
Im Sportmodus hängt er bissig am Gas und hat schon ab 2500 u/min Kraft und zieht hoch bis 6500 u/min.
Dank des Soundmoduls hört es sich gut an und wirkt nicht künstlich. Den Sound kann man im Fahrmodus in 3 Stufen von leise, mittel bis laut anpassen. Schaltet man unter Volllast gibt es das typische Ploppen und nach längeren Fahrten, wenn der Aufpuff heiß ist, kommt ein leises aber wahrnehmbares Blubbern es aus dem Auspuff.

Getriebe
Das DSG ist aus meiner Sicht nicht die passende Wahl für den Clubsport.
Es ist unter Teilast langsam, schaltet im manuellen Modus vor dem Begrenzer automatisch hoch. Das kann das DCT im A45 AMG besser. Der Hauptkritikpunkt beim DSG entsteht aber durch die Overboost-Funktion. Möchte man den Overboost nutzen muss man das Kick-down aktivieren. Ist man nun im manuellen Schaltmodus und möchte im gewählten Gang bleiben, dann schaltet das DSG trotzdem die Gänge zurück. Das mag auf der Autobahn noch akzeptabel sein, aber wenn dies in einer engen Kurve auf der Landstraße geschieht, aus der man gerade beschleunigt, muss man das Gas wieder neu dosieren. Das ist unpraktisch und kostet Zeit und so verzichtet man lieber auf die zusätzliche Leistung. Daher würde ich ein manuelles Getriebe dem DSG vorziehen.

Fahrverhalten
Wie auch die anderen GTI Modelle ist der Clubsport ein Fronttriebler. Mit ca. 1,4 Tonnen fühlt es sich auf kurvigen Straßen leicht und agil an. Er hat wie der GTI Performance ein Sperrdifferential das beim Clubsport nochmal weiterentwickelt wurde. Dieses Differential ist einer der Hauptfaktoren für den Fahrpass. In Kurven sorgt es dafür das beim Beschleunigen das kurvenäußere Rad mehr Schlupf bekommt und den Wagen in der Spur hält. So kann man nicht nur in Kurven leicht auf dem Gas bleiben, man kann auch früher Beschleunigen ohne das der Wagen Traktion verliert oder untersteuert.
In Kombination mit dem Fahrwerk das im Sport-Modus ein Go-Kart-Feeling vermittelt, sind für einen Golf sehr hohe Kurven Geschwindigkeiten möglich. Allerdings ist das DCC im Sport-Modus für normalen Straßen zu hart. Ich hatte hier den Sportmodus als Basis genommen und dann das DCC auf Comfort gestellt. Aber selbst dann neigt der Wagen noch dazu in schnellen unebenen Autobahnkurven zu versetzten. Ein besonderes Feature des Clubsport ist die Aerodynamik, die vorne und hinten Abtrieb erzeugt. Ab 120 km/h verbessert sich dadurch in Kurven und beim Anbremsen das Fahrverhalten.
Man merkt das bei längeren Autobahnkurven die sich auch bei Geschwindigkeiten von über 200 km/h entspannt fahren lassen.

Fahrleistungen
Subjektiv reichen die Fahrleistungen völlig aus, auch wenn es nicht für unter 5 Sekunden von 0 auf 100 reicht.
Auf der Landstraße hat man nicht das Gefühl zu wenig Leistung zu haben. Fährt man auf der Autobahn sieht die Sache anders aus. Hier kann er nicht ganz so überzeugen. Ab 200 km/h wird es zäh und auf gerader Strecke kann er nicht die Höchstgeschwindigkeit erreichen. Maximal sind laut Tacho 246 km/h drin. Bergab kann man den Begrenzer erreichen und wird dann bei Tacho 256 km/h abgeregelt. Ich hätte den Wagen gerne auf einem Prüfstand gemessen, da ich vermute das er die angegebene Leistung nicht erreicht. Auch die Zusatz-PS waren nicht wirklich fühlbar, haben aber dem Spaß keinen Abbruch getan. Die Bremse packt sehr gut zu und hat nach mehreren harten Bremsmanövern keinerlei Fading gezeigt oder sich durch ein weiches Pedal bemerkbar gemacht.

Fazit
Er überzeugt in Kombination mit Motor, Sound und Fahrwerk und ist eine echte Fahrmaschine und spielt dabei in einer Liga mit dem Renault Megane RS. Wenn er doch nur die optionalen Semis hätte. Wirklich beeindruckend was VW da auf die Beine gestellt hat. Wo er sich nicht so gut schlägt ist die Autobahn. Dort fühlt er sich nicht so souverän an und ist zu hart. Mit dem Clubsport S sieht es von der Leistung dann vielleicht besser aus, aber ein A45 AMG ist für die Autobahn die bessere Wahl.

Wer gerne einen sportlichen Kompaktwagen auf der Landstraße fährt und Querdynamik vor Längsdynamik bevorzugt, hat mit dem Clubsport viel Spaß. :thumbsup:


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