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Purzel89

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Montag, 16. Januar 2017, 11:03

Fiat 500X 120D Allrad | Europcar Rouen (Frankreich)

Allgemeine Information:


Vom 13.-15.01.2017 war ich bei der Handball-WM der Männer in Frankreich. In dieser Zeit fuhr ich einen Mietwagen von Europcar.



Alle Bilder entstanden in Viervilles-Sur-Mer, besser bekannt als "Omaha Beach" (Militärcode), wo 1944 die Allierten in Europa ihre Operation Overlord gestartet haben.

Das Fahrzeug:



Der Fiat 500X ist ein Zwerg, der gerne groß sein möchte. Er teilt sich die Basis mit dem Jeep Renegade und trägt damit Jeep-Gene. Aber ob er auch den Namen Jeep mit Würde hätte tragen dürfen? Das kann ich nicht beantworten, da ich das Auto nur "Onroad" bewegt habe. Jedenfalls ist die Allradversion hierbei am massiven Unterfahrschutz zu erkennen. Ziemlich störend ist die hohe Fahrzeugfront, wegen derer man die Länge nur schwer abschätzen kann. Immerhin hat der Wagen eine Einparkhilfe für hinten. Tatsächlich ist das Auto aber hinten besser einzuschätzen als vorne. Warum gibt es die Hilfe nur hinten? Hat Fiat im wahrsten Sinne am falschen Ende gespart?





Anfangs erscheint einem der Wagen sehr breit, aber dieser Eindruck geht nach einiger Zeit verloren. Allgemein ist die Eingewöhnungsphase rasch vorbei. Die erhöhte Sitzposition und die bequemen Sitze geben einem den Wohlfühlkick den man wohl braucht wenn bei +8 Grad Orkan Egon um die Ohren bläst. Nur könnte die Bedienung der Klimaautomatik gerne etwas einfacher sein. Es gibt kein lauwarm, nur heiß oder kalt aus dem Gebläse. Ansonsten hilft Abschalten. Aber das kann die Klimaanlage meines Autos genauso gut. Da geht mir der Sinn hinter dem Wort "Automatik" verloren. Vielleicht melde ich mich mal beim Fundbüro in Turin. Eventuell hat der Vormieter dieses "Automatik"-Ding sogar bei Europcar abgegeben.





Die Abholung


Nach kurzer Abklärung, ob man die Zusatzversicherungen haben will (2x ein flottes französisches "non" aus deutschem Munde) war das Thema schnell vorbei. Entweder war ich so angsteinflößend direkt mit meinen Antworten oder der Vermieter hatte keine Lust auf meinen dahin gebrabbelten Französisch-Englisch Mix und wollte mich schnell los werden. Da meine eigene Navihalterung abgebrochen war, fragte ich noch, ob ich ein Navi bekommen könnte (oder gar ein Auto mit eingebautem Navi!). Diese Chance auf mehr Einnahmen in den Kassen der Grünen ließ der Mann am Schalter jedoch nonchalant aus.

Das Fahren


Fahren in Frankreich ist gewöhnungsbedürftig und deshalb verliere ich auch darüber nicht so viele Worte. "Parken" ist Kontaktsport aber trotzdem wollte ich dies vermeiden und hielt mich dezent zurück. Ebenso irritierend zugleich waren die extra breiten zweispurigen Busstraßen, die so manchen Autofahrer zum Schwitzen brachten. In der Innenstadt von Rouen habe ich sogar einen Unfall beobachtet. Ein Renault war in einer reinen Busspur und außerdem auch noch auf der falschen Seite unterwegs. Nachdem der Bus mit einem Straßenbahnbimmeln auf sein Privileg aufmerksam machte, fuhr der Renault zur Seite. Danach folgte ein langgezogenes Kreischen und der Bus riss die komplette hintere Stoßstange des Renault ab. Die Busfahrer sind da nicht zimperlich und so einige Busse trugen bereits Kampfspuren.






Aber was hat der Fiat nun selbst fahrerisch zu bieten? Sogar sehr viel und das ist erstaunlich. Zuerst einmal die obligatorische Fahrmodiauswahl eines typischen Geländewagen. Jaja, der Italiener will wirklich unter Beweis stellen, dass er ein echtes Offroadtalent ist. Es gibt die Modi Auto (automatisch), Sport und Traction. Während Auto ziemlich automatisch sagt wo es lang geht, verlangt der Wagen im Sportmodus per Anzeige, die Gänge voll auszufahren. Tatsächlich hat der Wagen eine Anzeige mit Schaltempfehlungen im Display. Ob es nun wirklich am Sportmodi lag weiß ich nicht aber das Gaspedal ließ sich bei Autobahngeschwindigkeit gut dosieren und man konnte auch ohne Tempomat eine gleichmäßige Geschwindigkeit fahren. Falls man dennoch das Gefühl hat, ein Tempomat wird gebracht, lässt sich dieser ebenso zuschalten.

Der Automodus ist jedoch überraschend gut versteckt. Auf dem Konsolenknopf ist das Symbol genau in der Mitte. Da ich im Traction-Modus bin, muss ich einmal nach links drehen. - Aber weit gefehlt, dann landet man wieder im Sportmodus. Vielleicht drücken? Ne, auch nicht. Beinahe wollte ich das Handbuch-Orakel befragen aber das hätte dann Punktabzüge in der Haltungsnote gegeben. Nach einer gefühlten Ewigkeit dann endlich die Lösung: Schalter nach links drehen und in dieser Position ein paar Sekunden festhalten.

In den Sportmodus findet man komfortabel hinein und will eigentlich gar nicht mehr hinaus. Die Beschleunigung des Wagens ist rasant, beinahe sportlich. Für einen kurzen Moment vergaß ich, ob ich nun in einem Ferrari oder einem Fiat 500 saß. Im Sportmodus wird man mit viel italienischer Amore von den Sitzen geschmust, während die G-Kräfte einen ins Gestühl pressen. Fast als will das Auto sagen: "Ich hab dich lieb und deshalb halte ich dich fest, damit dir nichts passiert."

Traction ist hier das genaue Gegenteil. Hier kommt die Schnelligkeit nicht im Gaspedal sondern im Schalten, weil man früher hoch und runter schaltet. Jetzt treiben definitiv vier Räder das Biest nach vorne und spätestens jetzt will ich wissen, ob ich nicht doch in einem Jeep Renegade mit Ferrari Motor sitze. Also sportlich sind beide Modi, aber den höheren Fahrspaß bekommt man trotzdem im Sportmodus. Einfach weil das Auto mehr Rückmeldung über die Straße gibt.

Apropos Rückmeldung und Straße: Leider brutal nervig war die wiederholte Falschmeldung über Glatteis auf der Straße. Niedrige Temperaturen und ein bisschen Pfützenbildung auf der Straße quittiert der kleine Große schon mit Schneeflocken und "danger de glace". Da vertraue ich doch lieber auf die altbewährte Methode: In einer abgelegenen leeren Straße mal eine Vollbremsung machen und schauen wie das Auto reagiert.

Fazit:


Fahrspaß: 5 von 5 Punkten
Praktikabilität: 4 von 5 Punkten
Technik: 3 von 5 Punkten (die Abzüge gibt es hier wegen der fehlerhaften Glatteismeldung)


FIAT = Fehler in allen Teilen :210:

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