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Pieeet

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Samstag, 24. November 2012, 18:55

Jaguar XF 2.2D| Hertz Düsseldorf Immermannstraße

Eine knurrige Katze.

Dieses mal habe ich freie Wahl: Am Donnerstag Abend vor dem obligatorischen Mietwagen-Wochenende bekomme ich einen Anruf von der Hertz Station in der Immermannstraße. "Was darf es denn sein?" Der riesige Rüpel RangeRover in eleganter Verpackung aus dem adeligen Westminster-Hause oder der kleinste Katzen-Sprössling made by Jaguar? Nun. So hat die gute Dame am Telefon das freilich nicht formuliert. Aber ich denke mir so: Nee. Den Range mag ich nicht füttern. Und weil ich die Kombination aus kleinem Vierzylinder und Jaguar XF auch noch nicht unterm Hintern hatte, kommt mir das gut gelegen.

Antrieb:
Der 2.2 Liter Diesel-Vierzylinder ist ein aufgeweckter Bursche. Er wird in dieser Form aber in unterschiedlichen Leistungsstufen u.a. auch im Range Rover Evoque verbaut. Sein Arbeitsprinzip kann er nicht verheimlichen. Außer in oberen Geschwindigkeitsbereichen wenn Windgeräusche die Überhand nehmen sowie unter sehr zaghafter Last ist der langhubig ausgelegte Ölbrenner immer präsent. Das satte Drehmoment von 450 NM nehme ich ihm sofort ab. Die Kraft aus niedrigen Drehzahlen ist schon beinahe faustschlagmäßig, sobald die Anfahrschwäche bis ca. 1100 Umdrehungen überwunden ist. Dann dreht er in den Gängen 2 bis 5 auch ruckartig hoch, um dann allerdings ab 3300 Umdrehungen gefühlt die Arbeit zu verweigern. Die 200 Katzen reine Leistungsausbeute kann ich so eher weniger nachvollziehen, weil ihm einfach zu schnell die Puste ausgeht. Die 8-Gang-Automatik von ZF erzieht den Fahrer dann aber auch ganz schnell dazu, den wahren Geist des Wagens zu begreifen. Im Kopf stellt sich der Cruise-Modus ein, der rechte Fuß wird zaghafter und plötzlich benimmt sich die Katze schnurrend-knurrig. Knurrig deshalb, weil sich die Drehzahl bei ortsfreundlichen 55 km/h auf nur 1000 Umdrehungen senkt und unschöne Dröhnfrequenzen bis in den Innenraum dringen. Das in Kauf genommen kann der Verbrauch allerdings ganz entspannt auf bemerkenswert niedrige 5.2 Liter im Landstraßen-Betrieb gedrückt werden. Alles in allem vertanke ich nach 1380 Kilometern Strecke gut 98 Liter Diesel (7.1 Liter im Schnitt). Angesichts des Fahrprofils mit überwiegend schneller Autobahnfahrten ein Topwert, der auch mit einem BMW525d mithalten kann. Dessen Kultiviertheit oder vielmehr "Dröhnfreiheit" erreicht er aber nicht. Und wir wissen alle, dass ein 20d/25d auch nicht gerade ein Leisetreter ist.



Äußeres:
Eigentlich fällt mir dazu nur ein Satz ein: Man, ist der schön. Er gefällt mir wirklich auf ganzer Linie. Die sauber gezeichnete Silhouette streckt sich in langen, sanften Bögen über weit nach außen gerückte Radhäuser. Hier drehen sich in diesem Fall Turbinen-Aluminiumräder in 18-Zoll, die eine ganz dezente Dynamik schon im Stand versprechen. In der Tiefgarage blinken die LED-Lichtbänder kurz hell auf, dimmen dann herunter. Wie ein Blinzeln das zum Einsteigen einlädt. Auch die Rücklichter zeigen eine souveräne Zeichnung. Ein Lichtband umrahmt durchgehend Blinker und Co. Der Kühlergrill ist feinwabig ausgeführt und die dreidimensionale Katze prangt selbstbewusst in dessen Mitte. Diese kleinen Details summieren sich zu einem stimmigen Gesamtbild, das auf der Straße absolut Eindruck schindet. Etliche nach oben gestreckte Daumen und verdrehte Hälse unterstreichen das. Man fällt also auf im Jaguar. Unbeachtetes Schleichen wie auf Samtpfoten muss den anderen Biedermeier-Karossen überlassen werden.



Inneres:
Es ist ein bisschen wie mit heißen Frauen: Sie sind schick anzusehen und investieren unheimlichen Aufwand in ihren Auftritt, vernachlässigen dabei aber ihre inneren Werte. Ein schönes Auto macht den Fahrer stolz, ein schrecklicher Innenraum hinterlässt dann Kopf- und Rückenschmerzen. Es ist nicht so, dass ich es überhaupt nicht auf dem Fahrersitz ausgehalten habe. Ganz im Gegenteil. Die weiten Strecken ließen sich gut abreißen. Die Sitze sind okay, auf lange Sicht aber zu weich gepolstert. Die Materialauswahl macht insgesamt einen soliden Eindruck, erweist sich aber bei Genauerem Hinsehen (und Hinhören) als ein wenig zusammen geschustert. Die Mittelarmelehne und die linke Tür knarzen um die Wette und die beheizbare Frontscheibe zieht nachts unschöne Schlieren, die meine Augen angestrengt zu ignorieren versuchten. Über das Infotainment kann ich eigentlich nur sagen, dass es funktioniert. Aber zu viele Bedienschritte und m.M.n. etliche Logikfehler enthält. Hier muss Jaguar noch ein paar Stellschrauben nachdrehen. Ich ziehe einfach noch einmal den Vergleich mit dem BMW 5er, der aus meiner Sicht den Benchmark in Sachen Wohlfühl-Atmosphäre darstellt: Nach 600 Kilometern am Stück im Jaguar bin ich froh, die Strecke geschafft zu haben. Beim 5er frage ich mich: "Wie, schon da?"



Fazit:
Vielleicht kommt der Jagaur XF in diesem Erfahrungsbericht etwas zu schlecht weg, was den Innenraum angeht. Letztlich habe ich ihn gerne bewegt, weil er eine unheimliche Ausstrahlung durch sein stattliches und elegantes Auftreten hat. Der Verbrauch ist klasse und der Fahrkomfort bis auf den Schnitzer mit den Dröhnfrequenzen beim niedertourigen Dahingleiten echt gut. Alles in allem würde ich ihn jederzeit wieder mitnehmen. Wenn mir allerdings das nächste Mal die Wahl zwischen dem XF und z.B. einem BMW 1er gelassen wird, dürft ihr dreimal raten, wer den Vorzug erhält.

Für die Mietwagen-Neulinge unter euch habe ich im Blog mal geschildert, wie das Ganze so läuft. Das eine oder andere Foto lässt sich dort auch noch finden . Siehe Signatur und dann die erste Kachel oben links. Bei Fragen: Immer her damit.

Jaguar XF

2.2 Liter Hubraum
200 PS Diesel-Vierzylinder
450 NM Drehmoment
8 automatische Gänge von ZF
Heckantrieb
225 Stundenkilometer Spitze
7.1 Liter Diesel im Schnitt, 9.2 Liter Diesel bei 160km/h - 180 km/h
Voll-Lederausstattung (inkl. Cockpit und Türinnenseiten)
Navigationssystem mit Touchscreen
Tempomat
Xenon-Kurvenlicht - LED-Rücklichter
PeterMWT
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Samstag, 24. November 2012, 21:19

Tolles Auto! Hat dann aber wohl ein ähnliches Problem wie die E-Klasse: Der Vierzylinder-Diesel ist viel zu laut. Hier zeigt Audi, wie man es macht. Sogar im Stand und beim Kaltstart kaum etwas zu hören.

:60:
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Samstag, 24. November 2012, 23:47

Ich finde zwar deine Fotos ganz prima, aber sprachlich wirken deine Berichte immer zu gewollt cool, journalistisch und übertrieben. Ich weiß ehrlich gesagt was du ausdrücken willst. Für mich hört es sich immer nach einem mittelmäßigen Zwölftklässler an,der seine philosophische Ader entdeckt hat, ohne zu wissen, was er eigentlich sagen will.

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Sonntag, 25. November 2012, 00:03

Okay. Ich lerne gerne dazu. Würdest du mir mal ein Beispiel aus meinem Text heraus suchen und dann "umgänglicher" umformen? So schreiben, wie du es machen würdest? Danke.
PeterMWT
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Sonntag, 25. November 2012, 00:10

Und ich formuliere es mal so: Ich schätze es, dass hier verschiedene Schreibstile vorhanden sind. Wenn alle so langweilige plain vanilla Berichte wie ich schrieben, würde sich das Forum weder inhaltlich, noch stylistisch weiterentwickeln.
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