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Arlain

Hybrid

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Donnerstag, 11. April 2013, 20:50

Ford Fusion Hybrid SE | Hertz New Jersey



Daten


Ford Fusion SE Hybrid
2.0L R4-Zylinder-Motor, Atkinsonzyklus
192 PS Gesamtleistung, Frontantrieb, CVT
Li-Ion-Batterie, Vmax elektrisch: 62 mph
Normverbrauch: 47mpg/5,0l/100km (EPA-Rating)
Realverbrauch: 42,2/5,57 BC und 40,5/5,81 getankt


Auf dem Goldparkplatz Einhundertnochwas (es ist alles etwas größer da drüben …) stand für mich trotz „Modellgarantie“ ein Nissan Altima 2.5 ohne den leisesten Hinweis auf ein Hybridsystem bereit. Allerdings erblickte ich sogleich direkt daneben einen großen Hybrid-Schriftzug am Heck eines Ford.

Die zu Rate gezogene Hertz-Mitarbeiterin war leicht überfordert mit meinem Ansinnen. Zunächst schaute sie in Ihrem riesigen Handheld nach und bestätigte mir, dass mir kein Hybrid zugeteilt sei. Ein blick auf die E-Mail-Bestätigung und der Hinweis, auf dem Parkplatz direkt daneben stünde aber ein Fahrzeug, überzeugte sie und ich wurde ins Hertz-Gold-Büro geleitet. Der Ford war noch frei und nach dem der Meilenstand eingeholt war, bekam ich gleich einen ellenlange Vertragsausfertigung und wurde mit den besten Wünschen entlassen.


Am Fahrzeug angekommen, richtete ich mich erstmal häuslich ein, verstaute Koffer im Kofferraum und Karten, Telefon und alles, was man sonst noch so als Fahrer braucht in der Mittelkonsole. Nun also erst mal orientieren. Ledersitze, sehr schön … kein Navi, schade. Aber ein aktives Sirius Satellitenradio! Der Blick auf den Tacho bestätigte den allgemeinen Eindruck: der Wagen ist so gut wie neu (erst recht für amerikanische Verhältnisse): kaum mehr als 1000 Meilen gelaufen.


Der Bordcomputer ließ sich zwar auf Spanisch und Französisch einstellen, aber nicht auf Deutsch, aber was soll’s, solange Uhrzeit und Temperatur im richtigen Format sind.


Darüber hinaus bietet der Bordcomputer links des Tachos gefühlte 17 verschiedene Anzeigevarianten: neben den Klassikern wie Verbrauch, Restreichweite und zwei Trip-Speichern gibt es noch diverse Varianten für die Hybrideinstellungen (E-Motorleistung und Benzinmotorleistung plus mpg-Anzeige wurde schnell mein Favorit, siehe Foto). Rechts vom Tacho war die Auswahl dagegen sehr eingeschränkt. Efficency-Leaves oder Kompass.

Nun also den Zündschlüssel drehen. Wie beim reinen Elektrofahrzeug auch, bleibt eine akustische Rückmeldung erstmal aus, lediglich ein kleines grünes Symbol im Tacho zeigt die Fahrbereitschaft an. Vorsichtig fuhr ich aus dem Parkhaus, zeigte an der Ausfahrt noch mal den Vertrag und auch den Führerschein und schon kann’s losgehen.

Die grobe Richtung kannte ich, aber ich hatte insgeheim schon auf ein Navi gehofft. Nun musste also Plan B herhalten: im nächste Walmart ein Tomtom kaufen. Auf den nächsten Meilen Richtung Norden tauchte aber kein Walmart und kein Elektrofachgeschäft auf, ich versuchte mich also an Plan C. Noch in Deutschland hatte ich eine Gratis-App für die Navigation in den USA herunter geladen, dazu die Open-Street-Maps der durchfahrenen Staaten. Eigentlich hatte ich nicht viel von der App erwartet, aber sie hat mich 10 Tage sicher durch die USA gelotst. Außerhalb geschlossener Ortschaften schaffte sie das auch ausgezeichnet, während das Telefon im Becherhalter stand. Eine Windschutzscheibenhalterung ist nämlich in mehr als der Hälfte der Bundesstaaten verboten. In geschlossenen Ortschaften musste dann der Beifahrer das Navi halten, dann funktionierten der GPS-Empfang und die Routenführung auch dort ausgezeichnet.


Im weiteren bin ich mit dem Ford gut 2500 Kilometer durch 9 Bundesstaaten gefahren. Nach Cape Cod zum Whalewatching, nach Boston auf den Freedom-Trail, durch Manhattan und über den 8-Spurigen New Jersey Turnpike, auf dem auch Sonnabends nach 23 Uhr noch ordentlich was los ist, über die National Mall in Washington und durch den Hollandtunnel.


Fahren
Ich hatte zunächst den Eindruck, das Fahrwerk sei etwas weich gefedert, aber das kann auch am zuvor in Deutschland gefahrenen Smart gelegen haben. Und bei dem mäßigen Erhaltungszustand der Straßen Neuenglands war eine weichere Federung auch sehr willkommen. Das Fahrverhalten ist auf jeden Fall ausgezeichnet, nicht schwammig, nicht zu straff.

Das Zusammenspiel von Elektromotor und Benziner ist ebenso ausgezeichnet. Bei leichtem Gasfuß kann man bis zu einer Geschwindigkeit von 62 Meilen (100 km/h) voll elektrisch fahren. Bei voller Batterie kommt man damit schätzungsweise 3-5 Minuten weit, je nach Umweltfaktoren. Die Umschaltung von Strom auf Benzin geschieht ohne das kleinste Ruckeln, wenn man leise Musik hört, nimmt man es gar nicht wahr, dann zeigt nur der Bordcomputer den wechsel an. Der Elektromotor springt beim Anfahren ein, je nach Gasfuß unterstützt er den Benziner oder aber er übernimmt die Arbeit ganz. Auch auf Highway oder Landstraße unterstützt der Elektromotor gelegentlich den Benziner oder übernimmt streckenweise auch ganz.


Verbrauch
Die 40,5mpg sind kein Spitzenwert, ich habe aber auch nicht übermäßig auf sparsames Fahren geachtet, ich bin aber auch nicht betont „sportlich“ gefahren. In den Wert spielen natürlich auch die langen Highway-Passagen hinein, auf denen der Hybrid keinen Vorteil ausspielen kann. Auf dem ersten Teil der Reise hatte ich mit deutlich mehr innerörtlichen Kurzstrecken einen Spitzenwert von über 45mpg auf dem Bordcomputer stehen, die Langstrecken am Schluss haben den Wert dann auf 42,2 (BC) bzw 40,5 (getantk) gesenkt.


Interieur
Der Tacho ist trotz der Spielerei mit den Efficency-Leaves (je ökonomischer man Fährt, desto mehr virtuelle Blätter wachsen) sehr chic und übersichtlich geraten. Die Einstellungsmöglichkeiten sind mannigfaltig. Davor braucht sich aber auch der Rest des Armaturenbretts nicht zu verstecken. Die Materialien sind alle recht wertig geraten, vielleicht ein Hauch zu viel Plastik, aber schlicht und funktional gestaltet. Es gibt zwar einige Knöpfe an der Klimaanlage, aber ich fahre eigentlich eh immer nur auf „Auto“ und drehe mal am Temperaturregler, da sind mir viele oder wenige Knöpfe relativ egal.

In der Armlehne gibt es ein riesiges Staufach, einen USB-Anschluss (nicht getestet), ein Aux-In (funktioniert sehr gut), und einen weiteren Zigarettenanzünder. Ein schlauer Designer hat sogar an eine Aussparung an der Unterseite des Deckels gedacht, so dass man z. B. ein Aux-Kabel nicht einklemmt.



Sitzen
Die elektrisch verstellbaren Ledersitze sind überaus bequem, lassen sich gut einstellen und auch nach 700 Kilometer in einem Rutsch sitzt es sich noch gut. Einziger Wermutstropfen ist die nicht höhenverstellbare Lendenwirbelstütze. Von der Rückbank gab es (auf einer kürzeren Strecke) auch keine Klagen über die Sitze. Der Abstand ist auch hinter dem Fahrersitz noch ausreichend vorhanden.


Fazit
Sehr gut!
Da ist den Ford-Ingenieuren ein ausgezeichnetes und außerordentlich schickes Fahrzeug gelungen, zu einem Top-Preis: 23.066 EUR. Die Front mit den schmalen Scheinwerfern und dem großen verchromten Grill gefällt mir besonders. Nicht ganz zu unrecht fühlte sich eine Beifahrerin (!) an Aston Martin erinnert.
Wenn man nun noch das Konzept weiterdenkt und den Hybriden mit mit dem 1.0l-Ecoboost (z. B. mit den 125PS) kombinieren würde, hätte man sicher immer noch absolut ausreichenden Vortrieb und man könnte Realverbräuche von deutlich unter 5 Litern in einer Mittelklasse-Limousine realisieren.
Aber auch so ist der Fusion ein großer Wurf - ich freue mich schon auf den Mondeo Kombi!






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Donnerstag, 11. April 2013, 21:00

Toller Bericht, geile Fotos, interessantes Auto!

Vielen Dank dafür! :118:
Und auch dieser Tag geht wieder mal langsamer vorbei als Reiner Calmund am Buffet...

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Donnerstag, 11. April 2013, 22:17

Kann mich KM nur anschließen :118:

eine Frage drängt sich mir auf:

Eine Windschutzscheibenhalterung ist nämlich in mehr als der Hälfte der Bundesstaaten verboten. In geschlossenen Ortschaften musste dann der Beifahrer das Navi halten, dann funktionierten der GPS-Empfang und die Routenführung auch dort ausgezeichnet.


Gilt das für Handys (mit Navi-App) in einer Windschutzscheibenhalterung (was ich noch verstehen würde) oder auch für normale Navis?

Arlain

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Donnerstag, 11. April 2013, 22:28

Gilt das für Handys (mit Navi-App) in einer Windschutzscheibenhalterung (was ich noch verstehen würde) oder auch für normale Navis?
Das gilt wohl überwiegend für jegliche nichttransparente Objekte.

Entweder man nimmt einen Lüftungshalter oder sowas.
Ob das nun sicherer oder besser ist, ist eine andere Frage.

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Irgendwann, möglicherweise aber auch nie, werde ich dich bitten, mir eine kleine Gefälligkeit zu erweisen.

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Freitag, 12. April 2013, 06:24

Die mob.Navis, die man beim Vermieter bekommt haben eine 'BeanyBag'-Halterung, die vergleichbar mit Arlains Link sind.
Die halten Fahrten auf dem Mulholland Highway problemlos aus!

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Freitag, 12. April 2013, 08:13

Na der Bericht hat doch mal das Zeug zum Bericht der Woche.

Danke! :60:

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Arlain (12.04.2013)

Theodor

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Freitag, 12. April 2013, 09:11

Gestern Abend kam auch passend die southparkfolge mit Jersey shore!

Danke für den Bericht, muss wirklich Spaß gemacht haben. Hast du denn Wale gesehen oder verstehe ich etwas falsch?

Arlain

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Donnerstag, 18. April 2013, 21:23

@Theodor:

Ja, wir haben auch Wale gesehen.
Leider gab es in der Nebensaison noch keine Touren mit dem Boot, aber mit guten Augen, einem Tele und/oder einem Fernglas sieht man sie auch vom Strand aus:




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