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devil1976

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Donnerstag, 8. August 2013, 08:30

Hertz CHILE - nie wieder

Ende 2012 haben wir einen Mietwagen der Fa. Hertz in Patagonien gemietet –
in Punta Arenas kann man nur Wagen mit Selbstbeteiligung mieten. Leider hatten
wir auf Feuerland einen Unfall mit Sachschaden – ein rücksichtsloser Argentinier
hat uns gerammt, es war eindeutig seine Schuld. Nachdem wir den Unfall bei Hertz
gemeldet haben und auf der Polizeistation alle Daten aufgenommen haben konnten
wir den Urlaub fortsetzen. Bei der Rückgabe mussten wir den Selbstbehalt von
1.500 USD bezahlen, in der Hoffnung dass die Versicherung des Unfallgegners den
Schaden (oder zumindest einen Teil davon) übernimmt.

Nach einiger Zeit teilte uns Hertz mit dass die Versicherung nichts
bezahlt, das heißt wir bekommen kein Geld mehr zurück. Seit knapp 8 Monaten
versuche ich dass mir Hertz den dazugehörigen Schriftverkehr (mails, Briefe,
Daten,…) schickt damit ich selbst bei der Versicherung nachfragen kann. Ohne
Reaktion beziehungsweise ohne Erfolg!!



Hertz hat ja das Geld, warum sollen sie sich noch bemühen??? Wir haben
damals extra eine große Mietwagenfirma gewählt……………

Oder könnte mich mein Verdacht bestätigen dass Hertz sowohl von mir als auch von der versicherung Geld bekommen hat und dass deswegen alle Daten verschwunden sind??

Das kann mir doch niemand erzählen dass Hertz den Schriftverkehr nicht speichert/sammelt.........

Jedenfalls. NIE WIEDER Hertz!!!!

LZM

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2

Donnerstag, 8. August 2013, 10:31

Moment... der (Voll)-Kasko-versicherte PKW H (wie Hertz) hat einen Unfall mit dem PKW C (wie Chile - ich weiß nicht wie es in Chile geregelt ist, gehe jedoch mindestens von einer Haftpflicht- und Kasko-Versicherung aus).

H ist natürlich versichert, im Rahmen des Versicherungsschutzes ist eine Selbstbeteiligung vereinbart.
Ob C versichert ist bzw. zu welchen Konditionen wissen wir nicht mit Sicherheit.

Um den H nach dem Unfall wieder in Betrieb nehmen zu können, muss er zunächst auf Kosten der eigenen Versicherung repariert werden, da die Gegenseite noch keine Kosten übernommen hat. Für diese Versicherungsleistung wird der Selbstbehalt fällig. Der Selbstbehalt wird unabhängig davon fällig, ob die gegnerische Versicherung reguliert, weil er im Schadensfall fällig wird.

Sofern der Eigentümer des PKW H diesen Schaden bei der gegnerischen Versicherung geltend machen wollte, könnte er dies versuchen. Wenn er den H aber vermietet und dem Mieter vertraglich auferlegt, für die Selbstbeteiligung im Schadensfall einzustehen, hat der Eigentümer von H nachvollziehbar nur ein geringes Interesse daran, die Selbstbeteiligung beim Gegner geltend zu machen, anstatt beim Mieter von H, der sich vertraglich dazu verpflichtet hat.

Im Zweifel könnte nun der Mieter versuchen, diesen Schaden zivilrechtlich beim Unfallgegner (Eigentümer des PKW C) geltend zu machen. Da der Mieter aber nicht der Eigentümer ist, könnte es hier schon an der Aktivlegitimierung fehlen. Zudem hatte er sich ja vertraglich verpflichtet, die Selbstbeteiligung zu übernehmen.

Wenn dieser Mieter sich also nachträglich über das Verhalten von Hertz beschwert, so mag man ihm zugestehen, dass das Kommunikationsverhalten bekanntermaßen nicht das beste ist, jedoch nichts an der rechtlichen Situation ändert, nämlich das Hertz weder ein Interesse an einem Vergleich mit dem Gegner noch einen Grund dafür hätte.

Unabhängig davon: wie hoch schätzt der Mieter seine Erfolgsaussichten ein, gegen eine Person aus Chile zivilrechtliche Schadenersatzansprüche durchzusetzen und an welchem Gerichtsstand? Chile? Selbst wenn es zu einer Entscheidung kommen sollte, weil ein deutsches Gericht sich für zuständig hält: Zwangsvollstreckung in Chile? :210:

Es könnte hilfreich sein, finanzielle Risiken die aus Mietverträgen resultieren können, kurz im Vorfeld zu überdenken und im Zweifel Konditionen zu vereinbaren, welche das Risiko minimieren.

Geigerzähler

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Donnerstag, 8. August 2013, 10:36

Das heißt, wenn ich in Chile einen unverschuldeten Unfall habe, muss ich für die Kosten aufkommen? In Deutschland gilt sowas hoffentlich doch nicht, oder?

Edit: Okay, beim zweiten lesen relativiert es sich etwas, es hängt also an der gegnerischen Versicherung.
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Donnerstag, 8. August 2013, 10:43

In Deutschland wäre es (bei klarer Sachlage) jedenfalls einfacher die Selbstbeteiligung wiederzubekommen, weil es im Straßenverkehr verschuldensunabhängige Haftungsgrundlagen gibt (sog. Gefährdungshaftung) und man außerdem Fahrer und Halter parallel in Anspruch nehmen kann. Weil der Halter jedenfalls auch eine Kfz-Haftpflicht hat (in aller Regel) und die einstandspflichtig ist, muss man da schon großes Pech haben um auf seinen kosten sitzen zu bleiben. Bleibt also zu Raten außerhalb der EU die SB vorsichtshalber auf 0 zu reduzieren um sich aufwendige Regressforderungen zu ersparen.
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Donnerstag, 8. August 2013, 10:46

Ihr denkt wirklich, dass Haft-Pflicht in Chile besteht? Nichtmal jeder US-Bundesstaat kennt dieses System.
Kosten seit 2009: 18,1 Cent/km

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devil1976

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Donnerstag, 8. August 2013, 11:08

Wir haben den Vertrag mit Selbstbeteiligung unterschrieben, dadurch ist klar dass wir zahlen, keine Frage. Vertrag ist Vertrag. Wenn wir damit nicht einverstanden gewesen wären hätten wir in Patagonien kein Mietauto nehmen können da es keine Autos ohne Selbstbeteiligung gibt!

Wo ich mir allerdings verarscht vorkomme ist dass man uns keine Unterlagen (mails, Briefe,....) zur Verfügung stellt - die argentinische Versicherung muss doch schriftlich mitgeteilt haben dass sie den Schaden nicht übernehmen (logisch, macht jede Versicherung der Welt zunächst so).

Und so könnte ich mir durchaus vorstellen dass der Riesen-Konzern Hertz sich so ein bisschen Körbchengeld dazuverdient - nicht nur bei uns, sondern öfters................

Habe auch Hertz-Deutschland eingeschaltet, die haben mir nach ca. 2 Monaten die Information gegeben WIE der Unfallgegner heisst und WO er wohnt - Informationen die ich bereits beim Unfall gewusst habe (Polizeiprotokoll) und haben mir als Beweis Unterlagen geschickt die ich ihnen gesendet habe...............VERARSCHE!

LZM

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Donnerstag, 8. August 2013, 11:30

Das heißt, wenn ich in Chile einen unverschuldeten Unfall habe, muss ich für die Kosten aufkommen? In Deutschland gilt sowas hoffentlich doch nicht, oder?
@Geigerzähler:
Wie @svaeni: bereits sagte...
In Deutschland wäre es (bei klarer Sachlage) jedenfalls einfacher die Selbstbeteiligung wiederzubekommen, weil es im Straßenverkehr verschuldensunabhängige Haftungsgrundlagen gibt (sog. Gefährdungshaftung) und man außerdem Fahrer und Halter parallel in Anspruch nehmen kann.
In der Regel ist es aber so, dass man als Unfallbeteiligter die Selbstbeteiligung oft vorstrecken muss, wenn man schnell ein betriebsbereites Auto haben möchte. Wenn ich in Deutschland völlig unverschuldet einen Unfall mit einem Selbstfahrermietfahrzeug habe und meine Unschuld beweisen kann, muss Hertz die Kosten natürlich bei der Gegenseite geltend machen und man ist raus aus der Nummer. Dazu am besten direkt vor Ort Schuldanerkenntnisse erzwingen und massiv Beweise sichern! Wenn aber der Verdacht einer Teilschuld besteht, wird meist die SB fällig.

Im privaten Bereich ist es so: weil die gegnerische Versicherung oft erst nach Einschalten eines Anwaltes, nach Wochen und Monaten vernünftig reguliert (sonst gar nicht oder nur 100 EUR statt 1000 EUR...) ist man oft gezwungen, über die eigene (Voll-)Kasko zu regulieren und die SB und den Rückstufungsschaden später beim Gegner geltend zu machen. Traurig aber wahr.

@Zwangs-Pendler: ich vermeide es lieber, darüber eine Aussage zu treffen, bin mir jedoch sicher, dass du richtig liegst!

@devil1976: Auch in Würdigung des Umstandes das Hertz sich m.E. selbst versichert, halte ich diesen Verdacht nicht für gänzlich unbegründet, allerdings sehe ich gar keine Verpflichtung seitens Hertz dir irgendwelche Unterlagen zukommen zu lassen. Sicherlich hätte das bei einer anderen AV geklappt, weil die besser organisiert sind aber ich erneuere meinen Appell: Schadenersatz gegen einen chilenischen Gegner? Spar dir lieber das Geld... sonst bleibst du auf den RA-Kosten und ggf. Gerichts-Kosten sitzen.

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