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Bayernlover

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Montag, 20. Juni 2016, 22:04

Range Rover Evoque TD4 | Hertz Stuttgart Flughafen

(hier sollte das Bild rein, aber ich krieg es nicht hin, also siehe unten)

Vermieter: Hertz
Anmietstation: Stuttgart Flughafen
Abgabestation: Stuttgart Flughafen
Gebuchte Klasse: I - FDAR
Erhaltene Klasse: I - FDAR
Erhaltenes Fahrzeug: Range Rover Evoque TD4
Leistung: 110 KW - 150 PS
Getriebe: 9-Gang-Automatik
Streckenprofil: 90% BAB, 10% Stadt
Gefahrene Kilometer: 1.263
Durchschnittsverbrauch: ca. 8,5 Liter Diesel
Anmietdauer: 1 Wochenende



Reservierung und Abholung


Nach meinen beiden guten Erfahrungen mit Hertz und dem entsprechenden E-Klasse T-Modell musste ich letztes Wochenende wieder nach Dresden. Da ich nicht so viel Platz brauchte, dieses Mal "nur" FDAR gebucht und als Wunsch C-Klasse oder 3er BMW angegeben. Obwohl keine Carfirmation kam, bin ich Freitag Morgen guter Dinge auf die Goldetage gefahren. Doch mein Name stand nicht auf dem Bildschirm, da hatte ich schon die ersten Zweifel. Auf dem Weg zum Goldschalter sehe ich eigentlich nur Kleinwagen und einen Haufen Ford Focus. Irgendwie nicht so das, was ich mir erwartet hatte. Nun ja, am Schalter dann die Ernüchterung: "Herr Bayernlover, ich habe leider kein Fahrzeug für Sie!" Da ich irgendwoher das Gen habe, selbst in solchen Momenten nicht die Fassung zu verlieren, ganz in Ruhe die Optionen durchgegangen. "Wie wäre es mit einem Ford Focus?" - "Hm, nö." - "Mazda CX-5?" (Was zur Hölle ist das für ein Auto?! Noch nie gehört) - "Nö." - "Aber unten steht noch ein Evoque, wie wäre es damit?" - "Ja gut, wenn es sonst keine Möglichkeit gibt, dann nehme ich den, wenn es ein Diesel ist." - "Ja, ist ein Diesel" - "Alles klar, bis Montag!"
Schnell ums Fahrzeug, nur ein paar Kratzer an der Felge, die aber bereits notiert waren und rein in das Boot. Beim Anblick des Kofferraumvolumens musste ich allerdings kurz schmunzeln. Ein Glück, dass ich keinen Platz brauchte, das wäre hässlich geworden.



Das Fahrzeug


Ich muss ehrlich sagen, dass ich enttäuscht war. Mindestens drei Wochen hatten sie Zeit, um mir ein Wunschfahrzeug hinzustellen und am Ende stehe ich doch mit dem SUV da. Naja, kann man nix machen. Mit wenig Erwartung hab ich hinterm Steuer Platz genommen und war zunächst positiv vom Innenraum überrascht. Verarbeitung super, alles fasst sich gut an, sehr premium ;)
Wer bisher fast nur iDrive und Command benutzt hat, findet sich im Infotainment von Range Rover nicht sofort zurecht, aber nach kurzer Eingewöhnung klappte auch das. Nur ab und zu hat er nach einem Neustart das Handy vergessen und es musste neu angelernt werden. Kurz vor Abgabe hängte sich das System dann noch einmal komplett auf und startete sich neu. Die Spracheingabe funktioniert übrigens sehr gut, auch, dass man darüber Leute anrufen kann finde ich sehr praktisch.
Die Sitze waren für mich perfekt. Sehr gut einstellbar und richtig bequem. Wenn man die Tür öffnet, fährt sich der Sitz nach hinten, sehr königlich! Das Soundsystem war in Ordnung, nur das iPad musste ich zwischen Armlehne und Sitz versenken, ansonsten ist nirgendwo Platz. Das Display im Tacho ist ganz gut, auch wenn die Anzeigen für die Navigation eigentlich sinnlos sind, ohne Längenangaben. Es verschiebt sich nur ein Pfeil irgendwohin, einmal bin ich deshalb an einer Kreuzung zu früh abgebogen. Das kann Mercedes besser.
Generell war ich aber mit dem Multimediakram sehr zufrieden. Auch das Hauptmenü, bei dem Navi, Telefon und Musik gleichzeitig angezeigt werden, ist sehr cool gemacht. Auf der Rückfahrt waren wir sogar zu fünft im Auto, aber alle fanden es sehr bequem. Gut, zwischendrin ging mal das Brillenfach in der Decke nicht mehr auf, aber das hat sich irgendwie von selbst geklärt. Rückwärts fahren ist dank der eingebauten Kamera übrigens kein Problem. Die ist allerdings auch bitter nötig, denn nach hinten sieht man durch dieses Schießschartenfenster so gut wie überhaupt nichts.

Das Fahren an sich


Kommen wir mal zum Hauptteil. Schließlich miete ich ein Auto nicht, um damit Musik zu hören oder auf nem Sessel zu sitzen, sondern, um zu fahren. Und hier bin ich dann ein wenig gespalten. Ich fange mal mit dem Postiven an: Dafür, dass man mit einem SUV auf 20 Zoll unterwegs ist, fährt sich der Evoque echt toll! Selbst bei sehr schnell gefahrenen Autobahnkurven hat man immer die Kontrolle, er schaukelt sich nicht auf und die Lenkung ist super abgestimmt. Man fährt einfach sehr entspannt, auch bei hohem Tempo. Auch die Federung ist angenehm, klar, nicht weich, aber auch nicht übertrieben hart, auch mit den gigantischen Felgen nicht. Insgesamt ist die Abstimmung sehr gelungen.
Schade, dass man das von der Automatik nicht behaupten kann. An sich sind die 9 Gänge schon sinnvoll, auch die Schaltzeiten sind kurz. Aber durch den BiTurbo vom Benz verwöhnt bin ich natürlich erstmal ins Turboloch gefallen. Das heißt, Gas, es passiert nix, Gas, ups, WROOOOOOOMM - kenne ich noch vom Golf IV 1.9 TDI, leider nicht mehr zeitgemäß. Weiterhin schaltet die Automatik manchmal einfach zu spät runter: Wenn ich das Gaspedal bis kurz vor den Kickdown durchtrete und damit signalisiere, dass ich beschleunigen will, muss er eben auch mal runterschalten, auch, wenn ich keinen Kickdown trete.
Und noch etwas war sehr komisch: Beim Tempomaten auf 92 km/h und dann bergauf schaltet er einfach nicht runter, auch noch nicht, wenn der Zeiger knapp über 1.000 Umdrehungen steht und sich das komplette Auto schüttelt wie ein Hund, der grad aus nem See gehüpft kommt. Da musste man manuell nachhelfen, sehr nervig. War auch mehrfach zu reproduzieren, dieses Verhalten. Apropos Tempomat: Bei einem Auto aus 2016 erwarte ich, dass der Tempomat bergab den Anker wirft, wenn ich bei eingestellten 90 nun schon bald an den 110 kratze! Mein Gott, das können halb so teure Autos schon - denn mit seinen um die 60.000 Euro ist der Evoque beileibe kein Schnäppchen.
Die Assistenzsysteme sind an sich ganz sinnvoll, vor allem der Spurwechselassistent, der bei von hinten heranrasenden Fahrzeugen hektisch blinkt. Der Spurhalteassistent nervt in Baustellen ziemlich mit seiner penetranten Wackelei oder findet auf nagelneu markierten Autobahnen die Ränder einfach nicht. Darauf verlassen kann man sich also nicht, aber wer braucht sowas schon. Verkehrszeichenerkennung ist da schon sinnvoller, die hab ich aber nach 200 km ausgeschaltet, da mir die ständigen Fehlanzeigen mächtig auf den Keks gingen. Die Krönung war ein wild blinkendes 50er Schild auf einer unbegrenzen Autobahn. Das war auch der Moment, an dem ich diesem Assistenten Lebewohl sagen musste.

Der Motor selbst ist für schnelle Autobahnetappen einfach nicht geeignet, denn er müht sich ab 130 aufwärts (gerade, wenn es bergauf geht) schon deutlich ab. Peinlich, wenn man vor einer Steigung einen wegblinkt, der zur Seite geht und man dann nicht hinterherkommt. Bei 140. Da es gestern relativ frei war, war ich schon recht schnell unterwegs. Bei exakt 199 Tacho ist er abgeriegelt, nur zur Info :D
Dadurch, dass man den Motor richtig treten muss, nimmt er sich dann doch den einen oder anderen Schluck Diesel mehr. Auch nervt er durch die ständige Ausdreherei mächtig mit seinen Geräuschen. Ansonsten ist es im Innenraum auch bei hohem Tempo sehr leise und man kann sich gut unterhalten. Der Fernlichtassistent ist übrigens sinnfrei, weil er auf mehreren 100 Kilometern im Dunkeln genau zwei Mal angesprungen ist und dann auch noch jemanden geblendet hat. Intelligent Light ist da einfach Lichtjahre voraus.

Fazit


Ich bin mir bis zum Schreiben dieser Zeilen noch sehr unsicher, muss ich ehrlich sagen. Einerseits nervt das Auto mit vielen Kleinigkeiten, die in ihrer Gesamtheit schon zu einer Abwertung führen. Andererseits bin ich nach 550 km am Stück einfach entspannt ausgestiegen - darauf kommt es ja im Endeffekt an, oder? Genau so ist die Außenwirkung nicht zu unterschätzen. Er sieht schon nett aus, der Evoque und im Allgemeinen bin ich sehr gern eingestiegen. Sagen wir es so, die anfängliche Skepsis über den SUV auf Langstrecke konnte sich im Endeffekt nicht bestätigen. Klar, er braucht ein bisschen mehr als ein Kombi, man sitzt aber einfach gut und kommt am Ende entspannt und sicher ans Ziel.

Ich glaube, würde mir Hertz noch mal so einen Evoque hinstellen, wäre ich im Endeffekt gar nicht so unglücklich :)
»Bayernlover« hat folgendes Bild angehängt:
  • Foto 19.06.16, 14 04 31.jpg
Premiumopfer.
Nach dreimal :205: mittlerweile bei :203: sehr glücklich.

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