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Zwangs-Pendler

Psychedelischer Ausdruckstänzer

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Montag, 1. August 2011, 23:08

Volvo C70 D3 Automatik | Hertz Bremen Flughafen

Vermieter: Hertz
Abholstation: Bremen Flughafen
Rückgabestation: dito
KM-Stand Abholung: ca. 15.000
Gefahrene KM: 1.111
Gebuchte Klasse: IXMR
Erhaltene Klasse: FTAR
Erhaltenes Fahrzeug: Volvo C70 D3 Automatik
Motor: Fünfzylinder-Turbodieselmotor mit 150PS und max. 350Nm ab 1.500U/min
Sonderausstattung: Xenon mit Kurvenlicht, Sport(?)-Ledersitze, Tempomat, Navi, höherwertiges Soundsystem, adaptives Automatikgetriebe mit 6 Gängen
= Ausstattungslinie „Summum“
Bereifung: SR
Durchschnittsverbrauch: BC 6,1l / errechnet 6,1l
Dauer: Wochenende

Nach der (guten) Erfahrung bei Sixt griff ich mal wieder auf Altbewährtes in gelb zurück und wurde nicht enttäuscht. Ich hatte der Station vorab avisiert, dass ich Platz für 4 Personen bräuchte. Dieses hatte sich aber spontan geändert und somit war der vorbereitete XC60 natürlich viel zu groß. Der RSA nahm meine Ablehnung des spritfressenden SUV mit Begeisterung auf, denn es kam kurz zuvor noch eine SUV-Buchung rein. Als dann die Frage kam, ob ich als Ausgleich gerne Cabrio fahren möchte, war meine Antwort natürlich „ja“. Mal wieder ein dickes Lob an meine Stammstation am Bremer Airport, so unkompliziert und doch für beide Seiten ergiebig können Fahrzeugwechsel sein! Nun denn, zum ersten Mal Volvo:

Exterieur
Volvo steht einfach nicht für Sportlichkeit oder Eleganz. Eher für Zweckmäßigkeit. Trotzdem wirkt der C70 gefällig, die Räder dürften noch etwas breiter sein und das Fahrzeug noch einen Tick tiefer liegen. Insgesamt nur ein Eyecatcher, wenn der Z-P bei geöffnetem Verdeck mit der Ray Ban Aviator auf der Nase bei starker Bewölkung und 19°C links an einer Kolonne Autos vorbeizieht ;) Überholprestige ist überraschenderweise vorhanden, keine Ahnung, ob es am Xenon lag?

Interieur
Beim Einsteigen kamen mir die ersten Zweifel: Soll das wirklich ein modernes Auto sein? Diese ganzen 80er-Jahre Knöpfe sind auf den ersten Blick doch unansehnlich. Aber hat man(n) erst einmal Platz genommen, bieten die Sportledersitze einen guten Seitenhalt und vermitteln dem Fahrer ein beruhigendes Gefühl. Also vergessen wir diese recht verwirrend anmutende Knopf-Arie im Innenraum und lassen die Oberflächen auf uns wirken. Und tatsächlich, Volvo steht für Gediegenheit und Unaufdringlichkeit, das beweist der Innenraum. Alles hat seinen Platz, die Oberflächen (inkl. Lenkrad) fassen sich gut an. Die Lenkradbedienung folgt natürlich nicht der Logik der deutschen Hersteller, das wäre zu einfach. Stattdessen gehen die Schweden hier einen eigenen Weg, der gar nicht so schlecht ist, wenn sich der Fahrer nach kurzer Eingewöhnungsphase daran gewöhnt hat. Die Bedienung des Tempomaten über das Lenkrad funktioniert hervorragend, so soll es sein. Die Windgeräusche im Innenraum sind bis 150km/h für ein Cabrio sehr akzeptabel. Bei geöffnetem Verdeck sitzt die Frisur auch bei 140km/h noch problemlos, aber das nur auf den vorderen Sitzen. Auf der hinteren Sitzbank werden die Passagiere schon bei Stadttempo ordentlich vom Wind geküsst.

Motor/Getriebe
Ich hatte mit dem D4 und 177PS gerechnet und war doch etwas enttäuscht, als ich am Heck den Schriftzug „D3“ erspähte. Aber da ich eh oft im Cruisingmodus unterwegs bin, bekam ich keine Bauchschmerzen. Und ich muss sagen, dass der kleine Fünfzylinder seinen Job sehr ordentlich macht. Bis 160km/h ist man durch das früh anliegende, hohe Drehmoment auf der BAB vorn mit bei der Musik. Hier gibt es keine Klagen.
Das Automatikgetriebe schaltet angenehm früh (es hatte sich auf meinen Fahrstil und meine Bedürfnisse recht schnell eingestellt) und ruckfrei für eine Wandlerversion. Insgesamt scheint das Getriebe treffend abgestimmt und schaltet nicht bei jedem kleinen Tritt aufs Pedal runter, sondern nutzt das Drehmoment, wie es auch ein handschaltender Fahrer tun würde. Insgesamt ist diese Motor-Getriebekombination für mich eine durchaus positive Überraschung, ich hatte mit einem wesentlich schwächeren Antrieb gerechnet.
Und jetzt habe ich es auch endlich mal geschafft und den EU-Normverbrauch unterboten, sogar um 0,3l/100km ;) Volvo gibt dieses Modell mit 6,4l auf 100km an, das frühe Anliegen des maximalen Drehmoments hilft augenscheinlich beim Dieselsparen. Insgesamt also sehr ruhig gefahren, aber natürlich gab es auch genügend Überholmanöver auf der Landstraße und Autobahn, Offenfahren (insgesamt ca. 450km) will ja genossen werden. Dazu ist der kernige Dieselsound des Fünfzylinders mit seinem pfeifenden Turbo für ein Cabrio wirklich mal etwas Neues, hat auch seine Reize!

Fahrwerk/Bremsen/Lenkung
Der Volvo liegt wie ein Breit, manchmal allerdings federt er etwas ruppig bei schlechtem Autobahnbelag. Hier wird nicht das Komfortniveau deutscher Modelle erreicht. In Kurven vermittelt er dagegen auf Grund der automatischen Fahrwerksregelung ein großes Sicherheitsgefühl und hält genügend Reserven für ein flottes Anfahren bereit. Insgesamt ist der Volvo nicht so behäbig zu fahren, wie ich das erwartet hatte, obwohl das Eigengewicht des Fahrzeuges schon eine Spur Agilität raubt. Der C70 will eben Gleiter sein, und zumindest bis 120km/h macht er seine Sache in dieser Disziplin sehr gut. Die Bremsen beißen gut zu. Die Lenkung wirkt etwas schwergängiger als bei der Konkurrenz, aber ist dabei nicht indirekt. Somit scheint diese Disziplin wesentlich besser gelöst als bei z.B. Ford im Mondeo.

Technik
Der Motor startet und schon fährt der für heutige Verhältnisse recht kleine Navi-Motor aus der Mittelkonsole. Die Auflösung entspricht nicht dem heute gültigen Standard. Umso überraschter war ich dann aber, dass die Technik, wenn sie auch veraltet aussieht, sehr gut funktioniert. Mein Handy war bspw. in 2 Sekunden gekoppelt. Allerdings muss sich der Fahrer darauf einstellen auf den ersten 50km damit beschäftigt zu sein die Bedienung des Navis (hinter dem Lenkrad oder per Fernbedienung) und des Bordcomputers (am Blinkerhebel) zu verstehen. Hat man(n) erstmal kapiert, wie es geht, dann gehen Eingaben schnell von der Hand.
Das Navigationssystem ersparte mir, wo möglich, Staus. Die USB-Schnittstelle nahm meinen iPod dankend an und das Radio erkannte diesen sogar als solchen. Somit war Musikgenuss garantiert, und gerade heute auf der Rückfahrt habe ich wahrscheinlich meine gesamte Umgebung beschallt. Einfach nur herrlich bei geöffnetem Verdeck Rockklassiker und trashiges Elektrozeugs im Mix zu hören mit dieser Anlage. 4x40Watt aus 8 Lautsprechern werden versprochen, das glaube ich sofort. Satte Bässe und verzerrungsfreie Wiedergabe, das lobe ich mir.

Nutzwert
Nun ja, ins Kofferraumabteil passen wie üblich bei geöffnetem Verdeck zwei kleine Trolleys. Nicht mehr, und nicht weniger. Bei geschlossenem Verdeck sind auch einige Bierkisten drin. Für mich ist dieses Platzangebot ausreichend, bei einem Cabrio erwarte ich im Extremfall sogar weniger.

Fazit
Dach auf, Musik an, ab geht der Fisch. Der Volvo ist ein Cruiser, und kein Sportwagen. Wer mit dieser Vorgabe in das Fahrzeug einsteigt, der wird hier für einen Preis von weit unter 50.000 Euro ein top-ausgestattetes Cabrio mit Schwächen nur im Detail finden. Mir hat dieses Fahrzeug zumindest sehr viel Spaß bereitet und daher kann ich nur sagen: Gerne wieder!












Kosten seit 2009: 18,1 Cent/km

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Montag, 1. August 2011, 23:17

Schöner Bericht, danke!

Ich habe ja eine Sympathie für Volvo, auch wenn sie rein objektiv betrachtet nicht an die deutschen Modelle herankommen.

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Montag, 1. August 2011, 23:29

:60: für den gut zu lesenden Bericht! Immer eine Freude :)

Den Volvo wollte man mir mal als Benziner für eine längere Reise mit 4 Personen anbieten -> abgelehnt.
Aber nach deinem Bericht muss ich den mal testen :love:
Planung ersetzt Zufall durch Irrtum :D
Just :204:

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Montag, 1. August 2011, 23:32

Den Volvo wollte man mir mal als Benziner für eine längere Reise mit 4 Personen anbieten -> abgelehnt.

Nur mit 4 Personen könnte das eng werden.
Kosten seit 2009: 18,1 Cent/km

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Dienstag, 2. August 2011, 16:35

Verdammte Axt, gerade heute könnte man(n) hier doch ein Cabrio wirklich gebrauchen... :114: :114:
Kosten seit 2009: 18,1 Cent/km

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