
An dieser Stelle hier dann mal ein kleiner Bericht zu dem vor 2 Wochen von mir gefahrenem Mercedes R350 CDI
L 4-Matic. Zuerst mal die groben Eckdaten dieser Miete:
Anmietzeitraum: 12.01.12 – 16.01.12
BLP: 78.112,- €
Kilometerstand bei Abholung: 6686 km
Kilometerstand bei Abgabe: 7192 km
Gefahrene Strecke: 506 km
Durchschnittsverbrauch laut BC: 12,2 l
Durchschnittsverbrauch errechnet: 10,58 l
Anmietung:
Die Anmietung erfolgte diesmal sehr spontan. Am Donnerstagmorgen saß ich in der FH und irgendwie brannte es mir unter den Fingernägeln, mal wieder ein größeres und luxuriöseres Auto zu fahren. Da ich am Anfang der Woche bereits die R-Klasse an der Station in Oberhausen entdeckt hatte und ich bisher nie die Gelegenheit hatte einen Mercedes ausführlich zu testen (mal abgesehen von dem A150 einer Freundin, welchen ich nicht als Mercedes ansehe), entschloss ich mich am Mittag nach der FH mal an der Station in Oberhausen vorbeizuschauen und dort einen Plausch mit den immer freundlichen und bereits bekannten Mitarbeitern zu führen. Und Ruck-Zuck war die R-Klasse als Walk-In-Miete für 4 Tage übers Wochenende mein. Also nur noch schnell nach Hause und kurze Zeit später mit meiner Mutter als Taxi wieder hin. Kurzer Check des Fahrzeugs, bis auf die bereits bekannte größere Beule und die Lackkratzer am linken, hinteren Kotflügel keine Schäden festgestellt und ab dafür.
Erster Eindruck - „Was ist das denn für ein hässliches, riesiges Auto“ (Zitat meiner Freundin):
Man ist das ein Schiff, war auch mein erster Eindruck als ich auf dem bequemen Fahrersitz platznehmen durfte. Kein Wunder, wenn man die bloßen Eckdaten betrachtet. 5,16 m lang, 2,19 m breit und 2295 kg schwer (wohlbemerkt leer). Imposant quasi. Lässt sich über das Design vortrefflich streiten, so ist die Ausstattung auf den ersten Blick ganz gut. Schwarzes Leder, Xenon, Navigation Command, 7-Sitzer, Schiebedach, Tempomat und weitere Kleinigkeiten. Klar, sie reicht nicht an die sonst fast perfekte Ausstattung der BMW bei Sixt heran, dennoch ist eigentlich alles vorhanden, was das Herz begehrt und was man wirklich braucht.
Fahreindrücke:
Also ab auf die Straße, Schlüssel drehen und los kann es gehen. Der Motor läuft sehr angenehm ruhig und kaum wahrnehmbar nach dem Start. 265PS und Allrad sind eine sehr gute Kombination in Verbindung mit der 7G-Tronic von Mercedes. Trotz der Masse fühlt man sich nie untermotorisiert und hat immer ein paar Reserven. Wirkliche Sportlichkeit darf man bei einem solchen Gefährt allerdings nicht erwarten. Da ich bisher nur BMW als
Mietwagen gefahren bin, war die R-Klasse mal eine gelungene Abwechslung und vom Fahrverhalten her komplett anders als diese. Alles ist einfach irgendwie „weicher“. Ich wüsste gerade nicht, wie ich es anders Beschreiben sollte. Gepaart mit der höheren Sitzposition ein ganz anderes Fahrgefühl. Für mich kein Vergleich. Auf der Bahn sieht es dann schon etwas anders aus. Wirkt der Wagen in der Stadt noch viel zu groß und fast schon überdimensional, so mutiert er auf der Autobahn zum perfekten Reisewagen. Ruhiger Motorlauf, komfortables Fahrwerk und eine perfekte Innenraumqualität tragen dazu bei. Und es schein wohl tatsächlich zu stimmen: „Länge läuft!“. Die Kombination aus 3l Diesel und Allrad ist wie fast immer ein Traum. Satte Traktion und gute Fahrleistungen sind dabei in nahezu jeder Fahrsituation gegeben. Auf der Straße macht die Erscheinung des Fahrzeugs auch etwas aus. Viele Verkehrsteilnehmer haben gerade in der Stadt einen heiden Respekt vor einem solchen Fahrzeug. Hierbei war besonders zu erkennen: "Je kleiner die Straße, umso größer der Respekt (oder war es doch nur Angst??)"
Verbrauch:
Der Verbrauch ließ mich dann jedoch etwas staunen. Gerade in der Stadt liegt er mit anfangs angezeigten 20 Litern doch recht hoch und ist in der Stadt auch nur mühevoll zu drücken. Auch auf der Bahn ist es sehr mühsam diesen zu drücken. Die angegebenen Werksangaben sind meiner Meinung nach reine Utopie. Der BC zeigte zum Ende hin einen Durchschnittsverbrauch von 12,2 l an, was in Anbetracht der Maße, der 265PS und der 4-Matic meiner Meinung nach im Nachhinein noch ganz akzeptabel war, zudem durchaus flotte Autobahnetappen dabei waren. Umso erstaunter war ich dann nach dem Tanken, als der tatsächlich errechnete Verbrauch mit 10,58l nochmal rund 1,5l unter dem BC-Wert lag. Diesen Wert empfand ich dann als durchaus akzeptabel und gut für die gebotene Performance.
Infotainment – „Huch, das ist ja gar kein Touchscreen!“:
Diese Erfahrung machte meine Freundin doch etwas schockiert bei ihrer ersten Mitfahrt. Tja, da kann man wohl nichts machen. Jedoch scheint sie nicht die einzige mit dieser Erfahrung gewesen zu sein, da auf den von mir gemachten Bildern deutlich auch noch weitere Finger von den Vormietern zu erkennen waren. Die Anlage weist jedoch ein durchaus positives Klangbild auf. Das Command passt jedoch mit seiner Performance nichtmehr in die aktuelle Zeit. Die Bedienung wirkt leicht angestaubt. Funktioniert die Freisprecheinrichtung noch sehr gut, ist die Zieleingabe ein reiner Krampf. Als beste Eingabevariante hat sich hier noch die Sprachbedienung erwiesen, welche jedoch auch ein wenig Zeit benötigt. Und wenn das Ziel erst einmal eingegeben ist, funktioniert die Routenführung dann doch ganz akzeptabel. Den Vergleich zu anderen Marken schenke ich mir an dieser Stelle jetzt mal und halte nur kurz fest, dass die R-Klasse hierbei nicht gut wegkommen würde.
Design / Licht:
Über das Design eines Autos lässt sich wie immer vortrefflich streiten. Empfand meine Freundin ihn als „Potthässlich“, so gefiel er mir doch im Ganzen ganz gut. Ein stattliches Erscheinungsbild. Kurzum ein typischer Mercedes meiner Meinung nach, vor allem in der gegebenen Farbkombination Silber außen und Schwarz Innen. Beim Fotographieren bin ich irgendwie am Design der Rückleuchten hängengeblieben. Ich kann nicht erklären wieso, aber irgendwie finde ich das Design genial. Auch die Leuchtkraft der Xenonscheinwerfer war gut, jedoch habe ich das Kurvenlicht vermisst. Das gehört meiner Meinung nach einfach in ein Fahrzeug dieser Preisklasse. Selbst mein Golf verfügt darüber.
Fazit:
Alles in allem ist die R-Klasse durchweg positiv in Erinnerung geblieben. Mit seinen sieben Sitzen und dem enormen Platz ein durchaus interessantes Fahrzeug für wohlhabende Familienväter und den 3-wöchigen Sommerurlaub. Da ich jedoch zu 90% alleine unterwegs war und auch sehr viel Stadt im Spiel war einfach ein Ungetüm aus längst vergangenen Zeiten. Normale Parkplatzmarkierungen müssen schlichtweg als reine Empfehlung angesehen werden und die Parkpiepser sind einfach Pflicht. Trotz des positiven Wochenendes würde ich jeden BMW und Audi vorziehen. Mercedes – schön und gut, aber beim nächsten Mal, „Lieber nicht!“
Zum Schluss nochmal ein großes Dankeschön an
Sixt Oberhausen, die mir mein gewünschtes Fahrzeug schnell und unkompliziert zur Verfügung gestellt haben und wie immer super freundlich und kompetent gearbeitet haben. Kurzum „DANKE!“