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ringfool

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Montag, 9. September 2013, 11:07

Jaguar XF Sportbrake 2.2 D - der Gentleman der gehobenen Mittelschicht?

Fahrzeug: Jaguar XF Sportbrake 2.2D

Leistung: 200 PS, 450Nm bei 2.000 U/min
Verbrauch: 6.6L / 100 km (Herstellerangabe 5.1L)
Höchstgeschwindigkeit: 224 km/h (Herstellerangabe)
Kilometerstand: 9850 km (Abholung)
Listenpreis: ca. 60.200 Euro (lt. Konfigurator)

Sonderausstattung (u.a.): GRA, MFL, el. GSHD, el. Heckklappe, el. Sitze mit Memory, Schaltwippen, Lederausstattung

Anmietung
Für meine IXMR Reservierung sollte es zunächst eine BMW 316i Limousine mit Automatik werden. 66.6% Wunscherfüllung bei meiner Nicht-Stammstation (RQ BMW / Audi mit Diesel und Automatik) ließen kaum Anlass zum Nörgeln. Als neben dem BMW jedoch der Jag erspäht wurde, war klar, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen war. Nach Ausfahrt mit dem BMW aus dem Parkhaus kurz vor der Station gehalten und nach dem Jaguar gefragt. Dieser laufe in der 5er-Klasse und sei ebenfalls frei. Nachdem mir der Upsellpreis genannt wurde, verließ ich die Station mit dem Jaguar-Schlüssel...

Erster Eindruck
Der Jaguar macht optisch einen tollen Eindruck auf mich. Durchgestylt und dennoch nicht aufdringlich. Man könnte es britisches Understatement nennen. Der Singleframe hebt sich sehr positiv vom Ingolstädter Pendant ab. Und auch der modellgepflegte 5er kann diesem Jaguar von außen nicht gefährlich werden. Diesen Eindruck verstärkten auch allerlei Passanten. Insbesondere der kleine Junge, der keine 30 Sekunden nachdem ich das Parkhaus verlassen habe mehrmals zu seinem Vater sagte: "Schau mal Papa, ein Jaguar. Ein Jaguar, ein Jaguar...". Sowas passiert in einem 5er oder A6 doch relativ selten. Vielleicht liegt das aber auch schon an der reinen Häufigkeit dieser Vertriebsleiterfahrzeuge...

Eingewöhnung
Zugegeben: Die Bedienung des Jaguar erfordert entweder Vorkenntnis oder Zeit. Da ich erst kürzlich den F-Type gefahren bin, wusste ich, was mich erwartet... Die Bedienlogik ist nicht so selbsterklärend wie beim Münchner Konkurrenten. Dafür gefällt mir das Touchscreen-Display sehr gut, wenngleich die unteren Bedienfelder nur umständlich zu erreichen sind. Mit etwas Grips lassen sich dennoch alle Einstellungen in einigen Minuten vornehmen und die Reise kann beginnen.

Fahreindruck / Motor / Dynamik
Nein, hier arbeitet kein seidenweicher Sexy-Zylinder unter der Haube. Das vierzylindrige Aggregat meldet sich rauh wie ein schottischer Billigwhiskey zur Arbeit und erledigt auch Zwischensprints auf der Autobahn nicht selten mit der Erinnerung an den Fahrer, dass hier doch besser ein Sechszylinder verbaut sein sollte. Insbesondere bei mittleren Drehzahlen ist dieses Motorengeräusch dem Gentleman nicht würdig. Das Triebwerk leistet 16 PS mehr als die Konkurrenz aus München und 23 PS mehr als die aus Ingolstadt. Dennoch habe ich die beiden anderen Werkbänke spritziger in Erinnerung - auch wenn einige Tests hier eine andere Sprache sprechen (Jaguar gemessene 8.8 auf 100, BMW 9.0). Für ein ausreichend zügiges Fortkommen auf der Autobahn ist jedenfalls gesorgt und auch bei Geschwindigkeiten ab 150 km/h gefällt der Jaguar mit einem sehr gut gedämmten Innenraum. Dass die Briten gerne ein Pint zu viel trinken, gilt für diesen Vertreter von der Insel nicht wirklich - 6.6 L im Schnitt sind für 1905 Kilogramm + 4 Passagiere und etwas Gepäck durchaus zurückhaltend.

In puncto Sportlichkeit jedoch ist der XF nicht in der Lage zu begeistern. Der Druckpunkt der Bremse ist sehr weich und die Standfestigkeit verbesserungswürdig. Die Lenkung ist zwar relativ direkt, vermittelt aber wenig Rückmeldung von der Straßenbeschaffenheit. Was mir ebenfalls sehr negativ aufgefallen ist, sind die deutlichen Wankbewegungen bei schnelleren Lastwechseln. Einen Kurvenräuber hat Jaguar hier nicht auf die Pfoten gestellt. Und auch wenn dies nicht der Anspruch war, so fehlt mir doch die Möglichkeit, das Fahrzeug per Tastendruck in eine sportliche Wildkatze zu verwandeln oder zumindest Sportlichkeit vorzutäuschen, so wie BMW das relativ erfolgreich vermag.

Komfort / Übersicht / Sitze
In dem Maße, in dem der Jaguar im Bereich Sportlichkeit enttäuscht, kann er hingegen mit tollem Abrollkomfort und geringen in das Innere dringende Außengeräusche aufwarten. Die Sessel wirken auf den ersten Blick bequemer, als sie tatsächlich sind. Das Leder ist butterweich und wirkt sehr hochwertig, allerdings ist das Gestühl aufgrund fehlender Einstellmöglichkeiten meiner verwöhnten Meinung nach relativ ungemütlich. Die Übersicht im Jaguar ist sehr gut, wozu die langgezogene Frontscheibe und auch die großen Seitenfenster beitragen. Der Platz im Fond hat mich begeistert – mit einem auf mich (1,87 m) eingestellten Vordersitz habe ich auch im Fond noch ausreichend Platz (siehe Detailbild). Auch der Kofferraum ist sehr geräumig und dazu auch noch beleuchtet – fast so schön wie der Motorraum im Gallardo Superleggera… Sehr positiv ist auch die Verarbeitung und Anmutung der verwendeten Materialien. Obwohl das Nußwurzelholz nur rund 220 Euro Aufpreis kostet, wirkt es um Welten exclusiver als das, was sonst so feilgeboten wird. Auch das Cockpit mit genähtem Leder und die Chromeinfassungen würden auch in der Luxusklasse nicht deplatziert wirken.

Soft Skills
Bis hierhin zeichnet sich also ein zweigeteiltes Fazit über den Jaguar ab… Es gibt Licht und Schatten und teilweise liegen diese recht eng beieinander. So eng wie bei der Scheibenwaschanlage liegen die beiden Pole dennoch bezeichnenderweise selten beisammen. Habe ich mich zunächst über die elegante Lösung gefreut, dass der Jag die Waschflüssigkeit direkt unter den Wischblättern auf die Scheibe spritzt, habe ich mich wenige Sekunden später darüber geärgert, dass das Wischwasser nicht sauber abfließt, sondern während der Fahrt in den Innenraum auf die Bedieneinheit der Fensterheber tropft. Solche Ungereimtheiten mögen einfach nicht ins Bild des adligen Briten passen und lassen Manieren vermissen. Die Hinweistöne im Jaguar (Licht eingeschaltet, Gurt nicht angelegt) hingegen sind so angenehm intoniert, dass sich deutsche Premiumhersteller sich hier durchaus eine Scheibe abschneiden können. Im BMW habe ich meist die Sorge, dass durch die Panik, die der Warnton bei mir hervorruft eine größere Gefahr ausgeht, als durch den Zustand, der den Warnton auslöst. Was mir ebenfalls auffällt, ist dass der Komfortzugang harmonischer funktioniert als bei BMW - einmal ziehen und die Tür geht widerstandslos auf. Auch die Lösung mit der Taste auf dem Türöffner empfinde ich als gelungener als die geriffelte Oberfläche. Kleinigkeiten, wie das auf Chromknopfdruck öffnende Handschuhfach sind einfach wunderbar simpel und doch so angenehm.

Fazit
Der Jaguar. Allein der Name begeistert. Ohne die nahezu perfekte Konkurrenz aus Stuttgart, München oder Ingolstadt wäre dies hier ein Traumwagen. Da man aber als Sixt-verwöhnter Mieter weiß, wie es besser geht, versteht man, wieso Flotten der DAX-Unternehmen doch relativ paritätisch mit den Deutschen Mitbewerbern besetzt sind. Für mich war der Jaguar eine sehr willkommene Abwechslung im Mietwagenleben und hat durchaus positive Eindrücke hinterlassen. Meine Dienstwagenwahl wird aber in Zukunft doch auf BMW oder Audi fallen, weil der Name und das Design allein eben nicht für eine stabile Ehe garantieren können.

Weitere Fragen zu Fahreindrücken oder Anregungen? Gerne.

Jetzt aber erst mal was für’s Auge…




















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Kaffeemännchen

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Montag, 9. September 2013, 11:17

Vielen Dank für den Bericht! :118:

Ich finde den Sportbrake in Bezug auf Exterieur tatsächlich gelungen, auch wenn Jaguar nach der landläufigen Meinung keine Kombis bauen sollte.
Das es der XF Sportbrake gegen die präsente Konkurrenz keine wirkliche Chance haben wird, hatte ich schon vermutet.

Trotzdem würde ich den Jaguar als Mietwagen mal ausprobieren wollen. :117:

Eine Frage noch: Ist das jetzt der gleiche den @kampfkeks: hatte?
Der war damit ja auch in südlicher Region unterwegs... oder gibt's in Deutschland derzeit mehrere von?
Und auch dieser Tag geht wieder mal langsamer vorbei als Reiner Calmund am Buffet...

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LZM (09.09.2013)

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Montag, 9. September 2013, 12:03

Der Bericht ist schön geschrieben, danke dafür :). :60:
Von außen ein sehr schönes Auto. Beim Innenraum fehlt mir ehrlich gesagt Stil...
Kann sein das es nur von den Fotos so rüberkommt, aber mein 6. Foto denke ich mir, es könnte auch ein Ford oder ähnliches sein. :/

@Kaffeemännchen: Das ist ja ein Franzose, laut Kennzeichen :D

Scimidar

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Montag, 9. September 2013, 12:14

Der Innenraum kommt nur so billig auf den Fotos rüber , wenn du mal in einen drin gesessen hast , weißt du das das Auto halt Stil hat und auch nicht so teuer ist. Da wir gerade nach einen neuen Auto schauen ist bei uns auch der kleine Jag in der engeren Auswahl und haben den ausgiebig schon ausprobiert :) Sehr gut gelöst fand ich die Lüftung wo sich die Lüftungsdüsen automatisch öffnen oder schließen je nach Bedarf und es wirklich sehr schön aussieht wenn die geschlossen sind.

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shuttle222 (09.09.2013)

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Montag, 9. September 2013, 12:24

@logitune: Ich glaube, so intelligent ist unser KM dann doch noch, dies zu erkennen. Deswegen hat er ja "unterwegs" geschrieben, da Kampfkeks ihn vom NUE abgeholt hat.

Ich bin aber der Meinung, @Kaffeemännchen: dass dieser hier ein anderes Exemplar ist (auch wenn ich mich irren kann). Habe aber bei Abholung Donnerstag Abend mir den Jaguar im Parkhaus von Kampfkeks angeschaut, er stand nämlich gegenüber meiner A-Klasse, die ich mitgenommen habe.
Na, du auch hier? :D

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shuttle222 (09.09.2013)

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Montag, 9. September 2013, 12:37

Von hinten könnte es ein Mondeo sein, aber ich würde ihn auch mal nehmen :)
Maach et joot, ävver nit zo off!

Meine :203: Top 8:
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ringfool

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Montag, 9. September 2013, 13:17

Dieser XF kam vom NUE - daher gut möglich...

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Kaffeemännchen (09.09.2013)

LZM

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Montag, 9. September 2013, 14:17

auch wenn Jaguar nach der landläufigen Meinung keine Kombis bauen sollte.
Wart nur ab, bis Jaguar einen SUV auf der IFA launched :S
Das könnten die sich m.E. im Angesicht der Firmenidentität von Jaguar-Landrover auch verkneifen...

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Scimidar (09.09.2013)

pustefix

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Montag, 9. September 2013, 19:16

Jaguar hat meiner Meinung nach das schlechteste Navi. Routenführung Leipzig Hamburg. Kurz nach Abfahrt fragt er nach Anpassung der Strecke, weil sich etwas geändert hat. Was genau erkennt man nicht, genauso wenig wie die vorgeschlagenen Strecken. Neue Route akzeptiert und nach weiteren 10 min will er wieder die Route ändern....schlecht find ich auch, dass alles nur über touch geht.

Generell find ich den Xf sowohl als Sportbrake als auch Limosine gelungen für den Preis den er kostet. Hatte ich bereits auch beide von :208:

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