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Uberto

Always Ultra

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Dienstag, 28. Oktober 2014, 10:39

BMW 525dA Touring | SIXT Freising


Farbe:
Saphirschwarz metallic
EZ: 5/2014
km-Stand: 11.803km (Abgabe)
gefahrene Strecke: 581km
Nutzungsprofil: 30% Stadt / 40% BAB (160-200km/h) / 30% Überland
Verbrauch: 6,6l/100km (Werksangabe: 4,9l)
Leistung: 218PS
Drehmoment: 450Nm
Motor: 2,0l 4-Zylinder Bi-Turbodiesel
0-100km/h: 7,1s
Vmax: 237km/h

LP (Testwagen): 73.600€

Ausstattung:
- Alarmanlage
- Komfortzugang
- el. Panoramadach
- Navi Professional inkl. Connected Drive und Handy BT
- Spurhalteassistent, Auffahrwarnung und Head-Up Display
- Rückfahrkamera und Park Distance Control vorn & hinten
- Dynamische Dämpfer Kontrolle
- adaptives Bi-Xenon Licht und LED Nebelscheinwerfer
- el. Lederkomfortsitze
- 4-Zonen Klimaautomatik
etc.

Karosserie / Innenraum:
Von außen ist der BMW 5er in seiner aktuellen Form nun auch schon gut 4 Jahre auf dem Markt, hat aber bis lang nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Der Wagen kommt bullig und optisch schwer daher, mit dem gewissen Tick Sportlichkeit durch bewusst gesetzte Sicken und Kanten.
Gerade der Kombi ist beim 5er die für viele optisch schönste Variante. Neben dem optischen, kommen natürlich auch praktische Vorzüge dieser Karosserievariante schnell zum tragen. Besonders was das transportieren sperriger Güter oder aber familiärer Gegenstände angeht, gibt es mit dem Touring kaum ein Problem. Wichtig ist jedoch, dass die Sperrgüter nicht all zu hoch sind, denn gerade die innen liegenden Scharniere der Heckklappe schränken die Zuladbarkeit deutlich ein.
Auf den bestens ausgeformten und vielfach elektrisch verstellbaren Komfortsitzen fühlt sich jeder wohl. Langstrecken werden in ihnen zu einer problemlosen Pflichtprüfung und lassen Fahrer und Beifahrer vollkommen entspannt am Zielort, dem gemütlichen Interieur, entsteigen. Im Fond geht es auch ausreichend luftig zu, während es auf der Rückbank für 3 Erwachsene auf Grund der geringeren Innenbreite, schnell zu eng werden kann.
Die Verarbeitung liegt auf hohem Niveau und alles ist sauber eingepasst. Die Materialien sind durchweg hochwertig, auch wenn es an der ein oder anderen Stelle noch Spielraum für Verbesserungen gibt. Zu verbessern gibt es jedoch kaum etwas am bekannt formidablen Infotainmentsystem iDrive. Es funktioniert wunderbar intuitiv und der Rechner ist flott in seiner Berechnung. Der Bildschirm ist optimal in den Armaturenträger eingepasst und sitzt in bester Sichthöhe, was das ablesen ebenso positiv beeinflusst, wie auch die sehr gute Auflösung.



Motor / Getriebe:
Ist man einmal eingestiegen, hat sich alles eingestellt und drückt den Start/Stopp Knopf, so wird unter der Motorhaube ein 2,0l 4-Zylinder Bi-Turbodiesel im 525d geweckt. Das kleine Triebwerk wird mit Hilfe von zwei Turboladern unter Druck gesetzt, damit der schwere Brocken (~1,9t) flott vorangetrieben werden kann. Dabei soll ein kleiner Turbolader früh ansprechen und im unteren Drehzahlbereich früh Kraft bereitstellen, während der große Turbolader langsam Luft holen kann und sich um den oberen Drehzahlbereich kümmert.
In der Theorie klingt das schon sehr spannend, im Alltag dann kommt jedoch etwas Ernüchterung auf. So braucht der Motor immer noch mindestens 1.600U/min, um Kraft auf zu bauen und ab 4.500U/min bricht die Leistung dann auch schon wieder schnell ein. Unterhalb von 1.600U/min wirkt der Motor nicht nur recht kraftlos, sondern neigt hier deutlich zum brummen und entwickelt zudem starke Vibrationen unter Last, die dann zu kribbelnden Händen am Lenkrad ebenso führen wie sich durch die gesamte Karosserie hindurch ziehen. Wer den kleinen Bruder des 525d, den 520d, kennt merkt schnell, dass sich dieser deutlich kultivierter in diesem Bereich gibt.
Erst auf der Autobahn kann der Bi-Turbo gegenüber dem 520d einen kleinen, aber kaum nennenswerten Vorteil verbuchen, da er etwas strammer ab 160km/h beschleunigt, ohne dabei jedoch wirklich vor Kraft zu strotzen.
Vielen ist jedoch anstatt des ruhigen Laufes des Motors eher der Verbrauch interessant und auch hier muss man dem Motor leider ein negatives Zeugnis ausstellen. Denn selbst bei ruhiger Fahrweise lässt sich der 525d schwer unterhalb von 7l/100km bewegen. Nur mit hohem Einsatz des EcoPro Modus, samt Segelfunktion der Automatik und unter Nutzung des Vorausschauassistenten, sowie einer bewussten Fahrweise, lies sich der Verbrauch auf 6,6 l/100km drücken. Wer viel Autobahn fährt und dann auch im Bereich über 160km/h, der sollte besser gleich zum großen Reihensechszylinder greifen. Der arbeitet wirtschaftlicher, kultivierter und bereitet mehr Fahrfreude.
Geht es um einen sparsameren Antrieb, so sollte auf den kleinen 520d zurückgegriffen werden. Dieser verbraucht bei gleichem Einsatzgebiet, fast 1 l/100km weniger.
Besonderes Lob gebührt abermals in diesem Kapitel der 8-Stufen Automatik von ZF. Das Getriebe arbeitet stets wunderbar ruhig, hat immer die richtige Fahrstufe parat und Schaltvorgänge sind nur in den Gängen 1-3 spürbar. Die kaum vorhandene Zugkraftunterbrechung lässt das Getriebe auch besonders bei flotter Gangart in einem tollen Licht erscheinen und hier zeigt sich schnell, dass diese Automatik derzeit wirklich unerreichbar gut ist. Besonders schön ist auch hier der Übergang zum segeln und vom segeln zum Kraftschluss herstellen gelungen. Dies vollzieht sich mit nur einem kleinen Ruck und einer geringen Verzögerung im Ansprechverhalten.


Fahreigenschaften:
Wer den schweren 5er Touring bewegt, wird zunächst feststellen, wie ruhig und komfortabel der Wagen auf Unebenheiten anspricht. Dank der dynamischen Dämpfer gleitet der BMW selbst über starke Verwerfungen hinweg. Einzig Querfugen und stark versenkte Kanaldeckel dringen noch zu den Insassen hindurch, wenn auch in deutlich abgemilderter Form. Das Nachwippen auf Wellen ist zunächst auch ungewohnt, lässt sich mit der Zeit aber ertragen.
Sportliche Gangarten sollte der Fahrer mit Hilfe des Fahrerlebnisschalters an der Mittelkonsole über den Sport oder Sport+ Modus absolvieren. Der Antrieb reagiert feinnerviger auf Gaspedalbefehle, die Lenkung strafft sich und gibt eine bessere Rückmeldung und die Dämpfer werden ebenfalls härter eingestellt. So reduziert sich das Wanken bei Kurvenfahrten auf ein Minimum und der 5er durcheilt auch engere Kurven souverän. Erst bei provozierender Fahrweise drängt das Heck bei Lastwechseln sanft nach außen, wobei der schwere Kombi vorher über die Vorderräder den Grenzbereich dem Fahrer mitteilt. Das DSC greift dann bei Bedarf schnell und sanft regelt ein, so dass der Bayer schnell wieder auf dem rechten Kurs ist und auch dort bleibt.
Die Lenkung ist in den Modi EcoPro, Comfort und Comfort+ mit höherer Servounterstützung sehr leichtgängig und bietet hier trotzdem noch einen guten Kontakt zur Fahrbahn. Erst in den beiden Sport-Modi hingegen bietet sie die benötigte Straffheit, um eine noch bessere Rückmeldung zu erhalten. Wer den 5er BMW jedoch wirklich handlich machen will, der sollte auf alle Fälle zur aufpreispflichtigen Integral-Aktivlenkung greifen. Diese ist zwar teuer, bietet dafür aber eine brilliante Rückmeldung und lässt den schweren Touring eine Klasse kleiner erscheinen.
Die Traktion des BMW ist bei schlechter Witterung gut, so lange der Fahrer auch weiß, wie man mit dem Gaspedal umgeht. Denn wer es wirklich darauf anlegt bei feuchter Fahrbahn, dem zeigt ein ausbüchsendes Heck schnell, dass hier die Hinterräder immer noch angetrieben werden.




Fazit:
Was bleibt nun also abschließend zum 525d Touring zu sagen?
Der intern F11 genannte BMW 5er Touring ist und bleibt ein wunderes Fahrzeug. Ausgereift mit guter Qualität, tollem Reisekomfort und ausreichender Sportlichkeit. Der Motor ist jedoch der größte Negativpunkt an diesem Fahrzeug und das, obwohl BMW immer noch für bayerische Motorenwerke steht.
Leider ist den Münchnern hier ein Missgeschick passiert. Denn weder bei Leistung noch bei Verbrauch oder Laufkultur überzeugt der Antrieb und ist so definitiv keine Kaufempfehlung für potentielle Interessenten. Meine Empfehlung wäre entweder ein 520d, da dieser kaum weniger kann, aber kultivierter und sparsamer ist, oder aber gleich den 3,0l Reichensechszylinder. Denn gerade der R6 ist die Domäne des Münchner Motorenbaus und passt zum 5er wie der sprichwörtliche Deckel auf den Topf.

Leute, lasst Euch nicht hybridisieren! Und bleibt hart am Gas! :117:
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Mittwoch, 29. Oktober 2014, 11:09

Ich hatte vor einiger Zeit die Gelegenheit den 525d als Limousine und mit xDrive zu bewegen und kann mich dem Fazit zum Motor uneingeschränkt anschließen. Ein 520d ohne x ist von den subjektiven Fahrleistungen kaum schlechter, aber verbraucht weniger, der 530d kann bei vergleichbarem oder sogar besserem Verbrauch mehr überzeugen. Der 25d ist da irgendwie weder Fisch noch Fleisch.
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Mittwoch, 29. Oktober 2014, 14:45

Ich hatte das letzte mal einen 525d xdrive als pre-LCI...
Der Motor ist wirklich nicht automobile Oberklasse. Er hört sich ultra angestrengt an und fährt sich auch so. Der Verbrauch war für downsizing auch viel zu hoch.
Da nehme ich lieber den 204PS Audi A6 mit quattro.
:203: only

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