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Dienstag, 16. Mai 2017, 11:06

Renault Captur ENERGY dCi 90 EDC Experience | Sixt

Mögliche Titel-Schlagzeilen
Neues vom Einparken: Piep-Show abgesagt.
Ein Teufelskreis: Renault kauft Wertstoffsäcke von Dacia auf.
Entschieden compact: Opel Mokka mit Rabatt.


Entschuldigt bitte die schlechte Fotoqualität. Da kann ich nur auf den optisch ansprechenden Captur-Bericht aus 2015 verweisen, der schon vorhanden ist.

Mein erster Fahrzeugbericht hier im Forum handelte vom Kia Sorento. Ich erinnere mich an diesen Auftakt und will daher konsequent mit einem Augenzwinkern die Fahrzeuge vorstellen, die sonst kaum Aufmerksamkeit bekommen und müde belächelt werden. ;)
Nun ist der Renault Captur an der Reihe. Vorweg der Skandal für engagierte Meckerfritzen: Ich hätte ihn nicht nehmen müssen, ich habe ihn mir tatsächlich bei einer 50:50-Auswahl selbst ausgesucht. Nicht, weil Ostern in Niedersachsen dieses Jahr auf Mitte Mai fällt und ich geglaubt habe, es sei ein ausgeblasenes Ei (Farbe und Form verwirren!), sondern weil eine reine Überlandfahrt geplant war und ich schauen wollte, ob der Dieselmotor uns sparsam bewegt.

Es gibt ein paar Fahrzeugbauer, denen ich in 2017 durchaus zutraue, effiziente Dieselmotoren zu entwickeln oder zuzukaufen (hier ist der PSA-Konzern seit jeher vorzeigbar dabei), aber bei einer Sache stehen sie oft am Scheideweg zwischen Exzellenz und dem mobil gemachten Grauen: Die Kombination mit einem Automatikgetriebe.

Die bittere Enttäuschung zu dem Thema lag bei mir erst drei Wochen zurück: Ein Skoda Rapid mit dem 1.4 66KW 3-Zylinder-Diesel und einem prinzipiell zumindest soliden DSG machte die ordentliche Drehmomentcharakteristik des identischen Motors, wie ich ihn aus dem handgeschalteten Polo kannte, zu einer Luftnummer und der Tankwart kassierte die Provision dafür, dass das linke Bein Urlaub machte.

Ebenfalls 90 Pferdchen warteten im "ivory"-beigen Captur mit schwarzem Häubchen.

Also rauf auf den hohen Bock, "Schlüssel" einstecken und ab dafür. Ich bin jemand, der während der Fahrt im Kopf den BLP schätzt, die Schätzung wird jeweils dann präziser, wenn ich irgendein Knöpfchen nicht finde, oder der Versuch wird von Ahnungslosigkeit überschattet, wenn man es kaum glauben kann, dass bestimmte Kombinationen lieferbar sind. Viele Hersteller kommen einer möglichen geistigen Umnachtung des Kunden zuvor, indem sie ihn mit Ausstattungslinien und -paketen bevormunden und zwingen, sich in eine der Schubladen ("dekadent" oder "Sparfuchs") einzusortieren.

Bei diesem Captur schien es anders zu sein. Das Lenkrad durchaus wertig, Navi, Klimaautomatik und Tempomat dazu, doch dann, im knappem Parkraum der Innenstadt: Bedächtige Stille wie auf einer Beerdigung.
Oh je, in der ausgeblichenen "schwarzen" Plastikleiste der Sorte "Weichmacher4ever" waren nicht die verbreiteten 20-Cent-Stück-großen Kreise zu sehen. Nach kurzem Überlegen stellte ich fest, dass meine wenigen Mietwagen ohne Einparkhilfe hinten bis dato von Hertz oder Enterprise kamen.

Das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe "EDC" machte seine Sache richtig gut und überraschte überaus positiv. Es schaltete sanft und zu Zeitpunkten, die man vertreten konnte. Bloß Überholvorgänge mündeten in einem hochtourigen Schrei, als wollte der Captur sagen: Ja, es wird jetzt ein wenig dauern, aber vertraue mir!
Eine gewisse Gemütlichkeit hat die Kiste mit 1365 kg auch verdient, es passte insofern zusammen.

Die Materialanmutung ist merkwürdig zweigeteilt: Rund um Tacho und die Bedienelemente wird mit viel Hochglanz ein gewisser Anspruch erhoben, der sich allerdings an den Türverkleidungen und den völlig deplatzierten, schlecht durchdachten Ablagen zwischen den Vordersitzen nicht wiederfinden lässt.

Man kann von Glück reden, wenn man die Lehnenneigung eines Sitzes verstellen kann, ohne sich die Hand zu klemmen oder einen Krampf in der Schulter zu bekommen, weil so eine verwinkelte und gleichzeitig filigrane Armbewegung im Leben sonst nicht vorkommt.

Aus einem Aggregat mit 1.461 cm³ lediglich 90 PS herauszukitzeln und vor allem den vierten Pott nicht zu streichen, gilt heute auf dem Markt schon fast als trotzig und rebellisch. Und die Methode wusste zu überzeugen, im Gegensatz zum kleinen Diesel von VAG klang das ganze natürlich weniger nach Traktor, wobei die Fahrleistungen (13,8 s, 171 km/h laut Werksangabe) und der Realverbrauch (genau 5 Liter, allerdings bei 90% Überland) stimmig sind. Alles in allem ein fairer Deal für so einen Mini-Mini-SUV.

Mit einem fairen Deal kommt auch Erich daher (wobei ungewiss ist, ob absichtlich oder planlos/zufällig): Fragt man Onkel Google nach den Konkurrenten des Capturs, stellt man fest, dass ausnahmslos der Opel Mokka mit aufgelistet wird. Es ist schmerzlich bekannt, in welche Gruppe dieser einsortiert ist. Da wirkt es doch sehr versöhnlich, dass der Captur, der eine ganze Menge Platz bietet, in CCMR (bzw. hier: CCAR) läuft.

Zwischen BLP (23.732€) und Grundausstattung (diese Motor-Getriebe-Kombination nur als "Experience" erhältlich für 21.390€) liegt nicht viel, aber Renault will auch nicht viel haben für die wenigen Pakete und Optionen, die es gibt, beispielsweise sind vier elektrische Fensterheber serienmäßig dabei.
Das Navi-Radio-System incl. USB und Freisprechanlage ist förmlich geschenkt, Menüführung und Funktionsumfang würde ich wegen einiger Abstriche mit 6 von 10 Punkten bewerten. Auch beim "Vision"-Paket, das für schmale 790€ u.a. Voll-LED-Scheinwerfer einbringt, hält man sich spontan für einen Räuber und fragt sich, ob man nicht aus Versehen einen Talisman, statt einen Wagen aus CCMR, konfiguriert. Man kriegt wirklich viel Auto für das Geld, das muss selbst derjenige erkennen, der den Captur ad hoc grueselig findet.

Doch nichts füt ungut, Erich... Das "City-Paket" (Parkhilfe + anklappbare Außenspiegel) für 290€ hätte nicht wehgetan, die Heckscheibe ist eher eine Schießscharte und vergiss nicht: Der Gebrauchtwagenkäufer hat den 70. Geburtstag schon gefeiert. Aber statt das wirklich zu kritisieren, gehe ich in die andere Richtung: Lass uns die Ultraschallsensoren beim Mokka zuspachteln und den Hobel auch in CCMR einsortieren! Und dann machst du mir dafür auch so eine gude Breis!
:203:

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StanLee

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Dienstag, 16. Mai 2017, 11:48

Ich habe letztes Jahr für eine Woche den Captur gehabt, nur mit Schaltgetriebe. Ich war so sehr froh wenn ich das Auto zurückgeben konnte. Der Captur war mein Begleiter auf 2300 km, überwiegend Autobahn, wenig Landstraßen und Stadt. Auf Landstraßen/Stadt musste ich immer Schalten, der Motor war für mich einfach schwach. Dieses Touch-Screen-Ding war auch nicht gerade Benutzerfreundlich. Ich habe kurz vor diesem Auto einen Dacia Duster für ca. 3 Stunden gehabt, der Captur war nur bisschen besser, zu schade für das Geld.

Den Captur habe ich bei Hertz bekommen, gebucht wurde D, die Eingruppierung Q6 finde ich bisschen übertrieben. Der Verbrauch 5,8 l/100 km ist in Ordnung.
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Dienstag, 16. Mai 2017, 11:56

Hatte über Ostern einen Captur mit 90PS Diesel von Sixt in Edinburgh und kann das so nur unterstreichen. Als Schalter, meist ohne AC an und 50% der Zeit den ECO Knopf an kam ich am Ende auf 5,05l/100km. Darunter war ca 50% Autobahnfahrten, 30% Überland und 20% Stadt. In der Regel mit 3 Leuten + leichtem Gepäck. Bei ca. 900km.

Der 90PS Diesel ist leider nicht wirklich durchzugsstark, was ich an dem ein oder anderen Hügel dann doch öfters negativ gemerkt habe. Zum mitschwimmen absolut ausreichend. Der ECO Knopf gibt ihm dann den Rest und klaut noch einmal gefühlte 15PS...

Das Navi war grenzwertig aber ausreichend und Spotify Streaming hat geklappt. Könnte also ergo schlimmer sein.
Bye
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PrognoseBumm

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Dienstag, 16. Mai 2017, 11:59

Yay! Berichte von Alltags-Autos! :thumbup:

Der Captur erschien mir immer als einer der nutzloseren Vertreter der (ohnehin nicht so sinnigen) Kategorie „City-SUV“. Wie war denn der Sitzkomfort und die Sitzposition so? Besser als in einem Clio oder Polo? Das ist für mich in der Theorie immer der einzige große Vorteil dieser Dinger – um dann in der Praxis festzustellen, dass sie keinen Deut bequemer sind als ein normaler Kleinwagen.

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StanLee

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Dienstag, 16. Mai 2017, 12:17

@PrognoseBumm: Bequem war die Karre schon (es ist eine subjektive Sache), für meine Mutter war bisschen hoch, Ein- und Ausstieg war nicht gerade einfach.
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PrognoseBumm (16.05.2017)

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Dienstag, 16. Mai 2017, 12:26

Als Schalter, meist ohne AC an und 50% der Zeit den ECO Knopf an kam ich am Ende auf 5,05l/100km. Der 90PS Diesel ist leider nicht wirklich durchzugsstark, was ich an dem ein oder anderen Hügel dann doch öfters negativ gemerkt habe. Zum mitschwimmen absolut ausreichend. Der ECO Knopf gibt ihm dann den Rest und klaut noch einmal gefühlte 15PS...
Beim Captur sind beide Knöpfe invers, sprich man "aktiviert" das "AC off" und das "ECO off". Das muss man immer erstmal erkennen. Ich bin dauerhaft im ECO-Modus geblieben, was mir jetzt im Nachhinein beim Überholen etwas lebensmüde vorkommt. ;) Klima war nahezu immer aus. So kommt man immerhin dichter an die Testsituation von Renault selbst ran und kann mit den Werksangaben vergleichen. Bloß kann ich die gefühlten 15PS Differenz jetzt nicht bestätigen oder verneinen.

Wie war denn der Sitzkomfort und die Sitzposition so? Besser als in einem Clio oder Polo? Das ist für mich in der Theorie immer der einzige große Vorteil dieser Dinger – um dann in der Praxis festzustellen, dass sie keinen Deut bequemer sind als ein normaler Kleinwagen.
Der Seitenhalt im ECMR-Auto, das nicht zufällig eine gute Ausstattung oder Sportsitze hat, ist i.d.R. mies. Ausgehend davon ist es beim Captur besser, obwohl mich diese aufgekletteten Sitzbezüge erst skeptisch gemacht haben. Man findet nach einiger Zeit eine gute Sitz- und Lenkradposition, auch die klapprige Mittelarmlehne fügt sich gut in die Position ein, könnte für einen Handschalter allerdings zu weit nach vorne ragen.

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