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tobias.S

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Donnerstag, 31. August 2017, 21:10

BMW 640d Gran Coupe | Sixt NUE

Basisdaten

Station: Sixt Nürnberg Flughafen / NUE
Fahrzeug: BMW 640d Gran Coupe / XSAR
VIN: WBA6E21030G516444
BLP: 108.170 €
Leistung: 230 kW/ 313 PS
Erstzulassung: 20.04.2017
Kilometerstand bei Übernahme: 5865
Gefahrene Kilometer: 2095
Durchschnittsverbrauch errechnet: ca. 9,24 L/100km
Mietdauer: 7 Tage




Anmietung

Eine LDAR-Wochenmiete sollte mich für meinen Urlaub nach Südtirol begleiten. Im morgendlichen Telefonat kam zur Sprache, dass ein BMW 640d Gran Coupe im Rücklauf sei, welches man mir überlassen würde. Ich sollte allerdings eine Stunde später kommen, weil das Fahrzeug noch gereinigt werden müsse. So wurde mir auch unnötige Wartezeit erspart. Ein Upsell war ebenso nicht fällig, wobei man wahrscheinlich froh war dass ich den 6er genommen habe, weil LDAR-Fahrzeuge bekanntermaßen Mangelware sind. Bei meinen etlichen LDAR-Anmietungen bisher habe ich die Klasse nie erhalten. Mein Wunsch (!) wäre ein BMW 4er gewesen, doch ausgerechnet dieses häufige Fahrzeug war nicht (mit Motor) verfügbar. Ein großes Lob geht dennoch an die Mitarbeiter der Nürnberger Flughafenstation, die auch mal den Telefonhörer in die Hand nehmen. Eine vorherige Rücksprache erleichtert die Planung ungemein.


Fahrzeug und Ausstattung



Offensichtlich hatte ich es nicht mit dem beliebtesten Mietwagen zu tun - bei nur knapp 6000 km in 4 Monaten. Vielleicht besteht hier ein Zusammenhang mit der äußerst selbstbewussten XSAR-Einpreisung.
Im Innenraum nahezu neuwertig, hatte die Außenhaut doch schon einige Blessuren V.a. durch Waschanlagenaufenthalte davongetragen. Auffällig waren streifenförmige schmierige Rückstände auf großen Teilen des Fahrzeugs, die mit viel Mühe entfernbar sind und auf den ersten Blick mit ihrer Ähnlichkeit zu Kratzern irritierend wirken.
Passend zur Jahreszeit stand der Wagen natürlich - wie sollte es auch anders sein - auf Dunlop Wintersport 3D mit 18 Zoll Felgen (welche man immerhin nicht so leicht beschädigen kann). Bisher habe ich keine sinnvolle Erklärung und auch kein Verständnis dafür, dass man ein Auto im April auf Winterreifen einflottet, wenn der Wagen den nächsten Winter in Vermietung wahrscheinlich nicht sehen wird. Wenigstens war die Bereifung noch in sehr gutem Zustand, was ja auch nicht selbstverständlich ist.



Die Ausstattung war erwartungsgemäß reichhaltig, jedoch im Detail etwas eigenwillig. Ganz selbstverständlich finden sich großes Navi mit (voll nutzbarem) WLAN-Hotspot, 4-Zonen-Klima, Harman Kardon, beledertes Armaturenbrett, M-Lenkrad, Glasdach, HUD, Surround View, adaptive LED-Scheinwerfer, Spurhalteassistent und Auffahrwarnung sowie Standheizung (sehr nützliches Feature).
ACC allerdings sucht man vergebens, das hätte man in dieser Preisklasse dazu konfigurieren können. Die Verarbeitungs- und Materialqualität ist ebenso am Rande der Oberklasse angesiedelt. Es knarzt und knackt absolut nichts und insbesondere das belederte Armaturenbrett hinterlässt einen edlen Eindruck.



Der Wagen ist im Innenraum längst nicht so groß wie die imposante Erscheinung von außen vielleicht erwarten ließe, zu zweit mit Gepäck hat man immerhin keine Platzprobleme. Auf der Rückbank stören sich größere Mitfahrer an der abfallenden Dachlinie, in der Mitte kann man eigentlich nicht sitzen. Das nutzbare Kofferraumvolumen ist okay für ein großes Coupe, aber nicht mehr.




Nicht ganz passend wirkt in dieser Preisklasse - wie auch schon im BMW F10 - der nur mäßige Klang des Soundsystems. Es ist "in Ordnung", klingt aber nicht aufpreisverdächtig oder gar gut. Ärgerlich ist auch die Tatsache, dass man das Glasdach nur ankippen, aber nicht öffnen kann. Dies wäre sicherlich mit einigem Aufwand realisierbar, eine solche Ingenieursleistung kann man meiner Meinung nach in der 100.000€-Preisklasse erwarten.


Motorisierung, Fahrgefühl, subjektive Eindrücke

Wie der Wagen fährt, kann man sich eigentlich vorstellen - ähnlich wie ein F10 (den ich persönlich sehr mag) und noch eine Spur wuchtiger. Es ist ein sehr schnelles und komfortables Reiseauto. Der klassische N57 Reihensechszylinder-Diesel mit 3 Litern Hubraum und zweifacher Turboaufladung beschleunigt das 2-Tonnen-Schiff mit seinen 313 PS und 630 Nm standesgemäß vehement. Auf der Autobahn fliegen die Kilometer nur so dahin, im hohen Geschwindigkeitsbereich nehmen die Windgeräusche aber merklich zu (vermutlich aufgrund der rahmenlosen Scheiben?). Mit 70 L Diesel-Tank und einem Verbrauch von ca. 9L/100km erzielt man auch eine akzeptable Reichweite.

Die Abstimmung des adaptiven Fahrwerks ist für ein Fahrzeug dieser Größe gelungen, geschmeidig in „Comfort“ für die Autobahn und etwas straffer, aber ohne unnötige Härte in „Sport“. Der Modus „Sport“ lässt gefühlt einige hundert Kilogramm Gewicht dahinschmelzen, der Wagen wirkt erstaunlich handlich mit direkterer Reaktion auf Gaspedal und Lenkung. Ebenso fiel die Bremsanlage positiv auf mit ausreichender Dimensionierung für eine sportliche Fahrweise über längere Zeit. Natürlich kommt niemals das Gefühl von Leichtfüßigkeit auf, jedoch gelingt der Versuch einem 2-Tonner ein sportliches Fahrverhalten anzuerziehen erstaunlich gut. Möglicherweise hat der Eindruck auch damit zu tun, dass auf einen Allradantrieb glücklicherweise verzichtet wurde. Der Hinterradantrieb fördert ein merklich hecklastiges Kurvenverhalten zutage.

Am Ende hat man es jedoch trotzdem mit einem breiten, langen und schweren Auto zu tun. Vor allem die Breite erfordert eine gewisse Eingewöhnung, da nicht jede Straße (gerade in den Alpen) für 1,90 m plus Spiegel gebaut wurde. Man sieht definitiv gut aus, wenn man im Auto sitzt – umgekehrt gilt das eher nicht.
Die Sicht in jegliche Richtung ist eingeschränkt aufgrund der hohen Seitenlinie und verhältnismäßig kleinen Fensterflächen. Man kann nur erahnen wo das Auto vorne rechts aufhört bzw. sich auf sein Gefühl und die Parksensoren verlassen. Zudem erlaubt Surround View keinen zeitgleichen direkten Blick nach hinten über die Rückfahrkamera und zeigt ein verzerrtes Bild bei Hindernissen sehr nahe am Fahrzeug. Wenn man die Felswand rechts in wenigen Zentimetern Entfernung zum Auto hat, lässt man besser den Beifahrer schauen wie viel Platz noch ist. Desöfteren kam ich aufgrund der Abmessungen ordentlich ins schwitzen, glücklicherweise war immer noch eine Handbreit Platz.





Fazit

Als Fan des BMW F10 bin ich auch mit dem 6er F12 schnell warm geworden. Man merkt dem Fahrzeug jedoch seine nicht mehr ganz so aktuelle Basis an. Die Fahrzeugabmessungen und v.a. die schlechte Übersicht emfand ich als grenzwertig unangenehm auf schmaleren Passstraßen und würde das nächste Mal dafür defintiv ein kleineres Fahrzeug wählen. Auf deutschen Autobahnen ist er jedoch in seinem Element und kann seine Stärken voll ausspielen. Nicht jedem erschließt sich der Spaß an einem derartigen automobilen "Flagschiff". Ich persönlich bin aber sehr froh schon in jungen Jahren gelegentlich Fahrzeuge der (Fast-)Oberklasse bewegen zu dürfen.

:203:

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Donnerstag, 31. August 2017, 22:00

Vor allem die Breite erfordert eine gewisse Eingewöhnung, da nicht jede Straße (gerade in den Alpen) für 1,90 m plus Spiegel gebaut wurde.
Breite mit Spiegeln: 2,09 m - reicht also auch für die linke Baustellenspur (2,10 m) - zumindest theoretisch. ;)
Dennoch ein schöner Bericht. :thumbup:

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Donnerstag, 31. August 2017, 22:15

Schöner Bericht! :)
Für Passstraßen mag das Auto vielleicht nicht geeignet sein aber ich fand das adaptive Fahrwerk auch super.

Kleiner Hinweis: F12 ist das 6er Cabrio, hier geht es um einen F06. :P

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Donnerstag, 31. August 2017, 22:56

Auffällig waren streifenförmige schmierige Rückstände auf großen Teilen des Fahrzeugs, die mit viel Mühe entfernbar sind und auf den ersten Blick mit ihrer Ähnlichkeit zu Kratzern irritierend wirken.
Seltsam, das hat mein letzter Mietwagen von Sixt auch gehabt. Der Checker?! wollte die Rückstände jedoch nicht zu den anderen beiden Neuschäden nachtragen, da diese sich durch kräftiges Rubbeln entfernen lassen.

Heute dann eine Mail von Sixt erhalten: Kratzer 5-10 cm (bis Grundierung) Fotografiert wurden natürlich die besagten Rückstände... :whistling:

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Sonntag, 3. September 2017, 00:12

Auffällig waren streifenförmige schmierige Rückstände auf großen Teilen des Fahrzeugs, die mit viel Mühe entfernbar sind und auf den ersten Blick mit ihrer Ähnlichkeit zu Kratzern irritierend wirken.
Seltsam, das hat mein letzter Mietwagen von Sixt auch gehabt. Der Checker?! wollte die Rückstände jedoch nicht zu den anderen beiden Neuschäden nachtragen, da diese sich durch kräftiges Rubbeln entfernen lassen.

Heute dann eine Mail von Sixt erhalten: Kratzer 5-10 cm (bis Grundierung) Fotografiert wurden natürlich die besagten Rückstände... :whistling:
Auf der einen Seite kann ich Sixt verstehen, dass die keine scheinbaren Kratzer eintragen lassen wollen, denn als Kunde fragt man sich teilweise schon bei der Dezimeter langen Schadensliste, ob man es mit einem "Schlachtschiff" zu tun hat.

Jedoch finde ich absolut inakzeptabel diese scheinbaren Schäden einem Kunden zu berechnen.

Ich fertige immer selber Fotos an, um eine mögliche Argumentation zu unterstützen.
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Sonntag, 3. September 2017, 10:10

Interessanterweise war schon eine der Streifspuren als Schaden eingetragen, soweit ich es auf dem verwackelten unscharfen Bild erkennen konnte. Ein echter (tiefer) Kratzer dagegen nicht, der mir in der Nähe aufgefallen ist. Ich hab das einfach fotografiert und in meinem Leichtsinn darauf vertraut man werde mich schon nicht die Pfanne hauen. Ging zum Glück gut (die wussten wohl was ihre Waschanlage anstellt, glaube nicht dass die Abgabe an einer anderen Station ebenso unproblematisch gewesen wäre), das nächste Mal sollte ich doch besser den Checker holen um die Schadensliste zu klären. Es war nur keiner weit und breit zu finden.

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