Vermieter:
Sixt
Anmietstation: Mannheim-Neckarau
Rückgabestation: Mannheim-Neckarau
gebuchte Klasse:
LDAR
erhaltene Klasse:
FWMR
erhaltenes Fahrzeug:
Audi A4 Avant 2.0 TDI
Getriebe: 6 Gang Handschaltung
Durchschnittsverbrauch: 6,3 Liter je 100 km (Laut Tankrechnung)
Km-Stand bei Abholung: 275 km
gefahrene Strecke: ca. 1000 km
Dauer: 3 Tage
Tarif: ADAC
CDP
BLP: ca. 44000 Euro (laut Audi Konfigurator)
Ausstattung: Sportfahrwerk, PDC akustisch hinten, Xenon plus, MMI, Multifunktionslenkrad 3 Speichen Leder, FIS mit Farbdisplay, Sonnenrollo manuell hinten, Sportsitze vorne, Klimaautomatik 3 Zonen, Lichtpaket, Sitzheizung vorne, Tempomat, Handyvorbereitung mit Bluetooth, Audi Music Interface
Das Vorgeplänkel
Angefangen hatte alles mit dem Bedürfnis mit 21 endlich einmal LDAR bei Sixt zu mieten und den neuen BMW F10 einmal selber fahren und erleben zu dürfen. Hinzu kam dass ein guter Bekannter von mir mittlerweile zum Studieren nach Bonn gezogen war und somit hatte die ursprüngliche Spaßmiete einen Pseudogrund um mein Gewissen zu beruhigen. Also gesagt getan, LDAR bei Sixt gebucht. Natürlich war mir bekannt dass die Flottensituation bei Sixt in dieser Kategorie derzeit sehr gespannt war aber ich wollte dennoch mein Glück versuchen. Am Morgen der Anmietung stellte ich dann fest das ich einen Anruf von der Station verpasst hatte. Mein Magen verkrampfte sich merklich da ich mir schon dachte dass dies nichts Gutes heißen kann. Also zurückgerufen und erfragt wie denn die aktuelle Lage sei.
Ich: Guten Morgen Herr XY sie hatten bei mir angerufen wegen meiner LDAR Reservierung am Mittag
SL: Ja Herr Odw. wir haben da ein Problem mit ihrer Reservierung. Wir können Ihnen leider kein LDAR Fahrzeug bereitstellen. Nur noch ein Audi TT Cabrio.
Ich: Oh das ist schlecht. Ich brauche etwas mit 4 Sitzplätzen und da ist ein TT Cabrio nicht gerade die erste Wahl für. Können Sie denn mal bei den Stationen in der Umgebung nachsehen was die haben?
SL: Gerne, einen Moment.
Anspannung
SL: Das sieht schlecht aus, weder in Mannheim HBF, Ludwigshafen noch Karlsruhe ist etwas in der Klasse verfügbar.
Ich: Haben Sie vielleicht was kleineres mit Dieselmotorisierung?
SL: Ja einen Audi A4.
Ich: Ok dann blocken Sie den, bis später!
Nach diesem Telefonat war ich doch etwas enttäuscht das es nichts mit dem 5er wurde. Aber wenigstens nach einem Jahr nur mit Benzinern von Sixt endlich mal wieder ein Ölbrenner. Also ab in den Bus und los zur Station. Auf dem Hinweg erfuhr ich dann von FabianS das an der Station ein
530d GT stand den mir der Stationsleiter offenbar vorenthalten hatte. Als ich dann gerade von der Straßenbahnstation zur Station lief sah ich ihn bereits stehen, wie er gerade vom Stationsleiter dem glücklichen Mieter übergeben wurde. Da die beiden noch eine Einführungsrunde fuhren hatte ich leider nicht die Chance nachzufragen ob der andere Mieter vor mir reserviert hatte oder aus welchen anderen Gründen ich nichts von dem GT erfuhr.
Die Anmietung
Also rein in die Station die Karten auf den Tisch. Der freundliche RA der erst seinen 4. Arbeitstag in der Station hatte war sehr freundlich und auch die Dame die Ihn coachte untermauerte diese Freundlichkeit. Also ließ ich die schlechte Laune wegen des GT’s verfliegen, schließlich konnte keiner der RA’s etwas dafür. Nach einem Augenblick bekam ich dann den Schlüssel zu einem fast neuen Audi A4 Avant 2.0TDI. Um mir das ganze schönzureden dachte ich mir das ich mit dem sicher besser meinen Umzug aus meiner Studentenwohnung bewerkstelligen könnte als mit dem GT

. Also erst einmal das Gepäck verstaut und alles eingerichtet wie man es gerne hat.
Bei Abholung hatte der Wagen erst jungfräuliche 275 km auf der Uhr, er wurde auch erst ein paar Tage vorher eingeflottet, ich war erst der zweite Mieter und man konnte den Neuwagengeruch gut wahrnehmen. Leider wurde offenbar bei der Außenreinigung etwas gespart, die Handschrift ließ auf einmal mit dem Kärcher drüber und gut ist schließen. Der Innenraum war jedoch Tadellos sauber.
Das Auto
Ja also mal wieder ein Audi. Bis auf die für den Fahrer sehr unübersichtliche Heckpartie ist der A4 Avant doch ein schickes und stylisches Auto. Vermutlich musste der Designer für die Scheinwerfer beim Zeichnen des Tagfahrlichts Niesen und daher ist es so geschwungen. Zugegeben auch wenn ich wie gesagt kein Fan der Tagfahrleuchten bei Audi bin die nach dem Start des
A5 bei dem sie noch gut aussahen nach und nach alle Modelle zierten bin geben diese zusammen mit dem Xenonlicht dem Wagen von vorne ein aggressives und gleichzeitig agiles Aussehen. Abgerundet wird das sonst eigentlich sehr ansprechende Designkonzept im Außenbereich bei diesem Exemplar von den wunderhübschen Kunststoff Gullydeckeln auf 16“ Stahlfelgen Mit M+S Bereifung.
Nachdem man auf dem Fahrersitz platzgenommen hat fühlt man sich sofort zu Hause. Alle Knöpfe und Drehräder sind bequem und gut zu erreichen und machen einen hochwertigen und modernen Eindruck.
Die verbauten Sportsitze gaben mir zwar nicht den Seitenhalt den ich mir in manchen Situationen gewünscht hätte aber ich schiebe dies einmal auf meine körperliche Statur. Für den Langzeiteinsatz bis zu 3 Stunden sind diese dank diverser Einstellmöglichkeiten sehr bequem und ohne Schmerzen nutzbar. Die hintere Sitzreihe ist für kleine bis mittelgroße Personen ausgelegt. Auf Ihnen lässt es sich bequem sitzen und da auch der mittlere Sitz mit einem Drei-Punkt-Gurt ausgestattet ist kann man auch auf diesem Platz Personen mitnehmen ohne sich Sorgen um die Sicherheit machen zu müssen. Abends war die Rückbank auf dem Weg zu einem Club in Köln-Deutz voll belegt und keiner der Mitfahrer beschwerte sich über etwaige unzureichende Platzverhältnisse während der Fahrt.
Der Motor
Ausgestattet war das Fahrzeug mit einem 2 Liter TDI mit Commonrail Einspritzung. Zwar machte ich mir keine Illusionen aber ich warf dennoch einen Blick auf den Fahrzeugschein (Seit wann liegen die bei Sixt nicht mehr als Original aus?) ob wir es vielleicht mit dem „großen“ 2.0 TDI zu tun hatten. Leider entpuppte sich die Angabe unter P.2 als TDI mit 143 PS. Also für mich ein alter Bekannter den ich bereits aus dem
Audi A3 kenne. Dort empfinde ich bereits diese Ausbaustufe als Idealen Antrieb für dieses Fahrzeug. Da der Motor im A4 Avant jedoch fast 400 kg mehr zu schleppen hat sind Quantensprünge beim Vortrieb ausgeschlossen. Trotzdem kommt man sich mit der Maschine bei Autobahnpassagen bis zum mittleren Geschwindigkeitsbereich nicht untermotorisiert vor. Lediglich ab Tempo 150 lässt der Vortrieb spürbar nach und man muss ihn regelrecht hochprügeln um V-Max zu erreichen die laut Tacho bei 215 km/h liegt.
Der A4 Avant ist mit diesem Motor ein hervorragendes Langstreckengefährt. Man kann es langsam und sparsam angehen oder wenn man es drauf ankommen lässt auch schnell. Dann gönnt sich der Dieselmotor aber doch den ein oder anderen Liter mehr an Sprit. Der Auftritt mit Tagfahrlicht und Xenon sorgt für ein entsprechendes Überholprestige und viele Autofahrer machen dem A4 freiwillig Platz ohne dass ein Einsatz der Lichthupe nötig wäre. Dies war auf der Anfahrt nach Bonn wegen des regen Verkehrs von Vorteil da ich mich doch ein wenig in der Zeit vertan hatte und der Haribo Werksverkauf Samstags eben schon um 16 Uhr die Schotten dicht macht.
Möchte man es sparsam angehen fährt man am besten im Bereich von 120 bis 140 km/h. In diesem Bereich ist der Motor nur schwach zu vernehmen und die Fahrtgeräusche sind auf trotz verbauter M+S Reifen auf einem erträglichen Niveau. Der Verbrauch pendelte sich auf der Rückfahrt auf 5,3 Liter laut BC ein was ich zusammen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 110 km/h trotzt öfters stockendem und stehenden Verkehr auf den Autobahnen für einen guten Wert halte besonders da auf dem letzten Teil der Reise der Wagen mit Umzugsgut doch voll beladen war.
Das Infotainment
Die Navigation und das verbaute Infotainment hinterlassen einen überwiegend positiven Eindruck. Positiv empfand ich unteranderem die problemlose Kopplung meines Motorola Milestones mit der verbauten Bluetooth Freisprecheinrichtung. Sogar das Telefonbuch und Anruflisten ließen sich ohne Probleme vom Navi aus erreichen. Die Sprachqualität ist gut und ohne Mängel.
Das Navi arbeitet weitestgehend präzise und erlaubt sich kaum Fehler. Einzig eine Fehlleitung auf der Bonner Stadtautobahn mit anschließender 12km-Irrfahrt und eine Wegweisung die sich dank vorhandener Ortskenntnis als zu weit und zu lang identifizieren ließen, trüben die Bewertung. Ärgerlich finde ich das verbaute audi music interface. Ich finde dass man dieses Interface bei einem Privatwagen viel besser nutzen kann da sich hier in der Regel nur einmal die Frage, welche Schnittstelle brauche ich, stellt. Bei einem
Mietwagen sollte es aber Standard sein aufgrund der Tatsache dass man nicht weiß welches Interface der Mieter nutzen möchte, entweder AUX über 3,5mm Klinke oder USB zu verbauen da diese Anschlussmöglichkeiten eindeutig die Mehrheit der Mieter abdecken wird. Da ich nicht das ganze Wochenende nur Radio sondern auch meine eigenen Musikwünsche hören wollte musste ich also wohl oder übel in den Sauren Apfel beißen und mir für 30 Euro ein USB Adapterkabel bei einem Audi Händler zulegen. Die Wiedergabeeigenschaften bei MP3 befinde ich überwiegend positiv. Ein paar Schönheitsfehler umfassen Probleme mit langen ID3 Tags und die Navigation durch die Ordnerstrukturen. Es werden leider nur so viele Zeichen des Titels und Interpreten angezeigt wie auf die breite des Bildschirms passen. Leider scrollt die Anzeige bei längerem verweilen auf der Auswahl nicht den ganzen Titel von rechts nach links durch das Display, dabei wäre dies eine einfache und praktische Lösung. Gewünscht hätte ich mir zudem eine Anzeige von eventuell in der MP3-Datei vorhandenen Coverabbildungen.
Das Fazit
Der Audi A4 ist ein Fahrzeug das ich gerne jederzeit wieder nehmen würde aber natürlich nicht wenn ich vorher LDAR reserviert habe. Ansonsten ist er ein ideales Reisefahrzeug um bequem von A nach B zu kommen. Sparsames und zügiges vorankommen sind hiermit bestens möglich Persönlich würde ich ihn mir jedoch nicht zulegen da meiner Meinung nach der Platz bei einem Kombi ein wichtiges Kriterium ist welches der A4 nicht so gut erfüllt wie beispielsweise ein Golf Variant. Mein Umzugsgut passte gerade so mit Ach und Krach ins Auto. Der vorherige Umzug fand mit einem Golf 5 Variant statt und da passte alles so rein das man am Ende des Tages auch noch durch das Heckfenster sehen konnte und keinen ultraschallgeleiteten Blindflug durchführen musste. Und außerdem mag ich persönlich mehr die Limousinen als den Kombi.
Fotos gibts leider nur diese die ich noch schnell vor Abgabe gemacht habe und das eine vor der Abfahrt, beim nächsten Bericht werde ich mir da mal mehr Mühe geben



