Farbe: Perla Nera Schwarz metallic
EZ: 4/2011
km-Stand: 1.227km (Abgabe)
gefahrene Strecke: 483km
Nutzungsprofil: 20% Stadt und Kurzstrecke / 40% BAB (160-200km/h) / 40% Überland
Verbrauch: 7,2l/100km (BC: 7,1l)
Leistung: 156PS
Drehmoment: 240Nm bei 1.400U/min
Hubraum: 1,6l 4-Zylinder Turbo-Benzindirekteinspritzer
0-100km/h: 8,3s
Vmax: 215km/h
LP (Testwagen): 34.360€
Ausstattung:
- 19"LMF Magny Cours matt
- Navi "WIP Com 3D"
- Volllederpaket
etc.
Anmietung:
Als vor 2 Wochen die ersten Peugeot RCZ bei
Sixt gesichtet wurden, war ich schon sehr gespannt eines dieser Fahrzeuge einmal zu testen.
Nachdem dann vor wenigen Tagen die ersten Fahrzeuge am MUC eintrafen, beschloss ich eines dieser guten Stücke zu fahren. Also buchte ich für einen Tag
CPMR und sprach am Abend vorher mit einer absolut freundlichen RA ob ein RCZ verfügbar wäre. Nachdem dies als positiv gemeldet wurde, blockte sie mir für den nächsten Tag dieses Fahrzeug.
Bei Abholung checkte ich dann noch kurz den Zustand des Fahrzeugs auf Schäden, da nur einer eingetragen war (Kratzer oberflächig 5-10cm). Es kamen keine weiteren Schäden zum Vorschein und somit konnte meine Testfahrt losgehen.
Karosserie / Innenraum:
Die Front ist geprägt von einem riesigen Kühlergrill sowie den großen Scheinwerfern Die Seitenlinie erinnert stark an den Audi TT wobei das Heck etwas gestreckter wirkt Der RCZ baut extrem flach und kauert so nahe am Asphalt und bietet als Besonderheit eine Doppel-Bubble-Kuppel. Die gewellte Heckscheibe und das gewellte Dach sind der größte Blickfang am gesamten Fahrzeug.
Alle Linien gehen sehr elegant und fließend ineinander über. Das große Löwenmaul passt beim RCZ sehr gut zum Gesamtbild, einzig die Scheinwerfer erscheinen etwas zu riesig in ihren Ausmaßen.
Im Innenraum herrscht eine gute Übersichtlichkeit mit klaren Instrumenten, hervorragender Verarbeitung und einer Materialqualität, die in dieser Preisklasse sicherlich seines gleichen sucht! Respekt Peugeot, selbst kleine Details erfreuen in diesem Fahrzeug das Auge des Betrachters. So befindet sich zwischen den zwei mittig angeordneten Luftausströhmern noch eine wunderschöne Analoguhr. Zudem ist das Amaturenbrett mit einem lederähnlichen Stoff bezogen und weist perfekt gezogene, parallel verlaufende Ziernähte auf! Das wirkt nicht nur absolut hochwertig und edel, nein es fühlt sich auch sehr gut an.
Hat der Fahrer dann erst einmal in den sehr guten Seitenhalt bietenden Sportsitzen Platz genommen, findet er auch dank der elektrischen Sitzverstellung schnell eine passende Einstellung hinter dem etwas zu groß geratenen Lenkrad. Die Bedienung von Radio und Tempomat erfolgt peugeot-typisch mit fest installierten Tastern hinter dem Lenkrad und ist nicht so optimal gelöst wie eine Bedienung mit Tasten direkt im Lenkrad.
Während vorne also die Platzverhältnisse sehr gut sind, bis auf eine eingeschränkte Kopffreiheit auf Grund der niedrigen Bauart, ist der Fond eine absolute Zumutung und eher als Strafbank für kleine Kinder zu gebrauchen! Knallharte Polsterung, praktisch im 90° Winkel stehende Rückenlehne und eine Kopffreiheit die den Namen nicht verdient! Personen über 1,5m stoßen sich sofort den Kopf an der Heckscheibe, zudem ist der Zustieg nur mit einer Kamasutra-ähnlichen Verrenkungstechnik möglich. Auf Grund dieser Gegebenheiten, ist dieser Platz einfach nur eine bessere Ablage mit der Möglichkeit die dort abgelegten Dinge mit Hilfe des Gurtes zu verzurren. Der Kofferraum ist erstaunlich groß und lässt sich gut beladen, zudem besteht die Möglichkeit die Rücksitzlehne umzulegen und so entsteht eine Laderaumkapazität von insgesamt 630l, die für ein solches Coupé beachtlich ist.
Das von Peugeot werksseitig zu bestellende Navigationssystem "WIP Com 3D" kostet zwar stolze 1.990€ Aufpreis, ist jedoch dieses Geld durchaus wert. So umfasst das System neben einem 7" großen Monitor mit guter Auflösung ein Bluetooth-Telefon mit SIM-Card, den Telematikdiensten samt Notruffunktion, einer 10GB Audiofestplatte auch noch die Möglichkeit via Clinch-Anschlüße Videogeräte anzuschließen. Ebenso an Bord sind noch ein SD-Card Slot für Musik, eine USB-Schnittstelle und bedient werden kann alles via Sprachsteuerung, die sehr gut funktioniert.
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Motor / Getriebe:
Den Antrieb im gefahrenen RCZ übernahm der 156PS starke 1,6l 4-Zylinder Turbo, der bekannt aus dem Mini Cooper S ist. Im Franzosen-Coupé ist dieser Antrieb jedoch absolut unauffällig in allen Bereichen!
Er läuft ruhig und vibrationsfrei sowohl im Stand als auch im gesamten Betriebsbereich. Leider entwickelt er allerdings auch keinerlei Emotionen. So tritt der Motor zwar im unteren Drehzahlbereich schon sehr früh an, was an dem sehr früh anliegenden Drehmomentmaximum liegt, dreht dann jedoch ohne Zuwachs an Leistung aus. Akustisch bleibt der Antrieb selbst bei höheren Drehzahlen komplett im Hintergrund und entwickelt leider keinerlei sportlichen Sound, den man eigentlich bei einem solchen Fahrzeug erwarten würde. Peugeot weiß um dieses Problem und bietet ein sogenanntes Sportpaket für einen Aufpreis von 350€ an, welches neben einem kleineren Sportlenkrad noch einen Soundgenerator beinhaltet. In wie weit dieser dann zu einem sportlichen Klang des Antriebs führt, konnte ich leider nicht testen, da der Testwagen nicht mit diesem in meinen Augen sinnvollen Extra ausgestattet war.
Das verbaute 6-Gang Schaltgetriebe arbeitet ebenfalls besondere Auffälligkeiten. Die Kupplung ist sehr leichtgängig zu bedienen, bietet jedoch einen gut spürbaren Kupplungspunkt, der das Anfahren merklich erleichtert. Die Schaltwege sind zu lang geraten, genauso wie der Schaltknauf. Alle Fahrstufen lassen sich stets ohne Probleme einlegen, jedoch hakte es immer wieder ein wenig beim wechseln der Gänge. Die Spreizung der einzelnen Gänge ist stets passend, die letzten beiden Stufen sind merklich länger übersetzt, um dem ökologische Aspekt gerecht zu werden.
Dank des effizient arbeitenden Triebwerks in Verbindung mit der ausgefeilten Aerodynamik der Karosserie, ergab sich so trotz flotter Fahrweise ein hervorragender Verbrauch von errechneten 7,2 l/100km.
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Fahreigenschaften:
Wer sich ein französisches Fahrzeug kauft, der hegt meist weniger sportliche Ambitionen, wobei ein Käufer eines Coupés durchaus einen sportlichen Charakter sucht. Daraus ergab sich für die Entwickler des RCZ die schwierige Aufgabe das Fahrzeug auf der einen Seite komfortabel federnd für den Alltag auszulegen, als auch den sportlichen Charakter des rassigen Coupé auf der Straße zu untermauern.
Diese Aufgabe haben die Ingenieure jedoch insgesamt hervorragend gemeistert! Der RCZ rollt trotz der großen 19" Räder durchaus sanft ab und die Federung schluckt selbst gröbere Teerflicken mit Bravour, so dass der Fahrer nur geringe Schläge verspürt. Erst Querfugen bei schneller Kurvenfahrt schlagen trocken durch und lassen die Insassen leichte Schläge im Rücken spüren. So gerüstet meistert der RCZ den Alltag sehr gut und lässt sich auch von jung und alt angenehm bewegen. Einparken gelingt auch ohne größere Probleme, wobei das Parkpilotsystem mit akustischer und optischer Anzeige ebenso hilfreich ist wie die Spiegelautomatik die entweder den rechten oder linken Außenspiegel bei Bedarf absenkt und sich so ein Bordsteinkontakt bestens vermeiden lässt.
Will es der Fahrer jedoch einmal etwas sportlicher angehen lassen und auch auf der Hausstrecke den Konkurrenten à la Audi TT oder VW Scirocco zeigen wo der Hammer hängt, so liegt es zumindest nicht am Fahrwerk, dass der Fahrer des Löwen den kürzeren zieht. Denn die Lenkung bietet eine vorzügliche Rückmeldung, die erst bei großem Lenkeinschlag an Präzision einbüßt. Ebenso liegt der RCZ absolut neutral auf der Straße und baut eine unglaublich gute Traktion auf! Gefühlt saugt sich der Franzose an den Asphalt und durcheilt so Kurven mit unglaublich hohem Tempo ohne dabei auch nur im Ansatz unruhig zu werden. Selbst Lastwechsel in Kurven bringen den RCZ nicht aus der Ruhe, erst wer es maßlos übertreibt und viel zu schnell in eine Kurve sticht, den bremst das sanft regelnde ESP optimal ein. So gerüstet zeigt der RCZ ein wunderbar sportliches Handling, welches sich in keiner Weise hinter den etablierten Konkurrenten verstecken braucht. Aber jedem der es sportlicher angehen lässt sei in jedem Fall der 200PS-Motor angeraten!
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Fazit:
Der Peugeot RCZ ist nicht nur ein optischer Leckerbissen mit dem Hang zum späteren Klassiker, sondern er bietet mehrere Vorzüge. Hier wäre zum einen das geniale Fahrwerk zu nennen, welches einen optimalen Spagat zwischen Alltagskomfort und Sport bietet, zum anderen das sehr gute Preis-/Leistungsverhältnis, welches mit bester Verarbeitungsqualität und schönen Materialien gepaart ist.
Einziger Manko an diesem Fahrzeug war der langweilige 156PS-Antrieb. Er ist zwar sehr sparsam und bietet ausreichende Fahrleistungen, ist jedoch für das Chassis einfach zu brav. Hier ist der 200PS-Motor in jedem Fall die 1.Wahl oder man ordert gleich den 9PS stärkeren Diesel, um nochmals ökologischer unterwegs sein zu können.