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peak_me

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Samstag, 3. August 2013, 17:24

Kühl-Sprinter, Master, Passat, Kangoo| Avis, Starcar, Werkstattersatzmiete

Transporter und LKW werden hier im Forum nicht so sehr beachtet. Wenn überhaupt werden sie in Tatortberichten in einer Zeile beiläufig erwähnt. Das liegt wohl daran, dass das Fahrerlebnis bei Transportern eher nicht im Vordergrund steht oder man im Gegensatz zu PKW nicht die Wahlfreiheit hat, dieses in den Vordergrund zu stellen. Einen Golf beispielsweise kann man sowohl vordergründig zum Personentransport benutzen, aber man kann auch den Fahrspaß priorisieren und flink auf der Landstraße unterwegs sein. Bei einem Transporter gelingt dies eher nicht und seine Hauptaufgabe bleibt das Transportieren. Um auch die PKW-Liebhaber mit in den Transporterbereich zu nehmen, starte ich diesen Bericht mit dem:

Passat Variant 2.0 TDI 125 kW 4motion DSG von avis


Ich muss zugeben, damals war mir auch nach Fahrspaß und einen Transporter zu bewegen erschien mir wie ein Albtraum. Fahrspaß ist für mich persönlich auch und besonders, geradeaus zu fahren und das möglichst schnell; und ein Transporter bietet diese Art des Fahrspaßes nur sehr begrenzt. Ich habe mich daher für ein Transportgefährt aus dem PKW-Sektor entschieden, zumal dafür der Mietpreis auch noch deutlich geringer war.
Der Passat war ein Highline mit Vielem, was einen Passatfahrer glücklich macht:

Komforsitze vorn mit Sitzbezügen in Alcantara/Leder, der Fahrersitz ändert seine Position mit elektrischer Lehneneinstellung. Davor das Ledersportmultifunktionslenkrad mit Tiptronic, welches bei Bedarf manuelle Befehle an das wunderbare DSG weiterreicht.

Die hier im Forum besprochenen Schwächen des DSG sind in meinen Augen marginal und stören mich nicht. Begeistert bin ich vorallem von der Abstimmung, das DSG legt den nächsten Gang nahezu immer dann ein, wann ich es auch täte. Die vom Getriebe mit geringen Verlusten durchgereichten 125 kW des 2.0 TDI reizen die Antischlupfregelung ASR auch bei Nässe und losem Untergrund nur selten, da alle vier Räder per 4Motion den TDI spüren können. Weiterhin sorgt die Differentialsperre XDS auch bei Kurvenfahrt dafür, dass der Passat zum flinken Passant wird und die Gasentladungs-Scheinwerfer mit Kurvenfahrlicht begleiten seine Fahrt auch bei schlechter Sicht. Auch bei guten Sichtverhältnissen kündigt das LED-Tagesfahrlicht den Passat schon im Vorraus an und verabschiedet sich mit der "coming home Funktion" vom Fahrer, sofern dieser das Fahrzeug überhaupt verlässt und nicht noch ein Ziel ins Navigationssystem RNS315 eingibt, die Climatronic auf eine wohlige Temperatur einstellt und sich mit Unterstützung der Geschwindigkeitsregelanlage ans Ziel tragen lässt.
Damit der Passat auch lange in seinem guten Zustand verbleibt, ist die geräumige Ladefläche mit dem Gepäckraumbodenbelag (Gummi) ausgekleidet.

Ich denke, dass ich an dem Punkt bin, mit geschütztem Laderaum, Alcantara und Komfortsitzen auch die letzten Skeptiker für das Transportgeschäft zu begeistern.

danke, Passat!

Steigern wir uns jedoch lieber langsam und machen weiter mit:
Kangoo Rapid 1.6 Benziner 64 kW per Werkstattersatzmiete

Diesen Kangoo Rapid habe ich im Rahmen einer Werkstattersatzmiete von einem Renault-Autohaus für weniger als 50 € für's Wochenende bekommen. Nachdem ich in den Passat all meine zerlegten Möbel hineinbekommen hatte (ja, alle Möbel!), standen viele Kleinteile jedoch noch in meiner alten Wohnung. Wie die Faust aufs Auge passte daher der Kangoo, um diese einzusammeln. Überraschend viel kam da zusammen, doch der große Laderaum des Kangoo schluckte alles gern. Innen nicht so luxuriös wie der Passat, doch trotz größeren Laderaums immer noch im Fahrverhalten sehr PKW-ähnlich. Der verbaute Benziner überzeugte zwar durch seine Laufruhe, doch nicht nur für @Zwangs-Pendler: ein Albtraum, sondern auch für jeden Dauertransporteur. Bei Renault ist aber nicht nur Diesel eine Alternative, sondern auch Strom. Nachdem ich alles per Langstrecke in die neue Wohnung gebracht hatte, tauschte ich daher für den Stadtverkehr auf die Strom-Variante Kangoo ZE.

Allein über den Antrieb könnte ich mich als privater ZE-Fahrer seitenlang auslassen, doch ich mache mal die long story short: fährt gut mit vollem Akku, fährt schlecht mit leerem Akku

Stellt der Kangoo noch einen Zwischenstufe zwischen PKW und NKW da, kommt jetzt mit dem Sprinter ein waschechtes Transportfahrzeug. Um die Sache spannend zu halten, jedoch nicht irgendein Sprinter. Sondern der Sprinter, der im Forum schon zum geflügelten Wort geworden ist; der Kühlsprinter von peak_me:
Sprinter 316 CDI mit Frischedienstausbau v. Winter von Starcar

Als dieses Kühlfahrzeug in der Liste der Starcar-Umsonst-Mieten auftauchte, war ich sofort begeistert! Den musste ich fahren. Also sind wir gleich nach Hamburg aufgebrochen (Ich glaub mit diesem Orlando) und haben den Sprinter nach Köln überführt. Die Faszination stieg durch die professionelle Fahrzeugübergabe des Starcar-Mitarbeiters weiter, als wir gemeinsam um das fast fabrikneue Fahrzeug liefen. Sah es außen schon makellos aus, war der Innenraum ein Traum.

So wunderbar glatt und spiegelnd hatte er etwas von einer Kühlkammer eines Starwars-Raumschiffes. Den Frischedienstausbau von Winter erweckte man durch eine Bedieneinheit im Fahrerraum zum Leben, woraufhin gleich das wohlige Geräusch der Klimaanlage im Laderaum ertönte. Während man das kostbare Kühlgut verlud, ließ man natürlich nicht die Tür offen stehen, sondern begab sich in den Innenraum und stapelte dort bei nahezu Tageslicht dank der tollen Beleuchtung.

Wenn man alles gut gestapelt und gesichert hatte, stieg man aus und ließ die dicke Isolationsschiebetür per Softclose verriegeln. Ich denke, dass ich auch die Ausstattungsliebhaber nun bedingungslos begeistert habe. Softclose in einem Sprinter! Während man um den Sprinter in Richtung Fahrertür ging, um die Reise zu starten, signalisierten einem die liebevoll von Starcar auf die Außenhaut geklebten Schneeflockenabbilder, dass seine kostbare Ladung bestens gekühlt das Ziel erreichen wird.

Doch Moment, ich hatte doch garnichts geladen! Was sollte denn das alles?
Mich faszinierte der Gedanke, eine fahrbare Kühltruhe zu bewegen. Herrscher über einen kleinen Raum des Universums zu sein und die Temperatur darin nach Gutdünken zu verändern. 10 m³ heiße Luft in Hamburg zu laden und sie eisgekühlt in Köln zu entladen - priceless.
Was würde ich jetzt für einen Kühltransporter geben - einfach der derzeitigen Gluthitze zu entfliehen, die Klimaanlage auf erträgliche 8 °C zu programmieren, aufs Land zu fahren, sich in den Laderaum zu setzen und gut behütet, gut gekühlt ein Buch zu lesen.

Diese Welle der Poesie werde ich nutzen, um von einem der anstrengensten Tage meines Lebens zu berichten (keine Übertreibung!) und gleichzeitig den nächsten Kandidaten ins Transporterrennen zu schicken:

Master dCi 125 von avis

Der Bericht könnte sich so lesen, als würde mein Leben aus Umzügen bestehen. Das könnte der Wahrheit entsprechen, doch liegen zwischen den Mieten hier mindestens Monate und zwischen einigen gefühlte Jahre. Jedenfalls stand der nächste Umzug an und ein zuverlässiges Transportfahrzeug musste her. avis konnte leider recht kurzfristig nicht mehr Gruppe N (langer Transporter) bereitstellen, übergab uns aber einen Master mit 6198 mm Gesamtlänge. Dieser ist zwar nicht die längste Version, wird aber in der Bedienungsnaleitung als Langversion geführt und ist nur 65 cm kürzer als der längste Master. Der Laderaum ist groß, doch unser Master blieb dank fehlenden Überhangs hinter der Hinterachse dennoch kompakt.
Meist haben Vermiettransporter das Image von rollenden Schrotthaufen. Ganz anders dieser hier. Von den Gebrauchsschäden im Innenraum und Kleinschäden außen abgesehen, erschien der Master geradezu maklellos. Das lag auch daran, dass er vor kurzem wohl komplett gewaschen worden war, was bei Transporter sehr selten ist.

1200 km standen an, also nicht lange den Transporter bestaunen, sondern rauf auf die Autobahn. Der 2.3 dCi mit 92 kW beschleunig den Master überraschend gut im leeren Zustand. Bei voller Ladung wären ein paar kW mehr auf dem Beschleunigungsstreifen wünschenswert, aber nicht nötig. Der 2,3 Liter große dCi läuft gleichmäßig und man merkt nahezu keine Vibrationen auch im unteren Drehzahlbereich. Ein wunderbar kultiviertes Triebwerk! Im richtigen Arbeitsbereich hält man es mit einem gut zu bedienenden manuellen 6-Ganggetriebe. Bis dahin hielt ich das Getriebe vom Sprinter für Transporter das non-plus-ultra, da es so schön knackig ist und man bei vielen anderen Transportern das Gefühl hat, der Ganghebel wäre von einem Teiggerätehersteller bezogen worden. Anders im Master - nicht zu knackig, nicht zu luschig, genau richtig. Einmal auf Geschwindigkeit gebracht, wurde der Tempomat aktiviert und der Master glitt über die Autobahn. Der Verbrauch pendelte dabei um die 9 L/100 km bei Tempomatgeschwindigkeiten zwischen 80 und 130 km/h und ergab rechnerisch und nach Bordcomputer nach 1201 gefahrenen km 8,8 L/100 km. Der Bordcomputer zeigte sogar den absolut verbrauchten Treibstoff an, das hatte ich bisher noch in keinen Kraftfahrzeug gesehen.

Nach 600 gefahrenen km war noch die Hälfte im Tank und ich vermutete ein Verbrauchswunder - doch der Tank war einfach nur mit über 100 L groß bemessen.

So muss man auf langen Transportfahrten keinen Tankstopp einlegen. Sonst erscheint der Master auch durchdacht. Das Radio ist zwar recht fummelig zu bedienen, doch das Anzeigedisplay liegt angenehm über der Frontscheibe.

Angenehm war zwar die Fahrt mit dem Master, doch der Rest war schrecklich. Wir hatten uns die heißesten Tage des Jahres zum Umziehen ausgesucht und mussten zwei Wohnungen in den Master bekommen. Stundenlang Sachen in zwei Wohnungen transportfertig machen, in den Master tetris-en und x-Mal zwischen beiden Wohnungen hin und her fahren macht bei der Hitze einfach nur fix und fertig. Während zwei Tagen Mietzeit auch noch 1200 km hin und zurück zu fahren, am Ziel alles in der prallen Sonne auszuladen, wieder teilweise einzuladen, in die zweite Zielwohnung zu fahren und wieder auszuladen, gab uns nahezu den Rest. Glücklicherweise legten wir ausreichend Schlaf- und Erholungspausen ein, um auch fahrtüchtig zu sein, dennoch war es Stress pur. Die Fahrten mit dem Master waren da ein Lichtblick, vielleicht stammt daraus auch meine emotionale Verbundenheit mit ihm. Nach all der Hetzerei auf der fast leeren Autobahn den Tempomat einzuschalten, dem 2.3 Diesel beim Schnurren zuzuhören und dem Sonnenaufgang entgegen zu fahren, das war toll.

Ich hoffe, dass ich ein paar Leute für Transporter begeistern konnte. Auf der einen Seite sind sie natürlich unhandlich und langsam. Auf der anderen aber ziehen sie jeden Porsche und Ferrari ab - in Bezug auf das Ladevolumen. Sie können viel laden, bleiben aber vergleichsweise kompakt. Sie ermöglichen, dass man mit 150 km/h mit seinem kompletten Besitz in einem Tag von München nach Flensburg fahren kann. Könnte ich mir einen Transporter aussuchen, würde ich den Master mit 6198 mm Länge nehmen. Der Sprinter ist nahezu tadellos, aber emeotionsloser als der Master. Der Master schafft nahezu gleiches Fahrverhalten, versprüht aber etwas mehr Charme und ist subjektiv gemütlicher. Außerdem war er es, der mich in den Sonnenaufgang fahrend mit meinen letzten Sachen in meine alte und neue Heimat brachte. Viel abholen und gut ankommen, das können nur Transporter.

#mietwagengewinnspiel denn mein Herz schlägt zwar auch, aber nicht nur für Transporter :)


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