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Dieselwunsch

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Donnerstag, 19. März 2015, 01:03

Mercedes-Benz Sprinter 316 CDI (kurz) | Sixt Erfurt

Dicker Mercedes mit großem Kofferraum? Kein Ding!

Mercedes-Benz Sprinter 316 CDI
Sixt Erfurt

Nachdem hier zur Abwechslung gerne mal ein Transporter-Bericht gelesen wird und es an solchen auch tatsächlich mangelt, habe ich beim letzten Einsatz eines solchen Packesels ein paar Erinnerungsbilder geschossen. Nun denn - viel Spaß bei der Lektüre!

Dienstagnachmittag, nach 17 Uhr - die Tram ruckelt durch die von der tiefstehenden Sonne durchfluteten Gassen der Erfurter Altstadt und bringt mich in Richtung Demminer Straße, ganz zum Stadtrand. Um 18 Uhr war die Abholung eines Transporters der Klasse B geplant, um noch an diesem Abend kurz zum Baumarkt zu fahren und am nächsten Morgen mitsamt der Mitfahrer möglichst früh zum schwedischen Krümelholzfachmarkt aufbrechen zu können. Einige meiner Stühle waren wohl zu schnell würdig gealtert und machten daher Neuanschaffungen unausweichlich. (Man beachte die kleingedruckte Beschreibung...)


"Klasse B" lässt sich bei Sixt in groben Zügen als "Kastenwagen in mittlerer Länge mit mittelhohem Dach" interpretieren, obwohl das Auswahlbild bei der Reservierung etwas anderes vermuten ließe - aber wie dem auch sei: Platz für die Besorgungen sollte üppig vorhanden sein.
In der "Transporterecke" des Parkplatzes, weit ab von den schönen Fahrzeugen der PKW-Flotte und farblich mit einer Dominanz zu "Weiß Uni" bot sich ein dem ungeübten Beobachter langweiliges Bild: Vier Kastenwägen und ein fahrender Koffer.
Der geübte Trucker erkennt allerdings sofort: Iveco, Mercedes, Peugeot, MAN - und hofft auf einen der ersten beiden Kandidaten, zumindest in meinem Fall.
Nach einem freundlichen Empfang in der Station wurde mir (nach Verständiger Würdigung meiner Buchung einer 0€ - Vollkasko!) dann auch der Schlüssel zum Gefährt überreicht - und siehe da: Der Kelch des französischen Löwen ging an mir vorüber, stattdessen gab es sechs Meter gestyltes Blech aus Ludwigsfelde.
"Ein Sprinter. Also, ein Mercedes Sprinter." gab mir der Mitarbeiter jenseits der Theke zu verstehen - und die getragene Betonung des Wortes "Mercedes" lies mich beinahe ehrfürchtige Haltung annehmen.
Ich - tatsächlich - in einem Sprinter - dem Inbegriff des Kleintransporters - zeig' her, was Du kannst.

Die Suche nach Schäden basierte bei meiner Sorglos-Versicherung eher auf einem abhaken des zwei Punkte umfassenden Protokolls - und davon habe ich bei dem erst zweitausend Kilometer jungen Wagen Einen gar nicht gefunden. Ihr dürft aber gerne selbst probieren:



"Kratzer (5-10 cm)", an diesem gezeigten Spiegel, an der fotografierten Stelle. Auch der RSA war recht verdutzt, da auf den in der App sichtbaren Bildern ebenfalls nichts anderes als dieser blanke Spiegelrahmen, wenn auch mit Kreide-Kringel drumrum, abgebildet war.
Nach dem weiteren Kopfschütteln über einen aufgenommenen "Riss" am hinteren Auftritt, der sich beim näheren hinsehen allerhöchstens als Kleiner-Finger-Nagel-Großer Abdruck am Kunststoff präsentierte, war ich mir relativ sicher, dass ein armer Vormieter für diese wirtschaftlichen Totalschäden bereits die 750€ abgedrückt hat...

Aber nun zurück zu dem wichtigen Dingen des Lebens - ab auf den Fahrersitz und auf die Straße!
Der "316 K" wird von einem 163 PS starken Reihenvierzylinder auf Touren gebracht, wenn man denn das entsprechende Pedal bedienen kann - denn der von Isringhausen gelieferte Fahrersitz ist werkseitig nicht für Müslifresser Menschen wie mich eingestellt - das ist ein Teil für echte Trucker !



Der aufmerksame Beobachter kann nun mein Gewicht erraten und nach Interpretation der Sitzeinstellung im später folgenden Bild bestimmt auch meine Größe auf ein zehntel Schätzen - und sie wird nicht im üblichen Rahmen liegen, was in manchen Personenwägen wirklich blöd ist.
Bei BMW gehe ich durch die Sitzeinstellung zum Beispiel öfter mal auf Feindberührung mit dem Dach, weil ich sonst die Kupplung nicht ganz durchbekomme - nicht so beim Sprinter: Der Sitz ist super!
Einmal (ordentlich) eingestellt verhindert er ein durchschlagen von Unebenheiten wirklich effektiv und sorgt für ein erhabenes Gefühl bei jeder herannahenden Bodenwelle - wir reiten nach IKEA, olé;
Ihren Herren gefunden hat die Dämpfung aber bei den hier in der Region noch zu findenden Betonstraßen. Die Kanten zwischen den Platten schlagen trotz Feder heftig durch, das lässt sich aber auch beim Beobachten des Gesichtsausdrucks von den Fahrern entgegenkommender Linienbusse beobachten. Scheint wohl ein grundlegendes Problem dieser Sessel zu sein.



Auch der Rest der Sitzgelegenheiten sind nach Berichten der Sitzenden wohl zu gebrauchen, durch den nicht vorhandenen Motortunnel ist das Fahrerhäuschen dazu noch sehr geräumig. Ich konnte mir ohne Verrenkungen meine Jacke im Auto an- und ausziehen und vom Fahrersitz auf die Sitzbank wechseln. Im Stand, falls jemand gerade den Atem anhält. :)



Unter der besagten Sitzbank befinden sich noch zwei Bierkastengroße Fächer, die erst durch wegklappen der Bank zum Vorschein kommen und einen kleineren Einkauf super schlucken, ohne dabei auf Mitfahrer zu verzichten. Zum Aufklappen müssen die Mitfahrer aber aussteigen, das sei hier noch erwähnt.

Wenden wir uns nun von der Sitzbank zur Mittelkonsole entdecken wir zunächst im Blickfeld ein Radio mit SD-Slot sowie USB- und AUX-Anschluss und Bluetooth-Schnittstelle und noch einige Feinheiten in den Schaltern darunter:



Unser Daimler verfügt nämlich über eine Klimaanlage sowie über eine Sitzheizung für den ohnehin schon schwingenden Fahrersitz. Spätestens jetzt hat der Sprinter ausstattungstechnisch meine ersten ECMR-Erfahrungen überholt... :D



Der Fahrerplatz hätte eventuell ein schöneres Lenkrad verdient, das Vorhandene liegt durch den dicken Kranz allerdings hervorragend in der Hand und fühlt sich trotz Kunststoff wertig an. Multifunktionstasten am Steuer manipulieren Radio und Bordcomputer, der kleine Hebel links oben triggert Tempomat und Limiter. Mercedes-typisch ist der Blinkerhebel mit Scheibenwischfunktionen überladen, die Lichtsteuerung ist dafür - ebenfalls typisch - auf linke Seite am Armaturenbrett outgesourct worden. Das charakteristische, laute Blinkerklackern der alten 190er hat auch der Sprinter.



Der durchzugsstarke Motor wirkt für einen Diesel relativ drehzahlhungrig, mir ist der Karren deswegen tatsächlich zweimal (!) ausgegangen. Dahin war die Truckerehre, wenngleich man sich beim kompletten Fahren ohnehin nicht wie in einem Road-Train wähnt. Zu leicht geht rangieren und einparken von der Hand - die Parktronic vorn und hinten tut ihr übriges, die großen Spiegel sorgen für eine ordentliche Übersicht. Insgesamt ist der Sprinter wohl Van-Anfänger-freundlicher als ein Iveco, der mir aus der Erinnerung "technischer" und deutlich lauter vorkam. Wäre der "affige Thron" (O-Ton Mitfahrer) nicht, könnte man den Sprinter wohl tatsächlich noch mit einem recht großen Auto vergleichen als mit einem LKW.

Nach 100 Kilometern, 24 Stunden und 10 Litern Diesel trennten sich unsere Wege wieder. Und für den nächsten Transport weiß ich, dass man es in einem Sprinter auch länger aushalten kann.

Zum Abschluss gibt's die Bilder von Außen - und ein Dankeschön für's Lesen!





Gute Nacht!
DiWu
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Donnerstag, 19. März 2015, 09:49

Geniale Ausdrucksweise, schöner Bericht. Danke dir vielmals! :118:

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Donnerstag, 19. März 2015, 10:01

Also entweder bist du ein Fliegengewicht oder du hast gefallen an der SItzfederung gefunden... :D
Musst damit mal auf die Autobahn fahren... Eine tiefere Bodenwelle und du fühlst dich die nächsten 3 Kilometer wie auf nem Wasserbett. :107:
Beer is not the answer.
Beer is the question.
"Yes" is the answer.


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