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MaddyBS1988

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  • »MaddyBS1988« ist der Autor dieses Themas

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Dienstag, 2. Oktober 2012, 15:37

Nissan NP300 HardBody DC 4x4 | Thrifty Johannesburg

Moin,

Ich wollte euch mal mit einem kleinen Bericht an meiner letzten Miete teilhaben lassen.

Hintergrund:

Gemietet war über emietwagen.de ein kleines Allradfahrzeug. Allrad war auch wirklich nötig da wir nicht nur normale Gravel Roads befuhren sondern auch eine anspruchsvollere - ich nenne es jetzt mal Straßen obwohl Waldwege es besser treffen würde- Straße befuhren. Da wir ( ein Kollege und ich) dienstlich nach Lusaka mussten und nur das Auto in Frage kam mussten wir erstmal lange schauen ob es überhaupt einen Vermieter am JNB gibt der uns mit einem Wagen nach Zambia reisen lässt. Nach langem suchen hatten wir letztendlich die Wahl zwischen einem Hilux 3.0 Liter Diesel von Bushlore ohne Camping Equipment und einer emietwagen.de Alternative. Diese Alternative war als Beispielfahrzeug mit einem Nissan Navara Double Cab angegeben. Da der Hilux annähernd das Doppelte kosten sollte haben wir uns doch für die low Budget Version entschieden. Wie sich später noch rausstellen sollte war das etwas zu kurz gedacht abe dazu komme ich noch.

Die Route sollte von Johannesburg über Francistown, Pandamatenga, Victoria Falls / Livingstone nach Lusaka und zurück führen. Alles in allem sollte es zirka 3500 Kilometer durch Afrika gehen. Die Route wurde sorgfältig geplant und die Grenzübertritte wurden vorher angemeldet um die nötigen Cross Boarder Letter zu erhalten. Die Kommunikation mit emietwagen.de war wie immer vorbildlich und kundenoritiert. Großes Lob dafür.

Die Abholung:

Nach einem recht langen Nachtflug mit einer A380 der Air France sind wir recht unausgeschlafen und mit ordentlich verspätung in Jo'burg angekommen. Mittlerweile waren wir bereits ungefähr 17 Stunden unterwegs und entsprechend gerädert. So schnell es ging haben wir unser Gepäck vom Band geholt ( bei 519 Mitreisenden gar nicht so einfach) und sind zum Mietwagenschalter gegangen. Nach 20 Minuten Wartezeit wurde endlich ein Counter frei und wir sind ran. Das übliche Kartenspiel mit der Bestätigung der Reservierung und 10 Minuten später hatten wir den Schlüßel in der Hand. Aber halt! Wo sind die Cross Boarder Letter? Achja.... Die schreiben wir mal schnell. In Afrika, muss man wissen, das schnell eine Umschreibung für einiges sein kann. Angefangen von: ich hab keine Ahnung was ich hier mache ich aber so schwer kann es nicht sein. Bis: Ich habe gerade gar keine Lust auf dich / die Arbeit / einen Dienstag / oder generell mich zu bewegen ;-) Zum Glück traff bei uns ersteres zu und 5 Minuten später hatte ich alle Papiere in der Hand. Schnell zum bekannten Parkhaus gegangen und den passenden Parktplatz gesucht. Der einzige 4x4 von Thrifty und mir wurde schlagartig bewusst, dass dies sofort umgehend ein Problem bereiten wird. Manchmal hasse ich es Recht zu behalten. Das Fahrezug war soweit ganz gut in schuß. Bis auf EINEN Reifen. Vorne Rechts war kein Profil mehr vorhanden also habe ich mich beschwert und nach 5 Minuten hat man mit einen Tausch angeboten. Allerdings musste dieses Fahrzeug erst aus dem Depot geholt werden. Gesamt Dauer der ganze. Aktion betrug ca. 70 Minuten. Unsere gesamte Verspätung betrug mittlerweile 115 Minuten. Eine Entschuldigung haben wir übrigens nicht bekommen!

Bekommen haben wir übrigens KEINEN Navara sondern einen kleineren Nissan NP300 HardBody mit Canopy. Was aber kein Fehler auf Seiten von emietwagen.de war. Thrifty gibt in dieser Klasse einen Nissan Double Cab an. Das kann bei Nissan einiges sein :)

Das Auto:

Der Nissan NP300 HardBody Double Cab ist ein praktisches Arbeitstier. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Mit seinem 5 Gang Getriebe und demcschwachen 120 PS Motor ist er aber nicht für lange und schnelle Fahrten gemacht. Erschwerend kommt hinzu das es ein Benziner war. Ein Leergewicht von 1750 Kilogramm plus unsere zarten Figuren plus Gepäck hat uns dicht an die 2 Tonnen gebracht. NP300 steht übrigens für Nissan Pick-Up 3 Tonnen. Ich weiß nicht wie jemand mit einem Gesamtgewicht von 3 Tonnen und diesem Motor nach Vorne kommen will aber Gut. Sperren waren vorhanden und die Geländetauglichkeit war definitiv vorhanden. Leider war der Verbrauch auf normalen Landstraßen mit MINDESTENS 18,5 Litern auf 100 Kilometern nicht akzeptabel. Auf dem Rückweg haben wir es sehr eilig gehabt und den Verbrauch auf durchschnittlich 22,5 Liter hochgetrieben. Bei einem 66 Liter Tank und Teilweise mehr als 300 Kilometern zwischen den Tankstellen sind wir teilweise sehr ins schwitzen gekommen. Die Verkerhsdichte ist ja leider auch nicht so hoch. Wer liegen bleibt hat also ein mittleres Problem.

Fahrwerk / Innenraum

Eins vorweg: Dies war eine Dienstreise und keine Safari. Es war uns recht egal ob es ein komfortables Fahrzeug ist oder nicht da wir die Kosten möglichst gering halten wollten. Von Komfort möchte ich von nun auch nicht mehr sprechen ;)
Die Sitzen waren teils Kunstelder teils Stoff. Und schmutzig. Was bei 49.600 Kilometer und einem Arbeitsgerät auch nicht verwundert. Man hatte teilweise wirklich das Gefühl eher einen uralten Defender als einen modernen Nissan Pick-Up zu fahren. Es war laut heiß, schmutzig und unbequem. Die Klimaanlage Tat ihren Dienst und kühlte uns ab. Auch wenn windige Lüftung nur auf die oberen Düsen oder die Windschutzscheibe stellten froren uns beinahe die Füße ab während und der Schweiß in strömen von der Stirn lief. Das geht besser und hat nichts mit dem Wetter zu tun gehabt. Die Doppelkabine war wirklich sehr geräumig und bietet auch für vier normal große Erwachsene Platz. Wir beide mit 1,90 m haben die Sitze fast ganz hinten gehabt und hinten war dennoch Platz für kurze, dünne Beine :)
Beim einem Allradwagen mit dieser Laufleistung nicht weiter verwunderlich ist, dass der Geradeauslauf völlig dekalibriert war. Es Steuer stand ohne Wind bei zirka 45 Grad links. Die Übersicht aus dem Fahrzeug war aber ein Traum. Nach hinten trotz Canopy tadellos und die A-Säule war recht schlank. So soll es sein. Die Blattfederung an der Hinterache hat uns JEDE Bodenwelle sofort spüren lassen und bei schnell aufeinander folgenden Drempeln das Auto ordentlich aufgeschaukelt. Mit Fahrspaß hatte es wenig zu tun.

Motor:

Der Motor war wirklich außerordentlich schwach. Die Beschleunigung von 0-100 km/h (nach Tacho mit einer Stoppuhr gemessen) war 15,7 Sekunden. Zum Überholen brauchte man a) eine abschüßige Straße b) eine Menge Platz c) eine schnelle Hand zum runterschalten und d) Mut. Ab 4.300 Umdrehungen hatte der Motor seine volle Kraft bei 5.200 Umdrehungen Fing der rote Bereich an. Die Höchstgeschwindigkeit betrug dennoch 140 km/h mit Rückenwind und Bergab waren sogar 155 km/h drin. Der Verbrauch war bereits gesagt exorbitant hoch. Wir haben die ganze Fahrt über grob überschlagen ca. 19,5 Liter verbraucht. Wir haben auf dem Rückweg zweimal kurz vorm liegenbleiben erst an der Tankstelle stehen können weil es einfach nicht mehr gab.

Offroad:

Hier haben wir uns drauf gefreut und hier konnte der HardBody seine vielleicht einzige Stärke ausspielen. Wir sind durch ein Safari Gebiet in Zimbabwe gefahren und hatten Steigungen, trockene Flußbetten, loosen Schotter und Sand zu bewältigen. Auch hier hat meist die normale 2H Übersetzung gereicht. Für ein kleines Stück mussten wir 4H wählen. 4L war leider nicht nötig. Wir hatten trotzdem einen haufen Spaß. Die Bodenfreiheit hat uns sogar Baumstämme queren lassen :)
Die Geländetauglichkeit ist wirklich gut. Besser als erwartet. Der HardBody schluckt alles was man ihm vorwirft ohne Problem. Selbst Schräglagen verträgt er ohne einem das Gefühl zu geben gleich umzukippen. :209:
Der Böschungswinkel war lediglich etwas gering. Vorne setzt man doch schon gerne auf. Auch der Radstand ist manchmal etwas zu lang gewesen. Bei manchen Kuppen musste man schon recht schräg an der Spitze ankommen um nicht aufzusetzen. Es ging aber und war nicht schlimmer als erwartet. Was uns aber überrascht hat war das fehlende ABS. Selbst in Afrika sollte es dazu gehören.

Fazit:

Die Tour war echt witzig. Wir haben wirklich viel Spaß gehabt besonders im Gelände. Beim nächsten mal würde ich aber bei einem richtigen 4x4 Verleih mieten. Ein Diesel mit Zusatztank ist für solch eine Tour einfach unumgänglich. Wir haben mit jemandem gesprochen der einen Defender mit Dachzelt fuhr und er sagte, dass er nicht mehr als 10,5 Liter bei 130 km/h Durchschnitt auf Teer verbraucht. Die Mehrkosten für das Benzin war am Ende höher als die Differenz zum Hilux. Was uns leider gefehlt hat waren Tiere. Wir haben zwar ein paar Elefanten und Giraffen gesehen aber das war es leider auch schon.
Nach insgesamt 3.855 Kilometern waren wir beide sehr froh endlich das Auto abgeben zu können. Zu mal er zum Schluß massive Probleme mit dem Luftmassenmesser bekommen hat. Da wir keinen 4x4 mehr benötigten waren wir dann für den letzten Tag auch mit einem Nissan Livia als 7 Sitzer zufrieden.

Derzeit bin ich noch in Afrika unterwegs ich werde aber am WE wieder zurück fliegen und dann auch ein paar Bilder nachreichen.

Abholort und Rückgabeort: Johannesburg O.R. Tambo Airport
Vermieter: Thrifty Dollar Car Rental
Gebuchte Klasse: DC
Erhaltene Klasse: DC
Erhaltenes Fahrzeug: Nissan NP300 HardBody
Kilometerstand bei Abholung: 49.645 Kilometer
Kilometerstand bei Rückgabe: 53.500 Kilometer
Verbrauch: 19,5 L/100 KM (wird nochmal geprüft und nachgerechnet)

Da dies mein Erster Erfahrunfsbericht ist, möchte euch bitten, mir einfach mitzuteilen sollte ich etwas vergessen haben. Ich werde es dann schnellstmöglich nachtragen.
Bitte seht mir auch den ein oder anderen Fehler nach. Ich sitze hier und tippe mit dem iPad :-)

:60:

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Dienstag, 2. Oktober 2012, 15:50

danke für den schönen - abenteuerlichen - Bericht! :thumbsup:

wenn ich an mein Costa-Rica "Abenteuer" zurück denke, dann musst du beim Überholen noch einen 5. Punkt mit aufnehmen: e) das größere Auto = getreu dem Motto: der Stärkere gewinnt und der Schwächere fährt lieber auf den Seitenstreifen um den Entgegenkommenden auch überholen zu lassen. :209:

Offtopic-Frage: Was kostest denn der Sprit so in Südafrika?

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Dienstag, 2. Oktober 2012, 15:51

sehr schöner Bericht! Vielen Dank!!

Zitat

mir einfach mitzuteilen sollte ich etwas vergessen haben


Bilder wären toll, am Besten nicht nur vom Auto, sondern auch von den befahrenen Strassen

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Dienstag, 2. Oktober 2012, 15:53

Echt ein sehr interessanter Bericht, danke dafür!
Wo habt ihr unterwegs geschlafen? In vorher ausgesuchten Hotels?
hallo

MaddyBS1988

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Dienstag, 2. Oktober 2012, 16:30

Danke für euer Feedback :)
Ich antworte mal der Reihe nach :)

In Südafrika zahlst gerade zirka 12,51 Rand pro Liter das sind 1,19€ pro Liter. Diesel ist 1 Rand günstiger (Kurs ist 10,55). In Zimbabwe zahlst Du für einen Liter schon 1,58 USD. Zambia ist zur Zeit staatlich gedeckelt auf 8155 ZMK pro Liter. Das sind ca. 1,26€. Trauriger Sieger meiner Reise Malawi für 1,80 USD pro Liter und ständigen Veraorgungsengpässen. Manchmal gibt es Tagelang kein Diesel oder Benzin :-/

Bilder werden natürlich noch nachgereicht. Bin ab Samstagabend zu Hause und werde wohl am Montag auch an die Bilder meines Kollegen kommen. Dann kann ich die besten aussuche und hochladen.

Wir haben ein Hotel vorher rausgesucht und gebucht. Den Rest haben wir spontan vor Ort, quasi als Walk-In, genommen. Da man nachts nicht unbedingt fahren sollte waren wir so flexibler. Aber denk nicht dass die Hotels günstig sind hier. Ab 80€ die Nacht geht es los. Das teuerste war bei 190 USD. Aber wenn Du keine Wahl hast schluckst Du auch diese Pille :-)

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