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Pieeet

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Donnerstag, 11. Oktober 2012, 19:13

Tor zur Seidenstraße | Land Rover Experience Tour

2013 fährt land Rover mit ihrem kleinsten Zögling, dem Evoque, über die legendäre Seidenstraße. Bereits dieses Jahr findet eine Voraus-Tour und die Qualifikations-Camps statt. Unter anderem auch in Horstwalde bei Berlin. Ja, der Ort heißt wirklich so. Ein Erfahrungsbericht.



Wir hatten uns für einen späten Termin im September angemeldet. Standesgemäß mit Mietwagen geht es hin. Kurz nach Zwölf schlagen wir in Horstwalde auf. Das ist ein kleines Örtchen irgendwo in der von ehemaligen sowjetischen Militärbasen durchlöcherten brandenburgischen Heide. So auch hier. Ich denke, wir haben es hier mit einer alten Panzerfahrschule zu tun. Eine angestaubte Feldküche säumt den Weg, schwere Betonplatten machen Straßen kenntlich. Nach der Anmeldung geht es zur ersten Prüfung: Auffinden eines im Wald aufgehängten Schildes mit einer Reifenwerbung für Continental mittels GPS-Navigators. Kinderspiel. Kommen wir zur ersten richtigen Herausforderung.
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Land Rover Defender 1:18

Wer hätte gedacht, dass ein Spielzeug so zickig sein kann? Naja gut. Eigentlich steht hier auch ein richtiges Modellauto mit liebevollen Details und reichlich Elektrodampf unter der Karosse. Der kleine Defender wartet mit groben Stollenreifen, verschränkbaren Rädern, reichlich Federweg, Mini-Leiter auf dem Dach und einer bockigen Steuerung auf uns. Im Vorfeld gibt es einige hilfreiche Erklärungen von den Instrukturen - auch für den später folgenden Fragebogen. Im Slalom geht es also durch die kleinen Tore, die jeweils ein Land der Seidenstraße repräsentieren und Geländehindernisse bereit halten. Von der Ukraine nach Kasachsten geht es über China weiter nach Tibet und Indien. Das Tor von China bügele ich mal einfach um. Aus Versehen natürlich. Das kostet Zeit. Mir aber nicht den Kopf.
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Range Rover Evoque

Apropos Tore umschmeißen. Genau das soll in der letzten Wertungsprüfung vermieden werden. Im Range Rover Evoque geht es über einen kleinen Rundkurs durch Tore und Pendel. Hier kommt es darauf an, möglichst gleichmäßig und vorausschauend zu fahren um nur wenige Strafpunkte zu kassieren. Der kleinste Range ist dabei das Werkzeug. Scharf gemacht mit Untersetzung und Gelände-Fahrprogramm, zuckt er nervös bei jedem Gasbefehl und will nach vorn. Leider ist die Karosserie etwas unübersichtlich, so dass es von außen einfacher aussieht, als es in der Praxis vom Fahrersitz aus funktioniert. Eigentlich soll er klein und wendig sein, aber hier im Parcours kommt mir der Wendekreis unendlich vor. Zweimal muss ich zurücksetzen, um keine Stange zu Boden zu drücken.
__Fazit: Mir gefällt er wegen seiner eigenständigen Erscheinung. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und der Motor hellwach. Abstriche müssen ganz klar beim Verbrauch und bei den Platzverhältnissen gemacht werden. Von dem einen hat er viel, von dem anderen zu wenig. Trotzdem bin ich gespannt darauf, wie er sich auf der Straße schlägt.

150 PS Turbodiesel R4
2.2 Liter Hubraum
6 Automatik-Gänge
5 Fahrprogramme davon 4 für‘s Grobe (Terrain Response)
Co-Designerin: Victoria Beckham
...Und trotzdem extrem cool
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Land Rover Defender 110 Station Wagon

Der Land Rover ist ein klassischer Geländewagen. Hier müssen wir noch richtig schalten. Ohne Automatik-Firlefatz. Ein ehrlicher Knüppel für sechs Gänge und ein anderer für die Untersetzung und das Sperren des Mittendifferenzials. Die Motorisierung klingt nach heutigen Maßstäben geradezu abenteuerlich. Wie...mit nur 122 PS soll hier schwerstes Gelände bezwungen werden? Und ob! Mit Leichtigkeit zieht sich die Karosse auch steilste Hänge hinauf und hilft dann dank Motorbremse beim Abstieg. Dank Untersetzung erklimmen wir auch eine 35%-Steigung mit Schädel-großen Felsbrocken - im Standgas. Unheimlich faszinierend, das Fahrzeug dabei zu beobachten, wie es Stein für Stein erklettert, drüber rollt und wie die Achsen sich verschränken. Dabei schüttelt's in der Kabine als wären wir die Eiswürfel im Cocktail-Mixer. Als wir die Kuppe erreichen, meint der Instruktor, ich solle auf die Bremse treten und die Kupplung dabei in Ruhe lassen. Den Defender juckt das gar nicht. Er schiebt einfach weiter und schleift die Bremse mit.
__Fazit: Schräg, dieser Defender. Nicht nur, dass man als Fahrer wegen der Pedal-Anordnung leicht schief zur Fahrtrichtung im Wagen sitzt, nein auch extreme Steigungen lassen sich erklimmen. Dazu wirkt der Gute wie aus einer anderen Zeit. Kupplung, Bremse, Gas, Lenkung, Sitzposition...einfach alles gehorcht anderen Gesetzen. Einen Klassiker als Neuwagen bekomme ich nicht jeden Tag unter den Allerwertesten - schon gar nicht einen, der so viel Aufmerksamkeit fordert.

122 PS Turbodiesel R4
2.2 Liter Hubraum
360 NM Drehmoment zum Armdrücken mit Felsbrocken
6 Gang Schaltgetriebe mit Untersetzung und Mittendifferenzialsperre
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Lange Rover Discovery HSE SDV6

Das Sahnestück heben wir uns für den Schluss auf. Vom rustikalen Landi geht es nach einer gefühlt ewig langen Wartezeit in den Discovery. Der stellt so ziemlich das Gegenteil innerhalb einer Fahrzeugkategorie dar. Klar sind die zwei vom Konzept gleich - Geländewagen eben. Dennoch schlüsselt der moderne und mit einer Technik-Armada voll ausstaffierte Discovery das Gelände anders auf. Eine Untersetzung ist auch hier an Bord. Dazu stellen wir noch das Fahrprogramm für schweres Gelände ein, liften die knapp 2,5 Tonnen um sieben Zentimeter nach oben und zappen per Schaltpaddel den 2. Gang in die Anzeige des Bordcomputers. Und im Grunde brauchen wir dann nichts weiter machen, als von der Bremse zu gehen, die Richtung vor zu geben und ab und zu hoch und runter zu schalten. Alles im Standgas. Im 8. Gang fährt der 3-Liter Sechsender dank der Untersetzung max. 40 Stundenkilometer bei entspannten 2000 Touren. Als sich ein paar staubige Steigungen oder nasse Wassergräben in den Weg stellen, muss dann doch mal das Gas oder die Bremse bedient werden. Ansonsten fährt es sich auch auf ärgsten Pisten kommod wie ein altenglischer Adelssitz.
__Fazit: Wir hatten ihn schon einmal als Mietwagen bei Hertz. Auf der Straße wirkt er angestrengt. Trotzdem kommt man souverän von A nach B - per Luftlinie. Denn wenn der Fahrer das Potential des Wagens voll ausschöpft, fährt er alles in Grund und Boden. Das geht aber nur im Gelände. Und hier ist er voll in seinem Element. Vielleicht etwas groß und unwendig. Aber spritzig, kraftvoll und komfortabel.

256 PS Turbodiesel V6
600 NM Drehmoment
8-Gänge von ZF
5 Fahrprogramme, 4 für's Grobe
Realistischer Verbrauch: ca. 13,5 Liter (80% BAB@Tempomat 150km/h, 15% Land, 5% Stadt)
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Die Land Rover Experience Tour ist eine feine Sache. Klar - in erster Linie soll den Leuten für schmales Geld die Stärken der Fahrzeuge näher gebracht werden. Es ist ganz klar eine Werbeveranstaltung. Aber es macht verdammt viel Laune und eröffnet andere Perspektiven, ein Auto zu bewegen. Außerdem ist das Essen inklu und mit ein wenig Beharrlichkeit und Geduld kann man an einem Tag sämtliche Land- und Range Rover Modelle ausprobieren. Und zwar dort, wo sie auch Sinn machen: Offroad. Das macht schon, dass man mit einem breiten Grinsen den Heimweg antritt.
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Fakten:
20.- € Teilnahme Gebühr
inkl. Essen
inkl. Instruktoren
inkl. 4 "Wertungsprüfungen"
inkl. Freie Fahrt (1000,- € SB im Schadensfall, man unterschreibt einen entsprechenden Vertrag)

exkl. Anreise
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Wenn ihr Fragen habt, immer her damit. Im Blog gibt's wie immer noch ein paar mehr Eindrücke: Link in meiner Signatur, dann erste Kachel oben links.

:206:
PeterMWT
Team Moderation

Da fährt was: www.mietwagen-talk.de | Die Online-Community zu Mietwagen und Autovermietung
schwerunterwegs.com | Mein Ausdruck von Fahrfreude.


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