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proudnoob

Saupreiß dreckade

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Dienstag, 5. Januar 2016, 20:31

Mercedes Benz E220 BT Avantgarde | Caro Köln Longerich

MB E220 BT Avantgarde 9G-Tronic | Caro Köln-Longerich




Ein Abschiedsgruß

Es aufschreiben, darüber nachdenken, es in Worte fassen, vom Kopf auf die Tasten bringen, manches teilen, anderes wegschließen und es damit loslassen. So läuft das, wenn mich etwas im Gedanken bewegt, in der Seele beschäftigt oder schwer im Magen liegt. Schreiben ist für mich Loslassen. In diesem Fall: Loslassen vom alten E 220 BT. Dieser wird noch in diesem Jahr von seinem ersehnten Nachfolger der neuen E-Klasse (W213) abgelöst. Loslassen muss hier auch Caro. Die letzte Überführungsfahrt dieser E-Klasse nach Mannheim stand an, wo der Wagen ausgeflottet wurde.

Gut einen Tag hatte ich mit der E-Klasse. Dies ist etwas mehr als die obligatorischen zwei Stunden Probefahrt, die man vom Freundlichen zugestanden bekommt. Perfekt um ein altes bekanntes Auto noch mal ausgiebig zu testen, den entspannten Vibe dieser alten E-Klasse noch mal genießen zu können. Perfekt für eine spontane Ausfahrt im Bergischen, bevor das „Pflichtprogramm“ durchgeführt wird.

Beim Exterieur der E-Klasse mischt sich die alte Designphilosophie mit dem neuen Designansatz. Bionic meets Edge. Oder so. Während vorwiegend Ecken und Kanten die grobe Karosseriesilhouette ausmachen und die Tür bzw. Fensterformen der E-Klasse durch die alte Design-Philosophie seit dem W221 bestimmt wurden, kamen mit dem Facelift immer mehr Bionic-Elemente wie z.B. rundere, ganzteilige LED-Scheinwerfer mit ILS, die fein geschwungenen Lichtformen in den LED-Rückleuchten, das rundliche Avantgardegrill mit Zentralstern im Grill und die geschwungenen Auspuffblenden hinzu. Eine Philosophie des Übergangs.

Ich sitze im überarbeiteten Innenraum. Die Innenraumkur seit dem letzten Facelift hat ihm merklich gut getan. Glänzende Aluminiumapplikationen gepaart mit wertigen Chromverzierungen um die Lüftungsdüsen. Das sind Empfindungen, die festhängen. Dazu kommt die Präsenz der analogen Uhr zwischen den mittleren Lüftungsdüsen, ein 3-Speichen Multifunktions-Lenkrad mit gelochtem Leder und einem feststehendem Zentraldisplay mit feinem Chromrand, das insgesamt ein wertiges Gefühl transportiert. Mit Grafiken aus der neuesten Mercedes Infotainment Generation wurde das Infotainment zeitgemäß upgedatet. Zügig und einfach kann man sich durch die Menüs durchklicken und die Funktionen bedienen. Sei es ein Navigationsziel eingeben und sich dahinführen zu lassen oder ein Bluetooth-Gerät einzurichten. Alles funktioniert relativ reibungslos. Tritt dennoch der Fall auf, dass während der Fahrt eine Funktionstaste in der Menüstruktur nicht auffindbar ist, steht immer noch die Sprachsteuerung zur Verfügung. So konnte ich während der Fahrt schnell durch einen Sprachbefehl „Navigation beenden“, die Zielführung abbrechen.




Es gibt aber auch Eigenschaften, die in einer E-Klasse nachhallen. Souveränität und gediegener Komfort. Sie bleiben fest im Kopf sitzen und fest mit der E-Klasse verbunden. Fest bleibe ich auch in den Gestühlen der E-Klasse sitzen. Sie sind gemacht für lange Autobahnfahrten. Auch für kurze Städteentfernungen sind sie angenehm weich als auch straff gepolstert. In ihrer Festigkeit als auch dem Federungskomfort absolut perfekt abgestimmt. Dieser Sitz federt sogar leichte Fahrbahnunebenheiten heraus, so dass kleine Fahrwerksschwächen ausgebügelt werden. Genau das, was es für mich braucht, um einen Roadtrip perfekt zu machen. In den Sitzen der E-Klasse findet sich der Kunstleder-Stoffbezug wieder, die ich genau richtig finde. Leicht zu pflegen auf der Stoff-Sitzfläche und dennoch wertig auf den Sitzwangen mit dem Kunstleder. Perfekt wäre jedoch ein Nappa Lederbezug gewesen, welcher aber bei Autovermietern doch recht selten aufzufinden ist. Was ich loslassen möchte ist aber das konservative Design des Sitzes. Gefehlt hat auch eine verstelbare Oberschenkelauflage und eine Sitzwangenverstellung. Dann wäre es perfekt gewesen. Room for Improvement für die neue E-Klasse. Verstellen ließ sich der Sitz automatisch in Sitzhöhe, Neigung und Lehne. Die Sitzlängenverstellung als auch die der Kopfstützen erfolgte noch manuell.



Nachdem die Sitze mehr oder weniger optimal eingestellt sind, zieht es mich für die Ausfahrt ins Bergische. Die A1 bis Remscheid, dort runter auf den „Serpentinen-“ Strasse zum Altenberger Dom, und weiter auf der Altenberger Ringstraße, mit der malerischen Gebirgskulisse im Hintergrund, an Wermelskirchen vorbei Richtung Schloss Burg. Dort konnte ich das Fahrwerk der E-Klasse testen. Auf Landstraßen federte das Fahrwerk kleine Fahrbahnunebenheiten, Querfugen und Frostaufbrüche weich ab. Auch in schnellen Kurvenkombinationen kommt die E-Klasse nicht aus ihrer Ruhe. Eine starke Seitenneigung war kaum zu verspüren. Ein etwas mehr an souveränem Abrollkomfort eines 5er BMWs wünscht sich der verwöhnte MWT-Leser dennoch. Weiter ging es dann Richtung Hückeswagen, Wipperfürth und an der malerischen Kierspetalsperre vorbei. Die bergische Ausfahrt endete dann Gummersbach, wo es dann via Autobahn gen Mannheim ging.



Im Gedanken bewegt, hat mich die 9G-Tronic. Es ist im Vergleich zur 7G-Tronic ein echter Fortschritt. Die ruppigen Schaltvorgänge gehören der Vergangenheit an. Die zusätzlichen zwei Gänge sind auf der Autobahn, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten, ein wahrer Mehrwert und dienen einer gesteigerten Laufruhe. Auch tragen sie zu einem geringen Verbrauch dieses Wagens bei. Eine echte Schwäche muss sich die 9G-Tronic dennoch eingestehen. Es kann sich immer noch nicht an die Fahrgewohnheiten des Fahrers anpassen. Es ist keine Automatik, die früh erkennt, dass der Fahrer einen vorausfahrenden Fahrstil pflegt und die Gänge schnell und früh nachlegen möchte. Es ist keine Automatik, die früh erkennt, dass der Fahrer einen sportlichen Fahrstil pflegt, der die Gänge ausfahren möchte und so spät wie möglich vor dem roten Bereich hochschalten möchte. Kurz gesagt, es ist keine 8-HP von ZF. Aber es geht in die richtige Richtung.

Schwer im Magen lag das schwere Gewicht des Wagens mit dem der Motor zu kämpfen hat. Das Leergewicht liegt bei 1735 kg. Die Fakten schließen auf einen Motor mit 125 KW und 400 NM Drehmoment im Bereich von 1400-2800 U/Min. Rational darf man in dieser Motor-Gewichts-Kombination keinen Sportwagen erwarten. Irrational betrachtet, erwartet der pseudo-sportliche MWT-Schreiberling dieses Berichtes dennoch ein Fahrzeug, das deutlich leichter ist, mit seinem 170PS mehr Bums hat und ihn bei der Beschleunigung in den Fahrersitz rückt. Mit etwas Abstand betrachtet, war es doch eine souveräne Business-Limousine, die den Fahrer als auch seine Fahrgäste komfortabel und ruhig und mit etwas Anlauf auch schnell von A nach B, von einem Geschäftstermin zum nächsten bringen kann.



Am Ende überwiegt trotz alledem das gute Gefühl in einem der sichersten und komfortablen Business-Limousinen unterwegs zu sein, die derzeit am Markt verfügbar sind. Zudem überzeugten eine ruhige Reiselautstärke, geringe Windgeräusche, ein, trotz zügiger Fahrweise, niedriger Verbrauch von 6,5l/100km, eine gute Materialverarbeitung, eine gute Standard-Soundanlage und guter Reisekomfort durch die angenehmen Sitze. Klar, die Technik des Wagens (Motor, Infotainment) als auch das Interieur-und Exterieurdesign sind in die Zeit gekommen, und der Wagen verfügt nicht über die neuesten Fahrassistenzsysteme wie HUD, Abstandstempomat, Spurhalteassistent, Totwinkelwarner, Notbremsassistent, Stauassistent, etc,. Dennoch verfügte es über eine solide Basis mit den aufgelisteten Qualitäten, die zweifellos für sich sprechen. Der Nachfolger steht schon bereit und soll in den nächsten Tagen seine Messepremiere feiern. Mich würde es freuen, wenn die E-Klasse ihre Stärken stärken würde, bestehende Schwächen schwächt und nicht nur ein undurchdachter Zusammenklasch aus S- und C-Klasse wird.

Adieu, liebe E-Klasse, du warst ein souveräner Begleiter
.

In mehreren Perspektiven haben sich hier Bilder vom E220 angesammelt, aufgestaut. Vielleicht sind sie nie wirklich losgeworden. Da ist etwas, das festhängt.







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