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Hans

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Sonntag, 6. März 2016, 16:15

Lamborghini Gallardo LP 560-4 Spyder | Abschiedsfahrt



"You have to die a few times before you can really live." - Charles Bukowski

Mama mia! Was für eine Fahrt mit dem "alten Modell"! Noch einmal wollten wir den Gallardo fahren und Abschied vom längst durch den Huracán ersetzten und wahrhaft fabelhaften "Einstiegslambo" nehmen.



Obgleich bereits in die Jahre gekommen, katapultiert der Lamborghini Gallardo LP 560-4 Spyder seine Passagiere innerhalb von 4,0 Sekunden auf Landstraßentempo und beschleunigt aus offenen Klappen schreiend auf Nachfrage weiter auf bis zu 324 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Wofür steht eigentlich LP 560-4 Spyder?


LP steht hierbei für "longitudinale posteriore", bedeutet sinngemäß "hinten längs" und deutet auf den Einbau des Motors hin. Der sitzt bekanntlich hinter dem Fahrer und ist längs eingebaut. Die 560 sind selbstverständlich die verstauten Pferdchen, von allen vier (-4) Rädern angetrieben. Wir fahren ihn als Spyder, also mit verstaubarem Dach.



Und wie fährt er sich nun?

Auf unter drei Kilogramm pro PS Leistungsgewicht bringt es der Gallardo. Bereits ab 3500 U/min kommt Rennatmosphäre auf und nur einen Wimpernschlag später verlangt der jetzt über 8000 U/min drehende 5,2 Liter V10-Sauger nach der zweiten Welle. Während des Schaltvorgangs unter Volllast, der im schnellsten Modus bereits nach 15 Millisekunden abgeschlossen ist, wird der Vorderwagen allerdings so stark entlastet, dass der Fahrer trotz des Allradantriebs stets beide Hände am Lenkrad halten und alle Sinne auf "scharf" schalten sollte. Gerade fernab der Rennstrecke, zum Beispiel auf engen, alpinen Landstraßen, kann der entsprechende Versatz schnell zum Problem werden.



Erst nach dem Einlegen des dritten Gangs des automatisierten Schaltgetriebes "e-gear" erreicht der Wagen die nötige Stabilität, um auch Kurven ohne chirugische Korrektur mithilfe des Gaspedals eilig zu durchfahren. In engen Kurven entwickelt sich nach dem Einlenkpunkt eine leichte Tendenz zum Untersteuern, die sich im Grenzbereich weiter verschlimmert und auch mit dem Messer zwischen den Zähnen unweigerlich in zunehmenden Gripverlust der Vorderachse mündet.



Unser Tipp: Enge Kurven mit etwas Reifenquietschen anfahren, früh wieder aufs Gas und ab dem Scheitelpunkt den Kickdown-Knopf ruhig tief durchdrücken.



Der Gallardo belohnt den mutigen Fahrer mit einem kleinen Drift, atemberaubendem Geschrei und anschließend schier unendlicher Traktion auf dem Weg zur nächsten Kurve. Bei den unteren beiden Gängen und dem Schalten vor dem Kurvenausgang aber unbedingt den verstärken Drift einkalkulieren!

Wählt man den Fahrmodus "Corsa", den schärfsten aller Modi, sind die Auspuffklappen bereits ab Standgas geöffnet und das ESP um einiges frequenzloser eingestellt, sodass der Stier noch etwas ungehaltener wird.



Im Vergleich zu älteren Modelljahren kamen 0,2 Liter Hubraum und 40 PS hinzu. Um 20 Kilogramm wurde der Gallardo ab 2009 erleichtert. Ebenso spart die jüngste Version 18% Kohlenstoffdioxid ein - das wird jedoch sicherlich keinen Umweltschützer ruhiger schlafen lassen.



Angegeben ist der Gallardo in dieser Version mit 13,8 Litern/100km im Drittelmix - unser Testverbrauch lag bei etwa 38 Litern/100km.



Ist der Gallardo im Alltag praktikabel?

Im Alltag lässt sich der Gallardo mit nur wenigen Einschränkungen problemlos bewegen. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist es, eine Position für seine Beine zu finden. Das linke Bein kann nirgends abgestellt werden, das rechte berührt ständig den unteren Bereich des Lenkrads. Es kommt außerdem immer wieder vor, dass Fahrspuren zu schmal sind. Manchmal flucht man über den Wendekreis und sollte der Fahrer über 180 cm groß sein, bekommt er üblicherweise das Verdeck direkt auf den Hinterkopf gedrückt.



Wie viel Temperament steckt noch im kleinsten Lamborghini?


Seit Audi bzw. die Volkswagen AG bei Lamborghini den Ton angibt, hat sich einiges verändert. Wir müssen euch enttäuschen: beim Kaltstart kommen weder aus der Abgasanlage noch anderen, unerwarteten Stellen Flammen empor. Das Verdeck schließt mithilfe von hydraulischen Zylindern und einem Elektromotor in nur 20 Sekunden - mit deutscher Präzision.



Lässt man die letzten 5% des Grenzbereiches außen hervor, ist der Gallardo wirklich einfach zu fahren. An einem schönen Sonntagnachmittag verwischen die Grenzen der Wirklichkeit gern einmal mit dem Ortsausgangsschild und die einsamen Pässe dieser Welt werden zum Einzigen, was wirklich zählt - ohne die Gewissheit, dass der Stier ständig versucht, den Fahrer aus dem Sattel zu werfen.



Emotionslos und langweilig?

Keineswegs! Das mittlerweile ziemlich in die Jahre gekommene automatisierte 6-Gang e-gear Getriebe verpasst den Insassen jedes Mal einen Schlag in den Rücken, der Sound führt im Tunnel schnell zu Tinitus - man könnte sich kaum verbundener zum "Hier und Jetzt" fühlen und genießt jede Kurve, die man mit dem Gallardo (Verzögerungswert warm: bis zu 11,8 m/s²) brutal hart anfahren kann. Etwas traurig ist es allerdings, dass der Lamborghini in weiten Teilen so gut kontrollierbar bleibt, was die durchschnittliche Käuferschicht sicher sehr begrüßt. Es mangelt aber nach dem ersten Kennenlernen an der Angst, die Kontrolle verlieren zu können.

Allerdings nicht in unserem Test.



Was ist passiert?

Nach bereits etwa 75km mussten wir unseren Test leider abbrechen. Die Bremsanlage des Gallardos ist komplett ausgefallen, es blieb einzig die manuelle Handbremse bzw. der Widerstand der Schubschaltung, welcher Dank des e-gear Getriebes stark ausgeprägt ist, um den Gallardo zu stoppen. Durch viel Glück gab es zu dieser Zeit keinen Gegenverkehr und die gesamte Fahrbahnfläche konnte genutzt werden. Wenige Kurven später stand der Lamborghini - der Schaden am Bremssystem allerdings fatal. Alle Beteiligten sind mit einem Schrecken davongekommen.



Wie kann es dazu kommen?

Wir haben nur eine These. Lamborghini war leider nicht bereit, unsere Fragen zu beantworten. Nach dem Zwischenfall fanden wir den Behälter für Bremsflüssigkeit komplett leer vor. Wahrscheinlich war die Temperatur des Bremsfluids so hoch, dass die sogenannte "Dampfblasenbildung" einsetzte - also eine Überschreitung des Siedepunkts des Fluids. Die Blasen konnten aufgrund des leeren Behälters nicht mehr mit Bremsflüssgkeit ersetzt werden und das Bremspedal konnte folglich ohne merklichen Widerstand den gesamten Pedalweg betätigt werden. Dadurch ist es nicht mehr möglich, überhaupt Bremswirkung zu erzielen - man "pumpt Luft".



Aber seht selbst! Wir haben die Fahrt für euch mit diesem Video zusammengefasst:

Hans
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Sonntag, 6. März 2016, 16:34

Wolltet wohl schon mal euren Wagen für die Rallye testen? ;)

Ich habe mich mal mit nem Kumpel aus Schulzeiten unterhalten, der mittlerweile oft für irgendwelche Autosendungen dreht, der hat da schon alle möglichen Wagen gehabt und sich auch mit echten Experten unterhalten und da war wohl der O-Ton, dass Lamorghini tatsächlich oft einfach nur eine Art Showcars sind, mit mächtig Sound und natürlich auch erst mal ner brutalen Beschleunigung, aber letztlich geht ständig was kaputt. Weiß ja nicht, wieviele Kilometer der Wagen jetzt runter hatte und wie er so behandelt wurde, aber der Ausfall der kompletten Bremsanlage von jetzt auf gleich - gerade bei so einem heftigen Auto, von dem man ja erst mal denkt, dass es für Extrembedingungen gebaut ist, das darf eigentlich nicht sein.
Wer ander'n eine Bratwurst brät, hat ein Bratwurstbratgerät.

nullstab

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Sonntag, 6. März 2016, 17:09

Komische Bremsflüssigkeit, die einfach verdunstet.... Da war einfach irgendwo ein Loch... Tolle Qualität :thumbsup:

Muss man echt ein Kompliment aussprechen für dieses Versagen. Es muss erstens eine Warnung kommen, wenn der Flüssigkeitsstand zu niedrig ist und zweitens sind die Bremsen überkreuz geschaltete (also vorne links und hinten rechts und andersrum) damit im Notfall noch zwei Räder bremsen können.

Hans

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Sonntag, 6. März 2016, 17:30

Genau diese Frage haben wir uns auch gestellt! Es gibt eine Fehlermeldung für zu wenig Waschflüssigkeit - aber keine für die Bremsflüssigkeit?!
Hans
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Sonntag, 6. März 2016, 17:47

Sicher, dass der Lambo keine hat? Evtl. hat es nur nicht funktioniert. Wäre ein Armutszeugnis falls wirklich keine vorhanden ist. Selbst mein e36 hatte eine..

Hans

ungewollt grün

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Sonntag, 6. März 2016, 17:51

Selbst wenn es eine gegeben hätte, wo war die Fehlermeldung? Zufällig auch kaputt? :/
Hans
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Sonntag, 6. März 2016, 17:54

Kaum auszumalen, wenn das bei 200km/h und dichtem Verkehr passiert wäre. :rolleyes: Der Wagen stammte vermutlich von einer Autovermietung, richtig? Wo lag der Kilometerstand?
:thumbsup: :203: :202: :thumbsup:

solosi

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Sonntag, 6. März 2016, 17:54

Also sowas kann man definitiv in die Kategorie Dümmer gehts Nimmer einordnen.. Wie kann man denn bei zwei Autos so sinnlos die Bremsen kaputt fahren? An jeder Kehre voll in die Eisen, das macht keine Bremse auf Dauer mit! Allein schon das Leergewicht des Lambo von 1,8t..

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Sonntag, 6. März 2016, 17:58

Die 38l/100km lassen jetzt nicht unbedingt auf sehr materialschonende Fahrweise schließen.
Dennoch sollte ein Supersportwagen das doch eigentlich verkraften oder zumindest vorab warnen.

Zum Glück ist keinem was passiert.
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Sonntag, 6. März 2016, 18:20

Also sowas kann man definitiv in die Kategorie Dümmer gehts Nimmer einordnen.. Wie kann man denn bei zwei Autos so sinnlos die Bremsen kaputt fahren? An jeder Kehre voll in die Eisen, das macht keine Bremse auf Dauer mit! Allein schon das Leergewicht des Lambo von 1,8t..

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Vllt solltest du erstmal lesen bevor du Oberlehrer spielst...

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Sonntag, 6. März 2016, 18:26

Seit wann gibt es Oberlehrer?

Ne mal im ernst, dass mit den Bremsen geht gar nicht.

Geigerzähler

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Sonntag, 6. März 2016, 18:32

Der Begriff "Abschiedsfahrt" bekommt da ja schon eine gewisse Doppeldeutigkeit... Erinnert mich irgendwie an lambo-unfall.de. Sowas darf einfach nicht passieren, lebensgefährlich ist ja noch eine Untertreibung für sowas.
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Sonntag, 6. März 2016, 18:46

Also sowas kann man definitiv in die Kategorie Dümmer gehts Nimmer einordnen.. Wie kann man denn bei zwei Autos so sinnlos die Bremsen kaputt fahren? An jeder Kehre voll in die Eisen, das macht keine Bremse auf Dauer mit! Allein schon das Leergewicht des Lambo von 1,8t..

Aber naja wenns euch gefällt, sinnlos euer Leben aufs Spiel zu setzen..
Ist ja nicht so, dass Supersportwagen wie dieser darauf ausgelegt sein sollten auch längere Rennstrecken-Sessions auszuhalten. So eine Ausfahrt mit Bremsen vor jeder Kehre muss ein solches Fahrzeug einfach aushalten.

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Sonntag, 6. März 2016, 18:47

Zum Glück ist es für alle gut ausgegangen.
Ihr könnt froh sein das euch die Karre nicht noch abgefackelt ist, ich sag nur http://www.lambounfall.de

Hier zeigt JP (Jean Pierre Kraemer) warum ein Aventador (auch ältere Modelle) im Stand abfackeln kann.
Das Video musste er übrigens wieder von seinem eigenen Kanal löschen weil es Lamborghini natürlich nicht passt.
Bei Lamborghini wird sowieso alles Tod geschwiegen und ausgesessen.
Das Video wurde aber von der Community wieder hochgeladen.


Videolink mirror: https://vimeo.com/155667574

Mieten 2014: SD Paceman ALL4, Ford Mustang GT, E63 AMG, Z428is, 2x F-Type CAB, M4, 435i CAB, Z435i, Mini S CAB,
Mieten 2013: 997s, Camaro Transformer Edition, CC, 320d, M3 Coupe+Cab, M550d, A5 Sportback,

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WhitePadre

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Sonntag, 6. März 2016, 19:20

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Du hast die Weisheit wohl echt mit Löffeln gefressen, oder? Spricht da der Neid oder wo ist Dein Problem?
Die Entschlossenheit ist im Einzelfall ein Akt des Mutes, wenn sie zum Charakterzug wird, eine Gewohnheit der Seele.

Carl Philipp Gottfried von Clausewitz
(1780 - 1831),
preußischer General, Militärtheoretiker und Schriftsteller

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