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koelsch

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Dienstag, 20. Dezember 2016, 20:37

Citroen C4 Picasso | Starcar Köln Dellbrück



Citroen C4 Picasso exclusive - ein Minivan zwischen Genie und Wahnsinn




Anmietung


Der Citroen fiel mir bereits mehrfach auf dem Hof auf, und da die Ausstattung reichhaltig zu sein schien kann ich mich auch mit der Fahrzeugklasse "Minivan" gut anfreunden. Kurz vor Laufzeitende des Fahrzeugs stand eine Miete mit dem Anspruch "Platz" auf dem Plan, sodass es endlich einen guten Grund gab das Fahrzeug als Request anzugeben.

Am Tag der Abholung stand er dann frisch gewaschen bereit, leider war er bereits als Verkäufer einsortiert und somit nicht vollgetankt. Der sonstige Zustand war ob der Laufleistung von ~15.000km makellos. Kein Kratzer, keine Beule im Blechkleid oder an den Alufelgen. Auch der Innenraum war in einem guten Zustand. Wundert mich immer wieder, wie groß die Kluft zwischen makellos und runtergerockt bei Starcar sein kann.

Das Fahrzeug


Das Exterieur



Der Citroen C4 Picasso ist selbst in der eher unauffälligen Farbe Grau (mit der auffälligen Bezeichnung Shark-Grau) ein Hingucker, der durch sein äußeres Auftreten eine Art Paradiesvogel darstellt. Das hat er mit seinem Namensgeber (wenig überraschend) gemein. Und wie der berühmte Künstler lässt der Minivan die Grenzen zwischen Genie und Wahnsinn auch immer wieder verschwimmen.

Fangen wir am Heck an. Mittlerweile dürfte sich ja herum gesprochen haben, dass mir eine moderne Beleuchtung, gerne mit einem Twist, besonders gefällt. Zeigt es doch für mich, dass hier vermeintlich ein Team am Werk ist, das Lust an der Arbeit hat. Das zeigt sich beim C4 Picasso deutlich bei der rückwärtigen Beleuchtung.






So fallen die Rückleuchten mit 3D-Effekt besonders ins Auge. Gerade nachts eine schöne Abwechslung, die aktuell nur von den Formen der Modelle von Renault (Megane & Talisman) übertroffen wird.





Und wieder das leidliche Thema: LED-Beleuchtung rundherum, aber dann Halogenblinker hinten.



Wie vielleicht in dieser Perspektive deutlich wird



wird mit der elektrischen Heckklappe das gleiche Prinzip verfolgt, wie es bspw. Audi mit den Q7/Q5-Modellen oder Opel mit dem Insignia Kombi vorgemacht hat. So fasst die Heckklappe quasi um die Ecke und öffnet sich inkl. der Heckleuchten. Nun ist gesetzlich vorgeschrieben, dass selbst bei geöffneter Heckklappe rudimentäre Beleuchtung vorhanden sein muss. Das kann dazu führen, dass so hässliche Fahrzeuge wie der MINI Clubman entstehen, oder eben so unschöne Zusatzleuchten verbaut werden. Sind euch die beim Citroen aufgefallen? Nein? Keine Sorge, mir ist das ebenfalls erst nach mehrmaligem Öffnen nachts aufgefallen, als ich unsere schöne Einbahnstraße mit Warnblinker zugeparkt habe, und mich wunderte, was denn da so komsich blinkt. Seht selbst:



Sehr dezent. Gefällt mir. Nach einer ebenso hübschen Silhouette kommen wir also zur Front. Mit dem separaten Tagfahrlicht, in den der Blinker integriert ist, setzt man den Xenonscheinwerfern quasi Augenbrauen auf.



Also alles schön für den Leuchtenfetischisten? Nicht ganz. Denn wenn es dunkel wird, verschwindet die Freude ob der verbauten Beleuchtung und man fragt sich, was zur Hölle das soll. Klar, ein erstes Anzeichen wäre die fehlende Scheinwerferwaschanlage. Spätestens bei diesem (leicht verschwommenen) Anblick hätte es dem autoaffinen Mieter langsam klingeln können:



Eine manuelle Leuchtweitenregulierung. Damit liegen die Xenonbrenner unter einer gewissen gesetzlich vorgeschriebenen Leistung, die all die Einrichtungen nicht erfordert. Und da liegt auch der Hund begraben. Das Abblendlicht beschreibt eine V-Form in der Ausleuchtung, die scharf begrenzt ist. Das V endet knapp 20 Meter vor dem Fahrzeug, was eine verdammt kurze Ausleuchtung bedeutet. Ich habe das mal versucht einzufangen:


Man bedenke dass das Bild auf abschüssigem Gelände entstand.


Andererseits ist das Kurvenlicht sehr reaktionsschnell, und das Fernlicht umso effektiver. Aber damit beginnt das Schwanken zwischen Genie und Wahnsinn - denn es geht in den Innenraum.

Das Interieur



Sofort fallen die beiden Monitore auf, sowie dessen zentrale Positionierung. Ich selbst finde das Konzept zwar gewöhnungsbedürftig, aber nach einiger Zeit durchaus angenehm. Zumal die Geschwindigkeit immer am linken Rand angezeigt wird, was wiederum sehr nahe am Blickfeld des Fahrer ist. Aber der Reihe nach.

Haken wir schnell die Basics ab. Das Lenkrad fasst sich sehr angenehm an und verzichtet auf den feststehenden Pralltopf. Dafür befinden sich 12 Tasten und 4 Drehschalter auf dem Multifunktionslenkrad, auf wiederum 4 Ebenen verteilt. Selbst nach einem Wochenende musste ich immer wieder den Blick von der Straße nehmen um zu schauen, ob ich jetzt auch die richtige Taste gedrückt habe bzw. drücken werde. Typisch französisch irgendwie.

Ebenso typisch französisch ist der Ansatz in Sachen Gangwahlhebel. Aber nicht so verwirrend, sondern einfach nur charmant.



Ebenso anders und charmant ist die Funktion, für die dieser Knopf verbaut wurde.



Diese Wippe steuert die Fußablage des Beifahrersitzes. Richtig gelesen, die Fußablage. Am Beifahrersitz. In einem Minivan. Ausgefahren sieht die Vorrichtung dann so aus:



Nach anfänglicher Skepsis hat sich die Beifahrerin und bessere Hälfte aber recht schnell dran gewöhnt und ebenso schnell nach Abgabe des Fahrzeugs in den darauf folgenden Mietwägen vermisst.

Die Sitze habe ich aber auch zu schätzen gelernt. So finden sich neben dem Knopf für die Fußablage noch zusätzliche Tasten am Gestühl:



Diese steuern die Sitzheizung und Massagefunktion. Beides erneut kräftig genug, um einen warmen und entspannten Rücken auch auf Langstrecke zu garantieren. Dazu tragen auch die vielfach verstellbaren Kopfstützen bei.



Diese gibt es übrigens überraschenderweise in gleichem Funktionsumfang in Reihe zwei.



Die Rücksitze lassen sich verschieben, wie es sich einem Minivan geziemt. Nun kommt aber dieser Schuss Frenchness ins Spiel. Das Verschieben funktioniert nämlich erst, sobald die ebenfalls verstellbaren Lehnen komplett nach hinten gedrückt wurden. Muss man auch mal drauf kommen.

Um die Passagiere auf den billigen Plätzen sprichwörtlich im Blick zu behalten, inkludiert Citroen die nun nicht mehr so exotische Lösung eines zweiten Spiegels.



Womit wir bei der Frontscheibe und dem gefühlten Platzangebot wären. Hier offenbart sich ein weiterer Vorteil des unkonventionellen Denkens der französischen Ingenieure gepaart mit der Verrückheit der Controller von Citroen. Nämlich die geradezu gigantische, einteilige Frontscheibe. Was allein aufgrund der Wölbung zusätzliche Kosten entstanden sein müssen. Aber diesen Kosten steht ein absoluter Mehrwert entgegen: der Innenraum wirkt in der ersten Reihe hell, freundlich und sehr sehr luftig. Grandios.



Damit man aber bei tiefstehender Sonne nicht erblindet, sind ähnlich wie in Bussen oder Zügen Stoffsegel eingebaut, an denen nochmal Sonnenblenden angebracht sind.


Links vollausgefahren, rechts eingefahren.


Die Segel rasten sicher ein, sodass sich die Sonnenblenden auch bei Bedarf seitlich klappen lassen. Aber leichter Druck reicht vollkommen aus, um die Segel selbst zu verstellen. Eine bis ins Detail also gut umgesetzte Lösung. Das lässt sich ja nicht von allem an diesem Fahrzeug behaupten. :126:

Doch bevor wir dazu kommen noch ein Detail, das absolut praxisnah entwickelt und auch umgesetzt wurde. So befindet sich zusätzlich zum Handschuhfach und einem riesigen Fach im Mitteltunnel (es passen problemlos mehrere(!) 1,5l-Flaschen hinein) unter dem Infotainmentbereich und Dashboard noch eine Art Schublade. Zudem befinden sich dort mehrere, auch unübliche Anschlüsse. Seht selbst:



Steckdose, AUX-In, 12V-Stecker, USB-Anschluss - alles was man braucht an einer Stelle. Zudem das im Skoda gefeierte herausnehmbare Licht. Davon gibt es in diesem Auto übrigens mehrere, nicht nur im Kofferraum, sondern eben auch im Passagierraum. Praktisch.

Das Infotainment

Man merkt, ich habe das Thema bisher versucht zu vermeiden. Ich hege eine gewisse Sympathie für das Fahrzeug, und das Infotainment ist die absolute Achillesferse. Nichtsdestotrotz - auf geht's.

Wie die Bilder vom Interieur schon anzeigen, hat sich Citroen komplett von Schaltern, Tasten und Wippen verabschiedet. Von solchen Entscheidungen halte ich persönlich ja nichts, lässt sich mein Verdruss über so etwas aber wenigstens mit einer technisch einwandfreien Umsetzung des tastenlosen Konzepts etwas mildern.

Und hier patzt der französische Hersteller. Massiv.



Da selbst Kleinigkeiten wie die Steuerung der 2 Zonen-Klimaautomatik über den unteren Touchscreen abgewickelt werden müssen, wäre es von größter Wichtigkeit dass der Bildschirm sowie die touchsensitiven Shortcuttasten drumherum zügig auf Eingaben reagieren. Und das passiert einfach nicht. Man weiß nie, ob man getroffen hat, das System hängt oder einfach nicht reagieren möchte. Somit werden alle Befürchtungen bezüglich solch einer Entscheidung leider vollumfänglich bestätigt. Wirklich schade.

Bevor es noch abstruser wird, noch schnell ein Abschnitt zu einem Feature, das prinzipiell ebenso auf dem Papier großartig ist, aber aufgrund der Umsetzung einfach nervt.



Der 360°-Kamera. Prinzipiell auch aufgrund der Bauform der Schürzen an Front & Heck eine sehr nützliche Idee. Leider drecken die offen liegenden Linsen sehr schnell zu, wodurch das Bild recht schnell so aussieht:



Was prinzipiell nicht so schlimm wäre. Aber wieso verbaut man eine Kamera an der Front, die sich auch einzeln auswählen lässt, erzwingt dann aber folgende Ansicht:



Eine an sich auch sehr nützliche Ansicht, wenn man sich aus Ausfahrten raustasten muss. Wieso aber nicht eine ebenso simple Frontalansicht für das millimetergenaue Rangieren in Parklücken? Genie und Wahnsinn - ihr erinnert euch?

Kommen wir zum optischen Highlight im Innenraum, ebenso ein Hauptgrund warum ich den C4 mal fahren wollte: die volldigitale Tachoeinheit. Nachdem ich das ActiveDisplay im VW Passat, das Virtual Cockpit im Audi TT, das multifunktionale Instrumentendisplay von BMW mehr oder weniger ausgiebig testen konnte, war ich auf den französischen Ansatz gespannt. Und, wie soll ich sagen, wurde voll im Klischee der französischen Andersartigkeit bestätigt. Wobei hier anders im Gegensatz zu oben beschriebenen Aspekten auch einfach schlecht bedeuten könnte. Aber der Reihe nach.

Fangen wir mit der Kleinigkeit Bordcomputer an. Ganz konventionell gibt es dazu einen Knopf am Wischerhebel.



Doch dieser Knopf hat nicht immer eine Funktion. Dieser Knopf bewirkt nur etwas, wenn über eine der vier Walzen am Lenkrad, die entsprechende Ansicht (mit dem vielsagenden Titel "Funktionen" :rolleyes: ) ausgewählt wurde.



Zudem bietet der Screen drei verschiedene Themen, die sich auch im unteren Touchscreen widerspiegeln.







Die Problematik des Infotainments, also vielmehr des Touchscreens, nämlich dessen Trantütigkeit, zeigt sich umso dramatischer, wenn man während der Fahrt das Thema ändern möchte. Prinzipiell ist dies zwar nur im Stand möglich auszulösen, man kann während des Prozesses dann aber fahren. Was aber nicht ganz problemlos ist. So ist der untere Touchscreen minutenlang komplett schwarz, und der obere Bildschirm begnügt sich mit dieser Anzeige:



Ja, Geschwindkeiten und Warnhinweise werden noch angezeigt, alles andere aber hat Sendepause. Angefangen vom Radio, über das Navigationssystem bis hin zur Klimaanlage wird alles heruntergefahren. Beängstigend, wie wenig Citroen da an Rechenpower verbaut hat.

Das wird ebenfalls sichtbar, wenn man sich bspw. die Karte im Tacho anzeigen lassen möchte. Für mich gerade beim Reisen mit der Freundin durchaus ein Mehrwert, hat die Beifahrerin doch problemlos ihren eigenen Bildschirm, mit dem sie spielen kann. Also Radiosender einstellen, Lieder suchen, Klimaanlage verstellen, was man halt so macht. Im Citroen ist das aber leider nicht möglich. So grüßt einen bei der Auswahl des Punktes "Navigation" folgender Hinweis:



Was dann aber solch eine Anzeigenkombination bringen soll, müsste mir der entsprechende Entscheider mal bei einem Glas Wein ausführlich erklären:



Aber hey, dafür kann man sich während der Fahrt Fotos vom USB-Stick anzeigen lassen. Und nein, das ist kein dummer Scherz, das ist bittere Realität.



Und da hat ein Entwickler wirklich mitgedacht, denn man kann die Urlaubsschnappschüsse in voller 16:9-Pracht und entsprechend bildschirmfüllend genießen. Und der Wechsel der Motive in regelmäßigen Abständen lenkt den Fahrer auch absolut gar nicht ab! Wer das so durch die Abnahme bekommen hat, wo jede Fernsehfunktion rigoros abgeschalten wird sobald sich das Auto auch nur 1km/h bewegt, hat absolut größten Respekt verdient. Oder kennt den Prüfer persönlich.

Die Soundqualität der Boxen hingegen konnte überzeugen. Zwar ist der Equalizer etwas im System versteckt, sobald dieser gefunden wurde kann man das System auch für basslastige Hörer wie mich ausreichend verstellen. Die Tiefen fangen nicht an zu brummen oder dröhnen, und die Höhen werden auch bei lauterem Genuss nicht verzerrt. Als Laie habe ich somit schon deutlich schlechtere Systeme zu Ohren bekommen.

Das Fahren

Man erwartet von einem französischen Auto, noch dazu von einem Citroen ja ein gewisses Fahrverhalten. Entspanntes Gleiten, mit sänftenartigem Fahrwerk, trägem Antrieb und miesem Kurvenverhalten und dem Hang zum selbstmörderischem Aufschaukeln bei höheren Geschwindigkeiten.

Davon ist der C4 Picasso meilenweit entfernt. Das Fahrwerk ist überraschend straff gefedert, Rumpelbeläge wie bspw. in Bergisch Gladbach werden knallhart an die Insassen weitergegeben. Nichts mit Sänfte.

Das wiederum kommt der Straßenlage auch bei höheren Geschwindigkeiten zugute. Keine Spur von Wankbewegungen auch bei schnelleren Autobahnkurven, man fühlt sich immer als Herr der Lage.

Dazu gesellt sich ein 120 PS-Dieselmotor, der den Minivan zügig in der Stadt und über Land bewegt und auch auf der Autobahn entspanntes Mitschwimmen bis ca. 150 km/h erlaubt. Dort schaltet die Automatik auch gern in den 5. Gang, was sie ziemlich unaufgeregt tut. Wie der 6 Gang-Wandler von Aisin insgesamt seine Aufgabe verrichtet. Klar fehlt ihm die Schnelligkeit eines DKG in den Gangwechseln, und die Abstimmung der Gänge ist rigoros auf die Länder mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn ausgerichtet. Das passt meiner Meinung nach aber ganz gut zur Gattung Minivan, mit dem Kurvenräubern sowieso selten bis nie eine Option darstellt.

Als Assistent war lediglich der Totwinkelwarner verbaut. Auch hier wurde in der Entwicklung der Fokus ganz eindeutig auf Länder mit Geschwindigkeitsbegrenzung gelegt. So warnt die kleine, und damit leicht zu übersehende LED ausschließlich, wenn sich ein Fahrzeug neben einem befindet. Herannahende Fahrzeuge erkennt das System nicht.



Die LED blinkt auch nicht, wenn man trotzdem eine Lenkbewegung macht. Der Mehrwert hält sich so in Grenzen.



Ein abschließendes Wort zum Verbrauch. Dieser hat mich positiv überrascht. Mit einigem Stadtverkehr mit vollbeladenem Kofferraum, über ~400km Autobahn mit ebenso vollbeladenem Kofferraum und dabei 50% Tempomat 150 und 50% Kasalla ergibt sich ein für die Fahrzeuggattung erstaunlich niedriger Wert, der sich auch ungefähr mit den Tankbelegen deckt. Ist halt schwierig nachzurechnen ohne voll/voll-Regelung.

Das Fazit


Mich begleitet der C4 Picasso nun seit ich den Führerschein habe. Als erste Generation noch als "Xsara Picasso" als Privatwagen der damaligen Schwiegerfamilie, als erster selbst bezahlter Mietwagen von Sixt Erlangen ein Fahrzeug der zweiten Generation und neuer Namensgebung durfte ich jetzt das (nahezu) aktuelle Modell bewegen.

Und die dritte Generation hat es geschafft, mich zu überzeugen. Versuchten die ersten beiden Generationen möglichst nah am Mainstream zu sein, auch um bei den Käufern möglichst oft zu punkten, merkte man den Fahrzeugen einfach an, dass Citroen das eigentlich nicht kann. Also Mainstream. Das führte dazu, dass das mit die schlechtesten Autos waren, die ich bewegen durfte.

Die dritte Generation aber nimmt diese französische Art des Automobilbaus bereitwillig an, sodass ein grundsolides Fahrzeug mit Charakter entsteht. Manche würden sagen, mit Makeln oder gar absurden Schwachstellen. Denen muss man objektiv Recht geben.

Darauf zielt der Citroen aber gar nicht ab. Er möchte emotional überzeugen. Loungesessel mit Beinauflage als Beifahrersitz? Check. Massagestühle mit Ohrensessel-Kopfstützen? Check. Fancy Tachodisplay und Touchsteuerung, der aber auf halbem Weg in der Entwicklung Geld und Zeit ausging? Check. Riesige Frontscheibe mit einer technisch äußerst anspruchsvollen dreidimensionalen Wölbung? Check. Abfallende Dachlinie, die irgendwie so überhaupt nicht zu einem Minivan passen möchte? Check.

Über all das kann man aber hinwegsehen, weil es Citroen endlich gelungen ist, unter dem ansehnlichen Blechkleid ein anständiges Fahrzeug hinzustellen. Mit einer soliden Motorisierung, einem ordentlichen Fahrwerk und einem angenehmen Getriebe.

Das macht den Citroen C4 Picasso zu einem Charakterkopf, der optisch aneckt und in seinen technischen Finessen stets zwischen Genie (Was, sowas in so einem Fahrzeug für so einen Preis?) und Wahnsinn (WIESO ZUR HÖLLE KANN ICH DIE TEMPERATUR NICHT ANSTELLEN? während man verzweifelt auf den touchsensitiven Knopf hämmert) pendelt.


Der Disclaimer


Ich möchte wirklich abschließend nochmal klar stellen, dass seit wenigen Wochen das Facelift des Citroen C4 Picasso ausgeliefert wird. Optisch hat sich bis auf neue Stoßfänger nicht viel getan, ob und in welchem Umfang aber bspw. an der Software und somit dem größten Kritikpunkt gewerkelt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. Es wurde zwar für das getestete Verkäuferfahrzeug direkt ein Nachfolger in ähnlich umfangreicher Ausstattung geordert, dieser ging aber direkt in eine LZM und war für mich nicht verfügbar.

Zudem bitte ich die fehlenden Punkte auf dem e in Citroen zu entschuldigen, dieser Buchstabe ist auf dem Mac ein Sonderzeichen mit einer Tastenkombination, für dich ich auch ob des Umfangs des Textes einfach zu faul war.

Zum Schluss gilt wie immer: bei Fragen fragen! :)

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Dienstag, 20. Dezember 2016, 21:11

Schöner Bericht. Gefaellt mir.

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koelsch (20.12.2016)

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Mittwoch, 21. Dezember 2016, 08:52

Vielen Dank für den ausführlichen Bericht! Ich habe den C4 Picasso auch schon getestet und kann alle Eindrücke so bestätigen. Leider scheint der PSA-Konzern zwischenzeitlich ein Problem mit den Tankanzeigen gehabt zu haben. Gerade beim C4 Picasso und beim Peugeot 208/308 mussten wir regelmäßig nachtanken, da der Tank angeblich nur halbvoll war, nur um dann festzustellen, dass man kaum 3 Liter reinbekommen hat. Das ist aber schon 2 Jahre her, vielleicht ist das behoben.

Außerdem gibt es noch ein paar Funktionen, die extrem sinnfrei sind aber perfekt zum Rest des Fahrzeugs passen:

Es gibt die Möglichkeit, das Geräusch des Blinkers anzupassen (z.B. "Jungle") und man kann in den Tiefen des Infotainmentsystems einen Taschenrechner finden :D
Highlights 2011-2017:

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Mittwoch, 21. Dezember 2016, 09:03

Vielen Dank für den Bericht! Endlich mal einer, der viele Eigenheiten eines Franzosen schön aufzeigt. Ich find es immer wieder Klasse, was sich die Franzosen ausdenken (und manches so unglaublicher Murks ist). Ja, die Autos sind wahrlich zwischen "Genie und Wahnsinn"


@Twingo: Das Blinkergeräusch hätte ich gern mal gehört ^^
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Mittwoch, 21. Dezember 2016, 09:05

Was ich hier und in meinem C4 GRAND Picasso von EC vermisst habe war das "bessere" Navi "Connect Nav" http://media.citroen.de/image/13/9/520x2…pg.227139.5.jpg

Da kommt dann fast Audi A4 Virtual Cockpit Feeling auf.

Ansonsten hatte das ACC in meinem C4 überzeugt bis es dann im Starkregen einmal ausgefallen war.

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Mittwoch, 21. Dezember 2016, 09:36

@lieblingsbesuch: https://www.youtube.com/watch?v=Bl2sz61tNkU hier aus dem DS4, Jungle Fantasy kommt gleich als erstes :)
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Mittwoch, 21. Dezember 2016, 10:07

Urban Rhythmic gefällt mir am besten :D
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koelsch

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Mittwoch, 21. Dezember 2016, 10:28

Vielen Dank für den ausführlichen Bericht! Ich habe den C4 Picasso auch schon getestet und kann alle Eindrücke so bestätigen. Leider scheint der PSA-Konzern zwischenzeitlich ein Problem mit den Tankanzeigen gehabt zu haben. Gerade beim C4 Picasso und beim Peugeot 208/308 mussten wir regelmäßig nachtanken, da der Tank angeblich nur halbvoll war, nur um dann festzustellen, dass man kaum 3 Liter reinbekommen hat. Das ist aber schon 2 Jahre her, vielleicht ist das behoben.


Die Tankanzeige war in diesem Fall korrekt und zeigte ziemlich genau den Restinhalt an. Da ich das Fahrzeug nie vollgetankt habe, sondern immer nur ungefähre Mengen, die ich sicher verfahren werde, kann ich dazu aber weiter nichts sagen.

Generell hat PSA das aber noch nicht in den Griff bekommen, beim Twingo/Smart ForFour gibt es weiterhin große Probleme mit den Tankanzeigen.


Außerdem gibt es noch ein paar Funktionen, die extrem sinnfrei sind aber perfekt zum Rest des Fahrzeugs passen:

Es gibt die Möglichkeit, das Geräusch des Blinkers anzupassen (z.B. "Jungle") und man kann in den Tiefen des Infotainmentsystems einen Taschenrechner finden :D


Taschenrechner hatte ich gefunden, allerdings ergab die von dir angesprochene Möglichkeit das Blinkergeräusch einzustellen, bei mir nur eine Änderung im Telefonklingelton. Alle anderen Töne blieben gleich. :huh:


Was ich hier und in meinem C4 GRAND Picasso von EC vermisst habe war das "bessere" Navi "Connect Nav" http://media.citroen.de/image/13/9/520x2…pg.227139.5.jpg

Da kommt dann fast Audi A4 Virtual Cockpit Feeling auf.


Ich hatte das bei meiner Recherche so verstanden, dass das "bessere" Navi jetzt erst mit dem Facelift kommen soll. Zumindest habe ich die Grafiken auf dem verlinkten Bild, @scdhn:, nur im Zusammenhang damit gesehen.

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Mittwoch, 21. Dezember 2016, 11:12

Renault gehört aber nicht zu PSA

*Klugscheißermodus off* :D
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