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Cpt.Tahoe

Brooklands

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Dienstag, 17. Januar 2017, 00:15

Australien Tour Sydney-Cairns im Camper



G'day Guys!

Wie vermutlich einige schon mitbekommen haben, hatte ich die Ehre vom 6 Dezember bis zum 8 Januar in Australien zu verbringen.
Im folgenden Bericht möchte ich euch einen kleinen Einblick geben, da man sicherlich nicht alles erlebte hier schreiben kann. Mietwagen gabs auch ein paar,deshalb viel Spaß beim lesen, auch wenn der Bericht vermutlich ein bisschen länger wird :thumbup:

Anreise:

Los ging es früh morgens mit dem Privat PKW nach Frankfurt an den Flughafen, bzw. zu einem Parkplatz kurz davor, und mit dem Shuttle dann zum FRA. Qatar Airways Flug 070 hob pünktlich um 10.45 richtung Doha in Qatar ab, und so kamen wir 6.30 Stunden später in der Wüstenmetropole an. Die 40 min. Aufenthalt haben perfekt gepasst und so ging es um 20.00 weiter nach Melbourne. 14 Stunden Flug voraus und ein sehr gutes Filmangebot an Bord, also alles gut :thumbsup:
Bis sich dann ca 3 Stunden vor Melbourne der Pilot meldete mit "We haveto perform an emergency landing in Perth". Leider erlitt eine Passagierin 3 Reihen vor mir einen Herzinfarkt und so wurde die ältere Dame in Perth von einem Air-Medic-Team abgeholt. Für uns waren das dann 2 Stunden Verzögerung und eine ziemlich unangenehme Situation. Um 22 Uhr landeten wir dann in MEL, wo wir von meinem dort lebenden Bruder abgeholt wurden. Die Familie war somit komplett und das Abenteuer konnte Beginnen. :101:

Melbourne und die Great Ocean Road:



Die Hauptstadt des Bundesstaates Victoria wurde mehrere Jahre hintereinander zur "lebenswertesten Stadt der Welt" gewählt, wofür ich schon nach 2 Stunden vollstes Verständnis hatte. Mit ihrem riesen Markt und den vielen verschiedenen architektonischen Gebäuden beeindruckt diese Stadt so ziemlich jeden Besucher. Die Innenstadt besteht nicht aus den üblichen großen Einkaufsketten wie H&M usw. sondern aus vielen kleinen Boutiquen und Imbissen, die allesamt das Stadtbild zu einem
echten Hingucker machen. In der Avis City Station in der Franklin Streetholten wir unseren Minivan ab. Gebucht war eigentlich die Klasse eines Kia Carnivals (etwa Sharan-Größe). Wir haben allerdings ein "Wunderbares Upgrade" in Form eines 70Tkm alten Hyundai Imax bekommen. Das Fahrzeug generiert aus sagenhaften 2.4 Litern Hubraum 162 PS. Eigentlich hört sich das nicht unbedingt untermotorisiert an, allerdings wurde dieser trinkfreudige Motor an eine 4-Gang Automatik mit Overdrive gekuppelt, die die Koreaner vermutlich im letzen Eck des Kellers gefunden haben. Mit diesem Taekwondo-Bulli ging es dann 500 KM entlang der Great Ocean Road, was einem mal wieder zeigte, wie wunderschön unsere Erde eigentlich doch ist.





Sydney und die Blue Mountains:

Nachdem wir wegen eines Unfalls auf dem Freeway unseren eigentlichen Flug von MEL nach SYD verpassten, wurde zwangsweise ein 700$ Ersatzflug gebucht. Glücklicherweise wird diese Strecke alle 30 Minuten bedient und so ging
es schon bald nach Sydney. Dort angekommen wurden wir von einem Taxifahrer ins Hotel gebracht. Nachdem er zweimal mit Absicht an dem Hotel vorbeigefahren ist, um sein Taxometer zu füllen, baten wir ihn, nicht mehr ganz so höflich, jetzt doch endlich mal anzuhalten, was mit "Okay ihr Hitler Nazi Wi***r" quittiert wurde. Wohlgemerkt von einem Indonesier.
Sydney ist die größte Stadt Australiens und ist von einer mit Bankgebäuden versehenen Skyline ziemlich imposant. Das weltbekannte Opera-House sah allerdings auf den Bildern im Internet besser aus als ich echt. Schön ist es trotzdem.



Am nächsten Tag ging es dann unseren grünen Begleiter abholen, mit dem wir die kommenden Wochen unser Abenteuer
erleben sollten. Darf ich vorstellen - Lucy:



Ein Nissan Caravan/Homy mit 292.000 KM auf der Uhr. Angetrieben wird das 5 Meter lange, 3 Meter hohe , 1.70 Meter breite und 3 Tonnen schwere Biest von einem 2 Liter 4 Zylinder mit 120 PS - gekoppelt an eine ebenfalls 4 Gang Automatik mit Overdrive.
Da sich der Motor zwischen Fahrer und Beifahrer befand, wurde er nach ca. einer Tankfüllung, also 300 KM, zu einer sehr sehr warmen Heizung die bei durchschnittlich 35 Grad Aussentemperatur, nicht immer so brauchbar war.
Bei der Abholung war er bereits von Spinnen eingewoben worden und auf Nachfrage, wie lange der denn schon hier stehe musste "schon ne ganze weile" als Antwort reichen.
In den Blue Mountains (teilweise bisschen hügelig), gab sich der aus Japan importierte Caravan mit 24 Litern zufrieden. Immerhin reichten ihm 89 Oktan. Auf dem weiteren Weg ist der Klapptisch am Heck abgefallen und der Kühlschrank ging beim um die Kurve Fahren immer auf. Kurzerhand wurde dann der Tisch vor den Kühlschrank geklemmt und die Sache war erledigt.
Einige KM später fiel dann auch noch der Feuerlöscher von der Decke. Das "schon ne ganze Weile" stehende Wasser machte sich durch Gerüche bemerkbar, die sondersgleichen suchen.

Jucy Rentals ist eine Neuseeländische Vermietung, die sich darauf spezialisiert hat, Caravans zu vermieten. Das Konzept ist, wie ich finde sehr interessant. Jucy kauft sich aus Japan gebrauchte Lieferwagen vom Typ Nissan Caravan E25 und Toyota Hiace ein, schifft diese nach NZ und baut sie dort eigenhändig um.
Um euch einen Einblick zu geben, wie der Caravan komplett aussah, habe ich dieses YT Video gefunden:



Die Blue Mountains, ein von Eukalyptusbäumen und Koalabären besidelter National Park heißt deshalb BLUE Mountains, da die Eukalyptusbäume Etherische Öle aussenden, die die komplette Luft blau erscheinen lässt.
Positiver Nebeneffekt: Nach einem Regenguss ist immer die Nase frei :thumbsup:



Brisbane, Fraser Island und die Whitsunday Inseln:

Tag für Tag fuhren wir also mit dem Camper die Ostküste dieses erstaunlichen Kontinents ab. Die ersten 2 Nächte wurden auf sogenannten "Freecamps" übernachtet. Ein großer Parkplatz mit Toiletten, Duschen und BBQ-Areas. Da die Toiletten allerdings septisch waren, also ein großer Tank im Boden, durfte man nicht all zu penibel mit der Sauberkeit sein.
Als dann aber eine Handgroße Huntsman-Spinne aus der Schüssel kroch, warauch bei mir vorbei mit Lustig, und so bestand ich auf richtige Campingplätze für den weiteren Urlaub.

Die folgenden Tage ging es dann nun weiter Richtung Brisbane. In Byron Bay fande ich die größte Ansammlung von VW T1+T2 die ich je gesehen habe. Viele waren zu verkaufen, zu einem Preis der in Deutschland nicht vorstellbar wäre.
Surfers Paradise, ein Stadtteil der Gold Coast erinnert einen an Miami Beach.
Strand, warmes Meer und im Hintergrund Wolkenkratzer. Ein typischer Touri-Ort eben.



In Brisbane angekommen wurde schnell klar, dass ich eine neue Lieblingsstadt gefunden habe. Der Park entlang der Esplanade ist
wunderschön angelegt und es gibt einen riesengroßen Pool, der für jeden zugänglich ist. Da es Weihnachtszeit war, wurde im Pool eine große LED Leinwand aufgebaut und Weihnachtsfilme gezeigt (Schöne Bescherung usw). Man konnte sich mit einem "Iced Gluhwein" auf einen Schwimmring legen und den Abend verbringen-und das alles umsonst. An jedem Eck im
Park waren ebenfalls umsonst, BBQ Grills aufgebaut, die jeder benutzen durfte. Eigentlich dachte ich, dass diese ziemlich dreckig und ruiniert seien, wurde aber vom Gegenteil überzeugt. Wenn man so etwas in Heilbronn aufbaut, dauert es keine 24h, bis es zerstört ist :61:


Nach einem Tag in der Lone Pine Sanctuary, einer Station zum aufpeppeln von angefahrenen Tieren, in der man auch einen Koala halten durfte (musste ich natürlich auch mal machen :104:), ging es weiter richtung Rainbow Beach. Über Weihnachten sollte es nun auf die größte Sandinsel der Welt gehen - Fraser Island. Wir wurden auf dem Festland mit einem Gelände-Bus von MAN abgeholt und über den 5 min. Wasserweg mit einer Fähre auf die Insel gebracht. Der Strand der Insel wird als Highway benutzt und so herrschte früh morgens die typische Rushour. Im Sand stecken tatsächlich Verkehrsschilder und
selbst einen Blitzer gibt es :8o:
Da natürlich auch Gegenverkehr kommt, wird auch auf der Insel links gefahren. Allerdings ist dass nicht immer möglich, da die ein oder andere Welle den "Highway" überspült, was bei 80KmH schon mal gefährlichwerden könnte. Die Lösung ist dann einfach zu blinken, auf welcher Seite man denn nun bleibt, so dass der entgegenkommende Verkehr weiß,
was zu tun ist. Die Straßen im inneren der Insel sind "Land Cruiser
Territory" und unser Busfahrer meinte nur trocken "Wenn hier ein Auto stecken bleibt, dann sind es Touristen mit ihren gemieteten Hausfrauenpanzern" und er sollte damit auch Recht behalten. Ein Kia Sorento ist nun wirklich nicht für schweres Gelände ausgelegt, weshalb die Straße für ein paar Minuten verstopft war.
Nacheinem Rundflug über die Insel und den ein oder anderen gesichteten Dingo ging es 2 Tage später wieder zurück ans Festland.



2 Tage in denen unser Caravan in der prallen Sonne stand und die Klimaanlage somit mal zeigen konnte was sie kann. Und sie kann es richtig gut. Innerhalb von 10 Sekunden ist man schockgefrostet.
Weiter nördlich ging es nun richtung Great Barrier Reef, und als dieses anfing, war es auch vorbei mit dem Baden im Meer. Stinger Season - d.h. alles was sticht und nesselt treibt sich von November bis April in Strandnähe rum. So ziemlich alles davon könnte tödlich enden.





Von Airlie Beach ging es ein paar Tage später auf die Whitsunday Islands, oder eher das Paradies auf Erden. Die Inseln im GBR bestechen durch weißen Sand, krass blaues Meer und - Badeverbot. Damn! ;(
Einzige Lösung heißt Stinger Suit. Eine Art ganzkörper Neoprenanzug, der nur die Augen freilässt, die dann sowieso von der Taucherbrille verdeckt wurden. So ist man zu 70% Nesselsicher. Mit der neugekauften GoPro Hero5 haben wir beim Korallentauchen wunderschöne Bilder gemacht, und zur überraschung wurden wir von zwei Meeresschildkröten begleitet.
Nachdem ich auch Nemo in einer Anemone gefunden hatte, musste natürlich das passieren was man niemandem wünscht. Die GoPro ist abgesoffen und liegt nun in einigen Metern Tiefe auf dem Meeresgrund. Einige Versuche die Kamera zu bergen blieben erfolglos und so waren die kompletten Bilder des Unterwasserausflugs verschwunden. Die Eindrücke des Riffs waren überwältigend und traurig zu gleich. Zum einen die unendlich vielen Tiere und Farben und zum anderen die abgestorbenen Korallen und Plastikmüll. Die Nacht nach dieser Erfahrung war für mich ziemlich heftig, da man sich irgendwie schuldig fühlt. Menschen sind nicht dazu geboren unterwasser zu leben, sie nehmen sich aber trotzdem raus, diese Welt zu zerstören.



Cairns, Kuranda und Cape Tribulation:



Wieder Boden unter den Füßen wurde der Caravan weiter richtung Norden gequält.
Bei über 40°C Außentemperatur gingen dann doch noch ein paar Pferde der 120PS ein. Je weiter nördlich man kam, desto mehr regnete es jeden Tag,was im Regenwald nun auch nicht besonders verwunderlich ist. In Cairns erreichten wir nun unsere Endstation, hatten aber noch ein paar Tage übrig. Kuranda war also angesagt. Ein Dorf mitten im Regenwald, dass durch eine Seilbahn und dem Zug erreichbar ist. Mit der Seilbahn ging esüber den Baumgipfeln durch den endlos erscheinenden Regenwald hinauf in ein Dorf, in dem die Zeit stehen geblieben erscheint. Mit dem Zug durch den Regenwald wieder zurück, was einen abermals zum denken gibt, weshalb der Mensch die Umwelt denn eigentlich so zerstört.

Am Tag darauf ging es mit dem Camper nach Cape Tribulation. An der Küste entlang ist das Cape der nördlichste erreichbare Punkt ohne 4WD.



Cape Trib erscheint zweifellos als ein magischer Fleck. Der Regenwald wächst hier bis zum Strand, an dem es weiterhin türkisfarbenes Wasser gibt. Ein Aufeinandertreffen von Farben das man nur als krass bezeichnen kann. AmStrand wollten wir eigentlich baden, was aber durch eine auftauchende Rückenflosse ziemlich schnell unterbunden wurde. Immerhin habe ich nun mal einen Hai in echt gesehen, wenn auch nur einen Riffhai :whistling: Am Strand spazieren ging allerdings, und so sah man auch mal den Namensgeber der Corvette: Einen Stachelrochen, ebenfalls tödlich. Kurz darauf verwandelte sich der Strand in dichtes Mangrovengewächs, durch das ein Steg gebaut wurde. Schilder von wegen "Achtung Krokodile" wurden solange belächelt bis im Sumpf etwas aufgetaucht ist. Wie naiv man denn sein kann :rolleyes:



Zurück in Cairns wurde der Camper nach 4500 KM bei Jucy Rentals abgegeben.


Die Heimreise führte uns nochmals über Melbourne, wo wir uns einen Hyundai I30 von Hertz als MW besorgt hatten. Perfekt für die Stadt und die paar Stunden, brachte uns der Koreaner durch die Metropole und zurück zum Flughafen. Unterwegs wurde dann noch mein Bruder entsorgt und so ging eszu dritt wieder zurück nach Frankfurt.



Bei 44°C losgeflogen und bei -5°C angekommen, war natürlich die Erkältung vorprogrammiert. Immerhin habe ich nun Zeit gefunden diesen Bericht zu schreiben.
Ich hoffe ihr konntet einen kleinen Einblick bekommen. Vergebt mir Schreibfehler oder Denkfehler, aber nach 3 Stunden schreiben werde ich vermutlich die hüpfenden Smileys in der Leiste unten, auch im Schlaf sehen.



Viele Grüße
Cheers

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Sehr schön. Danke fürs Einstellen des Berichts.
Wirklich traumhaft schön dort.

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Cpt.Tahoe (17.01.2017)

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