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koelsch

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Dienstag, 17. Januar 2017, 00:29

VW Tiguan 2.0 TDI DSG | Starcar Köln


Die C-Klasse ist mein erster Mercedes mit Schaltgetriebe. Die Gänge sind relativ lang übersetzt, so bittet die Schaltempfehlung bei 30 KM/H im dritten Gang schon darum einen Gang runterzuschalten, das gleiche passiert bei 55 KM/h im vierten Gang, jeweils dreht der Motor auch knapp über 1000 u/min.


Genauso sollte aber meiner Meinung nach ein Getriebe sein, das an einem Diesel hängt, der in einem hauptsächlich für die Langstrecke entwickelten Fahrzeug werkelt. Was bringt es mir, wenn ich bei 50 km/h schon in den 5. von 6 Gängen schalten kann und ohne Probleme 30 km/h im 4. Gang rumdödeln kann. Dafür dann aber auf der BAB bei Richtgeschwindigkeit schon ~3000 U/min drehe. Totaler Schwachfug. :rolleyes:


Wer übrigens dachte, dass ich in den letzten Tagen so schweigsam war, weil ich entweder mietfrei (wieso höre ich wenn ich das schreibe eine gehässige Stimme lachen? :huh: ) bin oder etwas verschämt diesen Audi A3 in die dritte Verlängerung genommen habe, liegt mit beidem falsch. Stattdessen erblickte ich auf dem leicht verschneiten Hof eine weiße Schönheit, die neben Diesel, Automatik und Allrad zudem einen Eintrag auf meiner To Drive-Liste vorzuweisen hatte. So ging der A3 nach knapp über 2000km zurück (und bewegte sich seitdem nicht einen Meter), und ich fahre seit Freitag Mittag bis morgen Früh über das verlängerte Wochenende einen



VW Tiguan II.

Verbaut ist der 150 PS starke Dieselmotor, gekoppelt an das 7 Gang-DSG, das die 340 NM via Allradantrieb auf die Straße bringt.



In der Highline-Ausstattung ist nahezu alles dabei, was man so braucht. Großes ACC (bis 210 km/h), Lane-Assist, kleine LED-Scheinwerfer mit statischem FLA, Klimaautomatik mit 3 Zonen, Ambientebeleuchtung, MuFu-Lederlenkrad, Mittelarmlehne, Topkomfortsitze, Nebelscheinwerfer, MFA "Premium", Licht - & Regensensor.

Zusätzliche Häckchen wurden beim "Top-Paket" (beinhaltet u.a. Pano-Dach, elektr. Heckklappe) und der Navigationsfunktion "Discover Media" gesetzt. Damit hat man ein ordentliches Wägelchen auf die Räder gestellt, dem es an nichts fehlt. Dafür darf man nach Liste dann auch ~42.000€ an VW überweisen. Happig.



Ich "durfte" vor zwei Jahren ja bereits den Vorgänger fahren, und kam zu dem Schluss, dass, wenn man sich auf ein "SUV" einlassen kann, der Tiguan eines der besten Fahrzeuge dieser Gattung darstellt. Also mal schauen wie sich der Nachfolger so schlägt.



Optisch hat der Tiguan II meiner Meinung nach deutlich gewonnen. Die Kanten stehen dem Kompakten sehr viel besser als die rundgelutschten Formen des Vorgängers. Natürlich tut die Beleuchtung in Voll-LED ihr Möglichstes, meinem persönlichen Fetisch zu gefallen. Einzig über die Heckleuchten mit ihrer überraschend extravaganten Form könnten etwas anecken - nahezu eine Revolution im Konzern-Design.





Auch der Kofferraum hat endlich ein Format entwickelt, das ihn zumindest vom Platzangebot her nicht mehr zum absoluten Horrorupgrade aus FW*R macht. War der Vorgänger, gerade aufgrund des doppelten Ladebodens näher an einem Golf Hatchback als an einem Golf Kombi, ist dieser Kofferraum tief, quadratisch und somit gut nutzbar.



Kommen wir zum Interieur. Und hier könnte das neue Modell auch einfach ein größeres Facelift sein. Zumindest hier bleibt sich also der VW-Konzern treu. Ebenso dass man alles aus den anderen vertrauten Modellen kennt, ist wenig überraschend. Dies kennt man aus dem Golf, dies aus dem Passat, und hey, diesen Schalter hab ich doch schon im Polo in der Hand gehabt?! Seht selbst:







Insofern keine Überraschung. Überraschend hingegen, dass dem kleinen und dem großen Navi wohl die gleichen Bildschirme spendiert wurden. Ein Schritt in die richtige Richtung. Routenberechnung funktioniert gewohnt problemlos, lediglich die Adresseingabe basiert nicht mehr auf den gewohnten Kriterien "Land, Stadt/PLZ, Straße, Hausnummer", sondern wird wie im MMI des A3 einfach eingegeben, in der Hoffnung dass das Navi schon die richtige Adresse finden wird. Gott sei Dank wird das durch den Touchscreen in der Eingabe deutlich erleichtert, nichtsdestotrotz weiß ich nicht was das bringen soll.



In dem gewohnt ergonomischen Innenraum fallen dann so Kleinigkeiten wie die Abdeckung der Becherhalter in der Mittelkonsole auf. Durch die zusätzliche Ecke oben rechts entsteht bei geöffneter Abdeckung eine Art Bermuda Dreieck für Dreck, Krümel und sonstigen Kram. Ungewohnte Platzverschwendung.



Ebenso ungewohnt unergonomisch ist die Platzierung des zusätzlichen Staufachs auf dem Armaturenbrett. Das kenne ich noch aus Sharan und Alhambra deutlich sinnvoller gestaltet.



Positiv fällt erneut das große Panoramadach auf, das diesmal sogar zwei Streifen Ambientebeleuchtung bietet. Dazu muss dann aber nachts die Abdeckung geschlossen werden, damit das auch wirklich zur Geltung kommt, sonst spiegeln sich die LED-Leisten ziemlich plump im Glas. Wertet dennoch den Innenraum deutlich auf.



Kommen wir zum Antriebsstrang. Vorgemerkt sei, dass es natürlich ein wenig unfair ist, nach 2 Wochen in einem Edelkompakten, mit 150 PS Benziner und Handschaltung nahtlos in einen Kompakt-SUV mit R4-Diesel und ebenso vielen PS umzusteigen.

Nichtsdestotrotz ist der Tiguan unfassbar laut, der Motor dauernd präsent, und das Getriebe (und somit der ganze Wagen) wurde auf den 7000km vor Übernahme ordentlich getreten. Selten ein Diesel-DSG erlebt, das derart die Gänge ausdreht. Da hat wohl jemand vergessen den "Sportmodus" zu aktivieren, wenn er sportlich unterwegs war.

Zudem ist erstaunlich, wie sehr die Bauform doch Leistung frisst. Und den Spritverbrauch treibt. Der A3 hat sich trotz Benziner auf gleicher Strecke mit gleicher Fahrweise ca. 1 Liter / 100km weniger gegönnt, als der Tiguan. Selbst mit der schlechten Vorgeschichte des VW ist das Ergebnis beachtlich. Zumal der VW weniger souverän wirkte, wie der A3.

Ebenso enttäuschend war für mich das 4motion getaufte Allradsystem. Gibt dieses doch mit einem großen Dreh-Drück-Schalter auf dem Mitteltunnel an und suggeriert eine Variabilität, die so de facto nicht vorhanden ist.



Ich hatte die Möglichkeit, das Fahrzeug am Samstag bei Schneefall und einer Fahrbahn mit durchgehender Schneedecke bewegen zu können. Und freute mich, das Allradsystem mittels Drehschalter auf die Bedingungen einzustellen. Pustekuchen. Die Symbole stehen nämlich lediglich für spezielle Abstimmungen im DriveSelect in der Fahrprofilauswahl.



wird dann zu



Getoppt wird das Alles nur noch, dass die Auswahl von "Snow" nicht dazu führt, dass das Allradsystem dauerhaft aktiviert wird. So bleibt der Tiguan II stur Fronttriebler, der bei Bedarf mit spürbarer Verzögerung zum Allradler mit Kraft auf den Hinterrädern wird. Da kann man sich das dann auch komplett sparen. Ich bin also enttäuscht.

Übrigens klärt dieser Drehschalter auch, wieso im DCC des GTDs (MJ 2017) im Motorensound "Offroad" auszuwählen ist. Da wurde wohl einfach Software aus dem Tiguan übernommen:



Die Enttäuschung verfliegt ein bisschen, wenn man sich die Mühe gemacht hat, die manuellen Sitze einzustellen. Nicht umsonst heißen diese "Komfortsitze". Klar fehlt für meine Statur die ausziehbare Beinauflage, aber trotzdem sind das mit die bequemsten Standardstühle, die ich bisher ersitzen durfte.



Was bleibt also von diesem verlängerten Wochenende VW Tiguan? Die Erkenntnis, dass beim Vorgänger die inneren Werte zu überzeugen wussten, ich das Äußere nicht nur lahm, sondern regelrecht einschläfernd fand. Das kehrt das aktuelle Modell gekonnt um. Ein Exterieur mit Ecken und Kanten, dezentem Chrombehang (was ja nicht selbstverständlich ist beim aktuellen Modellzyklus) und LEDs rundherum. Das Innere ist gewohnte Stangenware aus dem VW-Regal. Mit der einen oder anderen fragwürdigen Entscheidung. Die nur aufgrund des hohen Niveaus auffallen - dafür dann umso drastischer. Und die Frage aufwerfen: warum nicht einen Golf Sportsvan (hohe Sitzposition), Golf Hatchback (moderneres Interieur bei niedrigerem Preis und besserer Umsetzung der Motorleistung) oder Golf Kombi (alle Vorteile & Platz im Kofferraum) nehmen?



PS: LED-Scheinwerfer sind ja schön und gut, produzieren aber leider nicht genug Hitze, um sich selbstständig von Schnee und Eis zu befreien, der sich bspw. während der Fahrt an der Front sammelt. Nur irgendwann schaltet man das Fernlicht ein, und wundert sich, warum sich quasi nur ein Heiligenschein um den normalen Lichtkegel bildet. Bis man aussteigt, und die zugematschten Scheinwerferscheiben frei wischt. Mit der immer weiter verbreitenden LED-Technik ist das eine Fragestellung der Zukunft. ;)

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Freitag, 20. Januar 2017, 08:27

Ich habe hier mal einen separaten Erfahrungsbericht draus gemacht. Wäre schade drum, wenn er im Wust der Aktuellen Mieten einfach untergeht. Danke @koelsch:!
PeterMWT
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