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Hustle

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Dienstag, 23. September 2014, 10:24

Vandalismusschäden - SB fällig?

Hallo liebes Forum,

Folgender Fall hat sich ereignet:

Ich habe vor ein paar tagen einen MB CLA200 mit bereits 20.000km auf der Uhr von Essen nach Potsdamm gefahren.

Vorschäden waren keine vorhanden, außer das fehlende Ersatzrad. Habe selbstverständlich bei Abholung am Freitag den üblichen Rundgang gemacht und nichts festgestellt.

Als ich am Samstag dann losgefahren bin hat es in Strömen geregnet und bin fast Nonstop nach Potsdamm gefahren. Dort das Fahrzeug wieder abgegeben und beim Abgabecheck einen Riesenkratzer auf der Fahrerseite entdeckt. ;( Er erstreckt sich von der Fahrertür bis zum Heck und ist Wellenförmig. Also meiner Meinung Vandalismus. :evil: Hat wohl in Essen irgendjemandem nicht gepasst, dass ein 24 Jähriger so ein tolles Auto fährt. :(

Wie dem auch sei, gleich Sixt Schadensmeldung ausgefüllt und den Vorfall ausführlich mit Bildern geschildert.

Nun meine Frage: Ich habe in anderen Threads gelesen, dass die SB in Schadensfällen, die der Fahrer nicht verursacht oder vorhersehen kann (Steinschlag, Wildunfall, o.ä.) nicht fällig wird.

Hat jemand Erfahrungen mit Vandalismus an Sixt Fahrzeugen und ggf. ähnliche Threads?

Bin zwar von der Firma abgesichert, da es eine Dienstfahrt war aber würde mich einfach interessieren!

Danke euch schonmal im Voraus!! :60:

Liebste Grüßele :118:



EDIT: Falls ich hier falsch bin...hab gerade nen Sammelthread "Unfall/Schaden..." gesehen. Bitte verschieben...habs erst jetzt gesehen ;( :110:

LZM

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Dienstag, 23. September 2014, 10:41

Ganz unabhängig von der Frage, für welche Schäden der Mieter nun haftet oder nicht, drängt sich mir ein anderes Problem auf: die Beweisfrage. Sicherlich drängt sich bei einem Steinschlag oder auch einem (offensichtlichen) Wildschaden die Annahme auf, dass es eben ein Steinschlag oder ein Wildschaden ist. Darauf hat ein Mieter nur wenig Einfluss.

Gerade bei einem Kratzer an der Seite - ob der nun nach Vandalismus aussieht oder nicht - könnten aber auch andere Szenarien in Frage kommen. Der Mieter könnte den CLA hassen und ihn selbst zerkratzt haben, es könnten eingetragene Zusatzfahrer gewesen sein, vielleicht war es ein Dornenbusch... sprich: selbst wenn der Mieter für Vandalismus nicht haften müsste (wobei mir diese darauf wiederum nur übertragene Auslegung durch 1 (?!) Gericht nach wie vor Bauchschmerzen bereitet) ist doch die Frage, ob man glaubhaft machen kann, das es Vandalismus war.

Man könnte es ja mit Kulanz versuchen..

Torian

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Dienstag, 23. September 2014, 10:49

Der beliebte Schlüssel über die Autoseite hat aber schon ein sehr markantes Muster, das schafft kein Ast.

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SaCalobra (23.09.2014)

nsop

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Dienstag, 23. September 2014, 11:01

Und wie beweist man dann, dass der Stein tatsächlich ein Steinschlag war und nicht absichtlich auf die Scheibe geworfen wurde? Oder ob das Wildschwein nicht absichtlich durch einen Lenkbewegung in dessen Richtung überfahren wurde, obwohl es eigentlich schon die Straße fast überquert hatte?

Schadensspuren sind für deren Ursache und vor allem der Motivation des Schädigenden immer nur Anscheinsbeweise. Wenn ein Gutachter bestätigt, dass das Schadensbild objektiv zur Erklärung des Anspruchstellers passt, dann wird dies idR als unterstützendes Beweismittel gewertet, wenn nicht anderweitige Anhaltspunkte dagegen sprechen.
Einem Richter, der bei einen Steinschlag ein Fremdverschulden vermutet, bei einem offensichtlich durch mutwillge Schädigung verursachtem Kratzer hingegen nicht, könnte man durchaus den Vorwurf machen, er messe mit zweierlei Maß.

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Dienstag, 23. September 2014, 11:27

Der beliebte Schlüssel über die Autoseite hat aber schon ein sehr markantes Muster, das schafft kein Ast.


Und wenns ein Schlüsselbund war, der in einem Busch hing? :whistling:

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Freitag, 26. September 2014, 02:28

Auch mal ne frage zum thema vandalismus, falls im extremfall mir der mietwagen über nacht in brand gesteckt wird, wie schaut es dann mit der SB aus? In solchen extremfällen kann man ja eigentlich ausschließen das man es selbst gewesen ist und relativ einfach beweisen...

Diese auto anfackel geschichten passieren leider immer noch...

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Freitag, 26. September 2014, 03:24

Ich denk mal, dass du bei sowas relativ sicher bist und keine SB zahlen musst. Polizei rufen und gut ist. Letzendlich würd ich dann vor Gericht gehen, wenn mir die AV unterstellen sollte, dass ich den Mietwagen angezündet hab.

Bullit1312

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Freitag, 26. September 2014, 07:22

Für Steinschläge gibt es bei :203: (Ob bei anderen AV auch weiß ich leider nicht :pinch: ) die Scheiben/Reifenversicherung, welche man zusätzlich buchen kann. Die hatte ich für meinen Sommerurlaub mit dem A3 auch genommen. ZUM GLÜCK!! 3.000 km durch Bayern und Österreich. Und am Ende der Fahrt ist mir in der oberen Ecke der Beifahrerseite (schwarzer Bereich der Scheibe) ein Steinschlag und ein langer Riss aufgefallen. Hab es sofort gemeldet. Man sagte mir dann "Kein Problem, Sie haben ja die Zusatzversicherung gewählt - Sind also abgesichert".

Also würden Steinschläge m. E. auch in die SB fallen, oder? Korrigiert mich bitte falls ich irre. :)

lg und schönen Start ins Wochenende

lindor56

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Freitag, 26. September 2014, 09:22

Wenn du SB 0 machst/hast sind REifen und Scheiben mitabgesichert? Bitte korrigieren falls flasch.

@braintumor: Das mit dem Abfackeln ist gar nicht so abwigig siehe hierzu @EUROwoman.: Tipp der Woche:

"wenn du vorne und hinten einen Schaden verursachst dann am besten Abfackeln das kann nur einmal passieren :D , wo hingegen bei 2 Neu schäden nur einer mit der Sb verrechnet wird. :210:
:203: und dienstlich meist :202:

Hustle

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Dienstag, 4. November 2014, 13:54

UPDATE: Mail von Sixt

So um meine Eingangsfrage selbst zu beantworten:

Ist die SB fällig: Ja!



Habe soeben von Sixt eine Mail bekommen, in der ich freundlich aber bestimmt zur Zahlung meiner SB gebeten werde. Das angehängte Gutachten beziffert den Schaden (auf Grundlage der Bilderchen) auf rund 1400 Teuros.

Da es eine Dienstfahrt war werde ich das ganze über die Firma reguliert bekommen.

Sicherlich kann man jetzt Widerspruch und so einlegen, da es ja meiner Meinung nach Vandalismus gewesen ist. Sixt sieht das anders und im Endeffekt würde es vor Gericht entschieden. Ich gehe dem Heckmeck lieber aus dem Weg.

:60:

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Tob (04.11.2014)

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Dienstag, 4. November 2014, 14:05

So um meine Eingangsfrage selbst zu beantworten:

Ist die SB fällig: Ja!
Aber die Eingangsfrage war doch nicht, ob Sixt denkt, die SB würde fällig, sondern ob sie fällig wird?
Aber aufgrund der vagen Rechtslage würde ich mir das auch sparen, wenn es eine interne Möglichkeit der Regulierung gibt.

oskar

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Dienstag, 4. November 2014, 15:01

Ich habe vor kurzem von einem Anwalt bestätigt bekommen, das bei Mietverträgen (ab 24h) immer entweder der Nachweis der Schuld durch den Vermieter oder das schuldhafte Eingeständnis durch den Mieter benötigt wird.
Wenn Du als Mieter also aussagst, den Schaden nicht begangen zu haben, muss Dir das der Vermieter nachweisen. Kann er aber bei einer solchen Situation nicht - also keine SB. Wenns Dir aber eh egal ist, lass es sein, darüber zu diskutieren.

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Dienstag, 4. November 2014, 16:53

Wenn Du als Mieter also aussagst, den Schaden nicht begangen zu haben, muss Dir das der Vermieter nachweisen.
Im Zivilprozess muss jede Partei die ihr günstigen Tatsachen beweisen. Wenn der Beweis des ersten Anscheins gegen den Mieter spricht, könnte es auch sein, dass dem Mieter im Streitfall der Vortrag entlastender Tatsachen aufgegeben wird... das aber nur als ganz theoretischer Ansatz von mir.

oskar

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Dienstag, 4. November 2014, 19:00

Wenn Du als Mieter also aussagst, den Schaden nicht begangen zu haben, muss Dir das der Vermieter nachweisen.
Im Zivilprozess muss jede Partei die ihr günstigen Tatsachen beweisen. Wenn der Beweis des ersten Anscheins gegen den Mieter spricht, könnte es auch sein, dass dem Mieter im Streitfall der Vortrag entlastender Tatsachen aufgegeben wird... das aber nur als ganz theoretischer Ansatz von mir.
Dem Mieter wird aber erstmal "unterstellt", das er durch den Nutzungsunterlassungsvertrag seinen Pflichten der ordnungsgemässen und sorgfältigen Nutzung nachgekommen ist. Insofern muss es ja erst mal eine Situation geben, die gegen den Mieter spricht: es wird wohl klar sein, das keiner ein Mietfahrzeug mutwillig noch freiwillig schuldhaft beschädigt.

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Dienstag, 4. November 2014, 19:29

Nutzungsunterlassungsvertrag
Mietvertrag? ;)
Insofern muss es ja erst mal eine Situation geben, die gegen den Mieter spricht: es wird wohl klar sein, das keiner ein Mietfahrzeug mutwillig noch freiwillig schuldhaft beschädigt.
Wenn ein Mieter ein Fahrzeug mit einem Schaden retourniert, denn es vor Anbeginn der Miete vermeintlich noch nicht hatte, spricht das dem ersten Anschein nach gegen den Mieter. Ob und wie er den Schaden verursacht haben könnte, spielt dabei ja zunächst keine Rolle, insoweit sich die Vermieter-Vollkasko am Leitbild der Vollkaskoversicherung orientiert. Es kann eine SB fällig werden, wäre er nicht der Verursacher (Fremdverschulden), könnte der Versicherungsnehmer bevorzugt Ansprüche geltend machen, die auf die SB anzurechnen wären. Auch muss Sixt nicht gutgläubig ausschließen, niemand würde einen Schaden mutwillig herbeiführen.

Die etwas älteren Einzelmeinungen der erstinstanzlichen Gerichte, die eine generelle Haftung für unvorhersehbare Schäden (sprich: Steinschlag, Wild, Parkplatzrempler etc.) verneinen, beziehen sich ja im Grunde nur darauf, dass der Vermieter die Beweislast trägt und wollen damit sagen, dass die Klausel, dass man ohne Nachweis für alle Schäden in seiner Sphäre hafte, unwirksam sei. Der Autovermieter soll damit dem Vermieter von Wohnraum usw. gleichgestellt werden, der auch das Risiko des Verschuldensnachweises trägt. Könnte der Autovermieter diesen Nachweis aber irgendwie zur Überzeugung des Gerichts antreten, wäre das nachteilig für den Mieter. In den Entscheidungen ging es gar nicht um einen solchen Nachweis, sondern nur um die Klausel.

Mit meinem vorausgegangen Post wollte ich nur sagen, dass einem Mieter im Falle eines Rechtsstreites vom Gericht aufgegeben werden könnte, selbst ihm günstige Tatsachen vorzutragen und damit andeuten, dass man sich vielleicht nicht immer auf ein oberflächliches "Dafür hafte ich nicht" beziehen kann. Es hängt eben sehr vom Einzelfall ab (Stichwort: verschuldensabhängige Haftung, vom BGH mehrfach entschieden).

Dennoch ist bereits der Umstand, dass die Darlegungs- und Beweislast dem Vermieter obliegen soll, sehr angenehm für die Mieter.

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oskar (04.11.2014), Grün07 (05.11.2014)

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