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Sonntag, 9. April 2017, 00:16

Reise- und Erfahrungsbericht Pisa/Florenz mit Anmietung bei Europcar Florenz

Ja ich weiß, das ist ein Mietwagenforum. Dennoch liest man ja hier ab und zu Reiseberichte (in denen zugegeben Mietwagen einen höheren Anteil haben) von weitest möglich entfernten Ländern, dabei liegt das Schöne manchmal so nah. Vielleicht ist es ja interessant für den einen oder anderen, der noch überlegt, wohin man mit dem Partner oder der Partnerin mal vergleichsweise günstig einen Kurztrip machen könnte. Wer sich nur für die Erfahrung mit Europcar interessiert – der Abschnitt ist entsprechend überschrieben. Ich werde im Rahmen des Berichts auch auf unsere Unterkünfte und die Sehenswürdigkeiten eingehen und sie z.T. auch empfehlen, ich bekomme dafür kein Geld, es ist einfach nur meine subjektive Erfahrung, die ich gerne hier teilen möchte.
Ich hoffe der eine oder andere hat Freude am Lesen des Berichts, wer Fragen hat, kann sich gerne melden.



Prolog

Zunächst mal ein Statement. Meine Freundin studiert Kunstgeschichte. Nein, das ist kein Fach, welches man zwangsläufig einfach nur belegt, weil die Eltern unbedingt wollten, dass man an die Uni geht und danach liegt man dem Sozialstaat auf der Tasche. Kunsthistoriker beschäftigen sich mit unserer Kultur, dem was die Menschheit in den Höhen und Tiefen ihrer Geschichte an bildenden Künsten hervorgebracht haben. Das ist nichts wo Millionen Fachkräfte benötigt werden, aber gerade in Zeiten, in denen rechte Kräfte etwas von nationaler Identität und deutschem Kulturerbe faseln, sollte man sich als gemäßigter Zeitgenosse fragen – ja was bedeutet das eigentlich? Ich für meinen Teil bin fertig studierter Jurist und habe so gut wie gar keine Ahnung von den Donatellos, da Vincis und Monets dieser Welt. Daher ist es umso interessanter für mich, mit meiner Freundin Museen, alte Kirchen und Städte zu besuchen, dann wird (Kultur-) Geschichte für mich lebendig. Da sie außerdem einen Master belegt, bei welchem sie an einer italienischen und an einer deutschen Universität gleichzeitig studiert, verschlägt es sie entsprechend oft südlich der Alpen.
Und somit auch mich.


Reisebericht Pisa und Florenz, Erfahrung mit Europcar Florenz

Schon seit längerem geplant stand eine kleine Studienreise meiner Freundin nach Italien an und wir hatten beschlossen, gemeinsam zu verreisen. Für mich Urlaub, für sie halb Studium halb Urlaub. Vorgesehen waren Flug von Berlin nach Pisa, zwei Übernachtungen dort und anschließend die Weiterfahrt per Zug nach Florenz, dort wiederum drei Übernachtungen und dann für eine Nacht zurück nach Pisa für den Rückflug. Damit ich auch ein wenig meine Leidenschaft ausleben konnte, planten wir für den Freitag noch einen Ausflug nach San Gimignano ein, für welchen ich einen Mietwagen besorgen sollte. Soweit so gut.


Der Start

Los ging es mit dem Flixbus von Dresden nach Berlin. Die 20 Minuten Verspätung wegen eines Unfalls auf der Autobahn waren keinerlei Problem, genug Zeitpuffer war eingeplant. Dafür wurde Minute um Minute eine junge Französin im Bus neben mir zusehends nervöser. Ich auch ein bisschen, weil sie mich bei jeder Frage Siezte und ich hin und her schwankte zwischen „es ist ja eine Fremdsprache für sie“ und „ich bin alt“. Bei ihr waren es die etwas knapp bemessenen 50 Minuten zwischen Ankunft am Flughafen und der Schließung des Gates, die immer weiter zusammenschmolzen. Für uns wiederum war die Verspätung nicht schlecht, denn der SXF Ist. Echt. Hässlich! Kein Wunder, dass der BER nicht fertig wird, die Bauarbeiter verfallen wahrscheinlich regelmäßig in Depressionen, wenn sie rüber schauen. Sei es drum, ich durchlief das erste Mal einen Nacktscanner (glaube ich jedenfalls), dann wurde etwas herumgeschlendert und kurz darauf ging das Boarding auch schon los.

Hierzu die erste kleine Anekdote zu Ryanair. Wir hatten ein normales Ticket und eins für zusätzliches aufzugebendes Gepäck. Wenn man das hat, kommt man in den Genuss des Priority Boardings von Ryanair. In Berlin lief das folgendermaßen ab: Es gab eine riesige Schlange mit lauter Italienern, die es nicht erwarten konnten, ins Flugzeug zu kommen. Daneben der Schalter für die Priorisierten. Wir vereinbarten, dass meine Freundin mit meinem Handgepäckkoffer ihren bevorzugten Zugang nutzt, damit sie vor dem großen Trubel in Ruhe in das Flugzeug kann, um Handgepäck zu verstauen und ich komme mit Kamera und meiner Wenigkeit später dazu und setze mich einfach hin. Soweit der Plan. Faktisch sah es so aus, dass die Priority Geboardeten die Spitze einer Schlange bildeten, die direkt vor dem Flughafengebäude in der Kälte stand. Als dann alle durch waren, kam der Clou. Das Ende der Schlange wurde zum Anfang der Schlange, frei nach dem Motto – die Letzten werden die Ersten sein und die Menschen nahmen den Marsch in Richtung Flugzeug auf. Wir nahmen es mit Humor, wer für diesen „Service“ extra gezahlt hatte, vermutlich weniger. Zur Verteidigung von Ryanair muss man sagen, dass das auf dem Rückflug wesentlich sinnvoller ablief, dafür gingen da andere Dinge schief. Aber dazu später mehr.

Der Flug verlief unspektakulär, in Pisa erwartete uns sehr bescheidenes Wetter, es wechselte im Minutentakt zwischen extremen Regenfall und gar kein Regen.


Pisa

Wir erreichten einigermaßen trocken unser B&B „Bed & Tower“, welches sich im historischen Zentrum der Stadt befindet. Wir wurden auch gleich von einem sehr freundlichen und übers ganze Gesicht grinsenden jungen Mann empfangen, der uns alles zeigte. Mit welcher Freude er alle unsere Anmerkungen mit einem tatsächlich ernst gemeinten „Bellissimo“ kommentierte – aus diesem Grund fahre ich gerne nach Italien. Das B&B war klein aber fein, drei Zimmer jeweils mit eigenem Bad, unseres lag zwar außerhalb des Zimmers, aber das war überhaupt kein Problem.

Pisa selbst ist eine wirklich hübsche kleine Stadt. Sehr studentisch geprägt, die Fakultätsgebäude sind z.T. auch gleich in der inneren Altstadt. Und eine Schule sieht in Italien eben auch mal so aus:



Nach dem ersten verregneten Abend, bei dem wir fix zum berühmten Turm gestiefelt sind präsentierte dieser sich nach einem leckeren (allerdings ausschließlich süßen) und sehr hübsch zurecht gemachtem Frühstück, welches auf Tabletts mit ins Zimmer genommen werden konnte in schönstem Sonnenlicht:





Und auch der Rest rundherum um den Turm ist wirklich eine Reise wert:






Wir blieben in Pisa bis Mittwoch, am Tag zuvor trafen wir uns noch mit einer Kommilitonin meiner Freundin in einer wirklich tollen Spaghetteria (Ristorante alle Bandierine Pisa). Wer sich dafür interessiert kann sich gern bei mir melden, es war ein super Preis-Leistungsverhältnis und es gefiel uns so gut, dass wir am letzten Tag vor dem Rückflug dort erneut gegessen haben. Selbst gemachte Pasta, leckere Antipasti – einfach Italien pur.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Zug nach Florenz. Ach was fahre ich gerne Zug in Italien. Wenn ich daran denke, was für ein Akt es ist, mit dem Zug von Dresden nach Leipzig zu kommen. Ja die Entfernung ist etwas weiter, aber der Zug hält in jedem Kaff zwischendurch. Hier ging es in Pisa los und der nächste Halt war Florenz. Dort angekommen fiel mir erneut etwas auf, was ich in Pisa schon gesehen hatte und mir unangenehm aufgefallen war:



Nein, hierbei handelt es sich nicht um den bereit gestellten Mietwagen. Soldaten bewachen überall öffentliche Plätze. Ich hatte versucht mit einer Gruppe ins Gespräch zu kommen, aber keiner konnte wirklich englisch. Für mich persönlich ist es ein ungewohnter und vor allem nicht schöner Anblick. Vielleicht liegt es daran, dass wir in Deutschland eine klare Trennung haben zwischen Sicherstellung von innerer Sicherheit und Verteidigung der Landesgrenzen, aber ich fühle mich nicht wohl, wenn ich schon am Bahnhof von Soldaten mit Sturmgewehren empfangen werde und diese dann auch in der Stadt verteilt so herumstehen.



Ich fühle mich unwohl bei so einem Anblick, vermute in erster Linie, dass es für den italienischen Staat günstiger ist, Soldaten zur Unterstützung der Polizeikräfte rauszuschicken, als einfach mehr Polizisten einzustellen. Sei es drum, ich wollte mir die Laune nicht verderben lassen.


Florenz

Ach ja – Florenz. So schlicht der Dom im inneren ist, so beeindruckend präsentiert er sich von außen.





Und auch der Blick über die Stadt ist einfach wunderbar:





Es sind aber auch die kleinen engen Gassen, die so viel Charme versprühen, aber natürlich auch mal dafür sorgen, dass alles stehen bleibt, wenn der Glascontainer geleert wird:



Car2Go ist (ich glaube ausschließlich mit Smarts) vort Ort:



So sympathisch parkt man eben auch nur in Italien:



Und schließlich natürlich noch ein Klassikerblick:



Florenz ist immer wieder einen Ausflug wert, es war mein zweiter Besuch der Stadt, dennoch springt bei mir der Funke nicht so über wie in anderen Städten. Mir liegen eher Städte wie Trento oder Bologna, was auch daran liegt, dass diese nicht so mit Selfiestickwedlern übersät sind.

Trotzdem hat Florenz natürlich seinen/einen italienischen Charme, gerade wenn man ein wenig abseits läuft und die Umgebung beobachtet, sieht man dann mal solche Sachen wie völlig zugeparkte Brücken:



Polizisten beim Bestrafen solcher Parksünder:



Hübsche kleine Marktplätze:





Die engen kleinen Gassen:



Das B&B war in Florenz im Übrigen ebenfalls sehr angenehm und hatte quasi schon Hotelcharakter. Das Zimmer wurde täglich gereinigt, das Bad war zwar nicht ganz so großzügig, aber absolut ausreichend und das Frühstück im extra Raum war sogar noch etwas umfangreicher als in Pisa, hatte allerdings nicht ganz so viel Charme. Aber auch hier waren wir zum einen direkt am Bahnhof und dadurch auch innerhalb von knapp 10 Minuten im direkten Zentrum. Und bis zum Mietwagen ist man auch nur 10 Minuten unterwegs…


Ausflug nach San Gimignano // Erfahrung mit Europcar Florenz

Wir hatten ca. zwei Wochen vor dem Urlaub beschlossen, dass wir auch einen Tag etwas in der Umgebung von Florenz besuchen wollten und zwar etwas, was nicht unbedingt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. So kam ich auch ein wenig auf meine Kosten, was das leidige Hobby angeht. Einfach mal Sixt und Europcar miteinander verglichen und festgestellt, dass man schon mit dem ganz normalen Tarif bei Sixt wirklich recht günstige Preise erzielen kann, mit Shareholder entsprechend noch niedrigere. Ich habe mich dann trotzdem für Europcar entschieden, da ich dort den Zusatzfahrer auf Grund des Status inklusive hatte. Nachdem ich mal eine schlechte Erfahrung gemacht habe, in welche blöde Situation kommen kann, wenn man mit einem Mietwagen unterwegs ist und nur ein Fahrer eingetragen ist, mache ich das nur noch ungern. Also bei Europcar die mir bisher völlig unbekannte Klasse NBMM gebucht, was laut Buchungsbestätigung Fiat 500 garantiert ist.

Während meine Freundin in der Bibliothek verweilte, nutzte ich die Zeit und schaute wie der schnellste Weg zur Station ging. Der war (fast) schnell gefunden und bevor ich final zu Europcar kam, bog ich erst mal falsch ab und fand diese hier:







Die Sixtstation müsste theoretisch auch irgendwo dort in der Nähe sein, ich bin aber nicht drüber gestolpert. Letztlich habe ich Europcar doch noch recht schnell gefunden:



Und wenn noch mal einer von euch über enge Parkhäuser schimpft, dem sei das hier gezeigt:



Die Vermieter haben sich eine gute Ecke gesucht, Nähe zum Bahnhof und auch recht schicke Hotels gleich um die Ecke:



Aber mehr zu meiner Erfahrung mit der Station. Ich hatte ursprünglich die Abholung auf 9 Uhr gestellt, allerdings gab es im B&B Frühstück erst ab 8 Uhr. Daher bin ich schnell in die Station rein und habe mit der sehr freundlichen RSA auf Englisch geklärt, dass ich gerne eine halbe Stunde später kommen würde. Das mit dem Englisch betone ich bewusst, da es selbst bei solchen großen Autovermietern nicht unbedingt selbstverständlich ist, dass man vernünftig Angelegenheiten auf Englisch klären kann. Das war hier aber kein Problem. Zurück im B&B war dann auch schon die Bestätigungsmail von Europcar in meinem Postfach.

Am nächsten Morgen liefen wir los und in der Station wurden wir auch schnell bedient. Es war dieselbe RSA wie am Vortag und die Mietvertragsangelegenheit klärten wir recht schnell und ich bekam wie erwartet einen Fiatschlüssel in die Hand gedrückt während eine Art Checker den Wagen holte. Dann fragte die RSA uns, ob wir evtl. noch ein paar Tipps benötigen und sie holte folgende Karte hervor:



Meine Freundin schaltete sich ab dort ein, da sie den Ausflug geplant hatte und kommentierte etwas auf Italienisch woraufhin sich die RSA erkundigte, ob sie lieber alles auf Italienisch oder Englisch erklären soll (auch sehr höflich und aufmerksam), man einigte sich auf Italienisch. Sie erklärte uns, wie wir am besten aus der Stadt kommen, wo man am sinnvollsten tankt und an welcher Stelle das Parkhaus für die Rückgabe ist (eine Querstraße weiter von der Station aus gesehen). Alles in Allem also wirklich ein guter Service.

Dann liefen wir raus zum Auto und was steht da – ein Fiat Panda. Hm, ok so viel zum Thema Fiat 500 garantiert. Schade, ich hätte es witzig gefunden, wenn wir mit der kleinen Knutschkugel durch Italien gedüst wären. Da wir aber loswollten und mittlerweile weitere Kunden eingetroffen waren hatte ich wenig Lust jetzt auf einen Tausch zu bestehen. Auf dem Mietvertrag hatte ich natürlich Preis usw. gecheckt und aus dem Augenwinkel nur Fiat gelesen und das nicht weiter hinterfragt. Naja, was solls, der Panda läuft in ECMR ist preislich direkt gebucht sogar ein kleines Downgrade gewesen, allerdings nur um ein paar Cent. Daher haben wir es dabei belassen und ich bin noch ein paarmal ums Auto, fand den einen oder anderen Schaden, der nicht eingetragen war. Während ich weiter suchte, holte meine bessere Hälfte die RSA dazu und die fing angesichts meiner bemängelten Stellen nur an zu lachen. Nun ja gut – da gibt’s offensichtlich national unterschiedliche Ansichten :D Vorsichtshalber machte ich trotzdem noch ein paar Photos und los gings mit dem kleinen Racker.

Was will man zu diesem Auto sagen. Ich glaube es war der langweiligste Mietwagen, den ich jemals gefahren bin. Beim Insignia war wenigstens die Ausstattung gut. Der Nissan Quashqai war einigermaßen bequem die erhöhte Sitzposition war angenehm. Der Panda hatte wenige Kilometer. Das wars dann aber auch. Die 69 PS waren schwach, so schwach, dass ich bei einem leichten Anstieg bei Tempo 55 im dritten Gang Vollgas geben musste um nicht langsamer zu werden. Die Temperatur draußen lag bei rund 20-25 Grad bei Sonnenschein und die Lüftung war bereits völlig überfordert. Als wir in San Gimignano ankamen, hatten wir erst mal einen kleinen „Kälteschock“, weil sich das Auto so aufgeheizt hatte.

Wenn man aber mal mit einem Mietwagen durch die Toscana fährt, macht man aber natürlich trotzdem ein paar Photos:























Und noch was zum Schmunzeln – da wir doch außerhalb der Saison und dann noch am Freitag, also nicht am Wochenende, in San Gimignano waren, gab es noch nicht so viele Gäste dort. Vor Ort sind mehrere Parkplätze um die Stadt herum angelegt und dort wo wir standen war der Parkplatz nahezu leer. Es gab etliche freie Plätze. Wirklich. Frei benutz- und erreichbar. Dann kommen wir zurück und was ist?



Ich konnte die Fahrertür genau so weit öffnen:



Selbst wenn ich 10 Kilo weniger auf den Rippen hätte, wäre da kein Reinkommen möglich gewesen. Zum Glück war auf der anderen Seite kein Auto und ich mogelte mich dann von der Beifahrerseite rüber. Naja, eine weitere Geschichte zum erzählen :)
Angekommen in San Gimignano sind wir also trotz des etwas gewöhnungsbedürftigen Gefährts. Die Stadt bietet wegen der vielen Türme ein bekanntes Postkartenmotiv der Toscana, vielleicht ist das dem einen oder anderen bekannt, leider hatte ich ein bisschen viel Gegenlicht, aber zu erkennen sollte es ja trotzdem sein:



Es ist meiner Meinung nach ein sehr schöner Ausflugsort, insbesondere wenn man sich ohnehin gerade in der Gegend befindet. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es im Sommer doch recht voll hier ist. In der Stadt dürfen nur Anwohner mit dem Auto fahren, was auch gut so ist. Vor den Toren der Stadt sind allerdings wie bereits erwähnt genügend Parkplätze vorhanden, wenngleich der Parkscheinpreis doch recht happig ist. Wir haben, wenn ich mich recht erinnere, für die 4-5 Stunden die wir dort waren 10 Euro bezahlt. Das ist allerdings im Vergleich zu dem was man in Florenz zahlt (1 Tag im Parkhaus für Kleinstwagen ab 26 Euro aufwärts) noch erträglich. Man ist aber zu Fuß schnell im Zentrum und dort angekommen gibt’s erst mal ein wenig dolce vita:



Am Marktplatz befindet sich ein kleiner Dom, es kostet ein paar Euro Eintritt, aber im Preis inbegriffen ist ein sehr interessanter und mit italienischem Charme erstellter Audioguide (kleine Versprecher inkl. „äh“-Korrektur inklusive).



Und auch der Rest der Stadt bietet sehr hübsche Bauwerke und einige Aussichtspunkte.















Wer mal dort ist und gut und günstig essen möchte ohne dabei abgezockt zu werden, dem sei das hübsche kleine Lo Spuntino Di Barberi Anna empfohlen. Sicherlich keine Sterneküche, aber man wird schnell und freundlich bedient und es schmeckt!

Der Weg zurück war so einfach wie hin, die Beschreibung von Europcar ging ebenfalls auf und wir fanden schnell das richtige Parkhaus für die Rückgabe. Dort gab es noch einmal eine kurze Verwirrung, da hier mehrere Vermieter ihre Autos zurücknehmen und wir wurden von einem Mitarbeiter des Parkhauses zu Auto Europe geschickt. So konnten wir aber gleich mal live miterleben, wie unterschiedlich Europcar und Auto Europe eine Rücknahme abwickeln. Bei Auto Europe stand ein junges Pärchen, die einen weißen Golf zurückgaben und die junge Checkerin ging extrem gründlich um das Auto herum und tastete sogar die Schweller vorn und hinten mit der Hand unten ab. Als wir dann schließlich beim richtigen Platz waren, guckte der Europcarchecker relativ lässig ums Auto herum, fragte uns, ob irgendwas passiert ist und regte sich gleichzeitig über die aus seiner Sicht unfähigen Typen auf, die uns zur falschen Stelle geschickt hatten. Wir bekamen alles abgesegnet und gut war.

Am Samstag wurde es recht voll in Florenz und wir nutzten die Zeit um ein paar Museen anzuschauen und am Abend spazierten wir noch etwas abseits vom Zentrum durch die Gassen. Sonntags ging es schließlich zurück nach Pisa, wieder mit dem Zug, und wir ließen den Urlaub austrudeln. Über das B&B, welches wir uns für die eine Nacht herausgesucht hatten (Montag ging der Flug) hülle ich lieber das Tuch des Schweigens. Dass es sehr klein war störte uns keineswegs, wir hatten ja bewusst etwas Günstiges gesucht, weil wir da nur einmal schlafen wollten bevor es zum Flughafen geht. Aber das Bad war so dermaßen verschimmelt, dass ich keine Worte dafür finde. Bilder erspare ich euch. Ich frage mich nur, wie so ein B&B über 8 Punkte im Schnitt bei booking.com kriegen konnte. Wir konnten es uns nur so erklären, dass der Schimmel im vergangenen Winter gekommen sein muss.

Aber das sollte unsere Erlebnisse nicht trüben. Eher wurde es am Sonntag noch etwas aufregend wegen des angekündigten Streiks des Bodenpersonals in Berlin. Da kam es dann zu Ryanair-Service Nr. 2. Zwar gibt es mittlerweile immerhin einen kostenlosen Chat, bei dem man sich erkundigen kann, das heißt aber nicht, dass der einem auch weiterhilft. Während der halbstündigen Warteschlangenzeit, hatte ich selbst begonnen noch weiter zu recherchieren, was mit unserem Flug ist, da er auf der Seite von Ryanair nicht als „cancelled“ aufgelistet war. Aber wir wussten ja, dass der SXF dicht sein wird. Also schauten wir auf der Seite des Flughafens, dort erschien unser Flug mittlerweile als „umgeleitet“. Ja nur wohin? Ich kombinierte dann einfach mal und schaute bei Halle/Leipzig nach und siehe da, unsere Flugnummer war auf der Arrivaltafel. Kurz darauf war ich dann auch beim Chat dran. Nur wusste der gar nicht, was mit dem Flug passiert, die Information würde erst am kommenden Tag vorliegen. Wir vertrauten dann einfach mal auf Halle/Leipzig und wurden dann am Montag auch nicht enttäuscht. Offensichtlich waren aber mehr oder weniger alle anderen Passagiere überrascht, die waren nämlich ziemlich ratlos darüber, was sie denn jetzt in Leipzig sollen. Der Weitertransport war wiederum dort vor Ort (in Leipzig) sehr gut organisiert. Man wurde an mehreren Stellen abgefangen und zum Bus geleitet, den wir aber logischerweise nicht in Anspruch nahmen. Wir nahmen den Zug nach Dresden und waren am Ende sogar eher zu Hause.


Fazit

Wenn man ein wenig auf das Glück mit dem Wetter vertraut, ist März eine wirklich gute Jahreszeit, um der Gegend um Florenz einen Besuch abzustatten. Die Städte sind noch nicht so überfüllt, die Übernachtungskosten halten sich noch in Grenzen und auch die Flüge sind recht günstig zu erstehen. Die Erfahrung mit Europcar war zu 95 % sehr positiv, schade war, dass das mit dem garantierten Fahrzeugmodell nicht funktionierte. Als ich die Erfahrung dem SMT mitteilte, bedankte sich das brav für meine Rückmeldung und entschuldigte sich, mehr passierte allerdings nicht. Naja, Schwamm drüber.

Wie schon geschrieben - falls jemand ebenfalls mal so eine Reise plant und noch Fragen hat – ihr könnt mir gerne schreiben. Ansonsten hoffe ich, dass dem einen oder anderen der Bericht gefällt und entsprechend lesenswert fand. Nach Italien geht’s für mich wahrscheinlich das nächste Mal im Herbst, dann wieder nach Trento und mit dem Auto, da dann die Verteidigung der Masterarbeit meiner Freundin ansteht. Ich freue mich schon drauf :)
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Sonntag, 9. April 2017, 07:33

Vielen Dank für deinen Bericht,

er weckt Erinnerungen an die Studienfahrt im Abitur. Mit naturwissenschaftlichen Profil ging es natürlich in die Heimat von Gallileo, also in die Toskana mit Besuch von Pisa und Florenz. Irgendwann mache ich da nochmal einen Roadtrip mit dem Cabrio denn es ist für mich eine der schönsten Landschaften die unsere Welt zu bieten hat.

MfG Jan
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Sonntag, 9. April 2017, 07:49

@Jan S.: das steht ebenfalls irgendwann an. Vielleicht so Ende April/Mai (nicht diesen Jahres). Leider ist Europcar nach wie vor sehr streng mit den Einreiseregeln nach Italien. Da müsste dann Sixt herhalten.

Eine Frage - kann man noch etwas ändern? Ich lese das ganze xmal durch und mit fällt nicht auf, dass ich bei der Rubrik “Start“ gleich mal schreibe, dass wir von Berlin nach Dresden gefahren sind. Das war natürlich anders herum ;)
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Sonntag, 9. April 2017, 10:05

Das Moderatiosnteam kann da noch Änderungen einpflegen, den genannten Fauxpas habe ich mal geändert.

MfG Jan
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Freitag, 5. Mai 2017, 11:57

Hm, wäre ja auch zu schön gewesen, wenn alles glatt gegangen wäre. Gestern erreicht per E-Mail folgendes Schreiben:



Mit anderen Worten - die ziehen mir schon mal 45 Euro dafür ein, dass sie meine Adresse weitergegeben haben und ich will gar nicht wissen, was die Polizei da in Italien festgestellt hat. Das einzige was mir einfällt wäre ein Blitzer, da ich nur auf einem Parkplatz gestanden habe und der war extra vorgesehen und wurde bezahlt.

Hat da schon jemand Erfahrungen? Auch bzgl. Widerspruch oder ähnlichem?
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schauschun

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Samstag, 6. Mai 2017, 20:41

Das einzige was mir einfällt wäre ein Blitzer,


habe es ja schon im anderfen thread angemerkt, sinnigerweise hast du ja genau die stelle geschwaerzt, die den grund nennt (codice della strada).
auf jeden fall hat dich die stadtpolizei "gestraft": C.P.M. Firenze

hier könntest du auch noch naeheres erfahren:

Reparto Verbali e Notifiche
Via delle Cascine, 9
tel. n. 055 3282040/ 41
fax n. 055 2625098
pm.verbali.notifiche@comune.fi.it

es gibt auch ein online-system um dein bussgeld zu bezahlen (englisch), dort kannst du die nummer des bussgeldes eingeben, evtl. erfaehrst du dann auch den praezisen grund:
https://servizi.055055.it/multeweb/Init.…101911551933911
Erst wenn die letzte Ölplattform versenkt, die letzte Tankstelle geschlossen ist, werdet Ihr merken, dass man bei Greenpeace nachts kein Bier kaufen kann !
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Sonntag, 7. Mai 2017, 09:01

@schauschun: danke für diese Tipps! Ich dachte die von dir benannte Stelle ist schlicht deren internes Aktenzeichen zu diesem Vorfall und habe dem daher keine weitere Bedeutung zugemessen. Mir ging es aber auch weniger darum, denn der Brief aus Italien wird schon noch demnächst erreichen. Ich wundere mich vor allem über die 45 Euro von Europcar.
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Harmonia

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Montag, 15. Mai 2017, 19:04

Nach meiner Erfahrung kommt da noch mehr, denn die 45 EUR sind nur die Gebühr für die Weitergabe deiner Adressdaten an die italienischen Behörden.
Ein paar Wochen später gibt es dann Post mit dem eigentlichen Bußgeld.
Schätze nochmal um die 90 EUR kommen oben drauf.
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Freitag, 19. Mai 2017, 14:52

@schauschun: Das Tool, welches du gepostet hattest dient wohl in erster Linie dafür, wenn der Bescheid schon da ist und man etwas bezahlen möchte bzw. man schon etwas bezahlt hat und das überprüfen will. Ich konnte jedenfalls mit den mir vorliegenden Infos nichts dort erreichen. Aber die Post wird schon kommen.

@Harmonia: danke für den Hinweis, es ist mir aber schon bewusst, dass ich da noch etwas von der Polizei bekomme und die 45 Euro nur das von Europcar sind. Ich fürchte aber, dass es mehr als 90 Euro sein werden, da ich ausschließlich Hauptstraßen gefahren bin und daher, zumindest nach derzeitigem Wissensstand, nur ein Blitzer in Frage kommt. Aber ich warte jetzt einfach ab, was sie mir schreiben. Ändern kann ich jetzt wohl eh nix mehr.
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