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10 Jahre Mietwagentalk

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Sonntag, 15. November 2009, 22:23

Europcar in der DDR

Habe grade einen netten Artikel im Netz gefunden, indem über die erste Europcar Filiale in der DDR berichtet wird. Übrigens gibt es auch einen Film über die erste Station in Ost-Berlin. Hat den jemand von euch oder existiert der vielleicht irgendwo im Internet?

Wie der Golf in die DDR kam: Europcar expandierte als erster Autovermieter in den Osten


Nach dem Fall der Mauer eröffnete Europcar am 15. März 1990 noch zu Zeiten der DDR am Berliner Alexanderplatz die erste Autovermietungsstation in Ostdeutschland. Innerhalb von zwei Jahren erschloss das Hamburger Traditionsunternehmen vollständig die Region Ost und baute ein breites Netz an Stationen auf. Heute ist der Betrieb am Alexanderplatz außer den Flughafen-Stationen die absatzstärkste Filiale bundesweit.

Als Europcar am 15. März 1990 mit der ersten Station in den Osten kam, war das Rent-a-Car-Prinzip für die Bürger der DDR völliges Neuland. Eine Autovermietung hatte es in der Form bislang nicht gegeben. Üblich waren ausschließlich Autoverwaltungen, die bei Versicherungsfällen Ersatzfahrzeuge zugeteilt haben. Unkompliziertes Anmieten eines Transporters für den Umzug oder eines Mietwagens für den Familienausflug war nicht möglich. Mit der Eröffnung der ersten richtigen Autovermietstation im Osten, die West-Autos kurzfristig und einfach für alle Bürger zugänglich machte, trafen sowohl seitens der Kunden als auch der damaligen Mitarbeiter viele Emotionen aufeinander. Viele Kollegen der ersten Stunde sind heute noch im Unternehmen tätig, nicht zuletzt, weil Europcar von Beginn an bis heute keinen Unterschied zwischen West- und Ostgehältern gemacht hat.

Erste Schritte im Osten
In der Zeit des Umbruchs zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung war es für West-Unternehmen nicht möglich, Niederlassungen im Osten zu eröffnen. Voraussetzung für die Ost-Expansion war, das Geschäft in Kooperation mit einem Ost-Unternehmen aufzubauen. Kooperationspartner für Europcar wurde der VEB (Volkseigener Betrieb) Auto Trans Berlin. Geschäftsräume und Mitarbeiter stellte Auto Trans Berlin, Fahrzeuge und Know-how kamen von Europcar - ein Zusammenschluss, der sich als sehr erfolgreich erwies: In nur zwei Jahren war Europcar flächendeckend mit Mietstationen in Ostdeutschland vertreten.

Eröffnung der Station am Alexanderplatz
Am Tag der Eröffnung standen die Leute Schlange, um ein West-Auto fahren zu können. Bezahlt wurde bis zur Währungsunion im Juli 1990 noch mit Ostmark. Der Andrang war groß, der Fuhrpark jedoch mit 20 Fahrzeugen anfangs sehr begrenzt. Schnell wurde die Flotte auf 100 Fahrzeuge aufgestockt.
Der Golf von VW war schnell das Lieblingsauto der Ostdeutschen, aber auch Mercedes und Audi standen hoch im Kurs. Viele Kunden gaben bei Abgabe ihres Leihwagens bereits die nächste Reservierung auf, weil sie so begeistert von den Autos und der neuen Bewegungsfreiheit waren. Die Europcar Mitarbeiter hatten teilweise Mühe, die neuen Kunden daran zu hindern, mit der Reservierung einen kleinen Obolus zu leisten, weil dies zu DDR-Zeiten meist zu bevorzugter Behandlung geführt hatte.

West trifft auf Ost
Für die an der Ost-Expansion beteiligten Mitarbeiter war es eine aufregende und unvergessliche Zeit. Menschen aus den alten und neuen Bundesländern bauten damals gemeinsam eine ganz neue Region auf und trotzten den Schwierigkeiten, die sich hier und da immer wieder in den Weg stellten. Diane Reick, damals Standortleiterin der ersten Ost-Station am Alexanderplatz und heute Regionalleiterin für die Region Ost, erinnert sich: „Wir mussten zum Teil kuriose Hindernisse meistern. Zum Beispiel war es damals nicht einfach, vom Osten in den Westen zu telefonieren. Für den Austausch von Fahrzeugen war es aber absolut notwendig, uns mit den West-Standorten zu verständigen. Es gab eine schwache Leitung in den Westen, die dauerbelegt war. Also habe ich einen Mitarbeiter ausschließlich damit beschäftigt, dauerhaft die Vorwahl in den Westen zu wählen. Durchschnittlich drei Mal am Tag hatte er Erfolg, sodass ich mit den Kollegen im Westen sprechen konnte.“

Erschließung der Region Ost und Entwicklung bis heute
Nach Eröffnung der Station am Alexanderplatz in Berlin folgte wenige Wochen darauf eine weitere Niederlassung im Stadtteil Lichtenberg. Anschließend kamen Stationen in Halle, Schwerin, Leipzig und Potsdam hinzu, bis 1992 die gesamte Region Ost erschlossen war.
Die Übernahme neuer Geschäftsräume war oft mit Besonderheiten verbunden. Geeignete Räume konnten nicht einfach angemietet werden. Es kam vor, dass Inventar und Mitarbeiter des Vormieters mit den neuen Räumen übernommen werden mussten. So gelangte beispielsweise auch eine komplette Bäckereieinrichtung samt Verkäuferinnen zu Europcar. „Wir sollten drei Mitarbeiter aus der Bäckerei übernehmen, was wir gerne taten. Allerdings gab es dann aber ein kleines Problem“, erinnert sich Diana Reick, „Alle drei hatten keinen Führerschein! Den mussten sie dann schnellstmöglich machen, weil es ohne Fahrerlaubnis in einer Autovermietung natürlich schwierig ist!“

Mittlerweile gibt es keine Unterschiede mehr hinsichtlich Mietverhalten oder Fahrzeugpräferenzen zwischen der Region Ost und West. Heute gibt es im Osten 75 Europcar Stationen, etwa 5.000 Fahrzeuge und 150 Mitarbeiter.

Über Europcar
Europcar Deutschland gehört zum weltweiten Europcar Verbund und ist mit einem Netz von bundesweit mehr als 500 Stationen führend in der Branche. Hohe Qualitätsstandards sowie konsequenter Umweltschutz gehören für Europcar zur Unternehmensphilosophie. Seit mehr als zehn Jahren ist das Unternehmen mit der Qualitätsnorm ISO 9001 zertifiziert, für sein Umweltmanagementsystem hat Europcar 2009 eine Zertifizierung nach der Norm 14001 erhalten. Darüber hinaus hat sich das Unternehmen auf eine globale Umwelt Charta für alle Ländergesellschaften verpflichtet, die durch das Bureau Veritas beglaubigt ist. Zahlreiche Auszeichnungen wie der Business Traveller Award „Bester Autovermieter in Deutschland“ oder der World Travel Award „World"s Leading Leisure Car Rental Company“ bestätigen die Kundenorientierung.
detzi
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vonPreußen

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Montag, 16. November 2009, 11:46

Sehr interessanter Artikel, danke dets!

Der Artikel ist aber nicht ganz korrekt, denn VW kam schon früher in die DDR, über den Genex Geschenkatalog. ;)
Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant

hobbes

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Montag, 16. November 2009, 12:33

über den Genex Geschenkatalog.

Das waren Zeiten, ich kann mich noch daran erinnern das wir am Grenzübergang standen und ein Audi 80 mit DDR Kennzeichen an uns vorbeifuhr.
Der Grenzer zu seinem Kollegen "na die nächste Platte" ist mir sicher, im Audi saß Theo Adam. Der Audi war aber bestimmt nicht aus dem Genex Katalog ;)
Für einige aus der Intelligenz gab es ja die Reisefreiheit schon vor 1989.

dets

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Montag, 16. November 2009, 19:49

Den Golf gab es nicht nur über Genex. Anfang der 80er wurde mit der BRD eine Vereinbarung über die Lieferung von Gölfen verhandelt. Es gab eine Charge extra für die DDR mit dünnerem Blech und in nur 4 Farben. Die Fahrzeuge wurden übrigens in Sarajevo gebaut. Bezahlt wurden die Gölfe übrigens mit Thüringer Rostbratwürsten.

Andere Fahrzeuge aus dem Nichtsozialistischen Ausland waren u.a. der Mazda 323, der Citroën CX und BX und verschiedene Volvos.
detzi
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DMman

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Montag, 16. November 2009, 20:21

Peugeot 305 und 309 nicht zu vergessen
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Montag, 16. November 2009, 20:24

Warum dünneres Blech und nur 4 Farben ???

Ich denke mal das jeder der genung Westgeld hatte. Alles in der DDR bekam.
what's the point of having fuck you money if you never say fuck you

DMman

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Montag, 16. November 2009, 20:25

ist ja ein Unterschied, ob man die Autos im Intershop mit Westgeld gekauft hat oder für Ostmark, weil man Beziehungen hatte (oder was auch immer)
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Montag, 16. November 2009, 20:50

Ich denke mal das jeder der genung Westgeld hatte. Alles in der DDR bekam.


Beziehungen waren wesentlich wichtiger als Devisen, denn mit Beziehungen bist du auch an Devisen gekommen. Klingt vieleicht komisch aber an Geld hat es dem durchschnittlichen Ostbürger nie gemangelt, was vieleicht auch der Grund ist warum viele die DDR aus jetztiger Sicht so schön fanden. Im Genex Katalog konnte übrigens nicht jeder einfach so "Bestellen" viele Sachen wurde auch dort zugeteilt und regimenahe Bürger wurden dabei durchaus bevorzugt. Das sind die Erfahrungen die mir keine älteren Kollegen und meine Eltern zum Thema berichtet haben.

MfG Jan
Jan S.
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Vorausschauendes Fahren: Guck da vorn ist die Baustelle zu Ende, ich geh schonmal wieder aufs Gas.

hobbes

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Montag, 16. November 2009, 21:04

Im Genex Katalog konnte übrigens nicht jeder einfach so "Bestellen" viele Sachen wurde auch dort zugeteilt und regimenahe Bürger wurden dabei durchaus bevorzugt. Das sind die Erfahrungen die mir keine älteren Kollegen und meine Eltern zum Thema berichtet haben.

Na für Devisen hat der Schabowski aber einige Zahnräder in Gang gebracht die sonst sehr langsam liefen ;)
Der Trabant stand garantiert früher vor der Türe wenn er aus dem Genex bestellt wurde :)

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