Bahnstreikthread

  • es wäre halt schön gewesen, wenn darüber angemessen und neutral berichtet worden wäre.

    Dann hätte man sehen können, ob das Produkt „Bahn“ überhaupt irgendeinem fehlt, wenn es nicht vorhanden ist.


    ansonsten: an weselskys Stelle hätte ich gleich nochmal 2Tage Streik nachgelegt für das völlig überflüssige und arrogante Statement des Bahnvorstandes, dass man selbstverständlich zu einer Lösung kommt, wenn man sich an einen Tisch setzt. Allein dafür guck ich parallel bei anderen Bahnanbietern, ob man die nutzen kann. Beleidigtes arrogantes Nachtreten, wo Politiker eingreifen mussten und die Bahn letzten Endes quasi alle Positionen aufgegeben hat, um zu einer Lösung zu kommen. Warum muss der eigentlich nicht zurücktreten?

  • Mir missfällt einfach das Ausnutzen der Situation.

    Die Mitarbeiter legen die Arbeit nieder um für eine Verbesserung der eigenen finanziellen Situation zu kämpfen, wobei sie sich bei Aufnahme der Arbeit vollkommen frei für die gegebenen Bedingungen entschieden haben. Ich hoffe doch dass dieses üblicher Weise bei voller Zurechnungsfähigkeit geschehen ist. Manchmal wünsche ich mir dass die Streikenden mal in einem beliebigen CallCenter bei diversen Dienstleistern sitzen und dort den Wunsch nach mehr Gehalt äußern. Ich sage nur, willkommen in der Realität.

    Der Punkt, dass es sich um kritische Infrastruktur handelt, ist doch der Ausschlaggebende, dass gestreikt wird. Wäre es nicht diese kritische Infrastruktur würde dieser Arbeitskampf in dieser Intensität doch gar nicht gewagt werden.


    Bitte versteht mich nicht falsch: sollten sich Bedingungen verschlechtern, bin ich der letzte, der was gegen einen Kampf hat.


    Der Ansatz von EUROwoman. ist aber durchaus interessant: wird das Konstrukt 'Bahn' in dieser Art überhaupt noch benötigt?

    Der einzige Grund für die Bahn ist die Entlastung der Straße. Da steht für mich der Güterverkehr aber noch vor dem Personenverkehr.

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  • Der Ansatz von EUROwoman. ist aber durchaus interessant: wird das Konstrukt 'Bahn' in dieser Art überhaupt noch benötigt?

    Ähm, warst du mal mit dem PKW unterwegs während der Streiktage? Was ist denn das für eine völlig absurde Frage?
    Hey komm wir schaffen die Bahn einfach ab, verlegen den Verkehr auf die jetzt schon vollkommen überlastete Straße und meckern dann noch rum weil wir die Klimaziele nicht einhalten.

    Der einzige Grund für die Bahn ist die Entlastung der Straße.

    Dass Menschen ohne Führerschein und/oder Auto dann vollständig ohne Mobilität sind ist mir egal, der echte Leistungsträger trägt doch sowieso Anzug und fährt einen Dienstwagen. Manchmal frage ich mich echt was in einigen Köpfen hier vorgeht.

    Manchmal wünsche ich mir dass die Streikenden mal in einem beliebigen CallCenter bei diversen Dienstleistern sitzen und dort den Wunsch nach mehr Gehalt äußern. Ich sage nur, willkommen in der Realität.

    Genau, oder mal nach Burundi! Was fällt denen bloß ein :rolleyes:

  • Ähm, warst du mal mit dem PKW unterwegs während der Streiktage? Was ist denn das für eine völlig absurde Frage?
    Hey komm wir schaffen die Bahn einfach ab, verlegen den Verkehr auf die jetzt schon vollkommen überlastete Straße und meckern dann noch rum weil wir die Klimaziele nicht einhalten.

    Ich versuche Dich jetzt mal aus Deinem Tunnel rauszuholen.

    Ich schrieb: wird das Konstrukt 'Bahn' in dieser Art überhaupt noch benötigt?

    Leider hast Du gleich zwei Stellen falsch interpretiert:

    1: Konstrukt 'Bahn' = Unternehmen Deutsche Bahn also nicht der Schienenverkehr im Allgemeinen!

    2: in dieser Art = sollte, wenn auf das Unternehmen Deutsche Bahn schlussendlich nicht verzichtet werden kann, über eine Umstrukturierung nachgedacht werden?


    Dass Menschen ohne Führerschein und/oder Auto dann vollständig ohne Mobilität sind ist mir egal, der echte Leistungsträger trägt doch sowieso Anzug und fährt einen Dienstwagen. Manchmal frage ich mich echt was in einigen Köpfen hier vorgeht.

    Hmm. Sarkasmus. Da steh ich drauf. :)

    Den Streikenden waren genau diese Leute ohne FS und/oder Auto herzlich egal. Und sie wären ihnen auch noch länger herzlich egal geblieben.

    Genau, oder mal nach Burundi! Was fällt denen bloß ein :rolleyes:

    Auf diese Ebene gehe ich nicht runter. Sorry.

  • Wenn der Lohn nicht steigt, die Inflation aber schon ist eine Nicht-Anpassung auch eine Verschlechterung. Die restlichen Vergleiche sind einfach fehl am Platz.

    Und der Rest der arbeitenden Bevölkerung kann gegen diese Situation genau was machen?

    Ich bleibe dabei: Es wird gestreikt, weil sie es können. Nicht, weil sie es müssten.

  • Ich wollte eben mal eine Statistik finden, wie die Bevölkerung das Thema sieht, da hier im Forum ja eine massive Unterstützung für den Streik/GDL herrscht. Leider nix gefunden. In einem N-TV Artikel aber war mal so ein Stimmungsbarometer drin -> in der Leserschaft waren fast 80% gegen das Verhalten der GDL, wenn ich mich richtig erinnere.

    Was ich gefunden habe, ist jedoch ein Kommentar von der Süddeutschen, welcher die Sichtweise der Kritiker (auch meine) sehr gut widerspiegelt.


    https://www.sueddeutsche.de/me…gdl-streik-bahn-1.5378326

  • Zum Streik aufrufen kann grundsätzlich jede Gewerkschaft und ein Streik der nicht wehtut ist sinnfrei.


    Wenn du das umgehen willst, musst du kritische Infrastruktur verbeamten und gut ist, ich bin mir nicht sicher ob du das willst.


    Mir persönlich hat der Bankentarif und der entsprechende Tarifvertrag sehr geholfen insofern habe ich am eigen Leib gesehen was Tarifbindung bringt und gönne es jedem.


    Achso nochwas, weil wir hier ja in einer Blase sind die vom Einkommen eher höher angesiedelt ist, die mit denen ich so Kontakt habe arbeiten in Branchen mit guten oder sehr guten Tarifverträgen, Bank, Versicherung, Metall und Versorger

    Einmal editiert, zuletzt von Nocturn ()

  • Und der Rest der arbeitenden Bevölkerung kann gegen diese Situation genau was machen?

    Ich bleibe dabei: Es wird gestreikt, weil sie es können. Nicht, weil sie es müssten.

    Muss der IG-Metaller mit 35-Stunden-Woche und guter Bezahlung streiken?


    Bei der Umstrukturierung der Bahn bin ich bei dir, Verstaatlichung und Ausbau des Netzes sowie gleichberechtigter Zugang für die Wettbewerber.

  • Und wer ist dafür verantwortlich außer man selbst, dass man die richtige Ausbildung/Studium absolveiert und/oder gut verhandelt?

    Grundsätzlich ist es ja völlig okay, wenn man sich zur Verstärkung der Verhandlungspositionen in Gruppen zusamenschließt und das gebündelt gemacht wird. Dagegen hat ja keiner was. Aber man sollte dabei das rechte Maß und den wirtschaftlichen Erfolg des Gesamtunternehmens nie aus den Augen verlieren, vor allem wenn man eine Splittergewerkschaft ist, die nur einen kleinen Teil einer Firma vertritt.


    Ohhh, das triggert mich - das gern genutzte Argument "hätten sie mal was vernünftiges gelernt". Das ist eine absolute Verachtung gegenüber Menschen, die sich für Berufe entschieden haben, von denen wir täglich abhängig sind. Verkäufer, Zugführer, Handwerker, Postboten etc. Da muss es eine Selbstverständlichkeit sein, dass diese Menschen so bezahlt und behandelt werden, dass sie von dieser Tätigkeit gut leben können. Und wenn das Druckmittel der individuellen Verhandlung nicht groß genug ist, weil dem Arbeitgeber egal ist wer die Arbeit macht, dann müssen sich diese Leute organisieren können um gemeinsam durch Streik bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.


    Das rechte Maß und den wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens im Auge zu behalten ist dabei keine Einbahnstraße. Die Entscheidungen der Managementebene haben in den letzten 20 Jahren der Bahn wesentlich mehr Milliarden gekostet, als das eine GdL jemals durch Streik erreichen kann. Und es sei angemerkt, dass das Gesamtunternehmen im Auge zu behalten zur unmittelbaren Jobbeschreibung des Managements gehört und die verdienen 6-7 stellige Summen, sind trotzdem gescheitert.


    Und dann noch ein letzter Hinweis, wenn immer von Splittergewerkschaft geredet wird. Die GdL vertritt über 38.000 Mitglieder. Bei einer Gesamtmitarbeiteranzahl von 211.000 in Deutschland sind das immerhin rund 18 % der gesamten Belegschaft und davon sind viele gar nicht gewerkschaftlich organisiert. Das ist ein ganz schön großer Splitter.


    Ich bin im Übrigen auch der Meinung, dass die Forderung nach Lohnerhöhung in diesem Jahr nicht gerechtfertigt ist, in Anbetracht der Tatsache, dass seit 2020 die Züge zum Teil leer durch die Republik fuhren und in anderen Branchen die im Reisesektor unterwegs waren Menschen auf Kurzarbeit sind oder ihre Arbeit verloren haben. ABER so wie hier teilweise das Streikrecht an sich in Frage gestellt wird und allein nur der GdL der schwarze Peter zugeschoben, das ist zu kurz gedacht und wenig über den eigenen Tellerrand hinaus.

    Einmal editiert, zuletzt von Dresdner ()

  • Ich bin im Übrigen auch der Meinung, dass die Forderung nach Lohnerhöhung in diesem Jahr nicht gerechtfertigt ist, in Anbetracht der Tatsache, dass seit 2020 die Züge zum Teil leer durch die Republik fuhren und in anderen Branchen die im Reisesektor unterwegs waren Menschen auf Kurzarbeit sind oder ihre Arbeit verloren haben. ABER so wie hier teilweise das Streikrecht an sich in Frage gestellt wird und allein nur der GdL der schwarze Peter zugeschoben, das ist zu kurz gedacht und wenig über den eigenen Tellerrand hinaus.


    Bist du dann auch der Meinung, dass die Streiks dieses Jahr nicht angemessen waren? Das wäre jetzt meine Schlussfolgerung der Aussage.