Schaden am MINI JCW Cabrio

  • Hatte ja vor 1,5 Monaten nen kleinen Unfall mit dem JCW Cab von Sixt. Beim Auffahren auf die zweispurige B8 hat mich ein LKW nicht reingelassen oder übersehen (obwohl Stau war und wir nicht schneller als 30 km/h gefahren sind) und es gab einen kleinen Schaden. Naja eher ein Haftpflichtschaden, da lediglich am LKW die erste Trittstufe (Beifahrerseite) beschädigt war und am Mini der Kotflügel hinten links über dem Rad (also die schwarze Plastikabdeckung).


    Habe vor 2 Tagen dann eine Rechnung über SB 1.150 € bekommen. War etwas schockiert. Naja Gutachten war nicht dabei. Dann mal schnell per Telefon angerufen und das Gutachten angefordert. Nach ein paar pampigen Aussagen und 5 Minuten später hatte ich besagtes Gutachten vor mir auf dem Display. Ich musste schon ein wenig lachen.

    Also die GKK Gutachten GmbH (die dieses Gutachten erstellt hat) ist ja sowieso dafür bekannt genau solche Gutachten anzufertigen. Ist halt leichtes Geld für die. Und mit Sixt sicherlich einen super Kunden gefunden. Witzigerweise auch noch genau die drei Bilder die der RSA in meinem Beisein gemacht hat (habe ihn noch drauf hingewiesen er soll das so fotografieren, dass man genau sieht das nichts kaputt ist, sondern nur leichter Abrieb drauf ist). Naja auf den Bildern ist sowieso nicht viel zu sehen. Einmal das Fahrzeug weit weg von hinten mit Kennzeichen, einmal leicht links und einmal ganz nah der Abrieb.


    Jetzt war ich direkt verwundert, da das Gutachten 3 Materialpositionen (zusammen 100 € netto) enthielt und trotzdem ein Schaden von 1.500 € brutto rauskam. Bisschen studiert das ganze und ich musste folgendes feststellen:

    den Kotflügel (60 €) würde ich ja noch einsehen, die zwei Abdeckungen in der Heckstoßstange rechts und links (!) [auf den Bildern kein Schaden erkennbar und in echt auch überhaupt keine Berührung stattgefunden] wurden noch verrechnet und das ganze wurde dann noch ziemlich lässig für 762 € netto lackiert - hmm kurz bei BMW nachgefragt, die Teile müssen überhaupt nicht lackiert werden und das waren sie auch nicht am MINI. Also der Schaden liegt weit unter den berechneten 1.150 €!

    Habe das Sixt auch schriftlich mitgeteilt, dass ich keinen Cent bezahlen werde, solange ich kein richtiges Gutachten bekomme und kein solches Fantasie-Gutachten.


    Bevor jetzt wieder viele aufschreien: ja, ich habe die LWV und natürlich habe ich den Schaden auch direkt gemeldet, jedoch sehe ich es nicht ein das Sixt einfach so mal Geld verdient für nichts. Das ist für mich schon Betrug! Mit einem anständigen Gutachten hat das nichts zu tun. Und so etwas finde ich nicht korrekt und deswegen gehe ich erstmal dagegen vor bevor ich so etwas einfach melde. Der Aufwand ist es mir Wert!

  • Ich verstehe Deinen Ärger, aber es gibt keine Pflicht, jemanden von der Auffahrspur reinzulassen. Letztens wieder ein Urteil von irgendnem OLG zu gelesen. Selbst wenn derjenige am Ende der Spur da stehen bleiben muss. Aber ich kann mir schon denken, dass Du schnell im Stau reinquetschen wolltest und der LKW-Fahrer die "Tür zugemacht" hat. Blickkontakt war nicht drin?

  • Ich verstehe Deinen Ärger, aber es gibt keine Pflicht, jemanden von der Auffahrspur reinzulassen. Letztens wieder ein Urteil von irgendnem OLG zu gelesen. Selbst wenn derjenige am Ende der Spur da stehen bleiben muss. Aber ich kann mir schon denken, dass Du schnell im Stau reinquetschen wolltest und der LKW-Fahrer die "Tür zugemacht" hat. Blickkontakt war nicht drin?

    darum geht es doch gar nicht. Die Schuldfrage ist doch schon geklärt. Es geht nur um das „geschönte“ Gutachten.

  • Danke Dauerstudent . Wie Il Bimbo de Oro schon sagte, geht es nicht darum. Ich habe Schuld und gut ist. Mein Gott immer diese Verurteilungen... Nur weil man nen flotten Mini fährt muss man sich nicht immer gleich überall reinquetschen.

    Ja ich überlege das auch ernsthaft. Wen muss ich denn anzeigen? Den Gutachter oder Sixt? Falls es wen interessiert kann ich gerne mal das Gutachten inkl. der von Sixt gefertigten Bilder einstellen. Ist wirklich ein Witz.

  • Naja, wenn man nicht abgewichst ist, macht man halt heutzutage keine Kohle. Und viele werden das anstandslos zahlen, aus Unwissen, aus Verunsicherung/Angst vor der großen Firma Sixt. Das nutzt Sixt eben eiskalt aus. So kann man in vielen Fällen leichtes Geld machen.


    Aber ich freue mich schon auf die Rücknahme der Forderung aka: "Nach gründlicher Prüfung ...... sehen wir von einer Forderung Ihnen gegenüber ab. Wir freuen uns..... sie bald wieder als zufriedenen Kunden begrüßen zu dürfen." blablabla

  • Aber ich freue mich schon auf die Rücknahme der Forderung aka: "Nach gründlicher Prüfung ...... sehen wir von einer Forderung Ihnen gegenüber ab. Wir freuen uns..... sie bald wieder als zufriedenen Kunden begrüßen zu dürfen." blablabla

    Du hast vergessen dass das natürlich nur aus Kulanz passiert und sie immer im Sinne des Kunden handeln...

  • Um eine Anzeige zu erstellen, braucht man keinen Anwalt!


    Einfach eine Kopie des Gutachtens an die Staatsanwaltschaft oder die örtliche Polizei schicken mit den von dir oben genannten Hinweisen und schreiben, dass du den den Verdacht hast, dass du aufgrund dieser unberechtigten Positionen zu einer Zahlung getäuscht werden sollst, auf die objektiv kein Anspruch besteht und dass du Strafantrag wegen aller in Frage kommender Straftatbestände gegen Sixt und den Gutachter stellst.


    Ob da was bei rum kommt ist die andere Frage, aber ich sehe es wie du, dass man sich das nicht gefallen lassen sollte. Das ist ein regelrechtes Geschäftssystem geworden, bei dem alle auf Kosten des Mieters verdienen wollen. Das geht nicht!

  • darum geht es doch gar nicht. Die Schuldfrage ist doch schon geklärt. Es geht nur um das „geschönte“ Gutachten.

    Das war mir auch klar. Es las sich in dem Text nur so, als hätte zumindest der LKW-Fahrer noch irgendeine Art von zumindest moralischer Teilschuld. Und wenn man es schon so in ein Forum schreibt, dann muss man eben auch mit einem Kommentar diesbezüglich leben;)


    Den Ärger bzgl. des Gutachtens verstehe ich auch. Er wollte im Forum mal seinem Frust freien Lauf lassen. Der Fall ist aber klar: Wenn man keinen Bock hat, dann lässt man es drauf ankommen. Notfalls eben bis zur Klageerhebung. Bei Verkündung des Streitwerts kann man ja dann nochmal neu überlegen. Vielleicht auch ein bisschen früher.

  • "Unser Service für Autovermietungen vom Kfz-Gutachten bis hin zu spezieller Fuhrpark Software

    Unser Serviceangebot für Autovermietungen reicht von Online-Kleinschadenkalkulation bis hin zum gerichtsverwertbaren Schadengutachten"


    Das wird eine Online-Kleinschadenkalkulation gewesen sein und kein Gutachten der GKK Gutachten GmbH.

  • Also habe gestern noch eine Mail vom Schadenteam bekommen:


    Sehr geehrter Hobbymieter,
    wir nehmen Bezug auf Ihre E-Mail vom 25.07.2018.
    Zu Ihrem Einwand möchten wir nachfolgende Anmerkungen machen. Die von uns veranlasste Schadenfeststellung auf
    Grundlage einer Reparaturkostenkalkulation ist rechtlich nicht zu beanstanden und unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit zu
    betrachten.
    Die Schadensminderungspflicht besteht in Bezug auf alle Schadenspositionen, so auch bei der Frage, ob eine
    Schadensbegutachtung - dass heißt eine Besichtigung durch einen Sachverständigen - in Auftrag gegeben werden sollte.
    Für Beschädigungen, die -wie im vorliegenden Fall - mit einem geringeren Reparaturaufwand verbunden sind, wird ein
    kostengünstigerer Kostenvoranschlag als ausreichend erachtet und wurde von uns dementsprechend veranlasst.
    Die Kalkulation zu o.g. Fahrzeug wurde mit dem System Audatex erstellt. Hierbei handelt es sich um ein branchenübliches
    Kalkulationsprogramm, deren Grundlage Angaben der jeweiligen Fahrzeughersteller bzgl. der Ersatzteile, deren Preis und
    Arbeitswerte (AW) ist.
    Der zugrunde gelegte Reparaturweg dient dazu, eine sach- und fachgerechte Reparatur zu gewährleisten, den
    Ursprungszustand herzustellen und einer Vermeidung oder Minimierung des Zurückbleibens von Reparaturspuren.
    Wir sehen daher weiterhin unsere Forderung über 1.150,00 Euro als berechtigt an.
    Um jedoch eine langwierige, rechtliche Auseinandersetzung zu vermeiden, sind wir einmalig, kulanzhalber und ohne
    Anerkennung einer Rechtspflicht bereit, im Erledigungsinteresse ebenfalls eine einvernehmliche Lösung anzustreben.
    Allerdings sehen wir vor o.g. Hintergrund eine Zahlung von 700,00 Euro als interessengerecht an.
    Bitte informieren Sie uns, ob Sie mit diesem Angebot einverstanden sind. Hieran halten wir uns bis zum 13.08.2018
    gebunden.



    Finde das natürlich immer noch eine absolute Frechheit. Wie würdet ihr handeln? Bin ehrlich gesagt nicht wirklich bereit das zu bezahlen. Ich habe genug Beweise, dass der Schaden definitiv nicht so war wie im Gutachten. Ich glaube ich lasse das nochmal richtig eskalieren... Zur Not mit dem Anwalt. Ich sehe den Schaden irgendwo bei max. 400,00 € (und das ist schon hoch angesetzt). Das war lediglich die Kunststoff-Radabdeckung hinten links. Diese kostet 60,22 €. Inkl. Montage (auch wenn die Heckstoßstange runter muss, etc.) sollte man hier nicht wirklich über 400 € kommen...


    Damit ihr mal wisst wovon wir hier überhaupt sprechen zwei Bilder:


    IMG_1168.JPG


    IMG_1167.JPG

  • Das war mir auch klar. Es las sich in dem Text nur so, als hätte zumindest der LKW-Fahrer noch irgendeine Art von zumindest moralischer Teilschuld. Und wenn man es schon so in ein Forum schreibt, dann muss man eben auch mit einem Kommentar diesbezüglich leben;)


    Den Ärger bzgl. des Gutachtens verstehe ich auch. Er wollte im Forum mal seinem Frust freien Lauf lassen. Der Fall ist aber klar: Wenn man keinen Bock hat, dann lässt man es drauf ankommen. Notfalls eben bis zur Klageerhebung. Bei Verkündung des Streitwerts kann man ja dann nochmal neu überlegen. Vielleicht auch ein bisschen früher.

    Dir ist schon klar, das sowas ohne Rechtsschutz bis es überhaupt beim Gericht ankommt, alleine an deinen Anwaltskosten ca. 600-700€ kostet oder?


    Ich hatte letztes Jahr das Vergnügen mich mit Sixt anzulegen.... und nur weil man Recht hat, heißt es noch lange nicht das man Recht bekommt.


    Es sei nur erwähnt wie sich sowas zusammen setzt. Mein Beispiel:

    Forderung 3.700€

    Mein Anwalt 700€ (Freundschaftspreis)

    Gerichtskosten & Gebühren

    Weitere Anwaltskosten

    Bei Vergleich, oder sogar Freisprechung des Beklagten, deren Anwaltskosten.


    War bei mir ein Risiko von ca. 7.000 - 8.000€


    Da habe ich dann auch wenn ich mich mehr als im Recht gefühlt habe und dies hätte vll. sogar beweisen können, doch lieber auf einen Vergleich im dreistelligen Bereich geeinigt und meine Anwaltskosten selbst bezahlt.


    Nur mal ein Finderzeig ... weil es immer heißt dann geh ich vor Gericht.


    Das muss man sich auch erst einmal leisten können, denn sicher das man gewinnt ist man nie.

    "unterwegs mit guten Vorsätzen, im Namen des Herren, einem halben Päckchen Zigaretten und Sonnenbrillen"

  • Danke für die Bilder. Dafür 1.500 EUR zu veranschlagen ist wirklich heftig. Wenn das Auto nicht gerade aus der Waschstraße kommt und etwas mit Staub, Schmutz und Insekten verdreckt ist, würde man den "Schaden" ja noch nicht mal sehen.

  • robs ja genau deiner Meinung bin ich auch! Ehrlich wie ich bin wasche ich meine Fahrzeuge immer und stehe auch zu meinem Schaden. Aber nur wenn dieser korrekt abgerechnet wird! Hab dem RSA extra noch gesagt er soll die Bilder so machen, dass man sieht, dass nur ne Kleinigkeit dran ist und nur dieses Teil betroffen ist. Im Rückgabeprotokoll stand automatisiert durch die Schadenmeldung von mir drin:


    2 Schäden: Kotflügel hinten links & Stoßstange hinten links


    Konnte der Mitarbeiter in der Station natürlich nicht löschen. Deswegen sollte er ja aussagekräftige Bilder machen. Finde ich natürlich schon einen Witz sowas...