Maserati Ghibli - italienischer Diesel mit zu viel Sound

  • Mittlerweile schon ein paar Tage her, da gab es für mich von Starcar in München klassengerecht (Gruppe S8) einen Maserati Ghibli als Diesel.

    Durch reichliches Telefonieren im Vorfelde hat sich schnell herausgestellt, dass es in München nur den Ghibli und den Levante als VIP-Cars gibt.

    Interessiert hätte mich mehr der C63s (Gruppe S4), davon hat man im Süden anscheinend schon längere Zeit nichts gesehen oder gehört.

    Wie mir bestätigt wurde, scheint die SL auch nicht sonderlich an VIP-Cars interessiert zu sein, da die relativ zu den Standard-Fahrzeugen häufiger mal rumstehen.

    Die Bedienung bei Starcar lief für mich maximal akzeptabel, eher darunter:

    Als ich am Freitag um 12 Uhr an der Station ankam hieß es, der Ghibli sei noch nicht zurück, man wüsste auch nicht genau, wann der zurückkommen würde. Dafür würde man mir den Levante geben. War für mich in dem Moment okay, also eingewilligt.
    Nach mehrmaligem Hin und Her hieß es, der Ghibli sei doch verfügbar, stünde jedoch 30 Minuten Fahrtzeit entfernt, da er dort als Werkstattersatzwagen eingesetzt war.

    Bevor noch mehr Zeit ins Land ging, bin ich mit einem netten Kollegen von Starcar gemeinsam dorthin gefahren.
    Das Fahrzeug war von Innen relativ sauber, sodass er nur kurz mit dem Handsauger durchgegangen ist.

    Leider war sowohl der Tank nicht voll, als auch das Fahrzeug von außen schmutzig.
    Da ich einen Termin hatte, habe ich vorgeschlagen, dass ich am Abend erneut bei der Station vorbeifahre und dann das Fahrzeug volltanken und waschen lasse.

    Die Rückgabe am Sonntag verlief dann glücklicherweise reibungslos(er).

    Zum Fahrzeug:
    Man darf von dem Diesel keinen Sportwagen erwarten. Der Soundgenerator suggeriert im Sportmodus allerdings sehr starke Sportgene und wirkt definitiv schon zu aufdringlich - das gilt sowohl für den Innenraum, als auch für die gesamte äußere Umgebung.

    Im Comfortmodus ist es mit dem Motor ein Fahrzeug nahezu wie jeder andere A6 / E-Klasse oder 5er BMW. Die Ausstattung war mau bis gar nicht vorhanden. Der Touchscreen war sehr anfällig für Fingeradrücke.

    Größter Kritikpunkt:

    Die Verarbeitung vom Ghibli liegt weitaus unter den oben genannten Fahrzeugen der deutschen Hersteller! Das graue Plastik der Mittelkonsole unterstützt den Eindruck der nicht sonderlich hochwertigen Verarbeitung.

    Nichtsdestotrotz hebt er sich von Außen deutlich von anderen Fahrzeugen ab und fällt im Straßenverkehr sehr auf. Es gab (selbst in München, man wundert sich...) einige Momente, in denen das Fahrzeug auf dem Parkplatz und während der Fahrt fotografiert wurde.

    Trotz der Farbe gefiel er mir von der Optik sehr! Man sieht ihm seine italienischen Vorfahren doch sehr gut an.

    Es war nett, ihn mal fahren zu können, allerdings würde ich ihn nicht erneut mieten – insbesondere nicht bei Starcar, nach der Erfahrung.



  • Das graue Plastik der Mittelkonsole unterstütz den Eindruck der nicht sonderlichen hochwertigen Verarbeitung.

    Da hast du leider wirklich die Basis-Variante bekommen. Ich hatte ihn bereits mit offenporigen Holz, sowie mit Klavierlack in der Mittelkonsole. Beides wertet den Innenraum beträchtlich auf. Und der Klavierlack hat im Gegensatz zu dem, was Mercedes und Co. als solches verkaufen, einen wirklich wertigen Eindruck bei mir hinterlassen.

  • Ich hatte mich damals schon gewundert, wer denn ernsthaft so viel Geld für diesen Plastikkübel mit Jeep V6 Diesel ausgibt...


    Das ganze Auto ist ein reiner Blender, das merkt man auch am Listenpreis der Ghiblis, besonders in den Grauenhaft knauserigen Starcar Konfigurationen (Meiner damals war fast Basis bei damals etwa 75k €. Die Korrelation zwischen BLP eines 530d/A6 3.0 und des Maserati im Vergleich zu deren durchschnittlichen Mietpreisen ist höchst amüsant).
    Dadrunter ist es eine Limousine die zum Reisen reicht, mit recht gescheitem Antrieb, aber man hat oft das Gefühl, man hat mit wenig Zeit und Knowhow versucht eine erschwingliche Limousine für Businesskunden zu bauen. Dafür hat man aber auf Konzernelemente Zurückgreifen müssen, die jedem mit ernsthaftem Anspruch negativ aufstoßen. Anders wäre der Preis nicht machbar gewesen.


    Das Problem ist, dass der Jeep/Fiat Konzern halt nichts aus dem Premiumsegment hat, bzw nur den Grand Cherokee, der aber wie quasi alle amerikanischen Fahrzeuge auch nicht europäischen/deutschen Ansprüchen genügt, was durchdachte Bedienung und Qualität angeht. Für Blinkerhebel, Tasten, Schalter, usw. hat man ganz offensichtlich zu billigsten Unterklassebauteilen Greifen müssen, anders kann ich mir das nicht erklären. Die Wippen und Tasten und Hebel an/auf dem Lenkrad waren schäbiger als alles was ich aus Opel Corsa etc. kenne


    Bei einem Ferrari oder Maserati Gran Coupé, etc. ist es den Kunden bestimmt noch eher egal, weil das Auto und der Antrieb für sich spricht, und man die Fahrzeuge nicht wegen des Alltagsnutzens kauft, sondern weil es italienische Sportwagen sind. Das ist bei einer normalen Limousine natürlich noch was anderes.
    Allein dieses unsägliche Infotainmentsystem spottet jeder Beschreibung. Das ist in einem Jeep/Fiat noch hinnehmbar, aber in einem Maserati einfach unverschämt.


    Wenn man mir einen 530d und einen Starcar Maserati Ghibli Diesel hinstellt, würde ich immer den 5er nehmen...


    Vom Levante möchte ich gar nicht anfangen, der das ganze dann noch mit einer scheußlichen Außenhaut verbindet.



    Noch ein Wort zu Starcar: Wer einem Kunden, der für dieses Auto so viel Geld hinlegt, dann noch erst bei Ankunft eröffnet, dass das Auto gar nicht da ist und den Kunden dann noch zu einer anderen Station schickt, ist echt völlig lächerlich...

    Dass der Wagen dann nicht aufbereitet ist, ist in Anbetracht des Mietpreises auch ziemlich bescheiden. Das angebotene, den Wagen dann noch mal zur Station zu fahren und zu warten bis er dann fertig ist, wäre für mich auch nicht gerade praktikabel. Bei den Preisen und limitierten KM wäre allein das ja eine Minderung, von der aufgewendeten Zeit ganz zu schweigen.

  • Für Blinkerhebel, Tasten, Schalter, usw. hat man ganz offensichtlich zu billigsten Unterklassebauteilen Greifen müssen, anders kann ich mir das nicht erklären.

    Immerhin das Fensterheber-Bedienelement dürfte noch aus DaimlerChrysler-Zeiten stammen ;)


    Ein Auto passend für die Generation Instagram. Außen Hauptsache n Dreizack dran, innen... Du beschreibst es ja schon relativ gut ^^

  • Ich hatte mich damals schon gewundert, wer denn ernsthaft so viel Geld für diesen Plastikkübel mit Jeep V6 Diesel ausgibt...

    [...]Dadrunter ist es eine Limousine die zum Reisen reicht, mit recht gescheitem Antrieb, aber man hat oft das Gefühl, man hat mit wenig Zeit und Knowhow versucht eine erschwingliche Limousine für Businesskunden zu bauen.

    [...]Wenn man mir einen 530d und einen Starcar Maserati Ghibli Diesel hinstellt, würde ich immer den 5er nehmen...

    [...]Noch ein Wort zu Starcar[...]

    Ich stimme Dir in allen Punkten uneingeschränkt zu.


    Privat würde ich ich auch niemals das aufgerufene Geld dafür ausgeben!


    Da würden mir deutlich bessere Alternativen einfallen.

    Aber ist der Gaul erst geschenkt... [hier bitte als Symbolbild ein Pferd vorstellen]

  • Ich bin den Ghibli Diesel auch schon gefahren, Sound beim Anfahren finde ich sehr prollig, danach kommt dann leider nichts mehr. Fahrgefühl ist ganz nett, irgendwo zwischen 3er und 5er, Infotainment kann man vergessen.

    Würde bei einem Ghibli dann zum Benziner greifen und selbst dann würde man den Sound und das Design sehr teuer mit Einbußen im Innenraum bezahlen