BMW 740d xDrive | Sixt Nürnberg-Zentrum


  • BMW 740d xDrive – ein Langstreckenfahrzeug mit Wohnzimmerqualitäten


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    Letztes Wochenende begleitete mich ein nagelneuer BMW 740d xDrive von Sixt Nürnberg-Zentrum.


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    Anmietung


    Für das Wochenende hatte ich CWMR reserviert. Dank der „Mietwochs-Aktion“ hatte ich dieses Wochenende mit 1.500 km und Haftungsreduzierung SB 950 zum Preis von 46,99 € gebucht.


    In der Station fand ich die angehende Stationsleiterin vor. Ansonsten gähnende Leere. Man könne meine Reservierung nur mit einem Ford Galaxy bedienen. Als Benziner. Na toll.


    Alternative (sofern kein Kombi benötigt): VW Golf 1.6 TDI und Opel Insignia – nicht die beste Auswahl.


    Als ich nach Infos zu dem Insignia fragte, kam ich drauf, dass meine Ohren wohl nicht so gut hörten – die Mitarbeiterin hatte nämlich gar nicht „Insignia“ gesagt sondern „nen Siebener“ – mein Hirn scheint mit solchen Autos scheinbar nicht gerechnet zu haben und hat die Information wohl falsch verarbeitet.


    Als ich dann noch erfuhr, dass es sogar ein erst 14 km junger BMW 740d xDrive war, überlegte ich nicht lang. Halt, Stopp! Genug geträumt – was soll der überhaupt kosten? 74,36 € ist hier das Minimum. Hmm, ganz schön teuer. Wieder ein Missverständnis – der Preis war nicht pro Tag, sondern für das Wochenende. Na dann – zugeschlagen.


    Als ich dann versichert habe, den BMW auch wieder dort abzugeben habe ich auch schon den Schlüssel in der Hand gehalten. Kaution waren 300,00 €.


    Zum Schluss ist noch was passiert, womit ich – gerade bei einer (angehenden) Stationsleiterin – nicht gerechnet habe. Man könne mir auch eine Reduzierung der Selbstbeteiligung auf 0,00 € anbieten, dass würde nur 53,97 € Mehrkosten verursachen – als Quasi-Upsell. Also noch schnell einen neuen Mietvertrag fertig gemacht. Vielen Dank dafür! Somit fahre ich ein Wochenende XDAR für nur 100,96 €. Ein Traum :)


    Fakten


    Vermieter: Sixt

    Anmietstation: Nürnberg Zentrum

    Rückgabestation: Nürnberg Zentrum

    Gebuchte Klasse: CWMR

    Erhaltene Klasse: XDAR (gegen Upsell)

    Erhaltenes Fahrzeug: BMW 740d xDrive

    Bruttolistenpreis: 116.670,00 €

    Leistung: 320 PS

    Kilometerstand bei Abholung: 14 km

    Gefahrene Kilometer: 1.046 km

    Verbrauch: ca. 8,5 Liter/100 km

    Mietzeit: 3 Tage

    Bereifung: Winterreifen auf 19-Zoll-Leichtmetallfelgen


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    Ausstattung


    Natürlich war es ein Highlight für mich ein solches Fahrzeug drei Tage bewegen zu dürfen. Alleine schon der Geruch eines nagelneuen 7er BMW ist schon überwältigend. Man merkt, dass hier Fachleute am Werk sind, die das Auto genau für diesen Moment vorbereiten.

    Da ich in einer S-Klasse und einem Audi A8 lediglich drin gesessen bin und in letzterem nur wenige Kilometer gefahren bin, kann ich natürlich hier keine großen Vergleiche zu den Konkurrenten ziehen.


    Von der Ausstattung her, war der 740d von Sixt sicherlich noch weit weg von „voller Hütte“, jedoch war trotzdem ordentlich Sonderausstattung verbaut:

    • Lackierung: Saphirschwarz Metallic
    • 8-Gang-Sportautomatikgetriebe
    • Exklusivleder „Nappa“ mit erweiterten Umfängen in Cognac
    • Innovationspaket (Driving Assistant Plus, Head-Up Display, BMW Laserlicht)
    • Businesspaket (Garagentoröffner, Soft-Close-Türen, Komfortsitze vorn, elektrisch)
    • Surround View (360-Grad-Kamera)
    • Sitzheizung vorne und hinten
    • Massagefunktion vorne
    • Integral-Aktivlenkung
    • Glas-Schiebedach
    • Parking Assistant


    Unverständlich, warum so kleine Dinge wie eine z.B. eine Lenkradheizung nicht bestellt wurden.


    Das gesamte Fahrzeug war sauber verarbeitet – es waren während der Mietzeit auch keine knarzenden Geräusche zu vernehmen. Lediglich den Anblick der „Fineline“-Interieurleisten fand ich nicht der Fahrzeugklasse entsprechend. Diese wirkten irgendwie nicht passend.


    Die Ambientebeleuchtung setzt den Innenraum schön in Szene, auch wenn ich mir ein wenig mehr Farbauswahl gewünscht hätte.


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    Motor: R6-Zylinder


    Schon beim Motorstart zaubert einem der Sound ein Lachen ins Gesicht. Der Reihensechszylinder hört sich einfach unfassbar gut an und leistet ein max. Drehmoment von 680 Newtonmeter, dass bereits ab 1.750 U/min anliegt. Mit den 320 PS ist man auch auf der Autobahn mehr als ausreichend motorisiert. Durch den intelligenten Allradantrieb xDrive gibt es auch bei starker Beschleunigung kaum Traktionsprobleme. Die Kraft wird so verteilt, dass immer optimaler Vortrieb gewährleistet ist. Dabei wechselt das 8-Gang-Sportautomatikgetriebe blitzschnell die Gänge, bleibt aber immer sehr komfortabel.


    Bei angezeigten 260 km/h ist aber Schluss mit Vortrieb – hier wird das Fahrzeug elektronisch begrenzt. Eine Geschwindigkeit von 210 km/h (hier sind noch alle Assistenzsysteme aktiviert) erachte ich bei dem Fahrzeug als die optimale Reisegeschwindigkeit – gerade weil es sich eher nach 160 km/h anfühlt. Sobald man Richtung V-Max geht wird es im Innenraum aber ohnehin auch lauter und der Spritverbrauch steigt ordentlich.




    Fahrwerk: 2-Achs-Luftfederung


    Das Fahrwerk ist wirklich sehr komfortabel – so merkt man auch größere Unebenheiten kaum noch – gerade im „Komfort Plus“-Modus spürt man wie schön so eine Luftfederung sein kann. Bei höheren Geschwindigkeiten oder im Sport-Modus senkt sich das Fahrwerk um 10 mm ab. Dies kommt einem besseren Fahrverhalten zugute. Auch die Wankneigung reduziert sich deutlich. Optional gibt es das „Executive Driver Pro“-Paket, dass eine aktive Wankstabilisierung und eine vorausschauende Dämpferabstimmung verspricht. Dies war im Fahrzeug aber leider nicht verbaut.


    Eine manuelle Betätigung der Niveauregulierung ist auch möglich. Hier fährt das Fahrwerk um satte 20 mm nach oben – gerade auf unbefestigten Wegen oder steilen Auf-/Abfahren sicherlich hilfreich. Bei Geschwindigkeiten von über 35 km/h senkt sich das Fahrzeug in die Ausgangsposition.


    Integral-Aktivlenkung


    Diese Lenkung ist so unglaublich, dass ich sie hier einfach erwähnen muss. Die Lenkung spricht bei geringen Geschwindigkeiten sehr leichtgängig an – kaum Lenkwiderstand vorhanden. Wechselt man in den Sport-Modus, so ist die Lenkung auch wesentlich straffer. Gerade im Kreisverkehr merkt man, wie leichtfüßig der 7er um die Kurve fährt. Natürlich ist das nicht nur mit einer adaptiven Servolenkung zu realisieren. Deswegen spendiert BMW dem 7er auch eine Hinterachslenkung. Diese lenkt minimal mit, sodass ein sehr kleiner Wendekreis möglich ist. Das Fahrzeug fühlt sich dadurch wesentlich kompakter an, als es in Wirklichkeit ist. Bei höherer Geschwindigkeit ist die Lenkung sehr komfortabel und überhaupt nicht nervös.


    Da ich am Wochenende mit dem BMW in Leipzig war und auch in das ein oder andere Parkhaus rein gefahren bin, war ich doch erstaunt, dass ich es geschafft habe, ohne einen Kratzer in der Felge aus dem Parkhaus zu kommen. Diese waren teilweise sehr eng – selbst in den Kurven habe ich nicht einmal den Rückwärtsgang gebraucht.


    Driving Assistant Plus


    Dieses Paket enthält auf Kamera und Radar basierende Assistenzsysteme:


    Aktive Geschwindigkeitsregelung (inkl. Stop & Go-Funktion)

    Das System funktioniert ausgesprochen gut, jedoch „nur“ bis 210 km/h. Eine Auffahrwarnung mit Anbremsfunktion ist ebenfalls integriert. Im Komfort-Modus fährt das Fahrzeug sehr vorausschauend und bremst bei einscherenden Fahrzeugen sanft ab. Durch die Stop & Go-Funktion folgt das Fahrzeug dem vorausfahrenden Fahrzeug und bremst bis bis zum Stillstand. Aussetzer konnte ich keine feststellen.


    Lenk- und Spurführungsassistent

    Der Assistent unterstützt dabei, die Spur bis 210 km/h zu halten. Durch sanfte Lenkeingriffe wird die Spur automatisch korrigiert. Die Lenkeingriffe sind nur sehr leicht zu spüren.


    Spurhalteassistent mit aktivem Seitenkollisionsschutz

    Wirklich toll, wie „autonom“ der 7er in Verbindung mit den anderen Assistenzsystemen fahren kann. Selbst in schärferen Kurven fährt das Fahrzeug selbständig in der Spur. Das Fahrzeug hat alle seitlichen Bedrohungen erkannt und nur dann die Spur gewechselt, wenn wirklich frei war. Selbst schneller kommende Fahrzeuge werden zuverlässig erfasst.


    Querverkehrswarnung vorne

    Das Assistenzsystem unterstützt den Fahrer beim Einfahren in den Querverkehr. Gerade an unübersichtlichen Kreuzungen eine wirkliche Hilfe. Es wird lediglich eine Warnung auf dem Display angezeigt, einen Bremseingriff konnte ich nicht feststellen.


    BMW Laserlicht


    So berichtete ich noch vor 2 Wochen beim Opel Insignia von einem wirklich sehr guten Licht – bin ich jetzt nochmals in eine andere Sphäre vorgedrungen. Das BMW Laserlicht ist ein wirklicher Mehrwert gegenüber den serienmäßigen adaptiven LED-Scheinwerfern.

    Das normale Abblendlicht geht komplett über LED-Technik, daher wird man am Tag oder bei Dämmerung nie einen Unterschied feststellen können.


    Erst wenn das Fernlicht aktiviert wird, kommt das Laser-Modul zum Einsatz. Dann aber mit geballter Power. Wahnsinnig hell und eine gute Reichweite. Die Übergänge zwischen waren stets sehr sanft, sodass es nie hektisch wirkte. Kein einziges Fahrzeug hat mir Lichthupe gegeben, sodass ich davon ausgehe, dass das Laserlicht niemanden geblendet hat. Manchmal erkannte das System allerdings ein Fahrzeug, wo keins war – wahrscheinlich reflektierte ein Leitpfosten zu stark.


    Ich denke, dass in Deutschland nicht viel mehr gehen wird, was die Lichtausbeute betrifft. Das Laserlicht ist von der Ausleuchtung und der Helligkeit nahezu perfekt – hier sind eher die Gesetze die Grenze, nicht die Technik.


    Rückfahrkamera und Surround View


    Ich muss zugeben, dass mir generell die „Piepser“ hinten und vorne völlig ausreichen und ich gerne auf die Rückfahrkamera verzichte – da diese meist keinen Mehrwert bietet. Beim 7er hingegen bin ich wirklich begeistert von dem Mehrwert, den die Rückfahrkamera in Verbindung mit dem Surround View bietet. Die Rückfahrkamera zeigt Hindernismarkierungen in verschiedenen Farben an. Die angedeutete Fahrspur, die sich je nach Lenkeinschlag verändert, zeigt zuverlässig, wo das Auto hinfahren wird.


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    Gerade der Surround View hat es mir wirklich angetan. So gibt es z.B. auch einen Waschstraßen-Modus, bei dem man die Reifenspur und das Fahrzeug von oben sieht, sodass man sich hoffentlich nie mehr die Felgen beim Einfahren in der Waschstraße verkratzen wird.


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    Auch die animierte 360-Grad-Ansicht ist gut gelungen, jedoch meiner Meinung nach eher eine Spielerei als ein wirklicher Mehrwert. Beim Einlegen des Rückwärtsgangs erscheint im Display die Rückfahrkamera und die 360-Grad-Ansicht von oben. Ich denke, dass ist auch die meist genutzte Funktion. Beim drücken der „Kamera-Taste“ während langsamer Fahrt öffnet sich die Frontkamera. Gerade in engen Parkhäusern sehr nett.


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    Der Parkassistent funktionierte auch sehr zuverlässig, so erkannte er passende Parklücken auf Anhieb und parkte auch in sehr enge Parklücken perfekt ein. Die Felgen waren auch nie im Gefahrenbereich, da der Assistent ausreichend Abstand zum Bordstein lässt.


    Komfortsitze mit Massagefunktion vorne


    Die Komfortsitze in Verbindung mit dem schönen Nappaleder sind wirklich ein Genuss. Auch nach längerer Fahrt bin ich total entspannt aus dem Fahrzeug ausgestiegen. Das Gestühl ist komplett elektrisch einstellbar. Eine Memory-Funktion ist auch für den Beifahrer mit an Bord.


    Die Massagefunktion (leider im Fahrzeug nur vorne vorhanden) war definitiv das Highlight für mich. Es gibt 8 Programme zu Auswahl, diese in 3 Intensitäten. Um nicht zu sehr abgelenkt zu werden ist die Massage natürlich nicht ganz so ausgeprägt wie in einem Massage-Sessel, jedoch trägt es definitiv zur Entspannung und zum Wohlbefinden in dem Fahrzeug bei. Gerade in Verbindung mit der Sitzheizung einfach super!


    BMW Welcome Light Carpet


    Sicherlich auch eine nette Spielerei, sieht aber wirklich toll aus. Beim Aufschließen des Fahrzeugs wird ein kleiner Lichtteppich auf den Boden projiziert. Sicherlich mal was anderes. Immer öfter sieht man bei verschiedensten Fahrzeugen, wie das Markenlogo auf den Boden projiziert wird. BMW geht hier einen etwas anderen (meiner Meinung nach eleganteren) Weg.


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    Audio-System


    Als ich in das Fahrzeug eingestiegen bin, erspähte ich direkt, dass hier kein aufpreispflichtiges Soundsystem verbaut war. Ich ahnte schon böses, denn die Standard-Systeme beim 1er oder 3er BMW sind für mich mehr als ein Witz. Gerade bei ordentlich Tiefgang fängt das System an die Lautstärke zu reduzieren, damit es nicht dröht. Naja – ich sitze ja zum Glück nicht in einem 3er BMW.


    Im 7er war das Audio-System alles andere als ein Witz. Natürlich noch lange nicht perfekt, jedoch schon auf einem hohen Niveau und damit ausreichend. Da ich gerne Musik höre – und gerne auch laut – lege ich schon Wert auf ein gutes neutrales Soundsystem. Ich war hier wirklich zufrieden. Noch dazu kostet es keinen Cent Aufpreis. Die Höhen waren wirklich sehr gelungen – die Tiefen präsent, aber ausbaufähig. Die Bühne war da und man konnte die einzelnen Lautsprecher kaum orten. Nur im Fond war der Sound nicht wirklich überzeugend.


    Fazit


    BMW macht im 7er fast alles richtig. Ein rundum sehr angenehmes Reisefahrzeug – gebaut für die Autobahn. Durch den hohen Komfort fühlte ich mich sogar wohler als daheim auf dem Sofa. Lediglich die Lautstärke bei hohen Geschwindigkeiten und die billige wirkenden Interieurleisten störten mich. Dies lässt sich aber mit mehr Sonderausstattung noch verbessern.


    Gerade auf längeren Strecken wäre das Fahrzeug definitiv meine erste Wahl!


    Rückgabe


    Die Rückgabe verlief problemlos – dank 0 € Selbstbeteiligung im Schadensfall machte ich mir da sowieso kaum Gedanken.


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  • Möchte mich diesem Bericht anschließen. Mein 750Li xDrive hatte exakt das gleiche Interieur namens Nappa Cognac. Nicht jedermanns Geschmack aber ich fand es sehr schön.


    Ausstattung is auch fast deckungsgleich. Bis auf HK Sound und executive lounge seating und Fond entertainment. Leider waren nur öffentlich rechtliche Sender frei, aber er lief wenigstens. Hätte gerne noch das tablet und den display Schlüssel gehabt. Aber hey, der Wagen war einfach klasse. Hätte mich stundenlang chauffieren lassen können.


    Launch control auch knackig. Man mag vielleicht sagen, da fehlen 4 Töpfe. Aber der 8er drückt unwahrscheinlich nach vorne. Sound verhältnismäßig recht dezent, aber unter Last tönt er schon gut.