aktuelle Kraftstoffpreise

  • Die Anreize von Online-Formaten wie denen von Springer sind ja klar: Klicks & Views generieren. Es ist auch klar, dass es eine extreme Unschärfe um das Thema Clickbait/verkürzte Headlines etc. gibt. Den konkreten Fall hier kann Man ja auf mindestens zwei Arten interpretieren:


    1) Die AutorInnen sehen sich ernsthaft der informativen Berichterstattung verpflichtet und versuchen eine Frage zu thematisieren, die die LeserInnen ohnehin schon umtreibt. Der Artikel liefert dann Informationen, die helfen dabei diese Frage (negativ) zu beantworten. Das scheint nicht völlig unproblematisch sondern gesellschaftlich vorteilhaft.


    2) Die AutorInnen müssen vor allem Klicks/Impressions generieren, und wählen eine provokante Frage für den Titel, über die allenfalls wenige Leute schon nachgedacht haben. Durch die Frage kommen zumindest manche Leute überhaupt erst auf den Gedanken, dass es ggf. nützlich wäre 'jetzt noch vollzutanken'. Die Frage ist provokant weil sie suggeriert, dass ein (unbenanntes) Ereignis anstehen könnte, dessentwegen es sich lohnen würde jetzt noch zu tanken - andernfalls könnte die Überschrift ja einfach 'lohnt es sich aktuell vollzutanken/ zu tanken?' lauten). Wenn nun Leute nur die Überschrift lesen aber den Artikel nicht oder nicht richtig, können dadurch schon Kosten entstehen. Auch für die, die sich vorher schon Gedanken gemacht haben und keinen Anlass sahen 'jetzt noch zu tanken', können Kosten entstehen: z.B. verschwendete Zeit den Artikel zu lesen nur um zu lernen, dass es tatsächlich keinen Anlass zum 'jetzt noch tanken' gibt (wie sie ohnehin vorher schon dachten). Es ist mindestens unklar ob hier gesamtgesellschaftlich ein Nutzen gestiftet wird oder ob allenfalls die Zeitung Nutzen für sich generiert, ggf. auf (überproportionale) Kosten anderer.


    Es sind genau solche Unschärfen, die es schwierig machen zu beurteilen ob das Verhalten von Institutionen wie Springer gesamtgesellschaftlich positiv zu betrachten ist oder nicht. Ich denke es gibt im Springer-Universum schon einige Fälle, wo klar ist, dass mehr Schaden als Nutzen gestiftet wird. Wie das hier aussieht, ist eben schwer zu beurteilen (s.o.) aber es ist nicht komplett abwegig zu meinen, dass der Titel etwas zweifelhaft und ggf. irreführend ist. Mit "im Artikel steht aber X", ist es da als Verteidigung finde ich nicht getan wenn wahrscheinlich und vorhersagbar ist, dass einige Leute den Artikel nicht (richtig) lesen.

  • Das geclickbaite gibt's doch aktuell schon überall, aber manche übertreiben es maßlos. Öffentlich-rechtliche halten sich noch etwas zurück, aber selbst da sieht man es schon hier und dort.


    On Topic: E10 kurz davor, die 1,60€ zu durchbrechen.

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