Beiträge von peak///M

    "Ich finds echt schade, dass die mir was anhängen wollen, was ich nicht getan habe."

    Versetz dich doch mal in deren Lage und stell dir vor, dass das deine Autovermietung wäre. Kunde gibt Fahrzeug ab, du findest einen Schaden an der Felge, der im Protokoll nicht vermerkt ist. Und was machst du dann? Das ist doch klar, dass dann so ein Prozess losläuft und hat mit "anhängen wollen" nichts zu tun.

    "Erinnere mich aber, dass die Haltung von Sixt unmissverständlich kommuniziert wurde, es auf einen Prozess ankommen zu lassen.

    Was willst dann machen ohne Rechtsschutzversicherung?!"

    Von mir wollte eine Firma vor einiger Zeit einige tausend Euro haben, ohne Mietwagenbezug. Das Ganze zog sich über einige Jahre hin, mit Inkassounternehmen, Mahnbescheid vom Amtsgericht, dem widersprochen und dann Termin im Amtsgericht. Argumentativ konnte ich das alleine durchziehen, aber weil ich nicht alle prozessualen Abläufe kenne, fragte ich vorher mal bei einem Anwalt nach, wie teuer das wäre, mich zur Verhandlung zu begleiten. Die Terminsgebühr war mir zu teuer also ging ich allein hin.


    Ich schilderte einfach sachlich die Situation, beantwortete Fragen vom Richter, beantragte Klageabweisung und das war's dann.

    Das Urteil kam dann nach einigen Wochen, Klage wurde abgewiesen.


    Meiner Erfahrung nach muss man den Richter mit ausreichenden Infos füttern und an seiner erfolgenden rechtlichen Bewertung kann ein Anwalt dann auch nichts ändern.

    Es war jedenfalls eine sehr angenehme Erfahrung, die mir zeigte, dass man in unserem Rechtssystem gut auch dann zu seinem Recht kommen kann, wenn die Gegenseite alles mögliche über die Jahre auffährt und man selbst Anwälte nicht mit Geld zuschütten will.

    Ne Rechtsschutzversicherung legte ich mir danach dann aber doch zu :106:

    Ok, ich verstehe jetzt deine begründete Meinung: Im Allgemeinen könne auch bei mehrfachen Beschädigungen der Schaden wiederholt über fiktive Reparaturkosten berechnet werden. In bestimmten Fällen könne aber unter einer individuellen Betrachtung des Falles ein Schaden festgesetzt werden, der von den fiktiven Reparaturkosten abweicht - zum Beispiel dann, wenn die fiktiven Reparaturkosten und der Restwert sich eklatant unterscheiden.

    Ich schrieb aber von den gleichen Kosten, die jedem Mieter berechnet werden. Mir ist kein Fall bewusst, in dem die Reparaturkosten gemindert würden, weil das Bauteil schon durch Vormieter beschädigt wurde.


    Die beiden Konzepte widersprechen sich auch, wie sollen denn Reparaturkosten geringer ausfallen, weil ein Bauteil schon beschädigt ist?

    "Hier wird jeweils ein Gutachter den Wert der Tür mit und ohne neuen Kratzer berechnen"

    Ich las in solchen Gutachten noch nie etwas von Werten, sondern von Reparaturkosten.

    danke für deine Ausführungen, die ich jetzt nicht umfänglich überprüfen kann


    Wenn also fünf Mieter der Tür eines Mietwagens während der Laufzeit beim Vermieter je einen Kratzer beifügen und der Vermieter jedem Mieter die gleichen Kosten für die Neulackierung berechnet, ohne die Tür je lackieren zu lassen, dann ist das deiner Meinung nach illegal?

    Denn so läuft das bei fast allen Vermietern.

    Zustand Stoßfänger vor Schaden: Wert 0 und 88 Kratzer

    Zustand Stoßfänger nach Schaden: Wert 0 und 89 Kratzer

    "Die rechtliche Grundlage befindet sich in den §§ 249 ff. BGB."

    Nach § 249 BGB

    "(1) Wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre."
    muss ich nun aus 89 Kratzern 88 Kratzer machen. Und wie soll das deiner Meinung nach ohne Schadensersatz gehen?

    Es gibt ja schon so Systeme, die dann nervig im Display rumblinken, wenn man schneller als die erkannte Begrenzung fährt. Das Problem dabei ist, dass die aber auf die Tacho- und nicht auf die echte Geschwindigkeit ausgelegt sind. Ich fahre beim auf 54 km/h eingestellten Tempomat bei vorgeschriebenen 50 km/h nicht zu schnell - oder zumindest nicht so schnell, dass dies unter Beachtung von Mess- und anderen Toleranzen festgestellt werden könnte - aber das System schlägt dennoch Alarm. Ich persönlich hätte kein Problem, den Tempomat auf 50 km/h zu stellen, aber viele um mich herum. Und diesen Stress, dauernd überholt und bedrängt zu werden, möchte ich mir nicht geben und fahr deswegen micht genau nach dem Tacho. Fahrt mal einen Tag lang genau nach Tacho, danach ist man seelisch am Ende.

    Das steht für mich sinnbildlich für diese Diskussion. Wenn alle sich immer an die Regeln hielten und immer tolerant und rücksichtsvoll wären, dann wäre die Welt sehr friedlich. Aber das entspricht nicht der Natur des Menschen. Und solche Systeme erachte ich vor dem Hintergrund dieser Natur für garnicht gut.

    Meiner Meinung nach bedarf es bei solchen Autos keiner gesonderten Erfahrung. Man muss halt wissen, was ein Auto im Allgemeinen so macht und ein grundlegendes naturwissenschaftliches Verständnis von Kraft, Energie und Reibung haben. Und dann wird man ganz automatisch niemals in so einem Fahrzeug Vollgas geben und gleichzeitig signifikant einlenken.


    Der Unterschied zwischen einem Corsa mit 40 kW und einem F-Type mit 400 kW ist einfach, dass man mit dem F-Type in einer Sekunde charakterlicher Schwäche/freidrehen in der Birne/Größenwahn/gemeingefährlichem Verhaltens mehr kinetische Energie in das Ding pumpen kann.