Peugeot 5008 HDi 150 FAP | Hertz Köln-Poll

  • Anmietstation: Köln Poll
    Abgabestation: Dresden Neustadt
    Erstzulassung: Januar 2010
    KM-Stand Abholung: 19275
    Gefahrene Kilometer: 2300
    Reservierte Klasse: G
    Erhaltene Klasse / Fzg.: G6 - Peugeot 5008 Hdi 150
    Motor: 2.0l Dieselmotor 110kW
    Verbrauch (errechnet): 6,3l/100km (in Frankreich 5,9l)
    Ausstattung: Xenonscheinwerfer, Navigationssystem, Panoramadach, HUD, Sportlederlenkrad, Tempomat, Abstandsassistent, Parklückenerkenner, Sonnenrollos
    Fahrzeugpreis: etwa 33000€
    Mietpreis: ADAC Wochenspecial 249€


    Da es zu diesem Fahrzeug schon einen guten Bericht gibt (http://www.mietwagen-talk.de/e…08-hdi-150-fap-hertz-ulm/), will ich gar nicht sehr weit ausschweifen.


    Zur Anmietung:
    Nachdem ich bei Sixt CPMR, aufgrund der Kilometerbeschränkung, stornierte, habe ich über die ADAC Seite das faire Wochenangebot für die Gruppe G gefunden. Ein Compactkombi zu buchen war mir zu unsicher, ich wollte gern einen Diesel. Um den Wunsch nachzutragen rief ich bei der Station schon einen guten Monat vorher an.
    In Köln Poll angekommen, erspähte ich die zwei 5008, die mich nicht sehr interessierten, und zwei silberne Mondeo Turnier TDCI, wovon ich einen für mich wähnte, da der andere (leider der sportlich gestylte) vom Hof rollte. Leider konnte der RA den Mondeo nicht rausrücken, da das Fahrzeug wohl noch nicht hinterlegt sei. "Was wirds denn dann?" "Ein Peugeot" und deutete auf die beiden Familienkisten. Und ich fasse mir gerade so den Gedanken "Ohr nee, ein Franzose, das sind doch die wo man das Licht am Blinkerhebel einstellt, bin ich da nicht zu grobmotorisch...", und als hätte ich es laut gesagt, sagte der Mitarbeiter "Fährt sich wie jedes andere Auto auch."
    Das mit den Formalitäten hat etwas gedauert, der PC wollte den ADAC Rabatt nicht gleich in die Rechnung einspeisen. Aber mal gut zu wissen, dass es ja immerhin gut über 100 Euro waren die ich mit der ADAC Mitgliedschaft gespart hatte, dort bin ich eh nur Mitglied um Rabatt bei Sixt und Co. zu erhalten.
    Ich bin dann im Nieselregen raus zum Auto und ging drum rum, bei dem Regen konnte ich nicht mal die eingetragen Mängel richtig erkennen, eine Schramme am linken die nicht eingetragen war, entging mir dadurch auch.


    Das Fahrzeug
    Alles gut, Funkschlüssel gedrückt, ahh hier klappen die Spiegel automatisch aus. Und dann seit der AMI 2009 mal wieder in einem Peugeot gesessen, umgeschaut...naja...wuchtiges Cockpit, weit auslaufend, scheint nicht ganz schlecht ausgestattet zu sein, Panoramadach, getönte Scheiben, Sonnenrollos, Sportlederlenkrad unten abgeflacht. Zündung an und leise knarrzend klappt sich da ein Navi aus, super dacht ich, nebenan dann eine durchsichtige Scheibe, oioioi ein HUD. Wenn man Peugeot nicht kennt, ist man ja erstmal erstaunt von den ganzen Spielereien.
    Ich bin dann erstmal runter vom Hof und begann das Fahrzeug zu beladen. Ich hatte G gebucht um ein Fahrrad unterzubekommen und selbst noch im Fahrzeug schlafen zu können, da kam mir so ein großer Pampersbomber gerade Recht. Wenn man die Sitze umklappt, kann man an diesen noch ein Brücke umklappen um die entstandene Brücke auszugleichen - Ideal!
    Mit dem Navi kam ich gut zu Recht. Leider liegt die Bedienung der Anlage weit weg vom Körper, sodass ich den Arm viel zu weit ausstrecken musste, das erhöht nicht den Komfort. Unterhalb des Wischerhebels gibt es auch noch einen Hebel zur Radiosteuerung. Ein ziemlich sinnloses Extra - im Radiobetrieb kann man dort zwischen den Sendern hin und her hüpfen, oder per Rad die Frequenz verstellen. Beides hatte ich so gut wie nie benutzt.
    Das Navi an sich leitet gut, kennt sich in Frankreich aber mit den Einbahnstraßen nicht so gut aus. Einmal schickte es mich auf einen Feldweg, der ohne Beschilderung als Einbahnstraße galt, als ich den verkehrtrum fuhr, wurde ich leider von der Polizei entdeckt, die Herren zeigten sich gnädig (zwei Polizisten wie aus Taxi Taxi). Großes Manko: wenn man in der Kartendarstellung ist und zu Radio schaltet, kommt man sofort wieder zur Karte zurück sobald man den ersten Radiosender angeklickt hat. Da sollte das Radiofenster lieber etwas verharren, falls man sich doch noch umentscheidet.
    Wa sich leider vergaß fotografisch einzufangen war die Bedieneinheit der Multifunktionsanzeige. Schlimmer hätte man es gar nicht verbauen können. Das Fahrzeug hatte wie in den großen BMW eine Leiste wo elektronische Helferlein ein-/ausgeschaltet werden konnten, das war etwas oberhalb des Knies, und das Bedienkreuz für den Bordcomputer war noch ein ganzes Stück darunter. Ich fand aber keinen anderen Weg zwischen den Ebenen der Anzeige hin und her zuschalten. Das geht ja mal gar nicht, das ich mich während der Fahrt noch bücken muss.
    Weiterhin eigenartig ist die Sitzposition, denn der Innenspiegel liegt sehr tief und bedeckt ein großes Sichtfeld nach rechts. Man kann natürlich den Sitz tiefer stellen, aber dann verschwinden auch die unteren Zeilen des Navibildschirmes. Auch keine optimale Lösung, außer man könnte den Bildschirm nicht nur in der Neigung, sondern auch in der Höhe verstellen.
    Den Abstandsassisten habe ich selten eingesetzt. Oft dafür den Tempomaten, ganz gut gearbeitet hat. Beide Assistenten werden mit im HUD angezeigt. Und das ist wirklich ein sehr lobenswertes Detail an dem Fahrzeug. Ich habe gar nicht mehr auf den Tacho geschaut, es ist viel bequemer auf die Scheibe zu schauen.
    Wenn man auf Erkundungstour durch fremde Städte ist, macht sich das Panoramadach gut für den Umblick, auch sehr hübsch.
    Weiterhin an Bord war ein Parklückenerkenner, den probierte ich aber nicht aus.
    Das man das Licht am Blinkerhebel einstellen musste hat mich dann weniger gestört, ich bin einfach immer mit eingeschaltetem Licht gefahren, das Fahrzeug schaltet das dann auch bei Motor-Aus automatisch ab, ohne rumzupiepen.
    Etwas erschrocken hat mich der Gurtwarner, der auch schon bei Rucksäcken aktiv wird. Ich suchte mich erstmal umschauen, bis ich das Display dazu am über dem Innenspiegel fand.


    Zum Motor und Fahrverhalten
    Das Auto ist gemacht für Frankreich, bei 120km/h fährt es sich flüsterleise und federt Bodenwellen bequem ab. Schwammig wird es in Schlaglöchern während Kurvenfahrten, dann gibt es auch mal Schläge und das Fahrzeug bewegte sich sehr eigenartig, dann fühlte es sich urplötzlich sehr hart an. Das kann der Touran viel besser (das für mich einzige Vergleichsfahrzeug).
    Etwa 1500km lang bewegte ich das Fahrzeug in Frankreich und Belgien und zauberte durch die Tempolimits einen beachtlichen Verbrauch von 5,9 Liter/100km auf die Rechnung. Einen BC-Wert kann ich euch nicht nennen, da niemand auf den letzten 9999,99km den Wert der beiden Ebenen zurücksetzte und ich zu spät nachlas wie das genau geht (nicht schlüssig). Den Rest fuhr ich in Deutschland, dort brachte ich das Fahrzeug auch auf Vmax, und so komme ich nach 2300km auf 6,3Liter/100km. Damit bin ich voll zufrieden. Das wäre sicher nicht so niedrig wenn ich aus den Ortschaften heraus mit 50km/h den 4. Gang drin lies, da zieht er nur gemächlich den 70km/h entgegen.
    Wenn man dann auf der Autobahn Vollgas ansetzt klettert der digitale Wert auf 199km/h und bleibt wie angewurzelt stehen, nur etwa eine Sekunde lang schaffte ich 200, aber sonst blieb er auch bergab stur auf 199km/h. Sehr eigenartig diese elektronische Abregelung.
    Auch mein 5008 hatte aus dem Motorraum ein klappern hervorgebracht, scheint wohl typisch zu sein. In Innenstädten fand ich es nicht angenehm das Fahrzeug zu bewegen, der große Wendekreis und die bescheidene Sicht nach vorn machen es nicht leicht.


    Das kurze Fazit
    Das Auto ist ideal für die Familie die mit Kindern auch mal weite Strecken in den Urlaub fährt, wenn hinten keine allzu großen Leute sitzen wollen. Ich empfand die Technik und Bedienung nicht auf deutscher Qualität, da kann man vieles noch einen Tick besser machen.
    Für meine Reise war das Fahrzeug ideal, ich fand es dann sogar etwas schade ihn abgeben zu müssen. Wenn man drin sitzt, fällt das Außendesign ja auch nicht so auf. Von der Ausstattung war ich positiv von Hertz überrascht worden. Das nächste mal würde ich aber vielleicht doch einen echten Kombi bevorzugen.


    Zu guter letzt noch eine Auswahl an Bildern. Auf zwei Bildern ist das Fahrzeug auf einem Feldweg zu sehen, für das Navi war dies eine ganz normale Straße!





  • Danke für den ausführlichen bericht und die bilder. Auch ich habe meine vorurteile zu französischen wagen, sollte die aber spätestens nach diesem bericht nochmals überdenken. :60:

  • Danke für den Bericht, schönes, gut ausgestattetes Auto für G, haste noch Bilder von der Rückbank und dem Kofferraum und waren auf dem Navi alle Europa-Karten drauf? (Vor allem Schweden und Dänemark?)


    Zu dem Feldweg als normaler Straße. Ich war mal kurz hinter Karlsruhe auf der französischen Seite und bin auch auf so einen Feldweg gelotst worden. Sowohl das Navi als auch die Straßenkarte wiesen den Weg als kleine normale Straße aus. Scheint also in Frankreich üblich zu sein solche Wege zu benutzen. Wenn man aber deutsche Straßen und Vorschriften gewohnt ist, ist das erstmal recht ungewohnt auf so nem Feldweg unterwegs zu sein.

  • Nein, davon habe ich keine Bilder gemacht. Das Navi hatte zumindest in der Länderauswahl meine ich, alle europäischen Länder und einige umliegende, Algerien war glaub ich auch dabei.


    Noch etwas zum Navi. Die Darstellung erinnerte mich auch stark an die BMW Navigationssysteme. Ganz unten war eine schwarze Leiste mit Höhenangabe, Ankunftszeit, TP, TMC etc., und neben der Karte gab es einen dunkelgrauen Kasten, in dem die Fahranweisungen symbolisiert wurden. Sicher machen das viele so, aber auch durch die Farben, kam der Vergleich zu Stande.

  • Schaut doch ganz nett aus für ein Van dieser Größe! Besonders das schicke Interieur überrascht mich, da sieht es auch im 308 sowie im etwas kürzeren Schwestermodell 3008 ganz manierlich aus. Und für den BLP des Peugeot mit allerlei Extras bekommt man bei den deutschen Herstellern oft nur die nackte Basis.


    Ich denke, für deinen Zweck war das bald noch das ideale Fahrzeug. Mit 'nem Franzosen in Frankreich rumzukutschen passt einfach. :D Und Platz hat die Kiste sicherlich reichlich.


    Ausgewogenste Fahrwerkskunst darf man nicht erwarten. Mein bisher einziger Peugeot, den ich gefahren bin (307 Phase II) war, ebenso wie der Mégane II CC, recht schwammig ausgelegt. Gerade beim Van ist es wichtig, kein straffes Fahrwerk zu verbauen.


    Für die Klasse ist der Peugeot 5008 mit dem ausreichend kräftigen 2-Liter-Diesel schon ein gutes Angebot. Der vergleichbare Ford S-Max wird sicherlich erst in einer höheren Kategorie angeboten.


  • Ja und nein ;)


    Ja, für G nen passendes Auto und für nen Van sieht der garnicht mal schlecht aus, besser als der Touran auf jeden Fall.


    und nein, der S-Max läuft bei Hertz ebenfalls in G laut Wiki. Hier ist es mal von Vorteil, dass Hertz die Klassen recht weit auslegt :)

  • Okay, das wusste ich noch nicht. Bei Sixt und anderen Vermietern läuft der S-Max (und vergleichbare Fahrzeuge) in einer höheren kategorie. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich den Ford S-Max wählen.


    Der Peugeot 5008 macht für einen Fan der Kompaktklasse schon eine gute Figur. Es mag sein, dass ein Touran in den Fahreigenschaften besser ist (davon konnte ich mich schon überzeugen), aber eben auch sehr langweilig. Die Franzosen bauen mittlerweile wirklich gute Fahrzeuge, auch Renault sowie der PSA-Partner Citroen. Mängel im Detail haben diese Fahrzeuge immer noch, aber man muss es positiv sehen: Es gibt noch Raum für Überraschungen. ;) Ein veralteter Opel Zafira wirkt sehr viel langweiliger und ist im Fahreindruck auch nicht zwingend besser (bei den Vermietern oft nur mit einem lethargischen 1.8 Liter Benziner).


    @ derkonni


    Schade, dass du soweit keine Bilder vom Interieur oder vom weiteren Innenraum gemacht hast. Aber da kann man sich anderweitig aushelfen.

  • Hatte der 5008 eigentlich Fondentertainment?


    Nein, das war nicht drin.


    Ich merke gerade das ich mir das nächste mal ein große Liste machen werde, bevor ich wieder einen Bericht mitten in der Nacht verfasse.
    Nämlich eins noch zu den Sitzen:
    Die Lendenwirbelstützenverstellung befindet sich an einer äußerst hohen Position, sehr unpraktisch. Dafür konnte man aber die Kopfstütze sehr elegant nach vorn stützen, das war sehr angenehm.