Wie Autohersteller zu Autoverleihern werden

Keine Frage: Neuwagen sind teuer geworden. Die Top-Ten der Zulassungsstatistik des KBA (Kraftfahrtbundesamt) besteht aus Autos, die größtenteils auf Firmenzulassungen laufen. Neben den Eigenzulassungen des Herstellers werden viele Neuwagen (12 %) als Selbstfahrer-Vermietfahrzeuge zugelassen. Autohersteller müssen umdenken um Normal- und Geringverdiener nicht als Kunden zu verlieren – oder um Kunden zu gewinnen, die gar kein eigenes Auto brauchen oder möchten.

Mietwagen: Immer das passende Auto

Ob Mietwagen oder Carsharing: Das Halterrisiko für ein eigenes Auto abzugeben hat viele Vorteile. Zum einen kann man immer genau die Fahrzeugkategorie buchen, die für die anstehende Transportaufgabe nötig ist. Oder ein Auto fahren, das richtig viel Spaß macht. Diese Vorteile sprechen auch fürs Carsharing. Fixkosten entfallen: Werkstattaufenthalte, KFZ-Steuer und Versicherung, GEZ-Gebühr oder Winterreifenwechsel kennen Mietwagenfahrer nicht. Dafür nehmen sie in Kauf, sich nicht immer auf ein Auto einstellen zu können. Es fehlt die Personalisierung und die Möglichkeit, einfach mal sein „Zeug“ im Auto zu lassen.

Autos für die Masse direkt vom Hersteller

Es ist eine Wette auf die Zukunft. Während BMW und Mercedes schon seit geraumer Zeit den Weg vom reinen Autohersteller hin zum Mobilitätsdienstleister gehen, probieren Opel, Ford und Volkswagen noch verschiedene Wege aus. Die Absicht scheint aber klar: Der Kunde soll Autos sowohl kaufen aber auch nur nutzen können. Audi testet verschiedene Mietsysteme – von Langzeit bis Carsharingclub. Volkswagen will sogar ein eigenes Elektroauto entwickeln, das auf die Bedürfnisse des Carsharings zugeschnitten ist. Die neue, dreizehnte Konzernmarke „iD“ soll die Aufgabe bekommen, den Menschen verschiedene Transportwege aufzuzeigen. "Künftig wird längst nicht mehr jeder ein eigenes Auto besitzen. Aber jeder kann auf die eine oder andere Art Kunde von Volkswagen sein", sagte Vorstandschef Matthias Müller am Mittwochabend vor dem Beginn des Pariser Autosalons. Die Ziele sind ambitioniert. Bis 2030 will VW noch vor BMW oder Mercedes Marktführer im Bereich urbaner Mobilität sein. Oft genug haben die Wolfsburger bewiesen, dass sie zwar spät aufbrechen. Aber dann sehr erfolgreich werden. Beispiel? Tiguan und Touran kamen sehr spät auf den Markt, führen aber heute die Zulassungsstatistik in ihrem Segment an.


Bild: schwerunterwegs