Zeitumstellung sorgt für Kaltverformung: Mehr Unfälle wegen Winterzeit

Die Zeitumstellung ist ein Wettlauf gegen die Zeit - buchstäblich. Der Mensch ist in seiner Natur nicht gewohnt, plötzliche Situationswechsel in gewohnten Abläufen ohne Anstrengung zu meistern. Die Zeitumstellung holt Autofahrer aus ihrer Komfortzone. Es wird früher dunkel. Die Witterungsverhältnisse ändern sich durch das Voranschreiten der Jahreszeiten. Und ja, auch an diese eine Stunde muss sich der Mensch erst gewöhnen.


Eine Studie von Enterprise Rent a Car zeigt, dass die Unfallzahlen bei Privatbuchungen sowie Werkstattersatzmieten in den zwei Wochen nach der Zeitumstellung um 12% gegenüber dem Vorzeitraum steigen. Den Daten liegen hauseigene Unfallstatistiken aus den Jahren 2014 bis 2020 zugrunde. Sogar der verringerte Straßenverkehr im Corona-Jahr 2020 zeigt diesen Verlauf. 2021 hat das Verkehrsaufkommen fast wieder die Vor-Pandemie-Niveau erreicht. Deshalb werden die Autofahrer gebeten, gerade nach der Zeitumstellung dieses Jahr besonders vorsichtig und rücksichtsvoll zu fahren. Laut Enterprise werden viele Autofahrer nach zwei Jahren zum ersten Mal wieder regelmäßig bei widrigen Witterungsverhältnissen zwischen Wohnort und Arbeitsstelle pendeln. Es könnte zu einem ähnlichen Phänomen führen wie beim Saisonstart beim Motorradfahren: Man überschätzt seine Fähigkeiten, die etwas eingerostet sein könnten - fährt aber trotzdem so, als wäre man geübt.


Eigentlich sollte die Zeitumstellung 2022 abgeschafft werden. Mehr als 70% der Befragten in verschiedenen Studien sind für diesen Schritt. Doch in der EU herrscht Uneinigkeit darüber, welche Zeit die geeignetere sei: Die Sommer- oder die Winter-(bzw. Standard-) Zeit? Die Entscheidung darüber wurde bis 2026 vertagt. Jetzt heißt es also: Heiter weiter und ohne Unfall durch den herbstlichen Straßenverkehr kommen.