Erich Sixt gibt das Zepter (ein bisschen) an seine Söhne weiter

Es hätte ein Wechsel mit Knalleffekt werden können. So bleibt im Grunde alles beim Alten. Nur die Organisation wird anders gestaltet: Alexander und Konstantin Sixt werden sich den Posten als CEO teilen und jeweils verschiedene Aufgabenbereiche übernehmen, die sie im Laufe der letzten Jahre noch unter ihrem Vater als Supervisor, Korrektiv und Stützpfeiler aufbauen konnten.

Erich Sixt: Vom Vorstand in den Aufsichtsrat

Auf der Hauptversammlung am 16. Juni wird Erich Sixt in den Aufsichtsrat verabschiedet, am 17. Juni werden Alexander und Konstantin zum CEO einberufen. Mit dann 77 Jahren war Erich Sixt mehr als 10 Jahre länger im Amt als das übliche Renteneintrittsalter. Es sei "der richtige Zeitpunkt für den Generationenwechsel". Wohlgemerkt in einer der schwersten Krise der Branche überhaupt - aus der Sixt aber anders als die meisten Mitbewerber mit einem Gewinn hervorgehen wird.


Vor einem guten Jahr gesicherte Finanzierungsrahmen mussten nicht angefasst werden. Der harte Sparkurs durch teilweise vorübergehende Stationsschließungen und konsequentes Verkleinern der Flotte hielt die Kosten im Rahmen. Während gleichzeitig neue Produkte wie die als Auto-Abo offensiv beworbene Langzeitmiete Früchte tragen. Sixt+ wird derzeit als Branchenführer bezeichnet.

Die Sixt-Autovermietung ist Erichs Lebenswerk

Nach Erich Sixt übernimmt nun die vierte Generation der Sixt-Familie das Zepter der operativen Geschäfte. Schwierigkeiten ob der doppelten Führungsposition sehen die Brüder Alexander und Konstantin nicht. Sie seien ein erprobtes Duo und ergänzten sich in ihren Aufgaben und Charakteren. Sie wollen das "Lebenswerk ihres Vaters" in dessen Sinne fortführen.


Gerne erzählt Erich Sixt die Anekdote, wie er als junger Mann ganz alleine eine Station geschmissen hat. Er putzte die Autos, stellte sie zu und machte die Abrechnungen zunächst gänzlich ohne weitere Mitarbeiter. Er ist nun mehr als 50 Jahre im Unternehmen, hat viele Krisen miterlebt. Auch die Ölkrise 1971, von der er dachte, sie sei das Ende von Sixt als Autovermietung. Inzwischen ist das Unternehmen "kerngesund" und mit so viel Kapital ausgestattet, dass es mehrere Jahre in Folge in roten Zahlen aushalten kann. So auch 2020 und wohl auch 2021, das Sixt alle Raffinessen der modernen Unternehmensführung abverlangte: Kurzarbeit, 1.200 gestrichene Jobs, drastische Flottenkürzungen und Verkleinerung des Stationsnetzes in Deutschland bei gleichzeitiger Übernahme von Flughafenstationen in den USA. Um gewappnet zu sein, wenn der Reiseverkehr wieder milliardenschwere Gewinne auf gewohntem Niveau und mehr ermöglicht.

    Kommentare 1

    • Hat die Autokorrektur den lieben Erich einfach umbenannt in der Überschrift?