Mercedes-Benz S400d| Europcar Dresden

  • Besser als Peter Fox kann man mein Gefühl nicht beschreiben, als ich letzten Donnerstag meinen Mietwagen abholte.

    Daher auch nur wenige Worte:


    "So, heute bin ich ziemlich gut drauf

    Zieh mich schick an setz'n Hut auf

    Die Rolex tickt, man seh' ich gut aus

    Hol mir den kick den ich absolut brauch..."




    Eigentlich sollte es nur eine kleine, günstige CCMR Miete werden. Der Blick am Morgen auf den Hof beim Vorbeifahren zur Arbeit offenbarte aber andere Möglichkeiten. Zum einen eine modellgepflegte E53, zum anderen eine S400d Langversion. Hier in Dresden bei Europcar eher eine Ausnahme, weshalb ich direkt in der Station nachfragte, ob die beiden Fahrzeuge verfügbar wären. Und sie waren es. Immerhin hatte ich bis zum Nachmittag Zeit darüber nachzudenken, für welche der beiden Möglichkeiten ich mich entscheiden werde. Letztlich fiel die Entscheidung nicht schwer. Die E53 wäre für eine Spaßmiete absolut geeignet gewesen, allerdings war ich durch C43 und A45s in den letzten Wochen, zumindest was Geschwindigkeiten angeht, gesättigt.

    Nein, es sollte zum ersten Mal in meinem Leben eine XDAR Miete werden, auf die ich lange gewartet habe. In den letzten Jahren haben mich die Preise zu sehr abgeschreckt, Upgrades auf X sind aufgrund der geringen Verfügbarkeit hier in Dresden nie zustande gekommen, und das Risiko nicht zu wissen welcher Wagen und Motor es wird, waren mir zu groß. Doch diesmal war es anders.
    Nachdem ich vor wenigen Jahren eine W220 überführen durfte, wusste ich, dass ich wenigstens einmal die W222 Generation fahren möchte, die für mich (in meiner Vorstellung) den Inbegriff der Perfektion abbildet. Da sie nun aber nach und nach Platz macht für die Nachfolge, sah ich meine Möglichkeit meinen Traumwagen zu fahren schon schwinden, weshalb ich die Chance, nach so vielen Monaten der Mieterei, endlich nutzte und aufgeregt den Schlüssel in der Hand hielt. Ohne Rolex und ohne Hut, nahm ich Platz im schwarzen Raumschiff und fühlte mich wie zu Hause, nur war es noch bequemer.


    "Yeah, wieder mal 'n Soloausritt

    In dem Poseroutfit, mach ich's mir nett, mach mich brett-fett

    Rauch Shit, wo sind die bräute mit Poserauschnitt
    Komm in den Club und genieß' den Ausblick..."



    Für einige von euch wird es ein gewohnter Anblick sein, ich hingegen erlebte meine wahrgewordenen Traum vom S-Klassen-Mythos, sodass ich sogar am hellen Interieur, welches sonst gar nicht meinem Geschmack entspricht, Gefallen fand. Wer auch immer die 8000km vor mir gefahren ist, hat sich offensichtlich nicht darum gekümmert wer danach noch einsteigt. Leider habe ich es im Halbdunkeln bei Abholung nicht bemerkt, dass der Innenraum bereits nach den wenigen 1000 Kilometern schon ordentlich gelitten hat. Sei es drum, in entspanntester Sitzposition ist der Blick sowieso erhaben über allen Flecken und Verunreinigungen nach vorn durch die schier unendlich groß wirkende Frontscheibe gerichtet. Das dortige HUD vereint alle wichtigen Informationen und das sogar in einem sehr schicken Design. Zum Commandsystem ist sicher alles gesagt, für mich ist es nach wie vor eines der Besseren. An Assistenzsystemen war so gut wie alles verbaut was man sich wünscht. Einzig eine Lenkradheizung hat mir gefehlt und ein automatisch abblender Beifahreraußenspiegel. Leider gab es auch keine Fernbedienung für das Fond-Entertainment.




    "Für die Lady und für mich sieben Mojito

    Mit einem mal gefällt mir jedes Lied so

    Tanz sogar zum Song von Placebo..."



    Auch ganz ohne Alkohol hat sich mit dem Burmesersystem jeder Song, egal ob FM, DAB oder Bluetooth, wohlklingend anhören lassen. Ich kannte bisher nur das Bose-System von Audi als Vergleich. Zum ersten Mal konnte ich mich außerdem von den vollständig elektrisch verstellbaren (auch im Fond) Sitzen mit Massagefunktion erfreuen, was letztlich sogar meine Freundin dazu gebracht hat, den Wagen trotz hohem "Poser- und Protzlevels" am Ende doch ganz nett zu finden :)


    "Alter, krasse Braut, sie sagt „lass es raus“

    Und ist heiß darauf loszulegen..."



    Auch wenn ich schon im Stehen genug Spaß gehabt habe: Das Fahren der S-Klasse entsprach absolut nicht meinen Erwartungen, weil sie sogar reichlich übertroffen wurden. Die Kombination aus den Sofa-Sitzen, dem unfassbar komfortablen Fahrwerk, dem Allradantrieb und dem großartigen Motor sowie der wunderbar gedämpften Geräuschkulisse...was soll man dazu sagen oder schreiben. Ein Gedicht, bloß fehlen mir die passenden Worte. Jeder Kilometer, egal ob Autobahn, Bundesstraße oder in der Stadt, war eine pure Wonne.

    Bei 220km/h mit 2400 Umdrehungen dermaßen entsptannt dahinzugleiten und man vom Mitfahrer erstaunt gefragt wird, wie es sein kann, dass er dachte wir fahren 150km/h, ist schon etwas Besonderes. Und auch nachts sorgt das Multibeam-Licht für eine Ausleuchtung die seinesgleichen sucht. Überholprestige garantiert.




    "Ich muss Zeit gewinn'

    Bestell' weiter Drinks, sie is' nicht mein Ding

    Versuch ich mir einzureden
    Lächerlich! Ich becher' mich weg,

    Barkeeper hau raus was in deinen Fässern steckt..."



    Obwohl in der gefahrenen Version kein Sektkühler o.ä. verbaut war, wäre das Trinken eines edlen Tropfens auf den Rücksitzen, ganz ohne etwas zu verschütten, möglich gewesen. Mit absurd großer Beinfreiheit lassen sich hunderte Kilometer abspulen, ohne dass bei den Mitfahrenden ein Gefühl aufkommt, den Wagen mal für eine Bewegungspause verlassen zu müssen. Leider konnte ich nicht in diesen Genuss kommen, habe aber selbstverständlich die Liegefunktion ausprobiert.

    Mein Gütesiegel hat sie definitiv bekommen!



    Man fühlt sich schon weit weg vom Fahrenden, von der Außenwelt, und vor allem von der Straße. So bequem reist es sich auch in der ersten Klasse eines ICE nicht unbedingt. Leider hat die Luxusvariante gefehlt, in der die Knie zusätzlichen Halt bekommen. Natürlich sind die Armlehnen beheizt, auch die Sitzkühlung im Fond war für mich eine Premiere.


    "Ooh du hübsches Ding, du bist Queen und ich bin King

    Wenn ich dich seh' dann muss ich sing

    Tingalingaling you pretty thing..."



    Mit 5,25 Metern trumpft die Langversion natürlich ordentlich auf. Die Maße sind aber dermaßen geschickt verpackt, dass am Ende eine wunderschöne Karosserie vor einem steht, und man vergeblich nach Ecken und Kanten sucht. Als Fahrer macht sich die Größe wirklich erst beim Einparken bemerkbar, wobei die RFK und der Einparkassistent hervorragende Unterstützung bieten. Auch die Rundumsicht ist für die Größe des Fahrzeuges erstaunlich.



    Erst von oben wird das ganze Ausmaß sichtbar, wenn man feststellt, dass allein die Radstandabmessung fast so lang ist wie mancher Kleinwagen.



    Insgesamt bin ich 800km mit einem Verbrauch von 11 Litern, einer Fahrzeit von 10 Stunden und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h gefahren, von denen kein Kilometer oder Minute zu viel waren. Am Sonntag hieß es dann (leider) Abschied nehmen.



    Jetzt wird mir jedes andere Fahrzeug vorkommen wie eine Holzkutsche. Aber das war es Wert. Ich hoffe sehr, dass die neue Generation, die auf mich sehr viel moderner als klassisch wirkt, ähnlich glänzen kann und die Faszination dieser Limousine aufrecht erhält!





    Vielen Dank an EC Dresden-City für die spontane und vorerst letzte Miete für dieses Jahr!


    PS: Man möge mir verzeihen dass ich weitestgehend auf technische Details verzichtet habe, da sie den meisten wahrscheinlich hinlänglich bekannt sind :107:

    4 Mal editiert, zuletzt von Silencefox ()

  • Auuu, jetzt hab ich Lust so ein bewegliches Luxussofa zu fahren....hoffentlich ergibt sich das mal in der Zukunft! Es muss ein Traum sein und ich glaub ich kann dich verstehen!

    Neidische Grüße aus Österreich!

  • Das "erste Mal" S-Klasse ist immer etwas besonderes! Tolle Bilder und toller Bericht!

    fluch und segen zugleich. segen, weil die eindrücke so enorm sind und fluch, weil man ab diesem moment alle anderen autos daran misst. und das macht es mitunter schwierig andere fahrzeuge wertzuschätzen :116:


    wie dem auch sei, die s-klasse w222 ist schon was besonderes. Silencefox hat es hervorragend formuliert, vielen, vielen dank dafür! man kann es auch erst so richtig nachvollziehen, wenn man es selbst erlebt hat.


    ich hab dafür auch noch nen bericht in der pipeline, der dauert aber noch was. ich denke, zu weihnachten sollte er kommen.


    bis dahin hab ich aber noch ein bild von meinem letzten mal s-klasse:



    immer wieder ein "träumsche" :)

  • Ich hatte dieses Jahr nach 19 Jahren Abstand zur letzten S-Klasse Miete (damals ein S430L W220) zweimal das Vergnügen: 1. S450L 4Matic, 2. S560L 4Matic.

    Beides super tolle Fahrzeuge und ich kann den obigen Eindrücken nur beipflichten. Wer möchte da noch einen C43 oder E53 (beide in der regulären Miete wesentlich teurer).

  • Wunderbar. Das ist deutsche Ingenieurskunst und Automobilbau in Perfektion. Man kann gelassen die Welt draußen an sich vorbeiziehen lassen. Für XDAR auf jeden Fall eine andere Liga als ein A8 50 TDI.


    Einen C43 oder E53 würde ich auch nicht vorziehen. Kommt aber auch auf den Anwendungsfall an. Einen63er vielleicht schon, ein V8 ist einfach ein V8 und damit über alle Zweifel erhaben.

  • Ja, also so war es gemeint: 63er (egal welche Karosse drum) > S400d > E53/C43

    Also ich muss sagen, ich hatte am Samstag das vergnügen kurz S400d und danach CLS 53 zu fahren.

    Vom Komfort und allen drum herum ist die S klasse natürlich das non plus Ultra. Aber das "kleine" lächeln aufs Gesicht hat mir dann doch der CLS gezaubert. Ich weiß das können viele nicht nachvollziehen, aber mir persönlich (zum fahren) ist die S-Klasse zu "schwer".


    PS: wunderschöner Bericht!

  • Vielen Dank für das positive Feedback!


    Ich kann an der Stelle sogar noch eine kleine Lanze für Europcar brechen:


    Bei Rückgabe wurde zunächst ein riesiger Fleck auf der Fußmatte als Schaden aufgenommen, den ich bei der abendlichen Abholung nicht bemerkt hatte, ebenso wie den verunreinigten Fond.

    Auf Nachfrage wurde der Schaden allerdings wieder rausgenommen und als Gebrauchsspur gewertet. Fand ich gut!