Mietwagenschrott

  • Aquaplaning hatte ich auch mal - bei 180. Eine Sekunde strahlender Sonnenschein, nächste Sekunde spritzt schon das Wasser auf der Straße. Zum Glück war ich alleine auf einer 3-spurigen Autobahn (war davor mit 250 unterwegs). Bremsen war nicht mehr, ging noch ein Stück bergauf, da habe ich rollen lassen. Glücklicherweise dann "nur" noch 180, als ich die Kuppe oben erreichte und dann ist der Wagen aufgeschwommen. Das war schon echt eine krasse Erfahrung. Da kann es schnell zu Ende sein, das wird einem in diesem Moment erst so richtig bewusst. Zum Glück hat sich der Wagen bei 140 wieder gefangen, allerdings schienen mir diese paar Sekunden endlos lange. Danach erstmal auf die Raststätte Dollenberg und ne halbe Schachtel Kippen weggepafft. Dann ging das mit der Pumpe auch wieder Richtung Normalpuls.


    Kann aber auch bei 30 auf der Landstraße passieren, dass man bei plötzlichem Schneeeinbruch und leicht schräg abschüssiger Straße in den Gegenverkehr kommt, weil einfach nichts mehr greift.



    Maximilian123 Y U MAD? Vielleicht meinte LINDRS auch mich. Ich fahre generell nicht unter 200 in der 30er-Zone. Innerorts versteht sich. Außerorts sind mir zu viele spielende Kinder, da halte ich mich stets an die Regeln. Genau aus diesem Grund bin ich auch noch unfallfrei (ich nehme hier bewusst Bordstein vs. Felge einmal aus).

  • Maximilian123 Y U MAD? Vielleicht meinte LINDRS auch mich. Ich fahre generell nicht unter 200 in der 30er-Zone. Innerorts versteht sich. Außerorts sind mir zu viele spielende Kinder, da halte ich mich stets an die Regeln. Genau aus diesem Grund bin ich auch noch unfallfrei (ich nehme hier bewusst Bordstein vs. Felge einmal aus).

    Ab 200 macht so eine Bremsschwelle doch erst so richtig Spaß! 👌🏻

  • Maximilian123 ich hab dich gar nicht angesprochen :)

    Ach so, du meintest einen der vielen anderen aktiven 19-Jährigen MWT‘ler mit Dashcam, mein Fehler, großes Sorry. :118:


    Maximilian123 Y U MAD? Vielleicht meinte LINDRS auch mich. Ich fahre generell nicht unter 200 in der 30er-Zone. Innerorts versteht sich. Außerorts sind mir zu viele spielende Kinder, da halte ich mich stets an die Regeln. Genau aus diesem Grund bin ich auch noch unfallfrei (ich nehme hier bewusst Bordstein vs. Felge einmal aus).

    Verständlich, innerorts sehe ich 200 Km/h auch als Mindestgeschwindigkeit an, vielleicht sollten wir uns zu einem kleinen Rennen treffen, am besten direkt durch die 30er Zonen unserer Städte. 😏

  • Ohweia das sieht böse aus! Hast du dich oder sich jemand anders verletzt? Wie gut war das Profil der Reifen? Und bist du finanziell gut aus der Sache herausgekommen (Stichwort grobe Fahrlässigkeit)?

    Sorry for Aufplustering, aber es muss raus. Ich erzähl jetzt die ganze Geschichte. Wen sowas nicht interessiert, der darf sich nun gern nach etwas interessantem umsehen.


    Erstmal: Abgesehen vom Riesenschreck ist mir nichts passiert. Es war nachts um viertel vor 1 und ich war alleine auf der A1 Richtung Bremen unterwegs.


    Es hat relativ stark geregnet, aber auch nicht apokalyptisch. Die Streckenabschnitte mit "80 bei Nässe" habe ich vorschriftsgemäß mit 80 passiert.

    Als die Geschwindigkeit wieder aufgehoben wurde, beschleunigte ich zunächst auf 100, dann später auf 120. Es war auch alles gut. Nichts wies auf eine Gefahr durch Aquaplaning hin.

    Zum überholen eines LKW-Konvoi beschleunigte ich auf 130 und wechselte auf die linke von drei Spuren. Beim Wiedereinscheren auf die mittlere und anschließend die rechte, passierte es dann.

    Ich sah nur noch machtlos zu, wie sich das Auto beinahe frontal Richtung Graben bewegt, dachte mir "Och nö" und dann kamen nur noch Knalle. Aufprall - Airbag - Aufprall - Aufprall. Der Wagen verband mich sofort mit dem Pannenservice.

    Als ein LKW-Fahrer irgendwann meine Fahrertür öffnete, sah ich auf dem Boden nicht den Graben, sondern Asphalt. Gut, bin ich wohl auf den Seitenstreifen zurückgeschleudert worden. Nein, Moment. Ich stand perfekt eingeparkt auf der mittleren Spur. Der Brummifahrer erklärte mir, dass ich in den Graben rein - und direkt wieder raus schoss.


    Mein Handyakku war so gut wie leer und die Autobahn auch. Dementsprechend waren die Abstände der Autos so groß, dass sie mit hohem Tempo ranrasten. Das Licht des Wagens war komplett zerschossen, sodass lediglich eine leuchte des Warnblinkers - und zwar mangels Plastikhaube in weiß - darauf hinwies, dass hier etwas auf der mittleren Spur stand. Warndreieck eingeklemmt und Warnweste unauffindbar.


    Später kam dann die Polizei, die die Autobahn in Richtung Bremen sperrte und entschied, dass ich einen Rettungswagen brauche. Mir war gar nicht danach, aber wenn die drauf bestehen, meinetwegen. Als der Rettungswagen dann anrückte entwickelte ich so einen Hass gegen einige Leute. Ich hörte ihn sage und schreibe (ich habe auf die Uhr geschaut) mehr als 15 min lang, bevor er bei mir eintraf. Gut, ich hatte nichts ernstzunehmendes. Aber da hätte auch jemand sterben können.


    Zum Glück griff die VK und durch meine ICHI kostete mich das ganze nur die Jahrespolice und die 10€ Rettungswagen-Pauschale für die Versicherung.

    Das teuerste an dem Abend war wohl der Weg nach Hause. Es war eine Odyssee, vom Krankenhaus Achim mit dem Taxi für 55 € zum Bremer HBF zu kommen und anschließend 3,65h auf den Flixbus zu warten. Als ich beim Einstieg in den Flixbus mein Ticket auf dem Handy vorzeigte und mich hinsetzte, gab mein Handyakku dann tatsächlich auf. Was ein Timing. Nur musste ich dann noch aus Hamburg in die Heimat abgeholt werden, da ich den Schlüssel meines Privaten im Unfallwagen verlor. Also wartete ich in HH wiederum eine Stunde, bis der Saturn aufmachte, damit ich meinen Akku laden und endlich Leute alarmieren konnte.


    Daran, meine Familie gleich nach dem Unfall zu kontaktieren und statt meinen Akku für den Flixbus aufzusparen, habe ich natürlich nicht gedacht. Die schlafen doch. Ich will die nicht wecken. Und nach Bremen fahren wollen die sicher auch nicht. So habe ich mir das naiv vor mich hin gedacht. Natürlich war man Zuhause dann erschüttert und brannte mir nahezu ein, bei sowas anzurufen.


    Die Moral von der G'schicht: Unterschätze Aquaplaning nicht. Und denk an die Rettungsgasse!